<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375</id><updated>2011-08-16T12:08:20.665-07:00</updated><title type='text'>exilnik</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>47</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-8187223080061455040</id><published>2010-03-29T16:51:00.000-07:00</published><updated>2010-11-01T01:53:29.466-07:00</updated><title type='text'>Sind sie arm weil wir reich sind?</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S8Id9vYLXQI/AAAAAAAAAu4/Em7QTEFHU1E/s1600/North_South_Divide_3.PNG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 137px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S8Id9vYLXQI/AAAAAAAAAu4/Em7QTEFHU1E/s320/North_South_Divide_3.PNG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5458958644853562626" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Ein Beitrag zur Entwicklungsdebatte mit Fokus auf Lateinamerika&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Einleitung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 1. April 2010 kehre ich nach 15 Monaten Lateinamerika nach Europa zurück. Vor allem mit meinen argentinischen Freund/innen habe ich in diesem Zeitraum einige heftige Diskussionen über den Charakter der Nord-Süd Beziehungen geführt. Von Vertreter/innen des moderaten Linksperonismus (in etwa vergleichbar mit sozialdemokratischen Standpunkten) bis zu trotzkistisch orientierten Aktivist/innen teilten alle meine Diskussionspartner/innen eine wesentliche geopolitische Überzeugung: Der Norden sei reich, weil der Süden arm ist. Zum Erstaunen meiner Freund/innen, stand ich dieser so konsensualen Auffassung sehr skeptisch gegenüber. Noch eindeutiger habe ich mich gegen die beliebte Auffassung positioniert, dass der Kapitalismus zwangsläufig ein Zentrum und eine Peripherie benötige. Denn mit diesem Gedanken geht einher, dass eine Verbesserung der Situation der Entwicklungsländer überhaupt nur im Falle der Abschaffung des Kapitalismus zu Stande kommen könne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit diesem Artikel, der gleichzeitig der längste und wissenschaftlichste aller Blog-Einträge geworden ist, versuche ich diese Diskussion zu systematisieren. Gleich vorweg: Der Text beruht vielfach auf Einschätzungen und logischen Schlussfolgerungen von Forscher/innen die sich mit dem Thema beschäftigt haben und von mir selbst. Eine solide empirische Fundierung hätte einerseits den Aufwand einer mehrjährigen Forschungsarbeit bedeutet, andererseits werden viele Daten die mich in diesem Zusammenhang interessieren gar nicht erhoben, oder sie betreffen historische Epochen in denen es noch gar keine Datenerhebung gab. Beginnen möchte ich mit einem sanften Einblick in die theoretische Diskussion auf Wikipedianiveau: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Einführung in die Entwicklungsdiskussion&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Entwicklungstheorie will erklären, warum bestimmte Regionen oder Länder in Wirtschaft und Gesellschaft hinter anderen zurückbleiben und wie man diesen Rückstand mittels Entwicklungspolitik aufholen kann. Endoge Entwicklungstheorien postulieren, dass eine soziale Struktur aus sich selbst heraus die Elemente zu ihrer Überwindung zu erzeugen vermag. Die Ursachen liegen in den Entwicklungsländern selbst, etwa in traditionellen Gesellschaftsstrukturen oder in Korruption. Das zu Grunde liegende Geschichtsverständnis besagt, dass die Entwicklungsländer auf einer historischen Stufe stehen welche die Industrieländer schon hinter sich haben und eine lineare aber langsamere Entwicklung, ähnlich jener der Industriestaaten, einschlagen werden. Exogene Theorien gehen hingegen davon aus, dass die Ursachen des niedrigeren Entwicklungsstandes außerhalb der Entwicklungsländer, genauer gesagt in ihrer Ausbeutung durch die Industrieländer zu suchen sind. Sie heben die Abhängigkeit der Entwicklungsländer von den Industrieländern hervor; die scheinbar in den Entwicklungsländern liegenden Ursachen (wie z.B. Korruption) sehen sie dagegen als Folgen dieser Abhängigkeit. Ein lineares Geschichtsverständnis wird abglehnt (vgl. Wikipedia &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entwicklungstheorie"&gt;Entwicklungstheorien&lt;/a&gt;).   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endogene Theorien: Modernisierungstheorie&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Modernisierungstheorie ist eine klassische endogene Entwicklungstheorie, sie geht also davon aus, dass die Hindernisse für Entwicklung in den Entwicklungsländern selbst zu suchen sind. Kern der Modernisierungstheorien ist der postulierte Gegensatz zwischen moderner und traditionaler Welt. Die Modernisierungstheoretiker/innen sehen Tradition als Hindernisse für den take off des ökonomischen Wachstums. Es ist ihnen durchaus bewußt, dass die Modernisierung gewaltige, radikale Veränderungen der 'traditionalen' Gesellschaften bedeuten würde. Sie meinten aber, dass das wirtschaftliche Wachstum diesen Preis wert sei (vgl. Wikipedia &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Modernisierungstheorie"&gt;Modernisierungstheorie&lt;/a&gt;).  Im Gegensatz zu neoliberalen Strömungen räumen sie der staatlichen Planung eine wichtige Rolle ein. Die staatliche Führung soll die traditionellen Strukturen überwinden indem sie die politische Institutionenlandschaft des Westens nachahmen und für ein investitionsfreundliches Klima sorgen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Exogene Theorien: Dependenztheorie&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dependenztheoretische Ansätze sind den exogenen Entwicklungstheorien zuzuordnen. In der Dependenztheorie wird die Welt in zwei Sphären unterteilt, Zentrum und Peripherie. Das Zentrum beherrscht die Peripherie politisch und ökonomisch. Die Herrschaft funktioniert vor allem über einen ungleichen Handel: Die Industriestaaten kaufen billig Rohstoffe und Agrarprodukte in den Entwicklungsländern, verarbeiten diese unter hohem Technologieeinsatz weiter und verkaufen teure Fertigprodukte an die ganze Welt. Die in diesem Zusammenhang relevante Prebisch-Singer-These (1949) besagt, dass Waren aus Entwicklungsländern leichter ersetzbar sind als Waren aus Industriestaaten. Das bedeutet, dass ein Preisanstieg bei Industriegütern zu viel weniger Absatzverlust führt als ein Preisanstieg bei Primärgütern, die dann einfach aus einem anderen Entwicklungsland billig bezogen werden. Damit sind die Produzent/innen von Industriegütern auf dem Weltmarkt nicht nur unabhängiger, sondern vor allem mächtiger. Die Dependenztheorie geht also davon aus, dass die Preise für Rohstoffe und Agrargüter im Zeitverlauf eher fallen, die von Fertigwaren, insbesondere hochwertigen Industrieprodukten, eher steigen. Das Verhältnis von Preisen für Exportgüter zu den Preisen für Importgüter nennt man Terms of Trade, diese fallen zu Ungunsten der Entwicklungsländer. Insgesamt besagt die These, dass es für die Entwicklungsländer zu einer Verschlechterung der internationalen Handelsbedingungen kommt (vgl. Wikipedia &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dependenztheorie"&gt;Dependenztheorie&lt;/a&gt;).   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der US-Soziologe Immanuel Wallerstein entwickelte in den 1970er-Jahren die depedenztheoretische Weltsystem-Theorie. Die kapitalistische Weltwirtschaft habe im 19. Jh. einen Siegeszug erlebt, der keine parallelen Weltsysteme mehr ermöglichte. Es gibt keine dritte Welt, sondern nur eine Weltwirtschaft mit einer komplexen globalen Arbeitsteilung. Die orthodox marxistische Annahme von den linear verlaufenden Entwicklungsstufen mittels derer die ganze Welt nach europäischem Vorbild von der Feudalgesellschaft in die kapitalistische Gesellschaft geführt würde, wurde verworfen. Die bisherige Dependenztheorie würde die Welt zu simpel darstellen, daher wurde die neu Kategorie der Semiperipherie hinzugefügt. Das Zentrum bestehe aus „freien Ländern“, die andere dominieren, ohne dominiert zu werden, während sich die beherrschten Länder in der Peripherie befinden und in der Semi-Peripherie die Länder anzusiedeln sind, die dominiert werden und gleichzeitig andere Länder dominieren. Die semiperiphäre Zone verhindert, dass die Polarisierung zwischen Zentrum und Peripherie zu einer Gefährdung des ganzen Systems führt. Somit nimmt die Semi-Peripherie eine stabilisierende Puffer-Funktion ein. Es besteht eine enge Verbindung zwischen den drei unterschiedenen Sphären, welche sich in einer bestehenden Arbeitsteilung Ausdruck verschafft. Die Peripherie zeichnet sich durch die Produktion von Primärgütern aus, wobei diese Produktion auf einem verhältnismäßig niedrigem Niveau stattfinde. Das Zentrum, das hochwertige Güter herzustellen im Stande ist, ist auf die Rohstoffe und Arbeitskraft der Peripherie angewiesen. Dem Zentrum gelingt es, aus dem ungleichen „Tausch“ mit der Peripherie Mehrwert zu schöpfen (vgl. Wikipedia &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltsystemtheorie"&gt;Welt-Systemtheorie&lt;/a&gt;).  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Marx und Entwicklungstheorie &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Marx liefert übrigens – wie bei so vielen Diskussionen – Argumentationsstoff für beide Seiten. Endogene Modernisierungstheoretie und exogene Depdendenztheorie. Für den Modernisierungstheoretiker Marx entwickelt sich die Gesellschaft linear in Stufen von der Urgesellschaft über die Sklaven- und Feudalgesellschaft zur kapitalistischen Gesellschaft. "Das industriell entwickelte Land zeigt dem minderentwickelten nur das Bild der eigenen Zukunft." (&lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm"&gt;Marx&lt;/a&gt;, 1867, S. 14)  Überdies hemmen laut Marx die trationellen internen Gesellschaftsstrukturen in China oder Russland deren Entwicklung und verhindern den kapitalistischen Durchbruch. Marx stellt die Überwindung und Zerstörung traditionaler Strukturen in diesem Zusammenhang als unvermeidliche Notwendigkeit dar: “Die Bourgeoisie reißt durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterte Kommunikation alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. (...) Wie sie das Land von der Stadt, hat sie die barbarischen und halbbarbarischen Länder von den zivilisierten, die Bauernvölker von den Bourgeoisvölkern, den Orient vom Okzident abhängig gemacht. (...) Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört.” (&lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm"&gt;Marx/Engels&lt;/a&gt;, 1848) . Diese Sichtweise aus dem kommunistischen Manifest entspricht eindeutig einem endogenen Ansatz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleichzeitig betont Marx, dass die Geburt der kapitalistischen Produktionsweise, in Marx Diktion die ursprüngliche Akkumulation, auch durch den Ressourcenabfluss aus den frühen Kolonien gespeist wurde. “Die Entdeckung der Gold- und Silberländer in Amerika, die Ausrottung, Versklavung und Vergrabung der eingebornen Bevölkerung in die Bergwerke, die beginnende Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute, bezeichnen die Morgenröte der kapitalistischen Produktionsära. Diese idyllischen Prozesse sind Hauptmomente der ursprünglichen Akkumulation.” (&lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_741.htm"&gt;Marx&lt;/a&gt; 1867, S. 779)  Der Verweis auf die Entstehung des Wucher- und Kaufmannskapitals als Folge von Fernhandel und kolonialer Expansion ist ein dependenztheoretischer Gedanke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einem sehr interessanten Artikel schlüsselt Ulrich Menzel von der TU Braunschweig die verschiedenen Marxinterpretationen auf und kommt zu dem Schluss, dass bei Marx der Modernisierungstheoretiker letztlich dominiere. Es lassen sich also bereits hier beide Positionen der Debatte finden, die später mit solcher Intensität, etwa bei Dobb versus Sweezy oder Wallerstein versus Brenner, geführt wurde, nämlich ob primär interne Kapitalakkumulation oder externer Kapitalzufluss, insbesondere aus den Kolonien, die Industrialisierung vorbereitet habe. (vgl &lt;a href="http://www.inwent.org/E+Z/zeitschr/ez100-4.htm"&gt;Menzel&lt;/a&gt; 2000). Diese so genannte “Brenner Debatte” werden wir uns nun genauer ansehen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;I. Die Brenner Debatte&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stellt man die Frage nach dem Ursprung des globalen ökonomischen Ungleichgewichts, wird die Diskussion relativ schnell historisch. Zu welchem Zeitpunkt entwickelte sich einige Erdteile in eine andere Richtung, was waren die Ursachen dafür und aus welchen Gründen kristallisierte sich die uns heute bekannte Teilung der Welt in einen dominierenden Norden und in einen dominierten Süden heraus? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ursprüngliche Akkumulation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schauen wir einmal was good old Karl zu diesem Thema zu sagen hat. Im Kapitel 24 des Kapitals erläutert Marx seine Auffassung von der Entstehung des Kapitalismus. Er nennt dies die ursprüngliche Akkumulation, also sowas wie die erste große Kapitalbereitstellung und Kapitalinvestition. Dabei hat er erst einmal eine gar harmonische Feudalgesellschaft vor Augen. Nach Marx war in allen Ländern Europas die „feudale Produktion durch Teilung des Bodens unter möglichst viele Untersassen charakterisiert“, diese verrichteten unter dem feudalen Verhältnis mehr oder minder frei und selbstständig ihre Tätigkeit, wobei sie mit relativ wenig Arbeitsstunden pro Tag ihr Auskommen fanden (die Anzahl kirchlicher Feiertage im Mittelalter war z.B. sehr hoch). Entscheidende Momente der ursprünglichen Akkumulation, die seit dem 16. Jahrhundert stattfand, seien etwa die Enteignung des Landvolkes von Grund und Boden und die Disziplinierung des Proletariats in das Produktionsverhältnis der Lohnarbeit. Im Mittelpunkt steht die Entstehung von Humankapital. “Vor allem aber die Momente, worin große Menschenmassen plötzlich und gewaltsam von ihren Subsistenzmitteln losgerissen und als vogelfreie Proletarier auf den Arbeitsmarkt geschleudert werden.” Also der Übergang vom Bauern der sich selbst versorgt, hin zu dem in seiner Existenz abhängigen Lohnarbeiter, der über keine eigenen Subsistenzmittel mehr verfügt. ”Die sog. ursprüngliche Akkumulation ist also nichts als der historische Scheidungsprozeß von Produzent und Produktionsmittel.” Als ein wesentliches Element der ursprünglichen Akkumulation bezeichnet Marx gesetzliche Regelungen und Anwendung der Staatsgewalt zur Niederhaltung des Arbeitslohnes und Verlängerung des Arbeitstages. (vgl. &lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_741.htm"&gt;Marx&lt;/a&gt; 1967) &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;“Und die Geschichte dieser ihrer Enteignung ist in die Annalen der Menschheit eingeschrieben mit Zügen von Blut und Feuer.” Von ihren Länderein 'verjagt', aus ihrer Lebensbahn und ihren vorherigen Produktionsverhältnissen 'herausgeschleudert', wurden viele Neoproletarier zu Bettlern, Räubern, oder Vagabunden. Mit der Entstehung einer großen Schicht armer und erwerbsloser Menschen wurde Armut kriminalisiert. Marx beschreibt die Entwicklung der englischen Gesetzgebung, darunter fiel beispielsweise die Bestrafung von Vagabunden durch Auspeitschen, Geißelung, Brandmarkung, Ohr Abschneiden und Zwangsarbeit, bis hin zur Hinrichtung. 'So wurde das von Grund und Boden gewaltsam enteignete, verjagte und zum großen Vagabunden gemachte Landvolk durch grotesk-terroristische Gesetze in eine dem System der Lohnarbeit notwendige Disziplin hineingepeitscht, -gebrandmarkt, -gefoltert.'  (vgl. &lt;a href="http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_741.htm"&gt;Marx&lt;/a&gt; 1967) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zuvor zitierte Behauptung Ulricht Menzels, dass bei Marx modernisierungstheoretische Ansätze dominieren, scheint auch mit der Gewichtung des Themas im Kapital übereinzustimmen. Im Kapitel “Die ursprüngliche Akkumulation” beschreibt Marx primär Prozesse innerhalb Europas, also eine interne Kapitalakkumulation. Die koloniale Ausbeutung bekommt ein Unterkapitel und wird als Erklärungsbeitrag, aber nicht als Hauptursache für die Genese des Kapitalismus behandelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brenner versus Wallerstein und Co. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle dependenztheoretischen Ansätze gehen davon aus, dass am Beginn der kapitalistischen Entwicklung ein großer Raub steht, der die eigentliche Ursache für die Entwicklung in den Zentren und die Unterentwicklung in der Perpherie darstellt. Damit stellen sie die externe Kapitalakkumulation in den Mittelpunkt. Die gewaltsame Ausweitung der europäischen Märkte stellte die Geburt des Kapitalismus dar, das kapitalistische Lohnsystem als Ablöse des Feudalsystems sei ein Resultat dieser Expansion. In Folge der Expansion habe sich eine auf Handel basierende internationale Arbeitsteilung ergeben, die für Autoren wie Wallerstein und Co. mit dem Kapitalismus gleichzusetzen ist. For Wallerstein, then, the growth of the world division of labour is the development of capitalism (&lt;a href="http://www.scribd.com/doc/24231932/Robert-Brenner-The-Origins-of-Capitalist-Development-a-Critiqü-of-Neo-Smithian-Marxism"&gt;Brenner&lt;/a&gt; 1977, S. 54).&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;Die Brenner Debatte, eine innermarxistische Diskussion aus den 1970er-Jahren, ist in diesem Zusammenhang hochinteressant. Die Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein, Paul Sweezy und André Gunder Frank vertraten den neomarxistischen Mainstream und argumentierten dependenztheoretisch. Die Entwicklung des Wohlstands in den Zentren sei der Grund für die Entwicklung der Unterentwicklung in der Peripherie. Der Wohlstand und die Macht der USA seien eine Funktion der Armut und Schwäche von Vietnam, Nicaragua und Angola. (vgl. &lt;a href="http://www.columbia.edu/~lnp3/mydocs/origins/brenner_thesis.htm"&gt;Blogger Louis Proyect&lt;/a&gt;)  “In the words of André Gunder Frank,‘economic development and underdevelopment are the opposite faces of the same coin’. (...) Thus they cannot be viewed as the product of supposedly different economic structures or systems . . . One and the same historical process of the expansion and development of capitalism throughout the world has simultaneously generated—and continüs to generate—both economic development and structural underdevelopment.’” (Brenner 1977, S. 28) In dieser Diskussion wurde die Geburt des Kapitalismus – aus Sicht der Dependenztheorie unmittelbar verbunden mit dem Kolonialismus – ein zentraler Streitpunkt. Die Gegenpositionen des Historikers Paul Brenner lassen sich in drei wesentliche Argumente zusammenfassen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;1. Die nicht ökonomisch determinierten Klassenverhältnisse bestimmten den Produktionsmodus und nicht umgekehrt&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brenners Kritik am dependenztheoretischen Ansatz von Paul Sweezy, André Gunder Frank und Immanuel Wallerstein richtet sich in einem ersten Schritt vor allem dagegen, dass die genannten Autoren den Ursprung des Kapitalismus nicht in der Herausentwicklung der Lohnarbeit, sondern in der Expansion des Welthandels sehen. “Consistently he (Wallerstein Anmk.) argues that since ‘production on the market for profit’ determines capitalist economic development, the problem of the origins of capitalism comes down to the origins of the expanding world market” (Brenner 1977, S.33). Brenner stellt klar, dass technischer Fortschritt die ökonomische Entwicklung beschreiben, aber nicht deren Ursachen erklären kann. Er wendet sich weiters gegen ökonomisch-deterministische Erklärungen, die die spezifische Klassenstruktur einer Gesellschaft als Resultat ökonomischer Bewegungen sehen. Die Entwicklung des sozialen Gefüges sei kein Resultat einer Angebot-Nachfrage-Logik. Die Machtverhältnisse der Klassen im Spätmittelalter seien nicht Resultat ökonomischer Bedingungen sondern unabhängig davon stattfindende politische Prozesse. Economic development can only be fully understood as the outcome of the emergence of new class relations (...) These new class relations were themselves the result of previous, relatively autonomous processes of class conflict. (Brenner 1976, S.37)  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brenner erläutert seine Auffassung von der Genese des Kapitalismus. Für das Spätmittelalter konstatiert er, dass die Auseinandersetzungen zwischen Feudalherrn und Bauern in West- und Osteuropa einen unterschiedlichen Ausgang genommen haben. Westlich der Elbe inklusive England hätten sich die Bauern gegenüber ihren Lehensherrn durchgesetzt und konnten um 1500 als frei bezeichnet werden. Östlich der Elbe behielten allerdings die Feudalherrn die Oberhand, was die ökonomische Entwicklung Osteuropas auf Jahrhunderte prägen und zur Rückständigkeit verdammen sollte. (Brenner 1967, S.56-58) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brenner betont, dass er die Malthuszyklen für das Mittelalter als durchaus brauchbaren Erklärungsansatz betrachtet. Auf 150-200 Jahre der Prosperität würden Phasen der Not und des Hungers folgen. Dadurch wäre die im Verhältnis zu den Kapazitäten der landwirtschaftlichen Nahrungsmittelherstellung überschüssigen Bevölkerung wieder dezimiert worden. Dieses Muster wurde jedoch im frühneuzeitlichen England erstmals durchbrochen: “By the end of the seventeenth century English population had returned to its high, late thirteenth-century levels, but there was nothing like the demographic pattern of seventeenth-century France, no phase B following inescapably from phase A. Instead, we have the final disruption of the malthusian pattern and the introduction of a strikingly novel form of continued economic development.” (Brenner 1976, S.42) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Grund für diese epochale Neuentwicklung sieht Brenner in der vom Festland unterschiedlichen Entwicklung der britischen Klassenkämpfe. Während etwa in Frankreich die Bauern ihren kleinstrukturierten Besitz gegen die Gutsherren verteidigen konnten, wurde diese Auseinandersetzung in England verloren. Damit war erstmals die Basis für die neue Produktionsweise der Lohnarbeit geschaffen und der Grundstein für die Entstehung großer landwirtschaftlicher Einheiten und umfangreicher Investitionen gelegt. Thus, in my view, it was the emergence of the classical landlord-capitalist tenant-wage labour structure which made possible the transformation of agricultural production in England, and this, in turn, was the key to England's uniquely successful overall economic development. (Brenner 1976, S.63). Die nun erstmals nachhaltigen und kontinuierlichen Produktivitätsfortschritte ermöglichten nicht nur die stetige Abwanderung von Arbeitskräften aus der Landwirtschaft, sondern unterstützten auch einen permanent wachsenden Binnenmarkt. Eine wesentliche und stabilisierende Zutat für das industrielle Wachstum in dem krisenhaften Umfeld des 17. Jh. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Brenner betrachtet die Etablierung eines Wettbewerbssystems als wesentlichen Antrieb für die Produktivitätsentwicklung in England. Dieses hätte sich in Frankreich auf Grund des unterschiedlichen Ausgangs der Klassenkämpfe nicht entwickelt. “In other words, the peasant did not have to be competitive, because he did not really have to be able to "hold his place" in the world of the market” (Brenner 1976, S.72). Die Ablöse der Kleinbauern durch die Gutsherrenwirtschaft habe die ökonomische Entwicklung beschleunigt. “Thus, ironically, the most complete freedom and property rights for the rural population meant poverty and a self-perpetuating cycle of backwardness. In England, it was precisely the absence of such rights that facilitated the onset of real economic development.” (Brenner 1976, S.75) Letztlich weist Brenner der landwirtschaftlichen Revolution die zentrale Rolle für die kapitalistische Entwicklung zu: It was indeed, in the last analysis, an agricultural revolution, based on the emergence of capitalist class relations in the countryside which made it possible for England to become the first nation to experience industrialization. (Brenner 1976, S.68)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sind bei Brenner also die Auseinandersetzungen zwischen den Klassen die jene sozialen Strukturen schaffen, die dann ein gewisses ökonomisches Regime ermöglichen,“it is the structure of class relations, of class power, which will determine the manner and degree to which particular demographic and commercial changes  will affect long-run trends in the distribution of income and economic growth and not vice versa. (Brenner 1976, S. 31)  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt; 2. Die Dynamik des Kapitalismus, und somit der Wohlstand der Zentren, beruhen auf der Produktivitätssteigerung der Lohnarbeit und nicht auf der Expansion des ungleichen Welthandels, selbst wenn letztere beschleunigend wirkt&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Mittelpunkt der Kritik von Brenner steht die Nicht-Berücksichtigung der Innovation, die für Brenner mit der kapitalistischen Akkumulationsdynamik hergeht und einem spezifischen Klassenverhältnis entspringt. Nämlich einem postfeudalen Lohnarbeitsverhältnis. “Wallerstein does not, in the last analysis, take into account the development of the forces of production through a process of accumulation by means of innovation” (Brenner 1977, S.30). Brenner kritisiert, dass die Genese der kapitalistischen Produktivität ausschließlich quantitativ betrachtet wird, wo doch die qualitative Dimension die entscheidende sei. “Wallerstein must end up by sketching a conception of the development of the productive forces which does not really incorporate qualitative advance, specifically by way of the growth of labour productivity. The picture of development which Wallerstein lays out is essentially quantitative.” (Brenner 1977, S.56) Somit würden Wallerstein und Co. den Schlüssel zur wirtschaftlichen Dynamik des Kapitalismus verkennen: “As a result, they failed to focus centrally on the productivity of labour as the essence and key to economic development.” (Brenner 1977, S.91). Brenners Betonung der Produktivitätsentwicklung stellt eindeutig die interne Kapitalkkumulation in den Mittelpunkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die von Wallerstein und Co. ins Zentrum gerückte weltweite Arbeitsteilung sei zwar eine Mitursache der Unterentwicklung, aber die Unterentwicklung ist keine unerlässliche Bedingung für die Dynamik des Kapitalismus. In consequence, they (Wallerstein und Co. Anmk.) move too quickly from the proposition that capitalism is bound up with, and supportive of, continuing underdevelopment in large parts of the world, to the conclusion not only that the rise of underdevelopment is inherent in the extension of the world division of labour through capitalist expansion, but also that the ‘development of underdevelopment’ is an indispensable condition for capitalist development itself. (Brenner 1977, S. 27). Blogger Louis Proyect zieht einen technischen Vergleich. Mit der Entwicklung der Lohnarbeit in England war der Motor der kapitalitischen Maschine geschaffen und lief von selbst. Die zugefügten Ressourcen aus den Kolonien wirkten als Superbenzin und erhöhten die Leistung des Motors. Aber der Motor bestand bereits.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;3. Der ungleiche Welthandel verstärkt die Unterentwicklung an der Peripherie, ist aber nicht ihre eigentliche Ursache. Diese ist vielmehr in der spezifischen regionalen Klassenstruktur zu suchen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Welthandel verstärkt und verfestigt für Brenner die Entwicklung der Unterentwicklung und das ökonomische Ungleichgewicht, ist aber nicht deren Ursache. Das macht er am Beispiel Polens (als Teil der osteuropäischen Peripherie) im Spätmittelalter klar: In sum, the growing connection of Poland with the world market—the growing impact of trade—did, in accord with Marx’s generalization,‘facilitate the production of surplus destined for exchange in order to increase the enjoyments, or wealth of the producers (here meant are owners of the products)’. On the other hand, as Marx also theorized, growing production for exchange was ‘incapable by itself of promoting and explaining the transition from one mode to another’. (Brenner 1977, S.70)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unterentwicklung der Peripherie ist vor allem in der dortigen Klassenstruktur begründet. Weil es sich an der Peripherie um Feudal- oder Sklavensysteme handelt, kommt es zu keiner Entwicklung eines kapitalistischen Lohnverhältnisses (freie Lohnarbeit), die laut Brenner die Basis für die kapitalitische Akkumulation darstellt. Die Exportorientierung Osteuropas im Spätmittelalter lag für Brenner somit nicht an der Abhängigkeit vom Primärgüterhandel mit dem Westen, sondern an der eigenen rückständigen Feudalstruktur. Indeed, it would be more correct to state that dependence upon grain exports was a result of backwardness; of the failure of the home market - the terribly reduced purchasing power of the mass of the population, which was the result of the dismal productivity and the vastly unequal distribution of income in agriculture, rooted in the last analysis in the class structure of serfdom. (Brenner 1976, S.60) Wirtschaftliche Rückständigkeit ist für Brenner also nicht das Resultat eines überregionalen ökonomischen Regimes, sondern der regionalen Machtverhältnisse zwischen den Klassen. Dementsprechend beruht wirtschaftliches Wachstum im Kern nicht auf ungleichem Tausch oder Raub (etwa durch Transfer von Mehrwert von der Peripherie ins Zentrum), sondern auf der Entwicklung der Produktivität. Neither development in the core nor underdevelopment in the periphery was determined by surplus transfer. Economic development was a qualitative process, which did not merely involve an accumulation of wealth in general, but was centrally focused on the development of the productivity. (Brenner 1977, S. 67) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nochmals die drei für mich wesentlichen Brenner-Aussagen zusammengefasst: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Die nicht ökonomisch determinierten Klassenverhältnisse bestimmten den Produktionsmodus und nicht umgekehrt&lt;br /&gt;2. Die Dynamik des Kapitalismus, und somit der Wohlstand der Zentren, beruhen auf der Produktivitätssteigerung der Lohnarbeit und nicht auf der Expansion des ungleichen Welthandels, selbst wenn letzterer beschleunigend wirkt&lt;br /&gt;3. Der ungleiche Welthandel verstärkt die Unterentwicklung an der Peripherie, ist aber nicht ihre eigentliche Ursache. Diese ist vielmehr in der spezifischen regionalen Klassenstruktur zu suchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;II. Wer hat den Wohlstand geschaffen? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wie ich Marx und Brenner verstehe, leugnen beide einen dynamischen Beitrag der Peripherie zur Entwicklung der Zentren nicht, sehen die Hauptursache für die Entwicklung des Kapitalismus jedoch in der inneren Dynamik der Zentren. Sie stellen die interne Kapitalakkumulation in den Vordergrund. Im Sinne der zuvor gennanten Metapher dergemäß der Kapitalismus der Zentren den Motor und die kolonialen Ressourcen das Superbenzin darstellen, nenne ich diese Sichtweise die Motorenthese. Der Motor fährt auch ohne Kolonialressourcen, die Zuführung derselben machen ihn allerdings schneller. Um nun endlich Farbe zu bekennen deklariere ich mich als Anhänger der Motorenthese und werde begründen wieso. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der einflussreiche marxistische ökonom Ernest Mandel (1923-1995, führendes Mitglied der IV. Internationale) vertritt Thesen die jener der Dependenztheorie sehr ählich sind. Die enorme Kapitalzufuhr als Folge der kolonialen Raubzüge sei die eigentliche Ursache für die Entstehung des Kapitalismus und die anschließende Industriealisierung. Er nennt in diesem Zusammenhang Zahlen, die das Ausmaß der Ausbeutung der externen Akkumulation dokumentieren sollen. Etliche andere Autor/innen schlagen in eine ähnliche Kerbe, einen guten Überblick für diese Denkrichtung gibt ein ganz kurzes aber sehr kompaktes Posting auf &lt;a href="http://www.politik.de/forum/wirtschaft-und-sozialsystem/98994-entstehung-des-kapitalismus-und-koloniale-ausbeutung.html"&gt;www.politik.de&lt;/a&gt;.  Schon alleine das verwende Zahlenmaterial steht allerdings auf sehr wackeligen bis abenteuerlichen Beinen, weil es für die Frühzeit natürlich keine angemessenen Wirtschaftsstatistiken gibt. Zwei wesentliche Faktoren für die koloniale Bereicherung Europas werden genannt: Die Ausbeutung von Edelmetallen und die Sklavenarbeit. Dazu möchte ich nun einige eigene Anmerkungen machen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Gold und Silber &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist unbestritten, dass das aus Amerika herangeschaffte Gold und Silber positive Wohlstandseffekte für Europa hatte. Allerdings wird dieser Effekt vor allem von ökonomischen Leihen stark überschätzt. Dies liegt daran, dass Gold und Silber automatisch mit Reichtum gleichgesetzt wird. Als Äquivalent von Reichtum oder Wohlstand sind Gold und Silber aber ebenso wertvoll oder wertlos wie Papiergeld. Wieso drucken wir nicht unendlich viel Geld, wenn Geld Wert hat? Weil Geld grundsätzlich neutral, also nur ein Äquivalent für gesellschaftliche Ressourcen ist. Reichtum bestand und besteht nämlich nicht aus Edelmetallen, sondern aus dem volkswirtschaftlichen Reichtum. Sprich aus dem Gebäudebestand, aus Straßen, Maschinen, aus dem technologischen Niveau, der Arbeitskultur etc. Wie die klassische Ökonomie völlig richtig feststellt, kann nur die Arbeit (bei Sraffa Arbeit und Maschinen) Werte schaffen. Silber, Gold, Geld, Salz, Muscheln oder sonstige Währungen der Menschheitsgeschichte können die durch Arbeit geschaffenen Werte nur abbilden. Mehr Silber hat langfristig nicht zu mehr Reichtum geführt, sondern zu einer Entwertung dieses Zahlungsmittels. Die Silberinflation des 16. Jh. war so gewaltig, dass sie ganz Europa und China erfasste. Der Wohlstand Spaniens hat sich meiner Meinung nach also nicht erhöht weil man durch Gold und Silber reicher wurde, sondern aus zwei anderen Gründen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) Die eben angenommene Neutralität des Geldes gilt in der langen Frist. Kurzfristig kann eine pure Ausweitung der Geldmenge in gewissen wirtschaftlichen Situationen sehr wohl stimulierende volkswirtschaftliche Effekte haben. Es dauert nämlich eine Zeit bis die Akteur/innen begreifen, dass die Geldmenge ausgeweitet wurde, bzw. dass die Preise steigen. In diesem Zeitraum wo die nominelle Geldmenge für die reale Geldmenge gehalten wird (Geldillusion), können durch höhere volkswirtschaftliche Aktivität auch nachhaltig positive Effekte erreicht werden. Vereinfacht: Akteur X bekommt dank Geldpresse mehr Zahlungsmittel in die Hand und konsumiert diese, worauf Akteurin Y mehr investiert und neue Arbeitskräfte einstellt. Erst danach passen sich die Preise an die neue Geldmenge an, die Volkswirtschaft produziert aber durch den Geldtrick bereits auf höherem Level. Logischerweise werden die Akteur/innen nicht mehr mitspielen, wenn dieser Trick jedes Jahr angewandt wird, daher die Einschränkung auf die kurze Frist. Ich halte es für plausibel, dass die extreme Ausweitung der Silbermenge vor allem zu Beginn stimulierende Effekte auf die spanische und europäische Volkswirtschaft hatte. Einige Kriege dürften auf Basis der Geldillusion finanziert worden sein. Ich glaube nicht, dass die Geldillusion in der Lage war oder ist, ein nachhaltiges Wachstum langfristig zu tragen. Letzteres lässt sich im Spanien der Neuzeit auch nicht beobachten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;b) Gold und Silber sind mehr wert als Papiergeld. Wie alle Edelmetalle können Gold und Silber im (früh)industriellen Prozess verwertet werden. Diese Funktionalität verleiht ihnen Wert, so wie auch andere Rohstoffe von Wert sind. Da beide aber vornehmlich in der Luxusproduktion eingesetzt wurden, war ihre volkswirtschaftliche Produktivität aber stark eingeschränkt. Selbst heute werden nur 12% des gewonnen Goldes in der Industrie (Elektronik, Optik, Medizin) verwendet (vgl. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gold#Verwendung"&gt;Wikpedia Gold&lt;/a&gt;). Der Rest wird zu Schmuck verarbeitet. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;2. Sklavenarbeit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eindeutiger ist die Lage in Bezug auf die Sklavenarbeit. Arbeit schafft definitiv Werte und alle in den Kolonien geschaffenen und nach Spanien transferierten Werte haben den Wohlstand Spaniens mit Sicherheit erhöht. Das sind neben Gold und Silber vor allem Nutzpflanzen, Gewürze, Früchte, Zucker etc. Überdies hat der Handel mit diesen Kolonialwaren dazu geführt, dass Spanien mehr Güter von europäischen Partnern beziehen konnte. Ich gehe davon aus, dass diese Handelsüberschüsse neben der unmittelbaren Geldillusion die wichtigste Finanzquelle für spanische Kriege waren. Von Nöten wären nun einige Daten um das Ausmaß der kolonialen Wohlstandsförderung abzuschätzen. Etwa der Warenkorb eines spanischen Durchschnittshaushaltes im 16. Jh. Wie viel Prozent dieses Warenkorbs bestünde aus Kolonialwaren? Hier muss ich mutmaßen uns sage, der Anteil ist extrem gering (Wenn er auch bei einer extrem kleinen Elite beachtlich gewesen sein mag). Ich glaube, dass die Masse des spanischen Volkes die Nahrungsmittel, die Baumaterialien für die Behausung oder die Textilien aus Spanien oder maximal von den europäischen Handelspartnern bezog. Ich glaube koloniale Ressourcen dienten nicht dem Massenwohlstand sondern eher der Luxusproduktion. Zusammenfassend scheinen mir vier positive Effekte des Kolonialhandels(raubzugs) plausibel: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;• Die Geldillusion als Folge der Ausweitung von Gold und Silber dürft zumindest bis zur großen Silberinflation positive Impulse auf das spanische Wachstum gehabt haben und eine wichtige Finanzquelle für die Kriegsführung gewesen sein. &lt;br /&gt;• Gold und Silber haben als Edelmetall gewisse Verwendungsmöglichkeiten, allerdings vorwiegend im wenig produktiven Luxusbereich &lt;br /&gt;• Die anderen von Spanien bezogenen Ressourcen erhöhten den spanischen Wohlstand, davon profitierte allerdings vorwiegend eine kleine Elite&lt;br /&gt;• Die Überschüsse aus dem Verkauf von Kolonialwaren an europäische Partner sind evident, diese Ressourcen dürften allerdings ebenfalls zu beachtlichen Teilen für Kriegs- oder Luxusproduktion verwendet worden sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Conclusio&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Spanien im Gegensatz zu England seine Überschüsse für Krieg und Luxus verwendete (Bau von Prunkstädten wie Toldeo, Kriege Karl V. gegen Frankreich und das osmanische Reich) anstatt sie volkswirtschaftlich sinnvoll zu investieren, ist letztlich ein Beweis für die “Motorenthese”. Wenn der Motor der kapitalistischen Maschine nicht vorhanden ist, helfen auch koloniale Ressourcen nichts. Die Industrialisierung, der wirklich epochemachende Schritt Richtung Wohlstand, fand 200 Jahre später in England statt. Spanien verlor seine Rolle als Weltmacht. Europa wurde meiner Meinung nach reicher durch die Ressourcenzufuhr aus den Kolonien, der jedoch entscheidende industrielle Reichtum ist aber weitgehend unabhängig von Kolonialressourcen. Auch ohne Entdeckung Amerikas wäre der Kapitalismus in England entstanden. Mit wahrscheinlich deutlich schwächerer Dynamik &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Welches Gewicht hatte der Kolonialhandel für den Wohlstand der Kolonialmächte? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Springen wir nun ins Deutschland des Jahres 1900 und schauen wir was die damalige deutsche Sozialdemokratie zum Thema Kolonien zu sagen hatte. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Eduard Bernstein (ein Befürworter des Kolonialismus) betont, dass die Rolle der Kolonien nicht überschätzt werden darf. Viel stärker als die Expansion des Welthandels in die Peripherie würde sich die Intensivierung des Handels im industrialisierten Kern auswirken. “In der Handelsstatistik der großen Industrieländer spielt der Export in die alten, längst besetzten Länder bei Weitem die größte Rolle. England exportiert nach ganz Australasien (sämtliche australische Kolonien, Neuseeland &amp;c.) noch nicht so viel an Werth, wie nach dem einen Frankreich; nach ganz Britisch Nordamerika (Kanada, Britisch Kolumbia &amp;c.) noch nicht so viel wie allein nach Rußland; nach beiden Kolonialgebieten zusammen, die doch auch schon ein respektables Alter haben, noch nicht so viel wie nach Deutschland. Sein Außenhandel mit allen seinen Kolonien, das ganze ungeheure indische Reich eingeschlossen, macht noch nicht ein Drittel seines Handels mit der übrigen Welt aus (…) Die extensive Erweiterung des Weltmarkts vollzieht sich viel zu langsam, um der faktischen Produktionssteigerung genügenden Abfluß zu gewähren, wenn eben nicht die schon früher einbezogenen Länder ihr einen immer größeren Markt darböten.” (&lt;a href="http://www.marxists.org/deutsch/referenz/bernstein/1899/voraus/index.html"&gt;Bernstein 1899&lt;/a&gt;, S. 21-22)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch heute noch ist es so, dass trotz aller Globalisierung große Volkswirtschaften wie Europa oder die USA rund 80% ihrer Wirtschaftsleistung intern umsetzen und somit tendenziell geschlossene Volkswirtschaften sind. Der Import an Waren (ohne Dienstleistungen) in die EU machte 2008 nur 12,5 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung (BIP) aus (&lt;a href="http://ec.europa.eu/economy_finance/ameco/user/serie/SelectSerie.cfm"&gt;Eurostat&lt;/a&gt; und eigene Berechnungen).  Die größten Handelspartner waren in diesem Jahr übrigens die USA, gefolgt von China und Russland, alles keine klassischen Entwicklungsländer. Natürlich ist in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt, dass die Importe aus Entwicklungsländern oft zu unfairen Dumpingpreisen eingekauft werden. Wieder fehlt mir ein entscheidendes empirisches Element, nämlich ein gerechter Preisdeflator. Also ein Deflator mit dem alle Preise von günstigen Produkten aus der Peripherie so ausgewiesen werden, als würden sie in Europa hergestellt. Dann hätte man Kostenwahrheit bei den Importen. Aus Mangel an empirischen Material mutmaße ich wieder. Ich sage, die Preise der Importgüter würden sich im Falle plötzlicher Autarike deutlich, aber nicht drastisch erhöhen. Nicht zuletzt weil sie in wesentlich Sektoren wie Energie (Öl, Gas) sowieso sehr hoch sind. Die hohe Produktivität und der gewaltige Technologieeinsatz mit dem Europa die verlorengegangenen Waren im Falle der Autarkie produzierte, würden die Preissteigerungen meiner Meinung nach unter 100% halten. Allerdings nur in dem von der Autarkie betroffenen Importsektor. Dessen mit Abstand größter Brocken ist der Warenhandel, der nur 12,5 Prozent des BIP ausmacht. Eine Preisverdoppelung in diesem übschaubaren Segment wäre ein schwerer Schlag, aber nicht das Ende der Geschichte. Genauer werde ich dieses Gedankenexperiment aber im kommenden Kapitel ausführen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch weiter ging Karl Kaustky, Chefideologie der SPD und Gegner des Kolonialismus. Mit statistischen Aufschlüsselungen über die Ausweitung der Eisenbahnkilometer belegt Kautsky beeindruckend, dass die Ausdehnung des Weltmarkts und der Produktion NICHT in den Kolonien, sondern im Zentrum stattgefunden hat. Das Wachstum der auswärtigen Märkte und der Produktion fielen nur zufällig mit der Periode des Imperialismus zusammen. Die große Popularität der Kolonien bei der Bourgeoise sei dementsprechend ungerechtfertigt. Die Kolonialabenteuer hängen gemäß Kautsky eng mit den enormen Militärausausgaben zusammen. Die Kosten für die Überseekriege würden die Erträge sogar bei weitem übertreffen. Kautsky sagt also, dass sich Kolonien wegen der administrativen und militärischen Kosten wirtschaftlich gar nicht rentierten, im Gegenteil. (&lt;a href="http://www.marxists.org/deutsch/archiv/kautsky/1909/macht/index.htm"&gt;Kautsky 1909&lt;/a&gt;, S. 76-77). Ähnlich argumentiert Bernstein die britischen Kolonien betreffend: Nun kann man es gewiß als sehr zweifelhaft bezeichnen, ob das englische Volk in seiner Masse von der Herrschaft Englands über Indien wirtschaftlichen Vorteil hat. Nach meiner Ansicht ist das Gegenteil der Fall, und schon aus diesem Grunde würde ich, wenn ich Engländer wäre, alle Bestrebungen unterstützen, die auf Herbeiführung der Selbstregierung der indischen Völkerschaften abzielen.” (&lt;a href="http://www.marxists.org/deutsch/referenz/bernstein/1907/11/kolonial.htm"&gt;Bernstein 1907&lt;/a&gt;, keine Seitenangabe) . Bernstein und Kautsky sehen den wirtschaftlichen Beitrag der Kolonien als Nebenerscheinung und versuchen damit auch der damaligen Euphorie der bürgerlichen Schichten für die koloniale Expansion entgegenzuwirken. Wie Marx und Brenner betonen beide die Dynamik in den Zentren und stützen meiner Meinung nach die Motorenthese. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Wer hat den Wohlstand geschaffen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So weit wie Kautsky und Bernstein, die Kolonien als wirtschaftliches Verlustgeschäft darzustellen, möchte ich gar nicht gehen. Ich glaube schon, dass Europa von den Kolonien merklich profitiert hat. Vor allem für die letzten Jahrzehnte der Globalisierung, wo man ohne die Kosten einer Kolonialverwaltung die Peripherie ausbeuten konnte, liegt völlig auf der Hand dass auch (!) andere für unseren Wohlstand gearbeitet haben und noch immer arbeiten. Doch wenn der Beitrag der Kolonien zur wirtschaftlichen Entwicklung nicht so groß war wie das oft angenommen wird stellt sich eine einfache Frage: Wer hat den Wohlstand in Europa geschaffen? Wer hat die Städte und Straßen errichtet, die Kanalsysteme, die Wasserleitungen (Wiener Hochquellwasser), die Eisenbahn- und U-Bahnnetze? Wer hat die Flüsse reguliert, die Spitäler und Schulen gebaut und die Landwirtschaft technologisiert? Wer hat die Fabriken gebaut, die Autos, Waschmaschinen und Radios produziert und die Maschinen hergestellt um Autos, Waschmaschinen und Radios herzustellen? Wer hat das Eisen am Erzberg abgebaut, in Linz zu Stahl gegossen und in den zahlreichen Betrieben der Metallindustrie veredelt? Wer hat die Kohle aus den Tiefen des Ruhrgebiets geholt, die dazu notwendig war? Meine Antwort ist klar: Es waren die arbeitenden Menschen in Europa. Und zwar weitgehend unabhängig davon, was 90% aller Menschen in Indien, China oder Afrika in diesem Zeitraum gemacht haben. Ich glaube, um es auf den Punkt zu bringen, dass unser Wohlstand in erster Linie das Resultat der Mühen mehrerer Generationen arbeitender Menschen in Europa ist. Oder etwas pathetischer, in der sozialistischen Phraseologie des 19. Jh.: Den europäischen Wohlstand haben der europäische Bauer und die europäische Arbeiterin geschaffen. Selbstverständlich unter kapitalistischer Anleitung. Die technischen und organisatorischen Innovationen sind ein direktes Resultat des unternehmerischen Wettbewerbs. Verrichtet haben die Arbeit aber logischerweise die arbeitenden Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es besteht kein Zweifel daran, dass der kapitalistischen Maschine immer wieder Superbenzin zugefügt wurde. Nicht nur Ressourcen aus den Kolonien, auch beispielsweise der Marschallplan war für Europa eine extrem wertvolle ökonomische Injektion. Aber Kredite alleine sind noch keine Garantie für Wohlstand. Die eigentliche Leistung besteht letztlich darin, diese kreditbasierte Injektion auch zu verwerten. Die politisch oft vereinnahmte Aufbaugeneration hat zwar den Krieg geführt der alles zerstörte, sie hat aber im Anschluss zweifellos die Leistung des Wiederaufbaus vollbracht. Ohne Sklaven und ohne Migration, mit ihren eigenen Händen. Erst als das Werkel so gut lief, dass Arbeitskräftemangel herrschte, begann man Migrant/innnen ins Land zu holen. Auf die Frage unter welchen inneren und äußeren Bedingungen einige Regionen der Welt die Chance der Industrialisierung ergreifen können und unter welchen nicht, also was letztlich die Determinanten des Wachstums sind, werde ich in Kapitel IV eingehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Conclucio&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Schlussfolgerungen waren für meine lateinamerikanischen Freund/innen ein kleiner Schock, denn sie kratzen an den politischen Vorstellungen, wenn nicht an der politischen Identität vieler denkender Menschen in Lateinamerika. Trotzdem bin ich von folgendem überzeugt: Sie müssten nicht arm sein, damit wir reich sind. Oder anders ausgedruckt: Wir bräuchten das globale Ungleichgewicht für unseres Wohlstand gar nicht. Wir wären ohne den Rest der Welt nicht so reich wie wir heute sind, aber wir wären trotzdem recht wohlhandend. Hätte ich die Daten würde ich folgende Rechnung für England anstellen: Von der Summe aller Importe aus der Peripherie 1600 - 2000 (Durchschnitt über 400 Jahre gemessen am BIP) würde ich die Summe aller Militär- und Administrationsausgaben (am BIP) für die Kolonien abziehen. Damit ergäbe sich ein langjähriger Überschuss aus der Kolonialproduktion gemessen am BIP. Beträgt dieser z.b. 10%, würde ich vom kumulierten britischen Wachstum 1600-2000 genau 10 Prozent abziehen. Diese Daten existieren nicht einmal, stattdessen will ich aber ein einfaches Gedankenbild anbieten: Wäre Europa niemals in die Welt gesegelt, wir wären heute vielleicht so wohlhanbend wie 1970. Oder 1980, oder 1960. Um den Motor zum Laufen zu bringen wäre die Ausbeutung der Peripherie nie von Nöten gewesen. Die Kolonialressourcen haben die Maschine mit Superbenzin gefüttert und die Entwicklung beschleunigt. Unter diesen Gesichtspunkten ist es moralisch besonders pervers, das globale ökonomische Herrschaftsregime aufrecht zu erhalten. Wir beziehen nicht das Brot aus der dritten Welt, sondern die Butter. Das ist pure Dekadenz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;III. Gedankenexperiment: Europäische Autarkie &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um wirklich abzuschätzen ob wir reich sind weil sie arm sind, muss man sich einem umfassenden Gedankenexperiment hingeben. Ich versuche dieses möglichst vollständig, logisch und schlüssig darzustellen, sage aber gleich dass der Mangel an empirischem Unterefutter seine entscheidende Schwäche ist. Wenn wir reich sind weil sie arm sind, müssten wir auf uns allein gestellt logischerweise verarmen. Daher möchte ich skizzieren was passieren würde, wenn Europa ab sofort von jeder Interaktion mit der Außenwelt abgeschnitten wäre. Sprich, im Falle absoluter Autarkie. Nochmals betone ich, dass die drei größten Handelspartner der EU keine klassischen Entwicklungsländer, sondern die USA, gefolgt von China und Russland sind. Das bedeutet im Falle von Autarkie müsste man in erster Linie Produkte aus diesen Staaten ersetzen. Um keinerlei Zweifel aufkommen zu lassen, möchte ich aber ein Szenario vollständiger Autarkie durchspielen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was passiert also wenn Europa morgen von der Außenwelt abgeschnitten würde? Die Exportindustrie müsste sich wegen des Verschwindens ihrer Märkte völlig umorientieren. Wesentlich entscheidender ist aber der Wegfall aller Importe. Das betrifft meiner Meinung nach folgende Sektoren, die ich in Folge einzeln abhandeln möchte: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Energieträger (Öl, Gas etc.) &lt;br /&gt;- landwirtschaftliche Produkte (Früchte, Soja etc.)&lt;br /&gt;- Rohstoffe (vor allem Metalle) &lt;br /&gt;- einfache Fertigprodukte (Textilien, Spielzeug etc.) &lt;br /&gt;- technologische Halbfertigprodukte (Bestanteile für Autos, Maschinen, Elektronik etc.) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Fremdenverkehr sehe ich übrigens keine Probleme, weil der Massentourismus am Mittelmeer und in den Alpen primär ein europäischer Binnentourismus ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Energieträger&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein wunder Punkt der europäischen Volkswirtschaft sind die Energieträger. Erdöl und Gas importieren wir in großen Mengen, beides schlagartig zu ersetzen wurde bedeuten, eine grüne Revolution in ein paar wenigen Jahren umzusetzen. Energieautarkie ist kurz- wie mittelfristig schlicht unmöglich. Damit bekommt mein Experiment eine wesentliche Einschränkung: Der Import von Energie muß für mindestens zwei Dekaden aufrecht erhalten werden. Allerdings stört diese Einschränkung meine Grundthese nicht. Der Energiesektor ist nämlich der einzige Bereich, in dem Kostenwahrheit, wenn nicht Überteuerung vorherrscht.  Ich spreche hier nicht von ökologischer, sondern von ökonomischer Kostenwahrheit. Also von jenen Kosten die im Falle einer Energieförderung in Europa entstehen würden. Wir zahlen also jetzt schon mindestens faire Preise, sowohl das russische Gas, als auch das arabische Öl sind nicht gerade umsonst. Da wir uns also im Energiebereich nicht auf Kosten anderer Volkswirtschaften bereichern, können wir diesen Sektor aus dem Autarkiemodell ohne Probleme ausklammern. Dass sich grauenhafte Diktaturen wie die saudische durch den Energiehandel finanzieren, ist vielmehr eine politische Frage, aber keine primär ökonomische. Der Imperialismus ist ein politisches Modell, das älter ist als als der Kapitalismus, selbigen überleben wird und im Realsozialismus mindestens genauso ausgeprägt war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Landwirtschaft&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;Es ist völlig unbestritten, dass viele landwirtschaftliche Produkte aus den Ländern des Südens kommen. Doch es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass die europäischen Konsument/innen auf selbige angewiesen sind. Europa kann sich mit den vorhandenen Kapazitäten spielend selbst ernähren. Erinnern wir uns an die Butterberge und Milchseen, als Auswüchse der landwirtschaftlichen Überproduktion. Denken wir daran, dass die Staaten Landwirte subventionieren, die Flächen nicht bewirtschaften. Überdies ist die Agrarpolitik der EU nach wie vor stark auf den Schutz der heimischen Landwirtschaft ausgerichtet. Es wird politisch also eher versucht sich abzuschoten, günstige Produkte aus der dritten Welt zu beziehen. Darüber hinaus trägt die Landwirtschaft in Westeuropa nur minimale 1-2 Prozent zur Wertschöpfung bei, ebenso gering ist die Anzahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft. Die Ausgaben für Lebensmittel betragen in Österreich nur &lt;a href="http://www.lebensministerium.at/article/articleview/59230/1/17624/"&gt;11 Prozent&lt;/a&gt; des verfügbaren Einkommens der Menschen (1950 übrigens noch 45%) . Eine völlige Abschotung vom Weltmarkt hätte meiner Einschätzung nach im Bereich Landwirtschaft fünf Effekte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) Ein Rückgang der exotischen Produkte (Bananen, Kokosmilch etc.) zu Gunsten genuin europäischer Produkte&lt;br /&gt;b) Ein dezenter Anstieg der landwirtschaftlichen Nutzflächen (auch Glashäuser etc.) auf Kosten des Waldes was kein Problem darstellt, weil der Trend der letzten Jahre genau umgekehrt war. &lt;br /&gt;c) Ein dezenter Anstieg der landwirtschaftlichen Beschäftigung und Wertschöfpung um ein paar zehntel Prozentpunkte &lt;br /&gt;d) Ein Preisanstieg von einigen zig Prozent, sowie ein entsprechender Anstieg der Lebensmittelausgaben am Gesamteinkommen um einige wenige Prozentpunkte. Ein Trend, den die Sozialpolitik für jene Einkommensgruppen die das stark spüren auffangen müsste. &lt;br /&gt;e) Eine Kürzung der Agrarsubventionen, weil die europäischen Bauern ohne Konkurrenz von außen Preise setzen werden, von denen sie leben können. Die frei gewordenen Mittel könnten einen Teil des zuvor genannten Lebensmittel-Sozialprogramms abdecken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Faktum ist, die Landwirtschaft wäre kurzfristig ein wichtiges, aber mittelfristig kein großes Problem für Europa. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Simple Fertigprodukte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Bereich der simplen Fertigprodukte mach ich mir am wenigsten Sorgen. Wenn man für einen Nikeschuh aus Südostasien jetzt schon 100 Euro zahlt, dann wird man diesen wohl leicht in Europa herstellen können. Einziger Unterschied: Da die europäischen Arbeiter/innen in der Produktion ein vernünftiges Gehalt verdienten, würde die enorme Profitmarge für den Konzern schlagartig reduziert. Außerdem fielen die Transportkosten um die halbe Welt weg. Klar ist, dass die Nachfrage nach Beschäftigten in klassischen Arbeiterberufen wie der Texilindustire wieder ansteigen würde. Was passiert derzeit mit den Profiten von Nike und Co.? Ich habe natürlich keine Zahlen, nehme aber an, dass sie zum Teil in den Sektor der Finanzindustrie fließen und zum Teil in die Luxusartikelbranche. Der Gedankte, dass diese Sektoren ein bisschen weniger gefüttert würden macht mich nicht unfassbar traurig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Technologische Halbfertigprodukte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Bereich der technologischen Halbfertigprodukte (Autoteile, Elektrobestanteile) kann man wegen des hohen technologischen Niveaus in Europa alles leicht ersetzen, es wird jedoch merkliche Preisanstiege geben. Umso näher eine Industrie am Konsumenten, umso eher ist es möglich mittels Marketing irrwitzige Preise zu verlangen (siehe Nike). Unternehmen die Produkte von einer Zwischenindustrie beziehen sind weniger dumm, die zahlen nicht mehr als ihre Einkäufe wert sind. Ich nehme an die Verlagerung der Halbfertigindustrie würde zu einem großen Preisanstieg führen, weil die Produktion in China wirklich wesentlich billiger ist und die Verlagerung nach Europa nicht durch eine simple Kürzung der Gewinne – wie bei der Textilindustire – abgefedert werden könnte. Die Gewinnmargen für Autoteile sind einfach nicht so hoch wie beim Nikeschuh. Der enorme Druck dürfte wohl kurzfritig zu einigen technologischen Innovationen führen, trotzdem würde dieser Sektor eine deutlich höhere Nachfrage nach Arbeitskraft generieren als die anderen genannten Sektoren und wegen der merklich höheren Preise einer Produktion in Europa einiges vom aktuellen europäischen Wohlstand auffressen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Rohstoffe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bezüglich Rohstoffen habe ich nach meinem bescheidenen Wissen und einer Grobrecherche im Internet einen oberflächlichen Überblick. Was ich jetzt schon sagen kann, dieser Bereich wäre der heikelste, wenn es zu einer Autarkie Europas käme. Folgende Rohstoffkategorien lassen sich unterscheiden: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Energierohstoffe (habe ich bereits abgehandelt)&lt;br /&gt;- Bau- und Keramikrohstoffe (Schotter, Kies etc.) sind in Europa zur Genüge vorhanden&lt;br /&gt;- Chemische Rohstoffe (Kalk, Salz etc.) ebenso&lt;br /&gt;- Metallrohstoffe sind der heikle Punkt &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den Metallrohstoffen ein paar Fakten: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Eisenerz: Die bedeutendsten Eisenerzlieferanten waren 2009 China (588 Millionen Tonnen), Brasilien, Australien, Indien und Russland. (zusammen Anteil von 82% an Weltförderung). Schweden folgt auf Platz 10 als erstes europäisches Land, mit 23 Millionen Tonnen. &lt;br /&gt;- Aluminium: Die bedeutendsten Förderländer für Bauxit (Grundstoff für Aluminium) waren 2008 Australien (63 Millionen Tonnen), China, Brasilien, Guinea, Jamaika und Indien. Kamerun. Griechenland folgt auf Platz 10 mit 2 Millionen Tonnen. &lt;br /&gt;- Kupfer: Je etwa 20% der heutigen Weltvorräte an Kupfererzen liegen in Afrika, in Südamerika und in den USA. Im Jahre 2009 war mit großem Abstand Chile (5,32 Millionen Tonnen) das bedeutendste kupfererzfördernde Land, gefolgt von Peru, den USA, China und Indonesien. Polen folgt auf Platz 10 mit 440.000 Tonnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Wolfram, Zink, Blei und Zinn ergeben sich quasi identische Daten. Viele europäische Standorte sind bereits ausgebeutet, so etwa der Erzberg, dessen Vorräte 2020 zu Ende gehen werden. Der Metallrohstoffsektor ist ganz offensichtlich der heikelste, weil ein Äquivalent zur viel versprechenden grünen Revolution im Energiebereich gar nicht existiert. Ich glaube es käme im Falle von Autarkie zu drei wesentlichen Veränderungen, die ziemlich hohe volkswirtschaftliche Kosten hätten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Wiederauferstehung der wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossenen europäischen Rohstoffförderung, soweit diese noch nicht völlig ausgbeutet ist. &lt;br /&gt;- Massives Wachstum der Recyclingindustrie und der Forschung in diesem Bereich. Ob Rohstoffautarkie in Europa möglich ist hängt wohl zu einem großen Teil von den Möglichkeiten des Recyclings ab. Das Potential kann ich technisch nicht einschätzen&lt;br /&gt;- Große Forschungskonzentration auf die Rohstoffsubstitution, um mit den vorhandenen Ressourcen fehlende zu ersetzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rohstoffe sind mein schwächstes Glied in der Kette, weil ich ihre Ersetzbarkeit nicht einschätzen kann. Klar ist nur eines: Falls es möglich ist wird es teuer, weil Rohstoffe nicht von Kosument/innen, sondern von Firmen gekauft werden, die sich nicht durch Werbung manipulieren lassen. Sprich, alleine mit einer Reduktion der Marge für den Hersteller (siehe Nike), kann ich das Problem nicht lösen. Die wieder enstehende Arbeiterschaft im Ruhrgebiet und in Mittelengland würde wohl etwas hohere Löhne und Arbeitsstandards verlangen, als die armen Schweine in den chinesischen oder russischen Minen. Gleichzeitig bräuchte man beachtliche Ressourcen für die Recycling- und Rohstoffsubstitutionsindustrie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammenfassend halte ich die Energieträger für langfristig ersetzbar, die in Europa vorhandenen Metallrohstoffe allerdings für tendenziell unausreichend. In allen anderen Sektoren glaube ich, dass Europa nach einem großen schmerzlichen Kraftaufwand von rund einem Jahrzehnt wieder stabile ökonomische Strukutren entwickelt hätte. Vielleicht auf einem etwas niedrigeren Wohlstandsniveau als vor der Autarkieumstellung. Wie stark das die Menschen spüren würde aber zu einem großen Grad an der politischen Lenkung liegen, die in dieser Umbauphase unerlässlich wäre. Was wäre dazu notwenig? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Schaffung von Arbeitskraft&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz offensichtlich würde in allen fünf Sektoren (Landwirtschaft, Rohstoff-, Energie-, Fertig-, und Halbfertigindustrie) eine massive Nachfrage nach Arbeitskräften entstehen. Große Teile des ausgelagerten Proletariats würden wieder in Europa gebraucht. Hier dürfte natürlich helfen, dass etliche Ressourcen die derzeit für die Exportindustrie aufgewendet werden nun frei wären. Diese Arbeitskräfte werden aber nicht genügen. Darüber hinaus ein paar naheliegende Maßnahmen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Reduktion der Arbeitslosigkeit auf Null  &lt;br /&gt;- Erhöhung der Arbeitszeit auf (Hausnummer) 45 Wochenstunden&lt;br /&gt;- Arbeiten bis 65 für Frauen und Männer ohne Umgehungsmöglichkeit &lt;br /&gt;- Angleichung der Frauenerwerbsquote an jene der Männer&lt;br /&gt;- Akzeptanz einer massiven Arbeitsmigrationswelle &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Umschichtung von sinnlosen in sinnvolle Sektoren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die europäische Politik müsste massiv intervenieren, um eine gewisse Prioritätensetzung zu gewährleisten. Bei knappen Mittel würde eine Aufrechterhaltung einer aufwendigen Kosmetikindustrie bedeuten, dass sich zwar die Wohlhabenderen Komsmetikartikel leisten können, gleichzeitig aber Defizite in der Grundversorgung für weniger Wohlhabende zu Tage treten dürften. Das bedeutet man müsste auf Basis einer “normativen Liste” das Marktgeschehen in gewisse Bahnen leiten. Kosmetik- Finanz- Luxusgüterindustrie und Konsorten müssten mit gewaltigen Besteuerungen und gesetzlichen Einschränkungen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Die ehemals ausgelagerten und nun zurückkehrenden Industrien (Textil, Halbfertigindustrie etc.) müssten dagenen von Seiten des Staates mit günstige Bedinungen rechnen können. Im Rohstoffsektor wäre sogar ein unmittelbares staatliches Engagement denkbar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3. Exportsperre&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die europäische Politik müsste natürlich mittels Intervention die Exporte auf ein Minimum einschränken. Das heißt ein enormes, staatlich begleitetes Zurückfahren jener Kapazitäten, in denen Europa im Export stark ist. Also z.B. Autos. Es dürfte nicht mehr exportiert werden als um jene Defizite in der Zahlungsbilanz auszugleichen, die durch die Energieimporte entstünden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, dass das Wohlstandsniveau der europäischen Durchschnittsfamilie nach zehn Jahren wieder hergestellt wäre. Allerdings bei höherer Arbeitszeit. Für die oberen Mittelschichten und die Oberschichten würden – bei gezielter politischer Steuerung – einige Annehmlichkeiten wegfallen. Hausangestellte und besondere Dienstleistungen (Gartendesigner, Wellnesstrainer etc.) dürften wegen der hohen Steuerbelastung unleistbar, Luxusartikel nur noch begrenzt verfügbar werden. Das Durchschnittsniveau der restlichen Haushalte könnte nur bei massivem Fokus auf Verteilungsfragen aufrecht erhalten werden. Wenn es die Eliten schaffen wesentliche Teile der Beschäftigten in unproduktiven Sektoren zu halten die nur der Elite nützen (Golfplatzwart, Luxusrestaurantplatzzuweiser etc.), wird die Wohlstandreduktion die Mittel- und Unterschichten stark treffen. Wegen der enormen Nachfrage nach Arbeitskräften und einer langen Phase permanenter Vollbeschäftigung ist es aber sehr wahrscheinlich, dass die Unter- und Mittelschichten viele Verteilungskämpfe für sich gewinnen könnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein autarkes Europa wäre extrem interessant, weil es Kostenwahrheit schaffen würde. Und zwar gemessen in Arbeitskraft. Wie viel und welche Form der Arbeitskraft braucht man wirklich, um ein europäisches Wohlstandsniveau aufrecht erhalten zu können. Ohne Schummeln mittels Auslagerung und Ausbeutung. Ich würde Daumen mal Pi schätzen, dass man bei kluger politischer Intervention einen Anstieg der gesamten volkswirtschaftlichen Arbeitsstunden um 20-30% schaffen kann. Innerhalb von zehn Jahren könnte man wieder 80-90% des ursprünglichen Wohlstandsniveaus erreichen. Das bedeutet bei geschickter Verteilungspolitik für die Durchschnittshaushalte einen absoluten Wohlstandsverlust von Null. Relativ gesehen würde Europa natürlich – vor allem gegenüber den USA – deutlich zurückfallen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;IV. Meine Sicht: eine historisch-endogene Betrachtungsweise &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Völlig richtig sagt Wallerstein, dass wenn man soziale Phänomene untersuchen möchte, gelte es, zuallererst diese in den historischen Kontext einzubetten: „one cannot analyze social phenomena unless one bounds them in space and time.“ Die historische Betrachtungsweise muss nicht die einzige Methode sein, aber sozialwissenschaftliche Paradigmen die selbige ausblenden, verzichten auf eine wesentliche, wenn nicht die entscheidende empirische Quelle. Damit manövrieren sie sich an den Rand der spekulativen Prophezeihung. Die Geschichte ist die Mutter aller Sozialwissenschaften. Und weil seriöse Marxist/innen diesen Grundsatz ernster nehmen als Vertreter/innen anderer Paradigmen, greife ich als Nicht-Marxisit in dieser Diskussion in erster Linie auf marxistische Quellen zurück. Die Modernisierungstheorie hat gute Argumente. Doch wäre sie weniger ahistorisch, so müsste sie einige davon massiv in Frage stellen und stark modifizieren. Weil es eine Geschichte und komlizierte pfadabhängigie Entwicklungen gibt und weil nicht alle Staaten jeden Tag aufs neue in einer neutralen Black Box starten, können nicht nur innere Faktoren die ökonomische Verfasstheit einer Gesellschaft bestimmen. Nicht zuletzt werden die inneren Faktoren von den äußeren massiv beeinflusst. Ein Muli der mit Millionen Dollar auf politische Entscheidungen in einem Entwicklungsland Einfluss nehmen will nützt nicht nur vorhandene Korruption, er verursacht auch neue. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo ich der Modernisierungstheorie aber trotzdem zustimme ist, dass die inneren Faktoren letztlich etwas ausschlaggebender sind als die externen. Darum bekenne ich mich als Vertreter endogener Entwicklungstheorien. Gleichzeitig möchte ich aber die wichtige historische Dimension nicht ausblenden, weshalb ich meinen Zugang als historisch-endogen bezeichnen würde. Ich habe versucht die für mich relevanten Einflussfaktoren zu strukturieren und komme auf sechs wesentliche Determinanten für die wirtschaftliche Entwicklung, die alle bis zu einem gewissen Grad selbst miteinander zuammenhängen. Vier sind interne Faktoren, zwei sind externer Natur. Diese Determinanten werde ich nun einzeln unter die Lupe nehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;• Die Struktur der sozialen Klassen&lt;br /&gt;• Regionale kulturelle Spezifika&lt;br /&gt;• Tradition und Moderne &lt;br /&gt;• Bürgerlichen Rechte &amp; Freiheiten    &lt;br /&gt;• Die Position im globalen Wirtschaftsgeflecht&lt;br /&gt;• Die außenpolitische Situation &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Die Struktur der sozialen Klassen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich muss zugeben, Brenner hat mich mit seinem Pochen auf die Relevanz der Klassenstrukturen weitgehend überzeugt. Ganz vereinfacht gesagt glaube ich, dass sich in den Zentren das liberale Bürgertum im 18. und 19. Jh. völlig vom Adel und seiner Feudalstruktur befreit hat, was den Weg für eine moderne, postfeudale kapitalistische Gesellschaft bereitete. David Ricardo und seine Verbündeten im Kampf für den Freihandel haben sich gegen den Großgrundbesitz duchgesetzt. Die ökonomisch wenig produktivie Grundrente wurde durch den Profit ersetzt, der bei entsprechender Reinvestition (in Marx Diktion Akkumulation) hohe volkswirtschaftliche Renditen abwirft.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Die exportorientierte Peripherie der Welt des Jahres 2010 wird letztlich noch von einer dem Adel nicht unähnlichen Oligarchie von Großgrund- und Rohstoffbesitzern beherrscht, oder zumindest stark geprägt. Von dieser sozialen Klasse und ihrer antiquierten Wirtschaftsstruktur muss man sich befreien. Ökonomien mit teilfeudaler Prägung wie dies bei der lateinamerikanischen Exportindustrie punkto Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten der Fall ist, werden immer rückständige Zulieferer bleiben. Insofern hat Brenner recht wenn er darauf hinweist, dass die Klassenstruktur eine (oder die?) wesentliche Determinante für die ökonomische Entwicklung ist. Es ist heute, wo die US-gestützten Diktaturen in Lateinamerika Vergangenheit sind nicht primär der Westen, der Lateinamerika zum Exporteur von Billigprodukten degradiert, obwohl er vom globalen Ungleichgewicht zweifellos profitiert und selbiges politisch aktiv aufrecht erhält. Trotzdem ist es primär die spezifische, halbfeudale lateinamerikanische Klassenstruktur, die Unterdrückung verursacht. Auch wenn sich diese Ausbeuterklasse durch die Nachfrage aus dem Westen finanziert. Genauer habe ich diese Gedanken in einem &lt;a href="http://exilnik.blogspot.com/2009/06/blog-post.html"&gt;Blogartikel&lt;/a&gt; zur argentinischen Wirtschaft dargelegt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2. Regionale kulturelle Spezifika &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gewisse historisch gewachsene institutionelle Pfadabhängigkeiten bilden im Laufe der Zeit regional unterschiedliche kulturelle Muster heraus, die eventuell unter dem Begriff Mentalität subsumiert werden können. Dabei geht es um keine völkerpsychologischen Analysen, niemandem liegen kulturelle Charakteristika im Blut. Mentalität betrifft auch nie alle Mitglieder einer Gesellschaft gleichermaßen, überdies ist sie prinzipiell wandlungsfähig. Trotz ihres Charakters als gewachsene und veränderbare Konstruktionen, erweisen sich regionale kulturelle Muster oftmals als recht stabil. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube es gibt schlicht und ergreifend regional herausgebildete kulturelle Muster die besser, und welche die weniger gut mit der kapitalistischen Produktionsweise harmonieren. In Japan und den Tigerstaaten (Taiwan, Südkorea, Hongkong und Singapur) zeigte sich, dass die kollektivistischen Gesellschaftsstrukturen und die vorherrschende Disziplin für die kapitalistische Massenproduktion gut adaptierbar waren. Nordkorea beweist wiederum, dass eine spezifische politische Situation die kulturellen Voraussetzungen ausstechen kann. Ein anderes Beispiel sind die USA. Ihr Aufstieg von einer britischen Kolonie zur führenden Weltmacht ist mit der Weltsystemtheorie nur schwer erklärbar. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die ebenfalls um 1800 unabhängig gewordenen spanischen Kolonien in Lateinamerika eine ganz andere Entwicklung nahmen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass neben klassenspezifischen oder geopolitischen auch regionale kulturelle Ursachen eine wesentliche Rolle bei der ökonomischen Entwicklung spielen. Max Webers protestantische Ethik – diese charakterisiert letztlich eine sozioökonomische Grundeinstellung mit starker Verbreitung in Nordwesteuropa – ist in diesem Zusammenhang beispielsweise ein interessanter Erklärungsversuch für die Entstehung des Kapitalismus. Vor allem auch in Abgrenzung zum geldkritischen Katholizismus Südeuropas. &lt;br /&gt;   &lt;br /&gt;3. Tradition und Moderne &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Argument übernehme ich im wesentlichen von der Modernisierungstheorie. Ich glaube, dass ein Gegensatz zwischen Tradition und Moderne besteht, wobei die traditionalen Strukturen wie Clans oder Sippschaften tendenziell entwicklungshemmend (in einem westlichen Sinne) sind. Ich glaube dass die kapitalistische Produktionsweise und die mit ihr einhergehende Gesellschaftsstruktur regional sehr unterschiedliche Typen von “Moderne” hervorbringt, dass aber alle gewisse Charakteristika teilen. Dazu zählen beispielsweise Urbanisierung, Massenproduktion, Massenkonsum, Massenmedien, Massentourismus, Frauenerwerbstätigkeit oder Zunahme der tertiär gebildeten Menschen. Das sind Phänomene, die sich in den alten Zentren, aber auch in China, Indien oder Lateinamerika beobachten lassen. Diese Phänomene sind Ursache und Folge wirtschaftlicher Entwicklung. Sie sind Folge einer gewissen Produktionsweise, gleichzeitig Ursache für die Zerstörung traditionaler, ländlicher und bestimmter patriarchaler Strukturen. Ein Fortschreiten der Moderne geht Hand in Hand mit einem Anstieg des Wohlstandsniveaus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube nicht nur dass der Wohlstand – den die Modernisierungstheorie ins Zentrum ihrer Betrachtungen rückt – die Überwindung traditionaler Strukturen wert ist. Vielmehr gehe ich davon aus, dass die Herausentwicklung von Menschenrechten, Rechtsstaat und Demokratie unter den Bedingungen einer regulierten Marktwirtschaft am besten gedeihen (ein ökonomisches Level das allen Mitgliedern einer Gesellschaft eine menschenwürdige Existenz erlaubt ist aber natürlich eine wesentliche Grundlage für einen demokratischen Rechtsstaat.). Insofern unterliegen meinem modernisierungstheoretischen Paternalismus mehr kulturell-politische denn ökonomische Motive. Allerdings betrachte ich die Koexistenz von Marktwirtschaft und bürgerlichen Rechten weniger als Einbahnstraße, denn vielmehr als Wechselwirkung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4. Bürgerliche Rechte &amp; Freiheiten&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Regulierte Marktwirtschaften schaffen nicht nur günstige Bedingungen für bürgerliche Rechte, wahrscheinlich schaffen bürgerliche Freiheiten, Rechtssicherheit und politische Partizipation auch günstige Bedingungen für das Gedeihen von Marktwirtschaften. Gleichheit vor dem Gesetz, eine unabhängige Justiz, und Redefreiheit sorgen für ein Umfeld von Angstfreiheit und Sicherheit. Auch für Leute mit unkonventionellen Ideen und Experimentierfreude. Ein innovationsfreundliches Umfeld, wie man das in der BWL bezeichnen würde. Die Ökonomin Deirdre Mc Closeky geht sogar so weit die die industrielle Revolution als rhetorisch zu bezeichnen. „Die Orte, an denen Redefreiheit herrschte, waren die ersten die zu Wohlstand kamen: Holland, Schottland, England, Belgien und die Vereinigten Staaten.“ (vgl. Mc Colseky (2009), S. 119)    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;China wird oft als Beispiel dafür genannt, dass Kapitalismus und demokratischer Rechtsstaat nicht automatisch Hand in Hand gehen. Dabei wird ein wesentliches Argument übersehen. Der Kapitalismus in Europa entwickelte sich unter den Bedingungen adeliger Herrschaft. Der demokratische Rechtsstaat wurde erst im Laufe der Zeit erkämpft, nicht zuletzt flankiert durch die sozialen Veränderungen die die kapitalistische Entwicklung mit sich brachte. Europa entwickelte letztlich erst 1945 solide demokratische Rechtsstaaten. Da war der industrielle Kapitalismus aber schon 200 Jahre alt. China wird im 21. Jh. nicht die exakt gleiche Entwicklung nehmen wie Europa in den letzten 250 Jahren. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass wir in den kommenden Jahrzehnten beobachten werden, wie das wachsende chinesische Arbeiterschaft soziale Rechte und der wachsende chinesische Mittelstand politische Rechte erkämpfen wird. Bei allen Rückschlägen, die es zwischendruch geben wird. Ich kenne China nur aus den Medien, aber aus diesen Informationen schließe ich, dass gewisse Anzeichen für die von mir genannte Entwicklung bereits vorhanden sind. (Fußnote: Manfred Nowak, Sonderbauftragter der UNO über Folter, ist niemand der sich ein Blatt vor den Mund nimmt. Im Bezug auf China ist er ganz &lt;a href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4664&amp;Alias=wzo&amp;cob=295247&amp;Page15308=9"&gt;vorsichtig optimistisch&lt;/a&gt;.)  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch ein wesentliches empirisches Argument ist zu beachten: Es gibt in der Geschichte viele Kapitalismen ohne demokratische Elemente, das sind v.a. halbfeudale oder peripherere Kapitalismen. Etwa das zaristische Russland vor der Revolution, Spanien bis tief ins 20. Jh. oder die US-Vasallendiktaturen in Lateinamerika. Um das Argument zuzuspitzen muss klar gesagt werden, dass auch einige hoch entwickelte Kapitalismen keine Demokratie brauchen bzw. brauchten – der wilhelminische Kapitalismus, die NS-Herrschaft und analog dazu die erste Epoche der japanischen Shōwa-Zeit oder eben China heute. Der nun nahe liegende Umkehrschluss, dass nur weil der Kapitalismus keine Demokratie braucht die Demokratie keinen Kapitalismus benötige, ist allerdings falsch. Empirisch betrachtet brauchte und braucht die Demokratie den Kapitalismus als unabdingbare Voraussetzung. Es wird der Leserin/dem Leser kein Gegenbeispiel einfallen. Es gibt einen Kapitalismus ohne Demokratie, aber es gibt keine Demokratie ohne Kapitalismus.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5. Die Position im globalen Wirtschaftsgeflecht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist die Schwäche der Modernisierungstheorie so zu tun, als gäbe es nur interne Faktoren und die Weltwirtschaft, bzw, Zeit und Raum überhaupt, wären ohne Einfluss auf eine Volkswirtschaft. Die heutige globale Situation ist vor allem das Resultat einer unheiligen Allianz zwischen korrupten und skrupellosen regionalen Eliten in der Peripherie sowie multinationalen Konzernen mit ebenso wenig Skrupel. In den Zentren sind die Eliten auf die Produktivität ihrer eigenen Bevölkerung angewiesen. Nur bei hoher gesamtgesellschaftlicher Produktivität, wächst auch der Reichtum der Reichen. (Fußnote: Das gilt im Falle konstanter funktionaler Einkommensverteilung, wie sie Joseph. A. Schumpeter 1942 für den Kapitalismus konstatierte. Seit der neoliberalen Wende wächst der Reichtum der Reichen nicht nur wegen steigender Produktivität, sondern auch durch Umverteilung von Unten nach Oben.) Ganz anders stellt sich die Situation an der Peripherie dar. Der exportierende Großgrundbesitzer bezieht sein Einkommen sowie seine Importe aus den produktiven Zentren, die Produktivität seiner eigenen Volkswirtschaft ist für ihn irrelevant. Weil die Zentren so reich sind haben die Eliten an der Peripherie kein Interesse ihr eigenes Brot zu backen. Im Gegenteil, sein eigener Wirtschaftszweig könnte im Falle einer erfolgreichen Binnenindustrialisierung an Bedeutung verlieren oder langfristig sogar verschwinden. Habe ich keine eigenen Rohstoffe, muss ich in meine eigene Bevölkerung investieren um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Japan und Deutschland sind die entsprechenden Musterbeispiele. Habe ich Rohstoffe, kann ich diese an den Westen verschleudern und mit den Einnahmen meinen Luxus und die Unterdrückung meiner Vasallen finanzieren. Damit wird letztlich nahtlos an eine Kolonialstruktur angeknüpft, in der die Ausbeutung vor Ort noch unmittelbarer und offensichtlicherer war. Letztlich hat die europäische Expansion diesem globalen ökonomischen Ungleichgewicht den Boden bereitet. Das alles ist Faktum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist aber auch eine Schwäche der Dependenztheorie so zu tun, als wären alle von mir genannten kulturellen und klassenspezifischen Faktoren, sowie die Dynamik der kapitalistischen Produktivität irrelevant und als würde nur die weltwirtschaftliche Position bestimmen, wie der Wohlstand einer Gesellschaft beschaffen ist. Natürlich haben die transnationalen Konzerne, die Staaten der Zentren und die von ihnen dominierten internationalen Organisationen (WTO, IWF, Weltbank) eine unglaubliche Macht über die Entwicklungsländer. Aber Beispiele wie Venezuela oder Bolivien zeigen, bei aller Kritik die man im Detail anbringen kann, dass diese Macht nur real ist, wenn sie einen Brückenkopf vor Ort findet. Wenn die regionalen Eliten mit dem Westen uneingeschränkt kooperieren, ist ein ausbeuteurischer Ausverkauf der Ressourcen und Arbeitskräfte eines Landes die logische Folge. Wenn von diesen Eliten jedoch Bedinungen gestellt oder gar diktiert werden, dann können die Handelsbeziehungen auf ein faires Niveau gebracht werden. Damit ist die interne Klassenstruktur eine, wenn nicht die entscheidende Determinante. Wer setzt sich durch? Die feudalen Großgrundbesitzer die ihre Vasallen auf der Bananenplantage auspressen, oder ein unternehmerisches Bürgertum (oder auch Staatsunternehmen), die eine starke Binnenindustrie aufbauen wollen? Es steht außer Frage, dass der Westen die erste Partei unterstützt, weil er Interesse an billigen Rohstoffen, aber nicht an hochwertiger Konkurrenz hat. Ich glaube nur, dass es mit politischen Mittel trotzdem möglich ist sich eine andere, eine autonomere Position in der Weltwirtschaft zu erkämpfen. Die globale Wirtschaftsstruktur hat zwar einen gewaltigen Einfluss und ich sage nicht, dass es einfach ist. Die Lösung liegt aber meiner Auffassung nach letztlich im Land selbst. Im Ausgang der politischen Auseinandersetzungen vor Ort. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6. Die außenpolitische Situation&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht immer alles möglich. Betrachten wir etwa die geopolitische Situation im 20. Jh. wird schnell klar, dass Lateinamerika in der bipolaren Welt des Kalten Krieges wenig Chancen auf Autonomie hatte. Die USA hatten nicht nur wirtschaftliche, sondern vor allem politische Interessen in der Region. Um einen kommunistischen Dominoeffekt zu verhindern in dem ein Staat nach dem anderen der sowjetischen Hemisphäre zufällt, war aus US-Sicht jedes Mittel legitim. Bürgerkrieg, Mord, Folter, Putsch und Diktatur. Ein sozialdemokratischer Hybrid im Sinne Westeuropas stand als Modell nicht zur Wahl, nicht zuletzt mangels moderner Industriearbeiterschaft. Ein bisschen Sozialismus spielte es nicht, die Alternative zur US-Kolonie war der Eintritt in die kommunistische Hermisphäre. Feudalherrschaft der Großgrundbesitzer oder real existierender Sozialismus, schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht. In dieser radikalen entweder-oder Sichtweise waren sich der CIA, die lateinamerikanischen Eliten und die Revolutionären einig. Die USA gewann die Auseinandersetzung in Lateinamerika mit 20:1, lediglich Kuba wechselte in die sowjetische Hermisphäre. In der zunehmenden multipolaren Welt des 21. Jh., in der es nicht mehr um alles oder nichts geht, ist auch mehr Sozialismus möglich als zuvor. Wer kann sich noch um Chavez kümmern, wenn der neue Hauptfeind längst nicht mehr Kommunisten sondern Taliban sind? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;V.  Endogen oder exogen? oder Wo liegt der Schlüssel?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die entscheidende Frage lautet: Wo liegt der Schlüssel für die Emanzipation der Länder des Südens? Haben die exogenen Entwicklungstheoretiker/innen rund um Wallerstein und Mandel Recht, dann ist das globale Ungleichgewicht die wesentliche Hürde für die Entwicklung des Südens. Für die Unterdrückung der Entwicklungsländer sind in diesem Fall die externen Faktoren die entscheidenden. Für die Vertreter/innen exogener Entwicklungstheorien handelt es sich beim globalen Kapitalismus um ein einziges geschlossenes Weltsystem, das auf Expansion von ungleichem Tausch und Raub basiert. In diesem Fall liegt der Schlüssel aber in den Zentren, von denen die Unterdrückung ausgeht. Wenn man dies glaubt, muss man das gesamte Weltsystem verändern, damit alle seine Teile verändert werden können. Wird das kapitalistische Weltregime in seinen Herzkammern und an seinen Gliedern fundamental reformiert, gibt es Raum für eine globale, auf Fairness basierende Wirtschaftsordnung. Die verschärfte Variante, also eine vulgärdependenztheoretische Interpretation ging sogar noch weiter. So behaupten viele Menschen, dass der Kapitalismus zwangsläufig ein Zentrum und eine Peripherie benötige. Mit diesem Gedanken geht einher, dass eine Verbesserung der Situation der Entwicklungsländer überhaupt nur im Falle der Abschaffung des Kapitalismus erreicht werden könne.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Leute die wie ich endogene Faktoren in den Vordergrund stellen Recht haben, dann sind die internen Faktoren entscheidend. In diesem Fall liegt der Schlüssel in der Peripherie. Diese kann nämlich – und das ist was Politik real leisten kann – selbst wählen wie ihre Integration in den Weltmarkt aussieht. Ich glaube eine Strategie der Autarkie großer Einheiten (z.B. Südamerika) wäre theoretisch möglich, aber mit noch wesentlich mehr Problemen verbunden als das zuvor skizzierte autarke Szenario für Europa. Wir müssten “nur” die einfachen Zulieferindustrien ersetzen. Sie hingegen müssten eigene High Tech Branchen aus dem Boden stampfen. Das würde wohl für eine Generation Krise, Mangelwirtschaft und Stagnation bedeuten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt sanftere Formen um eine eigene starke Wirtschaft aufzubauen, die trotzem das Prädikat “radikale Reformen” verdienen. Ich denke da an die Besteuerung von Billigexporten, den Schutz eigener Industrien mittels dezenter Zölle, das Kopieren westlicher Vorbilder im japanischen Stil etc. Ich betone, dass es dafür großer Einheiten bedarf. Argentinien ist mit seinen 40 Millionen mit Sicherheit zu klein. Brasilien ist mit seinen 190 Millionen vielleicht das einzige Land Südamerikas, das es auch alleine schaffen könnte. Ansonsten bin ich der Auffassung, dass es einer lateinamerikanische Zollunion (absolutes Binnenzollverbot), einer lateinamerikanischen Währung und gezielter Investitionen eines staatlichen Gefüges mit kontinentaler Potenz bedarf (Anschubfinanzierung im High Tech Sektor etc.) um diese Unabhängigkeit zu Stande zu bringen. Nochmals verweise ich auf meinen diesbezüglichen &lt;a href="http://exilnik.blogspot.com/2009/06/blog-post.html"&gt;Blogeintrag&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Politische Ableitungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letztlich führt die Unterscheidung zwischen endogener und exogener Entwicklungstheorie zu sehr unterschiedlichen politischen Ableitungen. Alle Leute die der exogenen Entwicklungstheorie das Wort reden, sich einen Kapitalismus ohne Peripherie nicht vorstellen können und Reformen an der Peripherie innerhalb kapitalistischer Parameter für unmöglich halten, schwimmen leztlich in konservativem Fahrwasser. Auch die Großgrundbesitzer glauben, dass es im Kapitalismus naturgegeben ein unten und oben gibt, dass die Peripherie zur exportierenden Zulieferindustrie verdonnert ist und soziale Reformen unter diesen Umständen unmöglich sind. Denn diese Situation entspricht ihrer feudalen Interessenslage. Nur die Ableitungen sind unterschiedlich. Die Konservativen, denen die Welt gut passt wie sie ist, halten Reformen für unmöglich, weil sie den Status quo aufrecht erhalten wollen. Die Revolutionäre halten Reformen für unmöglich, weil sie glauben dass nur eine politische Beseitigung des Kapitalismus wirklich Veränderungen bringen kann. Damit haben Großgrundbesitzer und Revolutionäre eine Ausrede, wieso konkrete Reformen sinnlos sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Sozialdemokrat glaube ich, dass das konkrete Handeln im hier und jetzt immer die einzig mögliche und einzig sinnvolle Variante ist. Weder kann man auf die Kumulierung revolutionäres Bewusstseins in den Zentren, noch in der Peripherie hoffen. Schon gar nicht auf ein weltweit synchrones Auftreten der beiden. Als Sozialdemokrat glaube ich auch, dass Verbesserungen innerhalb des Kapitalismus erreicht werden können. Die dazu notwendigen enormen politischen Interventionen, sind letzten Endes sowohl im Zentrum als auch an der Peripherie möglich. Eine radikale Reformagende halte ich für den vielversprechendste Weg. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Intervention von Außen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Frage die noch offen ist wäre, ob die von mir vorgeschlagene radikale Reformpolitik nicht zu Interventionen des Westens führen würde. Wie könnte eine Emanzipation Lateinamerikas durch den Westen aufgehalten werden? In den 1960er-1980er Jahren wurden in den meisten lateinamerikanischen Staaten brutale Militärdiktautren mit Unterstützung der USA installiert. Dadurch wurde die revolutionäre Linke Lateinamerikas, die letzte große Emanzipationsbewegung des Kontinentes, vernichtet. Eine Wiederholung dieser Vorgangsweise halte ich in Argentinien für ausgeschlossen. Das Land am Rio de la Plata ist bestimmt keine lumpenreinen Demokratie, aber nicht zuletzt auf Grund der Erfahrungen mit der eigenen Militärdiktatur doch extrem US-kritisch, antimilitaristisch und immun gegenüber autoritären Tendenzen. Argentinien ist in dieser Hinsicht vielleicht besonders weit, aber ich hatte während meiner Reise auch in anderen Staaten nicht das Gefühl, dass die Errichtung einer US-gestützten Diktatur ein Kinderspiel wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;• Uruguay ist Argentinien ähnlich, hat 2005 den ersten linken Präsidenten seiner Geschichte gewählt und 2010 einen ebenfalls linken Nachfolger gekürt.&lt;br /&gt;• Chile glaubt zwar dass die Diktatur ökonomisch erfolgreich war, sieht dies aber nicht als Rechtfertigung für Mord und Folter. Die Aufarbeitung kommt langsam in Gange. &lt;br /&gt;• Brasilien ist zu stark und zu selbstbewusst, außerdem ist der gemäßigt linke Präsident Lula jetzt schon eine lebende Legende. &lt;br /&gt;• Venezuela, Ecuador und Bolivien gehen derzeit sowieso in die gegenteilige Richtung &lt;br /&gt;• In Peru wurde die landbesitzende Oligarchie in den 1960ern von einer linksautoritären Militärdiktatur enteignet, womit die Trägerklasse einer Diktatur de facto fehlt. Auch die Menschen dort sind nicht gerade große US-Fans. &lt;br /&gt;• Kolumbien ist als letzter verlässliche Stützpunkt der USA die große Ausnahme in Südamerika. Dort braucht man gar keine Diktatur erreichten &lt;br /&gt;• Über Zentralamerika kann ich nichts sagen, dort war ich nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Prinzipiell muss man sagen, dass Südamerika in den letzten 30 Jahren mit Sicherheit stärker und selbstbewusster geworden ist. Ich glaube, die Zeiten für Militärdiktaturen sind vorbei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Menschen in Lateinamerika glauben, dass im Falle einer radikalen Emanzipation eine gezielte militärische Invasion des Westens zu erwarten wäre. Doch alles was ich bis jetzt über Krieg gelernt habe ist, dass selbst die USA, also die beste Streitmacht der Menschheitsgeschichte, nicht in der Lage sind auch nur kleine Staaten wie den Irak (29 Millionen Einwohner/innen) militärisch völlig zu kontrollieren. Ebenso wenig das 25-Milllionen Afghanistan. Von Vietnam ganz zu schweigen. Darum wird es, das traue ich mich mit Sicherheit zu sagen, niemals zu einer Invasion des 74-Millionenstaates Iran kommen. Natürlich könnte man die dortige Armee in wenigen Wochen besiegen, aber die Kontrolle über das Land könnten ein paar 100.000 US-Soldaten niemals erlangen. Der Iran ist auf jeden Fall militärisch einige Nummern zu groß, selbst für die USA. Derzeit ist er aber auch ökonomisch einige Nummern zu groß. Die USA sind verschuldet wie nie und müssen schon zwei Kriege aufrecht erhalten. Selbst Busch war nicht so verrückt, in dieser Situation einen weiteren Krisenherd aufzureißen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Venezuela? Nur weil Chavez ein lautes Organ hat, bedeutet das noch lange keine reale Kriegsgefahr. Ich halte es für ökonomisch und militärisch völlig ausgeschlossen, dass die USA im 27-Millionenstaat Venezuela militärisch intervenieren werden. Und Venezuela ist nur ein Staat von vielen, Bolivien und Ecuador haben bereits die Weichen in Richtung radikale Emanzipation gestellt. Was wenn noch weitere hinzukommen? Um einen halben Kontinent militärisch zu kontrollieren, müssten die USA die Wehrpflicht wieder einfürhen und ihre Wirtschaft ähnlich wie während des 2. Weltkriegs völlig auf Krieg ausrichten. Selbst bei diesen innenpolitisch undurchsetzbaren Maßnahmen wäre ein langfristiger Erfolg extrem unwahrscheinlich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich halte militärische Interventionen dieser Dimension aber auch politisch für ausgeschlossen. Einerseits ist Lateinamerika schon stark genug, dass man dort heute nicht einfach machen kann was man will ohne mit schwerwiegenden Nachteilen zu rechnen. Auch die USA wollen es sich nicht mit dem steil aufsteigenden 190-Millionen Imperium Brasilien verscherzen. Außerdem ist die geopolitische Situation eine andere als noch vor einigen Jahren. Die Emanzipation Europas bewies im Irakkrieg erstmals ihre Existenz und China ist sowieso schon längst ein großer Akteür. In einer zunehmend mulitpolaren Welt, können die USA nicht walten und schalten wie sie wollen. Hinzu kommt noch das Faktum, dass wir unter der Präsidentschaft von Barack Obama ohnehin keine Abeuteuer zu erwarten haben. Ich glaube, dass der Westen Einfluss auf politische Prozesse in Lateinamerika nehmen wird. Ich glaube jedoch nicht, dass bei einer zunehmenden Emanzipation Lateinamerikas eine militärische Intervention überhaupt zur Diskussion stünde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Conclusio:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich denke von Außen sind im Falle einer lateinamerikanischen Emanzipation weder Diktaturen, noch militärische Interventionen zu erwarten. Mit Sicherheit aber Widerstand wenn westliche Wirtschaftsinteressen zur Disposition stehen. Der Westen wird, wie schon immer, die Oligarchien stützen, weil diese für ein “investitionsfreundliches Klima” sorgen. Venezuela, Bolivien und Ecuador zeigen aber, dass die Unterstützung des Westens die Oligarchie nicht unbesiegbar macht. Die lateinamerikanischen Staaten haben eine Chance sich aus eigener Kraft zu emanzipieren. Die Opferrolle in der sich viele denkende Menschen in Lateinamerika oft sehen, halte ich dementsprechend für kontraproduktiv. Diese Denkweise schiebt dem Westen die Handlungsmacht zu und stärkt den Eindruck der eigenen Ohnmacht. Das Wissen um die offenen Venen Lateinamerikas geht nicht selten mit einer gewissen passiven Lethargie einher. Niemand wird die Notwendigkeit eines profunden historischen Bewusstsein mehr betonen als ich. Entscheidend sind aber die Ableitungen. Die Revolutionäre der 1960er- und 1970er-Jahre stehen politisch weit von dem entfernt was ich denke, denn ich bewege mich mit meinem radikalen Reformprogramm stets auf dem Boden der öko-sozial regulierten Marktwirtschaft. Zugutehalten kann man der Che Guevara Generation jedoch, dass sie eine klare, aktive Agenda für eine lateinamerikanische Emanzipation aus der Unterdrückungsgeschichte ableitete. Die Gewissheit, es aus eigener Kraft schaffen zu können. Das war alles andere als ein Opferdenken, es war die Kühnheit, die Geschichte selbst in die Hand zu nehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind wir reich weil sie arm sind? Ich sage tendenziell nein. &lt;br /&gt;Sind sie arm weil wir reich sind? Ich sage unter anderem  &lt;br /&gt;Sind wir reicher weil sie arm sind? Ich sage ja. &lt;br /&gt;Sind sie arm weil wir ein ungleiches Weltwirtschaftssystem aufrecht erhalten? Ich sage unter anderem. &lt;br /&gt;Wird der Westen dieses System jemals von sich aus aufgeben? Ich sage tendenziell nein. &lt;br /&gt;Können sich die Staaten der Perpherie selbst aus dieser Lage befreien? Ich glaube ja.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;• Bernstein, Eduard: Die Kolonialfrage und der Klassenkampf (1907): http://www.marxists.org/deutsch/referenz/bernstein/1907/11/kolonial.htm&lt;br /&gt;• Bernstein, Eduard: Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie (1899): http://www.marxists.org/deutsch/referenz/bernstein/1899/voraus/index.html&lt;br /&gt;• Brenner, Robert: Agrarian Class Structure and Economic Development in Pre-Industrial Europe (1976)&lt;br /&gt;• Brenner Robert: The Origins of Capitalist Development a Critiqü of Neo-Smithian Marxism (1977): http://www.scribd.com/doc/24231932/Robert-Brenner-The-Origins-of-Capitalist-Development-a-Critiqü-of-Neo-Smithian-Marxism&lt;br /&gt;• Deirdre Mc Colseky: Ökonomen leben in Metaphern (2009) In Diaz-Bone/Krell: Diskurs und Ökonomie &lt;br /&gt;• Eurostat: Ameco-Datenbank der EU-Kommission: http://ec.europa.eu/economy_finance/ameco/user/serie/SelectSerie.cfm &lt;br /&gt;• Kautsky, Karl: Der Weg zur Macht (1909): http://www.marxists.org/deutsch/archiv/kautsky/1909/macht/index.htm&lt;br /&gt;• Marx Karl: Das Kapital (1867): http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm&lt;br /&gt;• Marx Karl, Engels Friedrich: Kommunistische Manifest (1848): http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm&lt;br /&gt;• Menzel Ulrich: Die drei Entwicklungstheorien des Karl Marx (2000): http://www.inwent.org/E+Z/zeitschr/ez100-4.htm&lt;br /&gt;• Lebensmittelministerium: http://www.lebensministerium.at/article/articleview/59230/1/17624/&lt;br /&gt;• Nowak Manfred: Interview in der Wiener Zeitung (2007): http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4664&amp;Alias=wzo&amp;cob=295247&amp;Page15308=9&lt;br /&gt;• politik.de posting: http://www.politik.de/forum/wirtschaft-und-sozialsystem/98994-entstehung-des-kapitalismus-und-koloniale-ausbeutung.html&lt;br /&gt;• Proyect Louis : The “Brenner Thesis”: http://www.columbia.edu/~lnp3/mydocs/origins/brenner_thesis.htm&lt;br /&gt;• Wikipedia (deutsch)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-8187223080061455040?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/8187223080061455040/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/03/sind-sie-arm-weil-wir-reich-sind.html#comment-form' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/8187223080061455040'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/8187223080061455040'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/03/sind-sie-arm-weil-wir-reich-sind.html' title='Sind sie arm weil wir reich sind?'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S8Id9vYLXQI/AAAAAAAAAu4/Em7QTEFHU1E/s72-c/North_South_Divide_3.PNG' height='72' width='72'/><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-914084152322696549</id><published>2010-03-11T11:53:00.000-08:00</published><updated>2010-03-17T11:32:19.955-07:00</updated><title type='text'>Lärm im öffentlichen Raum</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5qfAv0yytI/AAAAAAAAAuw/j1Vu8gke3uU/s1600-h/laerm.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 170px; height: 170px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5qfAv0yytI/AAAAAAAAAuw/j1Vu8gke3uU/s320/laerm.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447841534444751570" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Den heutigen BLOG untermale ich - abgesehen von diesem Bildchen - mit Fotos von meiner Abschlussreise durch Südamerika.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachtruhe, Lärmschutzwand, amtliche Grenzwerte für den maximalen Verkehrslärmpegel, akustisch abgedichtete Lokale am Gürtel, Lärmbelästigungszulage für Bedienstete der Heereszeuganstalt (?) Wien. In München wurde sogar das Mobiltelefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. In unseren Breiten wird das Thema Lärmbelästigung sehr ernst genommen. Dies gestaltet sich in Argentinien etwas anders. Als an Ruhe gewöhnter Mitteleuropäer muss man hier einiges ertragen. Allerdings kann man sich auch so manches leisten, das in Wien undenkbar wäre. Einige Beispiele, wie in Argentinien mit dem Thema Lärm umgegangen wird:     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLf_9FaEI/AAAAAAAAAtw/xhh05FZ6Mag/s1600-h/atacama+duehne.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLf_9FaEI/AAAAAAAAAtw/xhh05FZ6Mag/s320/atacama+duehne.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447468237396994114" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Eine Sanddüne in der Atacamawüste (Chile).&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Fernsehen in Bars&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In allen Bars und Kneipen, selbst in besseren Restaurants wird man von einer den ganzen Tag laufenden Fernsehkiste beschallt. Was man bei uns als Störung, Zumutung oder gar als  barbarische Unkultiviertheit wahrnehmen würde, ist für Argentinier/innen nicht mehr als ein bisschen harmloser Hintergrundsound.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Öffentlicher Verkehr&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den gesteckt vollen Zügen und Bussen im gesamten Großraum Buenos Aires, ist es Gang und Gäbe, dass (vor allem Jugendliche – Gott bin ich alt) mittels Handy ihre Lieblingsmusik in voller Lautstärke abspielen. Meist handelt es sich dabei um Reggaeton, eine zweifelhafte Mischung aus Hip Hop, Latino und Technobeats. Besonders schön wird das Konzert, wenn mehrere dieser Süßen ihre Geräte gleichzeitig auf “Vol. max” stellen und vielleicht noch ein weiterer verhaltensorigineller Fahrgast seinen Klingelton wechseln möchte und zu diesem Behufe eine kleine öffentliche Hörprobe aller seiner 2000 Varianten zum Besten gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLgCrLDmI/AAAAAAAAAt4/-tKP5EQdY3k/s1600-h/atacama+volcano.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLgCrLDmI/AAAAAAAAAt4/-tKP5EQdY3k/s320/atacama+volcano.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447468238127173218" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der 6000 Meter hohe Vulkan Licancabur in der Atacamawüste&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;CAINA&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den durchschnittlichen Lärmpegel in meinem Straßenkinderheim (CAINA), können sich bestenfalls Pädagog/innen in Einrichtungen für verhaltensauffällige Kids vorstellen. Die Kinder waren aber gar nicht das Lauteste. Jeden Mittwochvormittag findet eine Filmvorführung mit Beamer statt. Während ich abwusch, wurden die Kinder mit tausenden Dezibel von den Maschinengewehren diverser US-Actionhelden beschallt. Dieser lächerliche Hintergrundlärm war jedoch harmlos, mir schauderte während des Spülens des 63. Bechers vielmehr vor dem, was danach kam. Zu Mittag gibt es ein Quiz, bei dem die Kinder während des Essens Fragen zum Film beantworten. Zu diesem Zwecke stiegen stets zwei Sozialarbeiter/innen auf einen Tisch und mir die Schweißperlen auf die Stirn. Die beiden  Ankünder/innen versuchten sich nun Gehör zu verschaffen, was im Beisein von 50 Latino-Straßenkindern naturgemäß eine Herausforderung darstellte. Die mir an Körpergröße und Gewicht deutlich überlegene Sozialarbeiterin Guadalupe ließ ihrem Organ freien Lauf und während ich mir die Zeigefinger tief ins Innenohr stieß ertönte das, was im CAINA als “sirena” bekannt und berüchtigt ist. Dies war nur der Einstieg in eine ohrenbetäubende viertel Stunde, in der eine Art Dialog zwischen den durch den Raum brüllenden Sozialarbeiter/innen und den durch den Raum brüllenden Kindern stattfand. Unterbrochen nur durch tobenden Applaus (im schlimmsten Fall begleitet durch rhythmische Schläge von 100 Gabeln und Löffeln auf die Tische), wenn eine Gruppe eine Frage richtig beantwortete. Nach diesem Event gönnte ich mir immer im zweiten Stock eine Zigarillo, im Nähraum bei der Waschmaschine, wo die Kinder keinen Zutritt haben und die Näherin Nora leise Kirchenmusik aus dem Radio hörte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLwkTc0bI/AAAAAAAAAuY/usbYDuCCtwA/s1600-h/nik+atacama.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLwkTc0bI/AAAAAAAAAuY/usbYDuCCtwA/s320/nik+atacama.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447468522032386482" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ein Loch in der Wüste. Vor dem Loch ein Gringo aus dem Bilderbuch&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Verkehrslärm&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die letzten zwei Monate in Wien habe ich am Lerchenfeldergürtel gewohnt, mein Schlafzimmerfenster lugte direkt zu der mit ihren acht Spuren wohl größten innerstädtischen Straße Österreichs. Den Verkehrslärm habe ich allerdings nur als leises Rauschen im Hintergrund wahrgenommen. Schon mehrfach habe ich über die unfassbare Lautstärke geschrieben, die in Buenos Aires durch veraltete Motoren in Pkws, Stadtautobussen, und Lastwägen verursacht wird. Die Busse fahren übrigens die ganze Nacht und mangels Organisation oft 45 Minuten nicht, dafür dann drei Stück hintereinander. Der 32er, der seine Station direkt vor meinem Zimmerfenster hat, beschleunigt dann seinen Motor (gefühltes Baujahr 1928) um 4:00 Früh um aus der Station zu fahren. Wenn drei 32er gleichzeitig eintreffen, wäre man schon dazu geneigt mit einer Nacht in den Schützengräben von Verdun zu tauschen. Die Fenster bestehen selbstverständlich nur aus einer Scheibe und sind extrem schlecht abgedichtet, was das akustische Vergnügen erhöht. Besonders freundlich gesinnt ist man den an Lautstärke alles übertreffenden Mopedfahrern, die auch um Fünf in der Früh keine Skrupel haben zu zeigen, was ihr Gerät drauf hat. Mehrfach dachte ich da an den Kauf eines kleinen feinen Luftdruckgewehrs.... Wieso sich die Bewohner/innen von Buenos Aires diese Belästigung gefallen lassen, ist mir ein Rätsel. Ich brauchte Wochen, um mich beim Schlaf einigermaßen an den Lärm zu gewöhnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLgkeiXnI/AAAAAAAAAuI/3LxcjtYvaRI/s1600-h/colca2.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLgkeiXnI/AAAAAAAAAuI/3LxcjtYvaRI/s320/colca2.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447468247200980594" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der atemberaubende Colca Canyon in Arequipa Peru&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLgXMxqVI/AAAAAAAAAuA/3c5h7aj8U2U/s1600-h/colca1.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLgXMxqVI/AAAAAAAAAuA/3c5h7aj8U2U/s320/colca1.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447468243636824402" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Nochmals Colca Canyon&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kino im Bus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt kaum Züge in Argentinien, alle Überlandstrecken fährt man im Bus. Auf den langen Strecken wird man unterhalten und zwar mit hoch qualitativen Filmen. Laute und billige Actionstreifen aus den 80er-Jahren rangieren ganz oben auf der Liste. Natürlich gibt es keine Kopfhörer, das bedeutet alle haben das Vergnügen, den von den Busfahrern sorgfältig ausgewählten Filmen zu lauschen. Aber keine Sorge, Argentinier/innen sind Nachtmenschen. Nach dem Abendfilm, der um 22:00 mit dem Abendessen serviert wird, gibt es zum Glück noch einen Nachtfilm. Niemand wird der Zumutung preisgegeben, vor 2:00 einschlafen zu müssen. Papa und mein Brüderchen Wastl hatten besonderes Glück. Die Busfahrer wählten den stets dezenten und unscheinbaren Einschlaffilm Terminator 4 für die Abendvorführung. Aber noch besser war ihr Nachtangebot, das sie in unmittelbarem Anschluss spielten. Ob man es glaubt oder nicht: Terminator 4.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLxDaT4kI/AAAAAAAAAug/zQLm4ZDdrdY/s1600-h/titicacasee.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLxDaT4kI/AAAAAAAAAug/zQLm4ZDdrdY/s320/titicacasee.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447468530382660162" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die peruanische Seite des Titicacasee auf 3800 Meter&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Discoterrasse&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Terrasse auf dem Dach unseres Hauses befand sich in einem dicht besiedelten Gebiet, umringt von so manchem Hochhaus. Faktum ist, jeden Lärm den wir machten, wurde von mehreren hundert Nachbarn wahrgenommen. Als wir in meiner ersten Woche an einem Samstag bis 7:00 zu Rock, Techno-, Latino und Pop tanzten war ich noch erstaunt, dass niemand die Polizei rief. Als in den Foglemonaten zig musikunterstützte Grillabende, lautstarke politische Diskussionen, inbrünstige Theaterproben, dröhnende Tanzpartys, Gehversuche im Tangoschritt oder gewöhnliche Abendessen (in Argentinien nicht vor 23:00) an jedem beliebigen Wochentag auf unserer Terrasse stattfanden, wurde mir langsam klar: In Buenos Aires kann man in der Nacht so viel Lärm machen wie man will. Konsequenterweise haben wir uns auch nie aufgeregt, wenn die unter uns eingemietete Familie aus Peru alle paar Wochen im Rahmen eines Festes bis 6 Uhr Früh lautstarke Tanzmusik aus den Anden abspielte. Es gibt also auch ein paar Vorteile an der argentinischen Lärmkultur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLxHQP4WI/AAAAAAAAAuo/gz2QdGLphfo/s1600-h/chanchani+nik.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5lLxHQP4WI/AAAAAAAAAuo/gz2QdGLphfo/s320/chanchani+nik.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5447468531414196578" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Marsch auf den 6075 Meter hohen Vulkan Chanchani (Arequipa, Peru) war dann etwas gar abenteuerlich. Das Grinsen auf dem Foto ist pure Schauspielerei.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-914084152322696549?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/914084152322696549/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/03/larm-im-offentlichen-raum.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/914084152322696549'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/914084152322696549'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/03/larm-im-offentlichen-raum.html' title='Lärm im öffentlichen Raum'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S5qfAv0yytI/AAAAAAAAAuw/j1Vu8gke3uU/s72-c/laerm.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-3041682405683582770</id><published>2010-02-17T16:26:00.000-08:00</published><updated>2010-02-20T15:58:43.565-08:00</updated><title type='text'>Propuestas para Buenos Aires</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yg8TRoi8I/AAAAAAAAAtA/vqmbjKUfWmA/s1600-h/Buenos-Aires.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 190px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yg8TRoi8I/AAAAAAAAAtA/vqmbjKUfWmA/s320/Buenos-Aires.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439399407783545794" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;For the first time I will publish my BLOG not only in German, but also in Spanish. By the way, thanks a lot to my Argentinian friend Chavi, who helped me with the translation. You find the text first in Spanish, then in German.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;A. Propuestas para Buenos Aires&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hace mucho que quería escribir mis propuestas personales para aumentar la calidad de vida en Buenos Aires. Mi reciente viaje a Santiago de Chile es una buena oportunidad para hacerlo, usando esta ciudad como eje de comparación. Estas propuestas son unos con los ojos de un Europeo, que estaba viviendo todo el año de 2009 en Buenos Aires. No son ninguna solución  para la pobreza y los problemas sociales que existen, son solamente ideas para mejorar un poco la vida cotidiana de los porteños.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBxGKKvI/AAAAAAAAAsI/cu57FL8nJQM/s1600-h/Macri.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 94px; height: 128px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBxGKKvI/AAAAAAAAAsI/cu57FL8nJQM/s320/Macri.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391805106432754" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Mauricio Macri, el alcalde de Buenos Aires, me dará bola? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Santiago de Chile, con sus siete millones de habitantes, no es un pueblo. De todas maneras, la ciudad parece mucho más provincial que el Buenos Aires canchero (13 millones), que es según un dicho, la capital de un imperio que nunca existió. Santiago parece más conservador, más limpio, menos caducado y en general un poco más aburguesado. La libertad enorme que se respira en Buenos Aires, no se siente en la capital de Chile. Yo preferiría Buenos Aires para vivir porque es la Meca intelectual y un foco cosmopolita. Sin embargo estoy convencido que la calidad de vida es mucho mas alta en Santiago. Con algunas medidas Buenos Aires también puede lograrlo fácilmente.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;1. Peatonales&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBWYpa3I/AAAAAAAAAsA/CsA3RAp7KXo/s1600-h/cruze.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 180px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBWYpa3I/AAAAAAAAAsA/CsA3RAp7KXo/s320/cruze.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391797936221042" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Cruce de los Peatonales Huerfanos y Ahumada en el centro de Santiago &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;En el centro de Santiago se encuentran muchas calles peatonales, perfectas para pasear y callejear. Lo contrario ocurre en Buenos Aires, que es una ciudad de autos. Todo esta hecho en consecuencia al transito vehicular, no hay espacio para el caminante en la capital. Sabiendo que la simpatía de la fisonomía de una ciudad depende mucho del pasear. En el centro de Buenos Aires hay solo una peatonal ridícula, en las calles estrechas Florida y Lavalle. Usualmente están llenas de gente, hay poco lugar para cafés, artistas o eventos. Esta situación exige soluciones radicales:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yg8HaiVaI/AAAAAAAAAs4/Fyo2TTmFiLg/s1600-h/autopista.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 205px; height: 154px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yg8HaiVaI/AAAAAAAAAs4/Fyo2TTmFiLg/s320/autopista.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439399404599661986" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt; Buenos Aires, la ciudad del auto &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Toda la Av. de Mayo, entre Plaza de Mayo y  Plaza Congreso, debería transformarse en peatonal y así transformarse en la milla de paseo de esta ciudad maravillosa. La avenida 9 de julio, que corta Av. de Mayo en el medio de su recorrido, no debería ser afectada. Pero puentes peatonales para pasarla serian oportunos. Si hay demasiada resistencia política, se puede limitar el proyecto, al este, entre Plaza de Mayo y Av. 9 de Julio. En la etapa oeste hasta congreso hace falta, al menos, ampliar las veredas, pudiendo usar uno de los cinco carriles de la avenida.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;La calle Defensa que cruza el pintoresco y artístico San Telmo, esta cerrada para el transito de  autos todos los domingos y se transforma en una feria peatonal. Sin ningún problema, Defensa podría ser una peatonal permanente entre las avenidas San Juan y Belgrano en el futuro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZdhHQ8fI/AAAAAAAAArY/_hBGJsw24Ew/s1600-h/valpo+calle.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZdhHQ8fI/AAAAAAAAArY/_hBGJsw24Ew/s320/valpo+calle.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391182340813298" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;La ciudad hermosa Valparaiso en Chile es un paraíso para caminantes. Gracias a los cerros, no hay muchos autos.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;2. Veredas más amplias&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Las veredas de Buenos Aires son demasiado estrechas y en las horas pico hay caos, en sus márgenes uno tiene que tener cuidado de no ser atropellado por algún colectivero o un taxista loco. Es particularmente peor en la Av. Corrientes con sus teatros y cines, es el equivalente al Times Square en Nueva York. Yo creo que en esta calle es importante que dos de los cinco carriles sean usados para ampliar las veredas. Las características de la Av. Corrientes cambiarán rapidamente y pasará de ser un “caos de transito” a un “paseo cultural” transitable y cómoda. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;En algunas etapas de las avenidas Callao, Pueyrredón, Las Heras, Santa Fe y Córdoba yo propongo regalar al menos un carril al peatón. Al igual que en las Avenidas Garay, San Juan, Independencia y Belgrano en el territorio de San Telmo y Monserrat, hacia el este de 9 de Julio.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZexYq60I/AAAAAAAAArw/LCMPCJcA7eE/s1600-h/Av.+de+Mayo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZexYq60I/AAAAAAAAArw/LCMPCJcA7eE/s320/Av.+de+Mayo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391203888655170" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Avenida de Mayo parece mucho a Avenidas europeas. El ambiente perfecto para un peatonal, o al menos para veredas mas amplias.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;3.Plazas &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Las plazas son las papeleras de la ciudad. Santiago tiene plazas lindas, grandes y libres de autos en el centro. La falta de peatonales en Buenos Aires podría ser compensada por plazas lindas. En realidad pasa lo opuesto, todas las plazas de Buenos Aires sirven solamente para el transito. Para pasar Plaza de Mayo uno tiene que cruzar algunas calles grandes y Plaza Congreso esta cortada completamente por calles.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCZ8-zQI/AAAAAAAAAsQ/K_xjFAKFe_g/s1600-h/plaza+de+armas.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 282px; height: 212px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCZ8-zQI/AAAAAAAAAsQ/K_xjFAKFe_g/s320/plaza+de+armas.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391816073792770" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;En la Plaza de Armas en Santiago de Chile, el transito no molesta. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Con respecto a Plaza de Mayo soy radical. La Av. de  Mayo que con su origen aquí ya esta, seria peatonal según mis planes. Las dos avenidas diagonales que vierten en la Plaza  tienen que ser deducidas antes en la dirección este. Todas las otras calles serán anexadas por la plaza. Así Plaza de Mayo estaría libre de autos. De esta manera se podría reconstruir el Cabildo original y hermoso, ya que esta cortado por la construcción de las avenidas. Por que no caminar de la peatonal de Plaza de Mayo a la peatonal Av. De Mayo por las arcadas del Cabildo?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plaza Congreso es mucho mas grande. El paso mas radical seria la eliminación de Av. Entre Ríos entre Yrigoyen y Rivadavia. Entre Ríos pasa directamente al frente del congreso y lo separa de su plaza. Tal vez un paseo subterráneo seria posible, a pesar del Subte. La calle Cevallos que corta la plaza en el medio tiene que estar anexada por la plaza al igual que el resto de la Av. de Mayo. Sáenz Peña que esta en el este de la plaza al igual que los ejes de Rivadavia e Yrigoyen quedan. Así la plaza seria rodeada por calles en tres lados, por lo tanto no seria cortada y sobre todo habría una conexión entre el Congreso y su plaza. Si la nueva plaza se hace bien, Buenos Aires tendría en el medio del Centro un lugar espectacular para eventos, conciertos, patinar en invierno, etc.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plaza Dorrego ya es muy linda, completamente libre de autos seria perfecta. Defensa cambiaria a peatonal, falta solamente la calle Humberto Primo que será parte de la plaza.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lamentablemente el Teatro Colon esta, al igual que muchas cosas en “la ciudad del auto”, que se llama Buenos Aires, encerrado entre calles. Para transformar la plaza al frente en una “Plaza de Opera” hay que anexar Viamonte entre  las calles Talcahuano y Cerrito, así como Libertad entre Lavalle y Viamonte. El Colon tendría así  acceso sobre dos calles (Tucumán y Cerrito). De esta manera la Opera mas importante de America del Sur estaría conectada con una linda Plaza de Opera.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yznt50xqI/AAAAAAAAAtI/rnkOLa8qH8M/s1600-h/Colon.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 174px; height: 203px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yznt50xqI/AAAAAAAAAtI/rnkOLa8qH8M/s320/Colon.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439419944875116194" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;El Colon. En frente la 9. Julio, una de las calles mas amplias del mundo. Detrás – que sorpresa - lamentablemente también una calle. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;El “chicito” Plaza Serrano, el centro de la vida nocturna en Palermo puede estar librado de autos fácilmente.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Un esfuerzo para crear una plaza alrededor del Obelisco, después de todo, es el símbolo de Buenos Aires, no salio satisfactoriamente. Está bien que la Av. 9 de Julio pase al este como al oeste con cierta distancia, sin embargo Corrientes y Diagonal Norte pasan al norte y al sur directamente al lado del “símbolo falico gigante”. Seria bastante fácil transformarlas en curvas con la intención de alejarlas del Obelisco y así hacer una linda plaza redonda y cerrada a su alrededor. Por medio de un puente para caminantes habría acceso a la plaza de Av. Corrientes de los dos lados, este y oeste de 9 de Julio. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCuUIhOI/AAAAAAAAAsY/Q-U8u-tnK4w/s1600-h/plazademayo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 238px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCuUIhOI/AAAAAAAAAsY/Q-U8u-tnK4w/s320/plazademayo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391821539607778" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Se nota que Plaza de Mayo era un día mucho mas linda que hoy. Porque no se conserva la arquitectura  linda en América ? &lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;4. Puentes para caminantes  &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;Buenos Aireas es un recorrido hostil para el caminante. A veces uno tiene que cruzar  las calles en dos lados para llegar a su meta. Santiago en cambio es muy agradable para los peatones. El centro, por ejemplo, esta conectado con el barrio artístico “Brasil”, que esta ubicado detrás de una autopista y el ferrocarril, a través de un puente para caminantes. Este tipo de puente me parece oportuno para varios lugares de Buenos Aires. Yo estoy pensando en un recorrido cerrado en columnas simples, pero elegantes, de acero y vidrio.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaDJbjqEI/AAAAAAAAAsg/q-aoMV1QPww/s1600-h/puente.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 282px; height: 212px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaDJbjqEI/AAAAAAAAAsg/q-aoMV1QPww/s320/puente.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391828818503746" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Puente para caminantes en la terminal de micro en Arequipa (Peru) &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deseo dos de estos puentes para cruzar la Av. 9 de Julio. Uno a la altura de Av. De Mayo (ver Punto 1) y otro a ala altura de la Av. Corrientes para conectar a ala nueva Plaza del Obelisco (ver punto 3). Los dos puentes en 9 de Julio harían parecer a Buenos Aires un poco futurista, tipo astronave.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Si llegas a Buenos Aires en micro te saluda el quilombo. El camino de la terminal al Subte es una carrera de obstáculos en una vereda estrecha, llena de transeúntes, vendedores y chorros. Al final la masa de gente se estruja en un acceso muy estrecho para llegar al Subte. Yo creo que habría que conectar la terminal de ómnibus al dorso con el edifico antiguo de la estación de Retiro. Con mi puente con columnas por supuesto. En la estación de tren un ascensor conectaría el puente directamente con el Subte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;El acceso a los magníficos parques de Palermo y la conexión entre ellos es un desastre. Todo esta cortado por avenidas enormes. Otra vez ofrezco soluciones futuristas. Con el puente de caminantes se podría caminar de la Plaza Italia hasta el Rosedal sin cruzar una calle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;El camino de Plaza de Mayo a Puerto Madero y a la Reserva Ecológica es una locura para el porteño, en pocos metros hay que cruzar cuatro calles enormes y un ferrocarril en lados diferentes. Paseos subterráneos y puentes de caminantes podrían ayudar. Al igual que el acceso al Buquebus en Puerto Madero, que es un desastre. Hace falta un puente de caminantes desde Córdoba.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbVpq7GI/AAAAAAAAAsw/c_ohffexuGk/s1600-h/rosedal.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 212px; height: 282px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbVpq7GI/AAAAAAAAAsw/c_ohffexuGk/s320/rosedal.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439393343927413858" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Los parques de Buenos Aires son bárbaros. En la foto mi Tío Karl en el Rosedal. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;5.Cafés en la calle&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;En Santiago hay Cafés agradables y muy tranquilos, en las plazas y en las peatonales. Un Café en la calle en Buenos Aires significa: que vas a tomar tu cortado junto con el gas de escape del transito que pasa frente a tu nariz. Hay pocos Cafés libres de ruido y humo. Mis ideas para plazas, veredas amplias y calles peatonales sirven también sobre todo para instalar una cultura de Café, acogedor y al aire libre, tipo europeo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;6.Limpieza del río&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbF0TkeI/AAAAAAAAAso/SYF4akDGxG0/s1600-h/riachuelo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbF0TkeI/AAAAAAAAAso/SYF4akDGxG0/s320/riachuelo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439393339677053410" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;El Riachuelo&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Con dos proyectos se puede mejorar la actividad de Buenos Aires más que con todo lo que propuse hasta ahora. El Riachuelo existe, como es sabido, como cloaca maloliente. Limpiar el Riachuelo significa que el sur, pobre, pero arquitectónicamente muy interesante en la capital, seria rapidamente muy atractivo. Restaurantes, bares, boliches y galerías brotarían al borde del río, al igual que los paseos románticos en barcos y el tango al aire libre en balsas fijados.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;El Riachuelo es solo un paso hacia el gran golpe. Si un día se puede transformar el Río de la Plata de un “caldo contaminado” a un río limpio, Buenos Aires tendría, de un día al otro, las características de Río de Janeiro. Una mega playa-metrópolis. Seria una revolución desde Tigre hasta Quilmes. Al lado de la tristeza descuidada, la costa se transformaría en un nuevo centro de vida social porteña. Buenos Aires se transformaría en un magneto turístico internacional.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3y2CdME2dI/AAAAAAAAAtQ/FSYCLXiOpoU/s1600-h/Austria.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 164px; height: 239px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3y2CdME2dI/AAAAAAAAAtQ/FSYCLXiOpoU/s320/Austria.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439422603267987922" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;La calle Austria y un caminante austriaco&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;B. Vorschläge für Buenos Aires&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon lange wollte ich meine persönlichen Vorschläge für die Steigerung der Lebensqualität in Buenos Aires niederschreiben. Mein kürzlicher Aufenthalt in Santiago de Chile bietet mir wegen der guten Vergleichbarkeit die optimale Gelegenheit dafür. Es sind Vorschläge durch die Augen eines Europäers, der das ganze Jahr 2009 in Buenos Aires gelebt hat. Die Vorschläge intendieren nicht die großen sozialen Probleme wie etwa jenes der Armut zu lösen, sondern eher den Alltag der Porteños (Bewohner/innen von Buenos Aires) ein bisschen zu verbessern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBxGKKvI/AAAAAAAAAsI/cu57FL8nJQM/s1600-h/Macri.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 94px; height: 128px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBxGKKvI/AAAAAAAAAsI/cu57FL8nJQM/s320/Macri.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391805106432754" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Wird mich Mauricio Macri, der Buergermeister von Buenos Aires erhoeren?  &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Santiago ist mit seinen sieben Millionen Einwohner/innen nicht gerade ein Dorf, wirkt aber wesentlich provinzieller als das großspurige Buenos Aires (13 Millionen), das gemäß einem treffenden Spruch die Hauptstadt eines Imperiums ist, das es niemals gab. Überdies macht Santiago einen konservativeren Eindruck, es ist sauberer, weniger baufällig und insgesamt spießiger. Die unfassbare Freiheit die man in Buenos Aires atmet fühlt man hier nicht. Ich würde als Stadt zum Leben Buenos Aires vorziehen, weil es ein intellektuelles Mekka und ein kosmopolitischer Brennpunkt ist. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die Lebensqualität in Santiago deutlich höher ist. Buenos Aires könnte mit einigen einfachen Maßnahmen nachziehen:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;1. Fußgängerzonen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBWYpa3I/AAAAAAAAAsA/CsA3RAp7KXo/s1600-h/cruze.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 180px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaBWYpa3I/AAAAAAAAAsA/CsA3RAp7KXo/s320/cruze.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391797936221042" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Kreuzung der Fuszgaengerzonen Huerfanos und Ahumada im Zentrum von Santiago  &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Zentrum Santiagos befinden sich viele Fußgängerzonen, die zum Flanieren und Bummeln einladen. Ganz anders in der Autostadt Buenos Aires. Darüber, dass alles fürs Auto gemacht ist und für Fußgänger/innen keinen Platz ist, habe ich mich bereits in einem BLOG beschwert. Dabei steht und fällt die Sympathie eines Stadtbildes mit dem Bummerln und Flanieren. Im Zentrum von Buneos Aires gibt es eine lächerliche Fußgängerzone (Florida und Lavalle). Das schreit nach radikalen Lösungen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yg8HaiVaI/AAAAAAAAAs4/Fyo2TTmFiLg/s1600-h/autopista.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 205px; height: 154px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yg8HaiVaI/AAAAAAAAAs4/Fyo2TTmFiLg/s320/autopista.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439399404599661986" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Autostadt Buenos Aires &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gesamte Avenida de Mayo sollte in eine Fußgängerzone umgewandelt und somit zur Flaniermeile dieser wunderbaren Stadt werden. Die gewaltige Avenida 9. Julio, die die Avenida de Mayo in der Mitte zerschneidet, muss man natürlich lassen wie sie ist, aber Fußgängerbrücken wären angebracht. Gegebenenfalls konnte man die Fußgängerzone auf den östlichen Abschnitt zwischen Plaza de Mayo und Avenida 9. Julio beschränken. Beim Westabschnitt bis Plaza Congreso sollten aber zumindest die Gehsteige auf Kosten einer der fünf Fahrspuren verbreitert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Strasse Defensa, die das künstlerisch-malerische San Telmo durchquert, wird sonntags für Autos gesperrt und zur Fußgängerzone mit Markt. Zwischen den Avenidas San Juan und Belgrano könnte sie künftig problemlos zur Dauerfußgängerzone werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZdhHQ8fI/AAAAAAAAArY/_hBGJsw24Ew/s1600-h/valpo+calle.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZdhHQ8fI/AAAAAAAAArY/_hBGJsw24Ew/s320/valpo+calle.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391182340813298" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Das wundervolle Valparaiso in Chile ist ein Fuszgaengerparadies. Dank Huegel gibt es nur wenig Autos. &lt;br /&gt;.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;2. Breite Gehsteige&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gehsteige in Buenos Aires sind zu schmal. Zur Stoßzeit staut es sich stark. Besonders schlimm ist es in der Avenida Corrientes, die mit ihren Theatern und Kinos ein Pendant zum Times square darstellt. In dieser so wichtigen Strasse sollten meiner Meinung nach zwei der fünf Spuren für den Gehsteig verwendet werden. Der Charakter der Corrientes würde sich damit schlagartig von einer Verkehrsschlucht in eine gut begehbare Kulturmeile wandeln. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf den wichtigen Avenidas Callao, Pueyrredon, Las Heras, Santa Fe und Cordoba würde ich an einigen Abschnitten zumindest jeweils eine Spur an die Fußgänger abgeben, ebenso auf den Avenidas Garay und San Juan, Independencia und Belgrano im Gebiet von San Telmo und Monserrat, also östlich der 9. Julio. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZexYq60I/AAAAAAAAArw/LCMPCJcA7eE/s1600-h/Av.+de+Mayo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yZexYq60I/AAAAAAAAArw/LCMPCJcA7eE/s320/Av.+de+Mayo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391203888655170" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Avenida de Mayo gleicht sehr europaeischen Boulevards. Das perfekte Ambiente fuer eine Fuszgaengerzone oder zumindest eine Gehsteigverbreiterung. &lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;3.Plätze &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plätze sind die Visitenkarte einer Stadt. Santiago hat schöne große autofreie Plätze im Zentrum. Das Fehlen von vernünftigen Fußgängerzonen in Buenos Aires könnte durch Plätze ausgeglichen werden. Das Gegenteil ist der Fall, fast alle Plätze sind auf den Autoverkehr ausgerichtet. Um den Plaza de Mayo zu überqueren, muss man über mehrere große Strassen stapfen, der Plaza Congreso ist völlig zerschnitten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCZ8-zQI/AAAAAAAAAsQ/K_xjFAKFe_g/s1600-h/plaza+de+armas.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 282px; height: 212px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCZ8-zQI/AAAAAAAAAsQ/K_xjFAKFe_g/s320/plaza+de+armas.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391816073792770" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt; Der Plaza de Armas in Santiago de Chile wird durch den Verkehr nicht belaestigt  &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim Plaze de Mayo bin ich radikal. Die von hier ausgehende Avenida de Mayo wurde bereits zur Fußgängerzone gemacht, die beiden Diagonalachsen die in den Platz münden muss man künftig vorher nach Osten ableiten. Alle anderen Strassen werden dem Platz einverleibt, der komplett autofrei wird. Man sollte diese Gelegenheit gleich ergreifen um den Cabildo (ehemaliges Rathaus), der wegen des Baus von zwei Avenidas „kastriert“ (beidseitig wurden die Arkaden gekappt) wurde, wieder in seiner schönen Ursprünglichkeit zu rekonstruieren.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beim wesentlich größeren Plaza Congreso kann man moderater vorgehen. Das Eliminieren der wichtigen Nord-Südachse Entre Rios wird trotzdem schmerzhaft. Doch Entre Rios fährt dem Kongress vor der Nase vorbei und schneidet ihn von seinem eigenen Platz ab. Vielleicht wäre eine Unterführung trotz U-Bahn möglich. Die mitten durch den Platz gehende Cevallos geht künftig ebenso im Platz auf wie das letzte Stück der Avenida de Mayo. Die am Ostrand gelegene Sanez Pena bleibt, ebenso die Ost-Westachsen Rivadavia und Yrgoyen. Damit wäre der Platz auf drei Seiten von Strassen eingegrenzt, aber zumindest nicht mehr durchschnitten und vor allem mit dem Kongress verbunden. Bei einer vernünftigen Neugestaltung hätte Buenos Aires in der Mitte des Zentrums einen spektakulären Platz für Konzerte, Veranstaltungen, Eislaufen im Winter etc. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Plaza Dorrego in San Telmo ist jetzt schon sehr schön, völlig autofrei wäre er perfekt. Die Defensa haben wir bereits zuvor in eine Fußgängerzone verwandelt, die Humerberto Primo geht im Platz auf. Fertig.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Plaza Recoletta ist zwar autofrei, aber irgendwie chaotisch, willkürlich und unintelligent gestaltet. Er sollte von einem Weg mit Wiese zu einem schönen großen Platz werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider ist Das Teatro Colon (die Oper) wie so vieles in Buenos Aires, völlig von Strassen eingesperrt. Um den davor liegenden Plaza Tribunales in einen Vorplatz zu verwandeln, müsste man die Viamonte zwischen Talcahuano und 9. Julio, sowie die Libertad zwischen Lavalle und Viamonte dem neuen Opernplatz einverleiben. Das Colon wäre immer noch von zwei Seiten per Strasse zugänglich, die wichtigste Oper Südamerikas hätte aber mit einem Schlag einen tollen großen Vorplatz.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yznt50xqI/AAAAAAAAAtI/rnkOLa8qH8M/s1600-h/Colon.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 174px; height: 203px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yznt50xqI/AAAAAAAAAtI/rnkOLa8qH8M/s320/Colon.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439419944875116194" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Das Teatro Colon. Vorne die 9. Julio, eine der breitesten Straszen der Welt. Hinten – welche Ueberrschaung – auch eine Strasze.  &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den kleinen Plaza Serrano, das Zentrum des Nachtlebens im schicken Palermo, könnte man problemlos autofrei machen. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Man hat sich bemüht um den Obelisken – immerhin das Wahrzeichen von Buenos Aires – einen Platz zu gestalten. Das ist nicht ausreichend gelungen. Zwar lässt man die 9. Julio im Osten und Westen mit Respektabstand vorbeilaufen, die Corrientes und die Diagonal Norte rauschen jedoch im Norden und Süden direkt an diesem gigantischen Phallussymbol vorbei. Es wäre ganz einfach die beiden Strassen in Form von Kurven so zu verlegen, dass um den Obelisken ein schöner geschlossener runder Platz entsteht. Dieser sollte von der Corrientes ost- und westseitig über eine Fußgängerbrücke begehbar sein. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCuUIhOI/AAAAAAAAAsY/Q-U8u-tnK4w/s1600-h/plazademayo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 238px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaCuUIhOI/AAAAAAAAAsY/Q-U8u-tnK4w/s320/plazademayo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391821539607778" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es ist offenkundig dass der Plaza de Mayo frueher viel huebscher war als heute. Wieso wird schoene Architektur in Amerika nicht erhalten? &lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;4. Fußgängerpassagen  &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;Buenos Aires ist ein fußgängerfeindlicher Parcours. Oft muss man mehrere Straßen an verschiedenen Stellen queren, um sein nahe gelegenes Ziel zu erreichen. Santigao ist hingegen für Fußgänger/innen sehr angenehm, so wird etwa das Zentrum mit einem hinter Auto- und Eisenbahnstrecken gelegenen Künstlerbezirk bequem mittels Fußgängerbrücke verbunden. Diese schlage ich für Buenos Aires an mehreren Stellen vor. Dabei schweben mir geschlossene Korridore auf Säulen vor (schicke Stahl-Glaskonstruktion). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaDJbjqEI/AAAAAAAAAsg/q-aoMV1QPww/s1600-h/puente.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 282px; height: 212px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yaDJbjqEI/AAAAAAAAAsg/q-aoMV1QPww/s320/puente.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439391828818503746" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Fuszgaengerbruecke am Busterminal von Arequipa (Peru) ) &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine solche Brücke wünsche ich mir zwei Mal zum überqueren der gewaltigen 9. Julio. Einmal auf der Höhe der Avenida de Mayo (siehe Punkt 1) und einmal beidseitig auf der Höhe von Corrientes als Zugang zum Obelisken (siehe Punkt 3). Dies würde der Stadt einen futuristischen Spaceship-Charakter verleihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kommt man mit dem Bus in Buenos Aires an, wird man vom Chaos begrüßt. Der Weg vom Terminal zur Subte (U-Bahn) ist ein Hürdenlauf auf einem schmalen Gehsteig voll von Passant/innen, Straßenhändlern und Taschendieben. Am Ende drängen sich die Massen in einen extrem schmalen Abgang zur Subte. Ich finde es gehört der Busterminal über eine Fußgängerbrücke rückseitig mit dem alten Hauptbahnhofsgebäude verbunden. Im alten Bahnhof soll dann ein Lift direkt zur U-Bahn hinunter führen.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zugang zu den wundervollen Parks von Palermo und die Verbindungen zwischen ihnen sind eine Katastrophe. Alles wird durch Riesenavenidas zerschnitten. Auch hier biete ich wieder meine futuristische Fußgängerbrücke als Lösung an.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Weg vom Plaza de Mayo zu Puerto Madero ist ein Spießrutenlauf der Sonderklasse. Auf wenigen Metern muss man vier Monsterstrassen überqueren. Unterführungen oder Fußgängerbrücken könnten aushelfen. Selbiges gilt vor allem auch für die in Puerto Madero gelegene Station des Fährunternehmens Buquebus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbVpq7GI/AAAAAAAAAsw/c_ohffexuGk/s1600-h/rosedal.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 212px; height: 282px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbVpq7GI/AAAAAAAAAsw/c_ohffexuGk/s320/rosedal.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439393343927413858" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Parks von Buenos Aires sind groszartig. Hier mein Onkel Karl im Rosengarten. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;5.Straßencafes&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Santiago gibt es ruhige und angenehme Cafes auf Plätzen und in Fußgängerzonen. Ein Straßencafe in Buenos Aires bedeutet, dass du deinen Cafe gemeinsam mit dem Abgas des unmittelbar vorbeifahrenden Verkehrs einnimmst. Es gibt ganz wenige Cafes die frei von extremer Lärm- und Abgasbelästigung sind. Meine Plätze, Gehsteigverbreiterungen und Fußgängerzonen dienen vor allem auch dazu, Raum für eine Kaffeehauskultur im Freien europäischen Typs zu schaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;6.Reinigung der Flüsse&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbF0TkeI/AAAAAAAAAso/SYF4akDGxG0/s1600-h/riachuelo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3ybbF0TkeI/AAAAAAAAAso/SYF4akDGxG0/s320/riachuelo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439393339677053410" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;El Riachuelo&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit zwei zentralen Projekten könnte man die Attraktivität von Buenos Aires mehr steigern als mit allem was ich bisher vorgeschlagen habe. Der Riachuelo, ein kleiner Fluss der in den alten Hafen mündet fristet sein Dasein als stinkende Kloake. Bekommt man den Riachuelo sauber, würde der ärmliche aber architektonisch attraktive Südteil der Stadt von La Boca westwärts mit einem Schlag extrem attraktiv. Restaurants, Cafes, Bars, Discos und Galerien am Fluss würden wohl ebenso aus dem Boden schießen wie die Möglichkeit zu romantischen Bootsfahrten und fixierte Flosse für Freilufttango. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Reinigung des Riachuelo wäre aber nur das Vorspiel zum ganz großen Clou. Würde man den Rio de la Plata von einer kontaminierten Brühe in einen sauberen Fluss wandeln, Buenos Aires bekäme mit einem Schlag einen Charakter wie Rio de Janeiro. Eine Mega-Strand-Metropole. Von Tigre bis Quilmes würde Gran Buenos Aires revolutioniert, statt vernachlässigter Tristesse wäre die Küste ein Brennpunkte des sozialen Lebens. Buenos Aires würde wohl endgültig zum internationalen Touristenmagneten.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3y2CdME2dI/AAAAAAAAAtQ/FSYCLXiOpoU/s1600-h/Austria.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 164px; height: 239px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3y2CdME2dI/AAAAAAAAAtQ/FSYCLXiOpoU/s320/Austria.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5439422603267987922" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Calle Asutria und ein oesterreichischer Fuszgaenger&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-3041682405683582770?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/3041682405683582770/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/02/propuestas-para-buenos-aires.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/3041682405683582770'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/3041682405683582770'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/02/propuestas-para-buenos-aires.html' title='Propuestas para Buenos Aires'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3yg8TRoi8I/AAAAAAAAAtA/vqmbjKUfWmA/s72-c/Buenos-Aires.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-39987200553805444</id><published>2010-02-11T12:22:00.001-08:00</published><updated>2010-02-20T16:20:22.264-08:00</updated><title type='text'>Zur Klimaanlage</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3RndhvYnII/AAAAAAAAArI/a6ZqNgP_RkM/s1600-h/mendoza+denkmal.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3RndhvYnII/AAAAAAAAArI/a6ZqNgP_RkM/s320/mendoza+denkmal.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5437084407114013826" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Diesen BLOG untermale ich etwas willkuerlich mit Fotos aus den Anden an der argentinisch-chilenischen Grenze. Hier Ein Monster-Denkmal im Denkmalland Argentinien. Auf einem Huegel ueber Mendoza, am Fusze der Anden&lt;/span&gt;. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Hass auf Klimaanlagen ist grenzenlos. Sie haben mich elendiglich frieren lassen, saemtliche meiner Verkuehlungen zu verantworten und insgesamt meien Lebensqualitaet um 15% reduziert. Vor allem in Buenos Aires machen sie den Sommer zum Winter. Lokale kann man nur betreten, wenn man lange Hosen, Socken und einen Jancker mitnimmt. Andernfalls firert man sich den Arsch ab. Das bei 37 Grad Aussentemperatur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3RndFJ7LeI/AAAAAAAAArA/3FR9sC2eSRA/s1600-h/cumbre.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3RndFJ7LeI/AAAAAAAAArA/3FR9sC2eSRA/s320/cumbre.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5437084399440702946" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hier stehe ich in der Provinz Mendoza auf dem Gipfel Cerro Arenales (3500). Also fast so hoch wie der Gorszglockner (3797). Es ist dann schon etwas verstoerend, wenn sich vor einem trotzdem noch Monster auftuermen, die wirklich ueber 5000 Meter hoch sind.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da es in Argentinien trotz kuehler, feuchter und windiger Winter kaum Heizungen gibt (in Cafes nicht, in Bussen nicht, in meinem Zimmer nicht, in meiner Arbeit nicht), ist man einen gewissen Mindestkaeltepegel hier offensichtlich gewohnt. Aehnlich muessen sich die Feuerlandindianer/innen an ihre raue Umwelt angepasst haben. Das Problem ist, dass man krampfhaft bemueht ist, auch im Sommer die gewohnte Winterkaelte herzustellen. Bei einer Busfahrt von Mendaoza nach Santigao de Chile mit einem argentinischen Unternehmen fuerhte dies kuerzlich dazu, dass alle meine Sitznachbaren und ich frierend in unserern Jacken herumsaszen und die geschaetzten 13 Grad Celsius im Bus nicht fassen konnten. Zwei Damen hatten sogar einen Schal um. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3RneGyazLI/AAAAAAAAArQ/pScLEPGoubc/s1600-h/Aconcagua.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 299px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3RneGyazLI/AAAAAAAAArQ/pScLEPGoubc/s320/Aconcagua.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5437084417058852018" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ein Foto, das ich vom Bus aus vom Acuncagua gemacht habe. Er ist der hoechste Berg des amerikanischen Kontinents (6962) und der hoechste ausserhalb Asiens. Am Gipfel waere es waermer gewesen als im Bus.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schuld an der Klimaanlagenpolitik in Buenos Aires hat folgender Typus: Maennlich, zwischen 20 und 60, mit Baeuchlein und Schweiss auf der Stirn. Leider beherrscht dieser Typ Buenos Aires, ihm gehoeren die Bars, Restaurants und Supermaerkte, er faehrt die Busse und Taxis, er kontrolliert die Kinos und oeffentlichen Aemter. Dieser Typus kuehlt alles auf ein Mahsz ab, das dem Schweiss auf seiner Stirn Einhalt gebietet. Das bedeutet ALLERHOECHSTENS 18 Grad. Dementsprechend muss man, wenn man nicht diesem Typ entspricht, ueberall hin herbsttaugliches Gewand mitnehmen. Unter dem leicht beleibten Durschnittsmann leiden die meisten Frauen, sowie aeltere Menschen, Kinder und duerre Maenner. Als Vertreter der letzten Gruppe fuehle ich mich von einer maechtigen Minderheit unterdrueckt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S4B6tw2mwvI/AAAAAAAAAtg/gYK5rDuEKD8/s1600-h/curvas+chico.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 302px; height: 227px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S4B6tw2mwvI/AAAAAAAAAtg/gYK5rDuEKD8/s320/curvas+chico.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5440483276490195698" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Klimaanlage wurde relativ, als der Busfahrer an dieser Strasze in jeder Kurve das 40cm-Erdstueck zwischen Asphalt und Abgrund als Fahrspur fuer das rechte Vorderrad waehlte....&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Chile wo ich mich derzeit aufhalte, ist die Firma “Tour Bus” deutlich teurer als ihre argentinischen Pendants. Das Essen ist unvergleichbar schlechter, in Argentinien wird man mit Vorspeise, warmer Hauptmahlzeit, Cafe und permanent kaltem Wasser versorgt. Ausserdem gibts drei Mahlzeiten am Tag (Busfahrten in Suedamerika dauern sehr lange). Bei Tour Bus gibt es beim doppelten Preis zwei Mal am Tag. Dabei handelt es sich um einen Snack vom Typus kleines pikantes Keks aus dem Supermarkt. Warum ich trotzdem Tour Bus 1000 Mal vorziehe? Erraten, sie schalten die Klimaanlage kaum ein. Es versteht sich, dass ich alleine wegen dieses banalen Umstands die gesamten 2.000 km. Von Santiago zur perunanischen Grenze bei Tour Bus gebucht habe.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3Rnca-3g5I/AAAAAAAAAq4/iQ8xGutRDko/s1600-h/Cordillera+frontal.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 199px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3Rnca-3g5I/AAAAAAAAAq4/iQ8xGutRDko/s320/Cordillera+frontal.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5437084388120036242" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Precordillera (Vor-Anden) liegt in Argentinien oestlich der Cordillera principal (Andenhauptkamm) und geht bis ca. 3500 Meter. Es folgt die Cordillera frontal (Frontal-Anden, einen Gipfel sieht man auf dem Foto), die bis ca. 5000 Meter geht. Die Cordillera principal erstreckt sich schlieszlich bis fast 7000 Meter.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wuerden Klimanlagen in Oesterreich aehnliche Bedeutung bekommen wie in Argentinien, ich wuerde mein Engagment sofort in der Sozialdemokratie sofort ruhen lassen und eine Anti-Klimaanlagenbewegung aufbauen. Sie hiehsze Front gegen den Klimaanlagenterror (FGK).  Der Forderungskatalog dieser radikalen Lobby saehe folgendermaszen aus:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klimaanlagen sind nur erlaubt, wenn sich eine grosze, digitale  Temperaturanzeige gut sichtbar im gleichen Raum befindet.&lt;br /&gt;Die Temperatur darf 20. Grad nicht unterschreiten. Wer sich nicht daran haelt, zahlt Verwaltungsstrafen in einer Hoehe, die spaetestens nach dem zweiten Vergehen in den sicheren Bankrott fuehrt.&lt;br /&gt;Egal was die Temperaturanzeige anzeigt, wenn sich auch nur eine Person beschwert, muss die Klimaanlage so lange ausgeschalten werden, bis diese Person ihrer Wiedereinschaltung zustimmmt. &lt;br /&gt;Sollte nachtraeglich auch nur der Verdacht bestehen, dass sich jemand wegen einer Klimaanlage verkuehlt hat, wird der fuer die Klimaanlage Verantwortliche lebendig in einem arktischen Gletcher begraben.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Dieses Masznahmenpaket der FGK duerfte das Klimaanlagenprolem schlagartig loesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sollte sich kein schneller politischer Erfolg eisntellen, wuerde sich ein Teil der FGK natuerlich radikalisieren und einen militaerischen Arm bilden, von dem die politische Gruppe behaupten wuerde, ihn nicht kontrollieren zu koennen. Dieser wuerde erst Graffati an Lokale spruehen die Klimaanlagen verwenden, spaeter Klimaanlagenfabriken besetzen und letztlich die Fabrikanten von Klimaanlagen entfuehren und im Wald von Elsass Lothringen mit einem spitzen Eiszapfen ermorden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von diesen Auswuechsen muss man sich natuerlich deutlich distanzieren...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S4B6tghFcgI/AAAAAAAAAtY/I87KkMQ0Was/s1600-h/Gebirge+Chile.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S4B6tghFcgI/AAAAAAAAAtY/I87KkMQ0Was/s320/Gebirge+Chile.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5440483272104964610" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Auch auf der chilenischen Seite erheben sich die Monstergipfel.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-39987200553805444?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/39987200553805444/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/02/zur-klimaanlage.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/39987200553805444'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/39987200553805444'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/02/zur-klimaanlage.html' title='Zur Klimaanlage'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S3RndhvYnII/AAAAAAAAArI/a6ZqNgP_RkM/s72-c/mendoza+denkmal.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-326700433396511801</id><published>2010-02-05T12:55:00.001-08:00</published><updated>2010-02-05T13:01:41.192-08:00</updated><title type='text'>Zivildienst in der Ferne</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;Am 31.Jaenner habe ich meinen Zivildienst im CAINA beendet. Die Lilienfelder Ausgabe der Niederoesterreichischen Nachrichten (NOEN) hat aus einer von mir eingeschickten Reportage einen kompakten Artikel gemacht. Auf das Bild klicken um das Ding zu vergroeszern. Fuer die Treueren unter meiner Leser/innen steht dort natuerlich nichts neues drinnen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2yGZVG0jlI/AAAAAAAAAqo/OdYzenBHsdc/s1600-h/kowall+noen.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 237px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2yGZVG0jlI/AAAAAAAAAqo/OdYzenBHsdc/s320/kowall+noen.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5434866620049952338" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-326700433396511801?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/326700433396511801/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/02/zivildienst-in-der-ferne.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/326700433396511801'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/326700433396511801'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/02/zivildienst-in-der-ferne.html' title='Zivildienst in der Ferne'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2yGZVG0jlI/AAAAAAAAAqo/OdYzenBHsdc/s72-c/kowall+noen.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-5666837318418420737</id><published>2010-01-31T08:50:00.001-08:00</published><updated>2010-02-05T13:36:22.412-08:00</updated><title type='text'>Das junge Argentinien hat noch Illu(Vi)sionen</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;Kürzlich habe ich darüber geschrieben, wie extrem hoch mir das &lt;a href="http://exilnik.blogspot.com/2009/11/gebildetes-argentinien-anlasslich-der.html"&gt;Bildungsniveau in Argentinien&lt;/a&gt; erscheint. Dabei habe ich mich natürlich in erster Linie auf urbane Studentenschichten bezogen. Das ist aber die gleiche soziokulturelle Gruppe die ich auch aus Österreich kenne und daher glaube ich, dass mein Vergleich legitim war. Ich habe auch argumentiert, dass ein hohes Bildungsniveau und ein starkes politisches Bewusstsein Zwillinge sind. Diesmal möchte ich über das erstaunliche Ausmasz der hiesigen Politisierung schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Argentiniens Jugend ist politisch und links&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2oFzUtBkmI/AAAAAAAAAqY/UUrMgZ9zf7Q/s1600-h/facultad+derecho.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2oFzUtBkmI/AAAAAAAAAqY/UUrMgZ9zf7Q/s320/facultad+derecho.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5434162279664947810" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Rechtsfakultaet ist zwar nicht so eine Kaderschmiede wie die Sozialwissenschaften, hat aber auch eine starke Linke.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Argentinien gibt es noch Illusionen. Bei den folgenden Zahlen stütze ich mich ausschließlich auf Einschätzungen meiner Freunde und Bekannten, die ich allerdings durch meine eigenen Erfahrungen maximal bestätigt sehe. Rund ein Drittel der 350.000 der Studierenden auf der UBA (Universität von Buenos Aires) sind irgendwie politisch aktiv. Das Klima au der UBA ist völlig politisiert, 80% der Menschen haben ein politisches Bewusstsein. Die große Mehrheit sind Linke. Es dürften auch mehr als die Hälfte der Studierenden an den Wahlen zur Fakultätsvertretung teilnehmen. Zwar gibt es Privatuniversitäten auf denen ein anderes Klima vorherrscht, die öffentliche UBA ist in Buenos Aires aber ob ihrer Größe extrem dominant. Die gemäßigt trotzkistische Partei „Partito Obrero“ (Partei der Werktätigen) fährt zwar bei den Werktätigen nur minimale Wahlerfolge ein, ihre Studentenorganisation aber hat die Mehrheit in der Vertretung von drei der 13 Fakultäten der UBA. Andere Fakultäten werden von studentischen Ablegern des Peronismus beherrscht, andere wieder von Ablegern der zentristischen „Radikalen Partei“. Eine nennenswerte konservative Kraft gibt es nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Meine eigenen Erfahrungen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Die vier Argentinier/innen die im Laufe des Jahres in meinem Haus wohnten, waren alle extrem politisiert, unglaublich gut informiert und gebildet. Zwei waren selbst politisch aktiv. Alle waren Linke. &lt;br /&gt;- Mein Hausbesitzer, ein Anwalt Anfang 30, ist ein glühender Linksperonist.  &lt;br /&gt;- Sämtliche Menschen die ich sonst kennen gelernt hatte, Freunde von Freunden etc. waren meist politisch interessiert, vom Tangolehrer bis zur Uni-Assistentin.&lt;br /&gt;- Drei Balett-Taenzerinnen die ich im Laufe meiner eigenen Tanztaetigkeit kennenlernte, waren sehr politisch, eine auch aktiv. &lt;br /&gt;- Auch einige völlige Zufallsbegegnungen waren erstaunlich. Beim Autostoppen habe ich z.B. drei junge Aktivisten des „Partido Obrero“ mitgenommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der studentischen Mittelklasse trifft man kaum jemanden ohne politisches Bewusstsein (natürlich habe ich mit der Jugend der Oberschicht nichts zu tun, aber die kann ja zahlenmäßig nicht ins Gewicht fallen). Das ist ein gewaltiger Gegensatz zu Europa, wo politisches Interesse auch an der Uni ein Minderheitenprogramm ist und politisches Engagement sich überhaupt auf eine kleine Hand voll Leuten reduziert. Insofern lebt Argentinien meiner Meinung nach ein bissl in den 1970ern. Das drückt sich nicht nur in der starken und eindeutig linken Politisierung der Jugend aus, sondern sogar in der (maennlichen) Haarmode. Lange Haare und Vollbart sind in studentischen Kreisen sehr schick und zu meinem Erstaunen auch beim weiblichen Publikum sehr nachgefragt. Es ist daher nicht schwer zu erraten, in welche Richtung sich mein eigenes Aussehen seit Monaten entiwckelt...   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Institutionelles Gefuege&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2oFzisjGbI/AAAAAAAAAqg/zqj3-XsnQkE/s1600-h/secundaria.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 187px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2oFzisjGbI/AAAAAAAAAqg/zqj3-XsnQkE/s320/secundaria.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5434162283421047218" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Das Elitegymnasium Carlos Pellegrini in Buenos Aires wird wieder einmal besetzt&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Linke hat immer gegen den Elitebegriff gekämpft und teilweise Ersatzvokabel erfunden, so ist der Kader nichts anderes als eine Elite in Kommunistensprech. Faktum ist, dass die Linke immer ihre spezifischen Eliten hervorgebracht hat und dies meist nicht zum Nachteil der Gesellschaft war. Über den Widerspruch der Linken und ihrer Eliten muss aber an anderer Stelle diskutiert werden. Ich glaube jedenfalls, in Buenos Aires funktioniert die linke Elitenreproduktion ausgezeichnet. Dafür ist nicht nur die extrem politisierte UBA  (Uni) verantwortlich, es gibt noch drei wesentliche institutionelle linke Kaderschmieden. Zugang zu den drei anerkanntesten und besten Gymnasien der Stadt bekommt man nur durch eine Aufnahmsprüfung, es ist unmöglich sich einzukaufen. Dieser Modus ist natürlich sozial höchst selektiv, es werden aber nicht nur die Unterschichten aussortiert, sondern auch alle reichen Kinder ohne entsprechenden kulturellen Background. Überbleiben also die Kinder mit dem höchsten kulturellen Kapital und das sind in der Regel Sprösslinge aus großbürgerlichen und intellektuellen Kreisen. Ich glaube die soziale Mixtur ist dem akademischen Gymnasium in Wien nicht unähnlich. Das Klima an den Schulen ist jedenfalls politisch extrem progressiv und avantgardistisch, der Grad an politisch organisierten Schüler/innen ist sehr hoch. Der Nachteil: Durch dieses Konzentrat ist das Niveau anderer öffentlicher Schulen wesentlich schlechter. Obwohl ich niemanden kenne der auf einer dieser drei Schulen war sagen meine Bekannten und Freunde, dass die Ausbildung hervorragend ist und der Ruf diese Schulen besucht zu haben, sowie das entsprechenden Netzwerk extrem weiterhelfen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2yPN24R4HI/AAAAAAAAAqw/jtb8TgTgQLg/s1600-h/brecht.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 116px; height: 116px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2yPN24R4HI/AAAAAAAAAqw/jtb8TgTgQLg/s320/brecht.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5434876318561984626" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hat Che Guevara punkto Zigarre eigentlich von Bert Brecht abgeschaut?&lt;/span&gt;   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Antikapitalismus und neomarxistische Denke sind in studentischen Kreisen absolut Mainstream. Als Sozialdemokroete kann ich mich natuerlich eher mit der deutlich kleineren Gruppe der Linksperonist/innen identifizieren. Diese sind aber auch nur innenpolitisch moderat, geopolitisch sind sie ebenfalls neomarxistisch. Kein Wunder bei einem Land, das die Brutalitaet verschiedener Imperialismen erlebt hat. Bert Brecht sagt, man muss so radikal sein wie die Wirklichkeit. Wenn ich die lateinamerikanische Wirklichkeit betrachte, ist eine radikalere Attituede als der traditionelle europaeische Sozialdemokratismus (damit meine ich nicht Deformation der letzten 25 Jahre) wohl legitim.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-5666837318418420737?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/5666837318418420737/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/01/argentinien-hat-noch-illusionen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5666837318418420737'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5666837318418420737'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/01/argentinien-hat-noch-illusionen.html' title='Das junge Argentinien hat noch Illu(Vi)sionen'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S2oFzUtBkmI/AAAAAAAAAqY/UUrMgZ9zf7Q/s72-c/facultad+derecho.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-4422349121677275324</id><published>2010-01-19T16:13:00.000-08:00</published><updated>2010-01-22T18:33:47.790-08:00</updated><title type='text'>Die Arbeit im CAINA (Teil 4)</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myqo-DM_I/AAAAAAAAApY/pDyWswzgdxU/s1600-h/CAINA+Logo.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myqo-DM_I/AAAAAAAAApY/pDyWswzgdxU/s320/CAINA+Logo.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429567271393768434" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der folgende Text ist eine Zusammenstückelung von eigenen Erfahrungen, sowie von Hintergrundinformationen aus der Fachliteratur. Die Schrift „Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit.“ (1970) von Paulo Freire, sowie die Bücher von Jürgen Sand: „Soziale Arbeit mit Straßenkindern“ (Frankfurt 2001) und von Reiner Engelmann: „Straßenkinder im Dschungel der Großstädte“ (München 2002) beantworten viele offene Fragen und ermöglichen eine Kontextualisieurng meines Projekts. Die Passagen die nicht auf eigene Erfahrungen zurückzuführen sind, werden explizit als solche gekennzeichnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Pädagogik der Unterdrückten und Assistenzialismus&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Paulo Freire (Pädagoge und Befreiungstheologe gestorben 1997), war in den 1960ern maßgeblich am Aufbau einer „Educacion popular“ beteiligt. In seiner Schrift „Pädagogik der Unterdrückten“ geht es um den Bruch mit der traditionellen autoritären Erziehung und um eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft durch die so genannten Marginalisierten selbst. Die Marginalisierten, also die verarmten und bildungsfernen Massen, sollen nicht von missionarischen Revolutionären unter zur Hilfename einer ideologischen Fremdsprache indoktriniert werden. Vielmehr soll an der Lebensrealität der Marginalisierten, an deren Erfahrungen und deren Sprache angeknüpft werden und der Prozess der Bewusstmachung (portugiesisch: Consientizacao) vorsichtig begleitet werden. Die Educacion popular glaubt an die Bevölkerung als treibende Kraft der gesellschaftlichen Veränderung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1nRe7zvsFI/AAAAAAAAApw/E6xuoT6IVRc/s1600-h/paulo-freire.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 228px; height: 228px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1nRe7zvsFI/AAAAAAAAApw/E6xuoT6IVRc/s320/paulo-freire.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429601155152851026" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Paulo Freire bezeichnete das Bewusstsein der Unterdrückten als „Kultur des Schweigens.“ Diese würden sich durch die verächtlichen Augen der Mächtigen sehen und sich somit als nichtig betrachten.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freire, der selbst erfolgreiche Alphabetisierungskampagnen in Brasilien durchführte, wurde zu einer wichtigen Inspirationsquelle für die Sozialarbeit im Lateinamerika der letzten Jahrzehnte. Heute spricht man in diesem Zusammenhang laut Jürgen Sand von der „Pädagogik der sozialen Bewegung“, die sich auch auf die Arbeit mit Straßenkindern bezieht. Kinder werden dabei als handlungsfähige Subjekte betrachtet, die ein großes Interesse an gesellschaftlicher Veränderung haben und selbst wesentlich dazu beitragen sich Gehör und Respekt zu verschaffen. Die Pädagogik der sozialen Bewegung grenzt sich ganz deutlich von der traditionellen Armenfürsorge ab, deren konzeptionelle Grundlage heute als Assistenzialismus bezeichnet wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Assistenzialismus wird in der Fachliteratur gemäß Jürgen Sand eine traditionelle und wenig emanzipatorische, oft durch kirchliche Organisationen ausgeübte Form der Armenfürsorge und Arbeit mit Straßenkindern bezeichnet. Assistenzialistische Projekte holen beispielsweise Kinder von der Straße, ohne ihnen langfristige Alternativen zu bieten. Die Bindung der Kinder und Jugendlichen an die Institution erfolgt mittels Essen, Kleidung, Medizin und Unterkunft. Es gibt keinen strukturierten Plan bezüglich weiterführender Maßnahmen oder einer gezielten pädagogische Begleitung. Die Versorgung mit Nahrungsmittel, Kleidung und Geld wird v.a. von den durch Jürge Sand befragten Sozialarbeiter/innen aus Bolivien strikt abgelehnt. In einem ersten Schritt soll lediglich eine Unterstützung und Begleitung in medizinischen Fragen angeboten werden. Die assistenzialistischen Projekte sind oft religiös motiviert und helfen auf einer karitativen Ebene, ohne die Eigenständigkeiten der Kinder zu fördern. Die Missionierung ist meist ein ebenso wichtiges Motiv wie die unmittelbare Hilfe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl das CAINA überhaupt nicht autoritär geführt wird, kann es den Ansprüchen der „Pädagogik der Unterdrückten“, bzw. der „Pädagogik der sozialen Bewegung“ meiner Meinung nach nicht vollständig gerecht werden. Das CAINA wird, so glaube ich, im Laissez-faire Stil geführt. Aus einer Mischung von antiautoritärer Grundhaltung und Wurschigkeit, werden Regeln vermieden und strukturierte Konzepte für die Entwicklung der Kinder verworfen. Es spielt auch eine gewisse lethargische Philosophie mit, der gemäß das Morgen nicht geplant werden kann, Ziele überschätzt sind und die Erleichterung des Lebens der Kinder im Heute das Entscheidende ist. Diese für Lateinamerika nicht untypische Herangehensweise ist für Europäer/innen sehr schwer nachvollziehbar. Ich glaube, dass das CAINA nicht auf Grund einer autoritären, sondern wegen einer Laissez-faire Haltung gewisse assistenzialistische Charakteristika aufweist. Diese Aussage möchte ich mit vier Argumenten stützen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;1. Der Mangel an Motivation &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx01Rz_pI/AAAAAAAAAoQ/M0B57PR_TLk/s1600-h/ausstellung+fotoworkshop.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx01Rz_pI/AAAAAAAAAoQ/M0B57PR_TLk/s320/ausstellung+fotoworkshop.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566346984947346" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Fotoworkshop machte vor Weihnachten eine Ausstellung mit sämtlichen Fotos der Kids. Jede/r durfte sein Foto auf Wunsch mitnehmen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Sozialarbeiter/innen fehlt es an Motivation. Ich habe keine Statistik über die Streiktage und Krankenstände, weiß aber, dass regelmäßig gestreikt wurde und die Leute oft krank waren. Die Fluktuation ist hoch, in den 1,5 Jahren die Paul Gründorfer und ich insgesamt im CAINA waren wechselten mehr als die Hälfte der Sozialarbeiter/innen. Das Team ist extrem jung, niemand bleibt länger als zwei bis drei Jahre. Dies hat mehrere Gründe:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) Die Sozialarbeiter/innen sind chronisch unterbezahlt. Unterbezahlt bedeutet, dass fast alle noch einen Zweitjob haben, weil sie mit dem CAINA-Gehalt in Buenos Aires nicht das Auskommen finden. Manche sind noch gar nicht mit dem Studium fertig, arbeiten im CAINA und haben noch einen Job. Dass diese Leute mit 25 schon ausgebrannt sind, ist nahe liegend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;b) Das Arbeitsumfeld ist kein Honiglecken. Man freute sich immer wenn nur wenige Kinder kamen, obwohl das CAINA eigentlich versuchen sollte so viele Kids wie möglich zumindest einen Tag von der Straße zu bringen. Weniger Kinder bedeutet weniger nervenaufreibende Beschäftigung mit übermüdeten, physisch verletzten, teilweise (auto)aggressiven tendenziell depressiven und oft von den Nachwirkungen des Drogenkonsums der vorangegangenen Nacht gezeichneten Kindern und Jugendlichen. Sozialarbeiterinnen müssen sich ständig gegen sexistische und machistische Sprüche und Witze wehren. Männliche Sozialarbeiter sind – wenn ein Kind auszuckt – physisch gefährdet. Es klingt unglaublich, aber für eine kräftige 17-jährig die durchdreht und mit Metallsessel um sich schmeißt braucht man fünf Männer um sie aus dem CAINA zu befördern. Ich selbst habe Sozialarbeiter mit blauen Augen und blutigen Nasen gesehen. Draußen angelangt dreschen Rausgeworfene bis zu einer halben Stunde gegen die metallene Gefängnistür, so dass es im gesamten CAINA donnert. Um zwei wutentbrannte 17-jährige die sich mit der Gabel abstechen wollen auseinander zu halten, bedarf es fast des gesamten Sozialarbeiterteams. Derartige Eskalationen passieren zwar nur alle paar Wochen, Scharmützel geringerer Abstufung sind jedoch das tägliche Geschäft. Es ist schlicht ruhiger und bequemer wenn weniger Kinder kommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;c) Die Kinder sind nicht dankbar. Sie haben nie darauf gewartet, dass ihnen jemand hilft, sie haben auch nie darum gebeten. Sie warten auch nicht darauf ins bürgerliche Leben eingegliedert zu werden, sondern wollen – trotz aller Risiken der Straße – ihre Freiheit auskosten. Immerhin sind sie dort ihre eigenen Herren. Niemand hat auf Sozialarbeiter/innen gewartet. Noch weniger wartet man auf Weltverbesserer aus Europa, die mit gebrochenem Spanisch das hundertste – zum Scheitern verurteilte – Theaterprojekt mit Straßenkindern aufziehen wollen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;d) Eine gewisse Beamtenlethargie ist im CAINA, das nicht von einer NGO sondern von der Stadt unterhalten wird, unübersehbar. So weit ich das mitbekommen habe beschränkt sich das städtische Controlling auch auf die Einhaltung von Hygienevorschriften.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;2. Der Mangel an Zielen&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myC9kCecI/AAAAAAAAApI/xNmA9x9hfbM/s1600-h/taller+dibujar.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 205px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myC9kCecI/AAAAAAAAApI/xNmA9x9hfbM/s320/taller+dibujar.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566589727046082" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Kids friedlich beim Zeichenworkshop &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwar sind die Ziele des CAINA als niedrigschwellige Erstanlaufstelle mit Vermittlungscharakter niedrig gesteckt, ich frage mich aber trotzdem, ob man nicht mehr herausholen könnte. Ich glaube wenn man schon 1.000 verschiedene Straßenkinder pro Jahr im Haus hat, sollte man alles daran setzen diese gleich unmittelbar vor Ort zu inspirieren und zu animieren. Täglich kommen zwei bis vier Lehrer/innen, sowie freie Angestellte die Workshops abhalten, von den 14 Sozialarbeiter/innen ganz abgesehen. An Personalressourcen mangelt es also nicht. Man bietet den Kindern zwar eine Reihe an Angeboten die zwischen Schulbildung und Unterhaltung angesiedelt sind. Ich finde die Workshops zu den Themen Foto, Malen, Zirkus etc. auch gut. Diese Aktivitäten stehen aber meiner Auffassung nach zu wenig im Vordergrund, außerdem wurden sie im letzten Jahr erheblich gekürzt. Die Workshops erwecken überdies oft mehr den Eindruck die Kinder temporär zu beschäftigen, als ihre Talente zu entfalten. Ich glaube sie haben auch gar nicht den Anspruch die Kids gezielt zu fördern sondern – dem Konzept einer Erstanlaufstelle entsprechend – ihnen die Zeit angenehm zu vertreiben. Ich finde man könnte die Ansprüche da schon ein bisschen hinaufschrauben.    &lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;Bis zu einem gewissen Grad werden die Kinder versorgt, aufbewahrt und verwaltet.   Die kulinarische Abspeisung nimmt im Tagesablauf eine zentrale Rolle ein, die am häufigsten von den Kindern gestellten Fragen lauten: „Wann werden wir essen?“ bzw. „Was essen wir heute?“ Es fehlen klare Ziele, was mit den Kids passieren soll. So werden die Kinder z.B. nicht individuell gefördert, in ihren Stärken gestärkt oder animiert sich im Gelernten zu beweisen. Dabei könnten sie bei Vorführungen allen zeigen was sie punkto Jounglieren, Malen oder Rechnen schon drauf haben. Auch der Umstand dass die fundamentale Kulturtechnik unserer Zeit – das Internet – nicht vorhanden ist zeigt, dass man nicht genau weiß was man mit den Kindern eigentlich anfangen soll. Die Sozialarbeiter/innen vermitteln daher oft den Eindruck einer etwas unbeholfenen Ratlosigkeit, die Kinder den einer ermattenden Langeweile.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;3. Regelwillkür&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1BEwsSI/AAAAAAAAAoY/sgyo8au204M/s1600-h/buero.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1BEwsSI/AAAAAAAAAoY/sgyo8au204M/s320/buero.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566350151430434" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Das kleine aber feine Büro für Direktor, Vize und Generalsekretärin.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meiner Auffassung nach fehlt dem CAINA ein sinnvolles pädagogisches Gesamtkonzept. Vor allem klare Regeln – ein Grundpfeiler jeder sozialen Ordnung – sind nur vage vorhanden. Immer werden Mittel und Wege gefunden die Regeln neu auszulegen, oder aus Gründen der Bequemlichkeit und zur Vermeidung von Konfrontationen zu ignorieren. Da es auch an klaren Zielsetzungen für die Entwicklung der Kinder fehlt, können solche Regeln auch nicht einem entsprechenden Ziel angepasst werden. Dadurch entsteht oft der Eindruck von Willkür. Nicht zuletzt sind es natürlich auch allgemeine kulturelle Differenzen, die ich hier dem CAINA im Speziellen umhänge. Die wichtigsten pädagogischen Probleme sind:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) Wer insistiert setzt sich durch: Tatsächlich hängen die Möglichkeiten dessen was die Kinder machen dürfen und was nicht selten von einheitlichen Regeln ab, sondern von dem Druck, den die Kinder (oft mittels Lautstärke) auf die Sozialarbeiter/innen ausüben können. Meine Versuche einheitliche Regeln bei der Frühstücksausgabe durchzusetzen wurden regelmäßig von Sozialarbeiter/innen unterminiert, die sich als temporäre Anwälte von durchsetzungsfreudigen CAINA-Besucher/innen profilierten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Ein 16-jähriger der bei der Rotation des Volleyballspiels seine Position partout nicht wechseln möchte, darf für den Rest des Spiels auf seinem Platz (vorne Mitte) bleiben, obwohl dann logischerweise nie ein anderes Kind auf diesem attraktiven Platz stehen kann. &lt;br /&gt;- Ein 14-jähriger der ein Tischtennisspiel zwischen zwei anderen Kindern sabotiert (Netz abhängen etc.), weil er jetzt sofort spielen will wird nicht zurechtgewiesen, sondern es wird Druck auf die anderen beiden ausgeübt ihr eben begonnenes Spiel schneller zu beenden. &lt;br /&gt;- Kinder die lang genug insistieren, dass sie diesen oder jenen Frühstücksbestandteil haben möchten, bekommen ihn letztlich, obwohl die per Küchenplan vorgegebene Menge für den jeweiligen Tag bereits ausgegeben wurde und die Lebensmittel am Folgetag, aber spätestens am Ende der Woche fehlen. Schlimmer ist aber der Umstand, dass jene fünf Kids die zuvor das selbe wollten aber die Antwort dass nichts mehr da sei akzeptiert hatten, nun an meiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln beginnen und realisieren, dass man insistieren muss um etwas durchzusetzen.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1q09e1I/AAAAAAAAAow/vyU0Pv_Qf_o/s1600-h/nik-chechu-emi.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1q09e1I/AAAAAAAAAow/vyU0Pv_Qf_o/s320/nik-chechu-emi.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566361359448914" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hier posiere ich zwischen den Machthabern des CAINA. Links der Direktor Emilio. Er ist nicht nur ausgesprochen geduldig, sein Umgang mit den Kindern ist extrem herzlich, authentisch und liebevoll. Rechts Chechu, die so etwas wie die Generalsekretärin und in nicht pädagogischen Fragen die eigentliche Entscheidungsinstanz ist. Dank ihr wurde die tägliche Essensausgabe exakt rationiert und andere sinnvolle Regelungen getätigt. Für mich wohltuende Ordnungsmaßnahmen im Semichaos.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;b) Wer sich aufführt wird beachtet: Verwandt mit Problem 1 ist auch jenes, dass Kinder die sich auffallend unkooperativ verhalten unfassbar viel mehr Aufmerksamkeit ergattern als ihre entspannteren Kolleg/innen. Dies animiert die ständig unter Aufmerksamkeitsdefizit mangelnden Kids noch mehr Chaos zu stiften.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;- Mir ist folgendes aufgefallen: Wenn ich den Umstand einfach ignoriere dass sie mir den Käse oder die Butter aus der Küche stehlen, bringen sie das Diebsgut enttäuscht wieder zurück oder lassen es im Aufenthaltsraum liegen und ein/e Sozialarbeiter/in bringt es mir irgendwann wieder. Rege ich mich hingegen auf, sind die Täter/innen entzückt über den Erfolg ihres Streiches.&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;c) Sanktionen werden willkürlich verhängt: Manchmal werden Sanktionen eher dann verhängt wenn sich Sozialarbeiter/innen akut gestört fühlen, als wenn Kinder sich wirklich gemein oder boshaft verhalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Ein 15-jähriger ist beim Mittagessen sehr laut, lebhaft und wild. Trotz Mahnungen durch eine Sozialarbeiterin singt und klascht er, schließlich hüpft er auf einen Sessel um die anderen zum Mitmachen zu animieren. Tatsächlich beginnen etliche im Rhythmus zu klatschen. Unser Freund hat sich weder aggressiv noch beleidigend gegenüber Kolleg/innen verhalten. Dieser nicht prinzipiell unkooperative Zeitgenosse wurde für diesen Tag umgehend des CAINAs verwiesen, weil die mahnende Sozialarbeiter/in ihre Autorität nicht untergraben sehen wollte.&lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;4. Fürsorge statt Partizipation&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myCdnXTWI/AAAAAAAAAo4/5dyI6vUw4bs/s1600-h/kuechengirls.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myCdnXTWI/AAAAAAAAAo4/5dyI6vUw4bs/s320/kuechengirls.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566581151059298" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Köch/innen, meine vier geliebten Chef/innen. Als einziger Mann in der Küche und als einzige Person mit einer Körpergröße über 1,20 Meter, waren große Gewichte (Fleischkisten) und hoch abgestellte Gegenstände mein Spezialgebiet.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sehr das CAINA ein Versorgungsapparat ist zeigt sich an der impliziten Philosophie, der dem gesamten Konstrukt zu Grunde liegt. Der Deal mit den Kindern lautet etwa so: Es gibt nur ganz wenig Regeln, ihr braucht keine Verantwortung zu übernehmen und das zahlreiche Personal macht alles für euch, dafür müsst ihr aber alles so schlucken wie ihr es vorfindet und habt Null Mitbestimmungsrechte. Ich finde hingegen, es sollte genau umgekehrt sein: Ihr dürft an einigen Entscheidungen über die Gestaltung eures Tagesheimes partizipieren, dafür müsst ihr aber auch eine entsprechende Verantwortung tragen. Stattdessen wird den Kindern fast alles vom Apparat vorgesetzt und sie werden bedient.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frühstück, Mittagessen, Jause und dazwischen Wasser oder sonstige Wünsche werden fast wie im Restaurant erfüllt. Jeden Tag kommen andere Externe um einen Workshop anzubieten, den die Kids dann konsumieren können. Wieso werden die Kinder nicht in die Planung und Durchführung von Workshops miteinbezogen? Wieso bereiten die Kinder nicht selbst das Frühstück zu? Wieso waschen sie nicht selbst das Geschirr ab? Die Antwort wäre wohl, dass das Frühstück nicht von ihren Launen abhängen darf, dass sie aus dem Eiskasten Lebensmittel mitgehen lassen würden, dass sie nicht mit gefährlichen Gegenständen hantieren dürfen, weil sie sich im Streitfall damit gegenseitig verletzen würden, dass sie letztlich Chaos stiften würden. Meine Erfahrung war jedoch eine ganz andere. Jedes Mal wenn ich einem Kind auch nur eine ganz kleine Aufgabe übertragen habe, war die Freude etwas Wichtiges machen zu dürfen so groß, dass es mit besonderer Gewissenhaftigkeit ausgeführt wurde. Manchmal habe ich Kids gebeten die Tische mit mir abzuräumen, mir beim Heben von schweren Gegenständen zu helfen oder irgendetwas irgendwo hinzutragen. In diesem Moment änderte sich  das Betreuer-Betreute Verhältnis in eine kurzfristige Partnerschaft mit gemeinsamen Zielen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myC7_gzzI/AAAAAAAAApQ/hFnxVaJTPIA/s1600-h/Volleyball.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myC7_gzzI/AAAAAAAAApQ/hFnxVaJTPIA/s320/Volleyball.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566589305409330" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Kinder bei einem Volleyballmatch in der Sporthalle.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin absolut überzeugt, dass eine geordnete Partizipation von heute auf morgen fast reibungslos funktionieren würde. Wenn man der Eigenverantwortung und auch der Eigeninitiative der Kinder entsprechenden Spielraum lässt, nehmen sie diese Chance sofort war. Ich glaube – um meinen wichtigsten Arbeitsbereich herauszugreifen –, dass das Zubereiten des Frühstücks und das Abwaschen des Geschirrs durch die Kinder sich nach einiger Zeit so einspielen würden, dass Unruhestifter von den erfahrenen Kindern selbst zurechtgewiesen würden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Altersschnitt liegt bei 15,4, das bedeutet etliche der Kinder sind keine Kinder sondern Jugendliche zwischen 16 und 18. Das ist ein Alter, wo man in Österreich schon eine Lehre abschließt. Diese Altergruppe kann man nicht nur unterhalten, man muss ihnen auch Möglichkeiten geben zu gestalten. Abgesehen von den täglichen Routinetätigkeiten fallen da noch etliche Möglichkeiten an. Vom Ausmalen der Wände bis zum Reparieren der hauseigenen Fahrräder, es gäbe genug Betätigungsfelder zur Beschäftigung der Kids. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stattdessen ist aber für jeden Handgriff ein/e Angestellte/r zuständig, die Eigenverantwortung der Kinder im CAINA liegt bei Null. Entsprechend herrscht auch immer eine Grundstimmung der Langeweile vor. Es gibt keine Versammlungen bei denen die Kinder nach ihrer Meinung gefragt werden, es gibt keine Aufgaben mit denen sie betraut werden, es gibt keine Herausforderungen denen sie sich stellen können. Das ist ein Fürsorgesystem im klassischen Sinne. Der sozial Bedürftige wird beherrscht, dafür aber umsorgt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1fvIytI/AAAAAAAAAog/0JklXVwTTbI/s1600-h/Jacke.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1fvIytI/AAAAAAAAAog/0JklXVwTTbI/s320/Jacke.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566358382234322" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ein Problem im CAINA ist, dass es keine Heizung gibt. Bei Null Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ist das nicht besonders angenehm. Als erfrorener Mensch war ich sehr froh,, dass mein Hauptarbeitsplatz neben den Riesenöfen der Küche war. Ich glaube ein geheiztes CAINE würde im Winter wesentlich mehr Kinder in die warme Stube locken.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Eine Empfehlung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieso habe ich diese Kritikpunkte nicht selbst im CAINA platziert? Nun, erstens hat es viele Monate gedauert meine Eindrücke in Erkenntnis umzusetzen. Zweitens arbeiten dort 15 professionelle aber völlig unterbezahlte Sozialarbeiter/innen mit Hochschulabschluss, die alles andere brauchen als einen obergescheiten Europäer der ihnen in gebrochenem Spanisch erklärt, wie sie ihren Job zu machen haben. Nach zehn Jahren politischer Tätigkeit bin ich Realist genug um einigermaßen einschätzen zu können, wann Veränderungsambitionen aussichtslos sind und wann nicht.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von anderen Auslandsdienern weiß ich, dass ihre Stellen viel zuviel Verantwortung für viel zu wenige Arbeitskräfte bedeuten. Im CAINA gibt es ein umgekehrtes Problem. Es gibt zwar klar abgesteckte Arbeitsfelder für Auslandsdiener, diese sind aber letztlich Küchenhilfsdienste, nicht gerade verantwortungsschwanger und entsprechend wenig attraktiv. Nichtsdestotrotz ist das Arbeitsumfeld – vor allem in der Küche – sehr locker und angenehm. Kurz: Die Menschen sind das Plus, die Arbeit das Minus.  Die Stadt Buenos Aires kann ich jedem zukünftigen Auslandsdiener als Ort zum Leben nur wärmstens empfehlen. Den Auslandsdienst im CAINA lege ich nur zäheren und abgeklärten Persönlichkeiten ans Herz, die auch über viele Monate an Routinearbeit nicht verzweifeln und sich keine Illusionen über die Flexibilität staatlicherer Bürokratien machen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1nGNvbI/AAAAAAAAAoo/W4gFIv8YEMA/s1600-h/kuchengirls+nik.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1mx1nGNvbI/AAAAAAAAAoo/W4gFIv8YEMA/s320/kuchengirls+nik.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5429566360358075826" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Standort bestimmt den Standpunkt. Als Mitarbeiter in der Küche habe ich bereits nach wenigen Wochen den Standpunkt der Küche übernommen und ihre Interessen zu den meinen gemacht. Diese unterscheiden sich naturgemäß von den Interessen der Sozialarbeiter/innen und der Direktion.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-4422349121677275324?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/4422349121677275324/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/01/die-arbeit-im-caina-teil-4.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4422349121677275324'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4422349121677275324'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2010/01/die-arbeit-im-caina-teil-4.html' title='Die Arbeit im CAINA (Teil 4)'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/S1myqo-DM_I/AAAAAAAAApY/pDyWswzgdxU/s72-c/CAINA+Logo.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-5157569432365982277</id><published>2009-12-31T11:56:00.000-08:00</published><updated>2009-12-31T12:36:42.044-08:00</updated><title type='text'>Sind Patrioten Idioten?</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0COhOzRVI/AAAAAAAAAnY/-OdyPzhNTWk/s1600-h/bananen.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 218px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0COhOzRVI/AAAAAAAAAnY/-OdyPzhNTWk/s320/bananen.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5421491974885819730" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Kurt Tucholsky: Antimilitarist, Antipatriot und sozialistischer Publizist jüdischer Herkunft. Er war das rote Tuch aller nationalistischen Kräfte der Weimarer Republik.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Patriotismus ist so eine Sache. Der Stolz auf eine konstruierte Zugehörigkeit zu einer Abstraktion namens Nation oder Volk. Die Homogenisierung einer Gruppe die als solche nicht existiert. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einem Staatskonstrukt dessen Grenzen aus den blutigen Auseinandersetzungen von Aristokraten oder Faschisten hervorgegangen sind. Die unterstellte Einheitlichkeit von Mentalität, kulturellen Merkmalen, historischen Erfahrungen oder gesellschaftlichen Zielen. Für Karl Popper ist der Nationalismus der vormoderne Wunsch nach kollektiver Stammeszugehörigkeit. Die Geschichte des nationalen Zusammengehörigkeitsgefühls ist eine Geschichte der Instrumentalisierung durch die Herrschenden. Von den Kriegshetzern von 1914, sowie von Hitler und Stalin einmal ganz abgehen, treibt der Nationalismus auch in modernen westlichen Demokratien bedenkliche Blüten. Wer in den USA 1970 gegen den Vietnamkrieg oder 2003 gegen den Irakkrieg war, wurde zum Vaterlandsverräter gestempelt, ebenso im französischen Algerienkrieg der 1950rt-Jahre. Wer anno 2000 gegen die Schüsselregierung war wurde als Österreich-Vernaderer vorgeführt, wer in Kärnten was gegen St. Haider sagt ist ein Nestbeschmutzer. Nationalismus dient meistens dazu, die Reihen zu schließen und Opposition zu delegitimieren.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich destabilisieren die zunehmende innere Differenzierung der Gesellschaft einerseits, sowie die Globalisierung von Trends und Lebensweisen andererseits das Nationalkonzept nachhaltig. Esoterisch, religiös oder in NGO’s engagierten Menschen, Finanzmarktjoungleure, Models, Manager/innen von Multis und Werbefachleute, Leute die tanzen, extrem-bergsteigen, Musik machen oder Paintball spielen, Homosexuelle, Transsexuelle, Asexuelle, Menschen die sich in virtuellen Welten selbst neu erfinden und Aussteiger/innen, Hippis, Yuppies, Emos und Punks. Sie alle brauchen kein Vaterland. Die Vielfalt individuell gestaltbarer Lebensweisen schafft neue Identitätsmuster, die regionale oder kulturelle Identitäten ergänzen oder ersetzen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Adel und Nation &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0FNPkdOqI/AAAAAAAAAoA/Zn6eMi4qkt8/s1600-h/kaiser-joseph-II.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 156px; height: 207px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0FNPkdOqI/AAAAAAAAAoA/Zn6eMi4qkt8/s320/kaiser-joseph-II.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5421495251499825826" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Alles für das Volk nichts durch das Volk“, war die Devise der aufgeklärten Absolutisten, dessen bekanntester österreichischer Vertreter wohl Joseph II. war.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Historisch hat das Nationalbewusstsein jedoch eine wichtige politische Aufgabe erfüllt. Der deutsche Kaiser und der russische Zar waren selbstverständlich Vetter, sämtliche französische Herrscher – ob Bourbonen oder Napoleon – nahmen sich eine Habsburgerin zur Frau und schmückten sich so mit dem Glanz des ältesten Herrschergeschlechts Europas. Der Adel war elitär, unter einander verwandt, internationalistisch und voll ahnungsloser Verachtung für die Lebensrealität des eigenen Volkes (was sich mit dem aufgeklärten Absolutismus ein wenig änderte). Der Adel forderte als internationalistische Elite von seinen Untertanen die Loyalität zum Herrscherhaus anstatt zu einer Nation oder einem Volk ein. Das Bekenntnis zu Volk und Nation in Auseinandersetzung mit der Aristokratie ist somit ein großer historischer Fortschritt, der auch der Nationalbewegung zu verdanken ist. Das Volk wurde in den Mittelpunkt des Interesses gestellt, womit erstmals zumindest theoretisch alle seine Mitglieder gemeint waren. „Deutsch sein heißt frei sein“ war eine Parole der Nationalbewegung im 19. Jahrhundert, sie richtete sich gegen die Herrschaft des Adels, für liberale und demokratische Reformen und galt als Bekenntnis zum gesamten Volk. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nationalkonservativer Patriotismus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0FNTV3gFI/AAAAAAAAAoI/TzkwCcNHolA/s1600-h/pinochet.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0FNTV3gFI/AAAAAAAAAoI/TzkwCcNHolA/s320/pinochet.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5421495252512374866" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Dieser freundliche, sympathische und vertrauenserweckende Herr war von Beruf Diktator und hat mindestens 3.000 Menschenleben auf dem Gewissen. Auf dem Begräbnis von Augusto Pinochet 2006 nahmen 40.000 Menschen teil. In chilenischen Fußballstadien hört man heute nach gelegentlich: “Chi chi chi Le le le - VIVA CHILE Pinochet“.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein patriotischer Pol in Argentinien ist das Militär, es repräsentiert sozusagen den Nationalismus der Rechten, wie wir ihn uns vorstellen. Der diskursive Schwerpunkt liegt dabei eindeutig eher beim Begriff „patria“ (Vaterland), denn beim Begriff „pueblo“ (Volk).  Allerdings hat sich das Militär während seiner Diktatur (1976-1982) durch die Menschenrechtsverletzungen, den verlorenen Falklandkrieg sowie durch eine desaströse Wirtschaftspolitik dermaßen selbst diskreditiert, dass der rechte Nationalismus zu einer Randerscheinung wurde. Die Mittel- und Oberschichten wollen mit dem militärischen Nationalismus nichts zu tun haben. Im Gegensatz zu Chile wo ganze Fanclubs von Fußballmannschaften noch Sympathien für Pinochet haben und dies im Stadium auch kundtun, betrachtet die überwiegende Mehrheit der Argentinier/innen die eigene Militärdiktatur als historische Katastrophe. Die nationalnistischen, autoritären und antidemokratischen Kräfte im Umfeld der Militärs sind meiner Einschätzung nach heute politisch fast völlig isoliert.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Antipatriotische Bourgeoisie &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0CO5GONHI/AAAAAAAAAng/8ELKwuHediw/s1600-h/der_patriot_efd.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 229px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0CO5GONHI/AAAAAAAAAng/8ELKwuHediw/s320/der_patriot_efd.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5421491981292287090" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Selbstwahrnehmung der US-Mittelklasse ist ziemlich genau das Gegenteil der Selbstwahrnehmung der argentinischen Mittelklasse. Die USA als „pais de le mierda“ (Scheißland), als Barbarenland oder als Desaster zu bezeichnen, würde wohl eher auf nachhaltige Empörung stoßen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Mittel- und Oberschichten zwischen 35 und 65, also jene Generationen die derzeit in Argentinien den Ton angeben, sind nicht unpatriotisch, sondern geradezu antipatriotisch. Anfangs habe ich diese Haltung als Ausdruck eines Weltenbürgertums begrüßt, diese Interpretation des argentinischen Antipatriotismus ist aber zu kurz gegriffen. Die Mittel- und Oberschichten verachten Argentinien, weil sie es als ein unzivilisiertes Entwicklungsland betrachten. Besonders gegenüber Westler/innen betonen sie bereits nach wenigen Sekunden ihre Geringschätzung für ihr eigenes Land. „Was sagst du zu diesem Desaster“, war die erste Frage einer Spanischlehrerin (Mitte 40) der Uni von Buenos Aires an mich. Gemeint war Argentinien. Andere Leute bezeichnen ihre Nation als Affenland oder Land der Indianer. Die Menschen tun dies um zu bekunden, dass sie Argentinien mit europäisch/us-amerikanischen Augen sehen, obwohl sie meistens noch nie in Europa oder den USA waren. Sie wollen verdeutlichen, dass sie etwas Besseres verdient hätten und selbst über dem Niveau der argentinischen Gesellschaft schweben. Sie sind zivilisierte, kultivierte und elegante Europäer/innen, die zufälligerweise das Pech hatten, in ein Entwicklungsland am Ende der Welt geboren zu werden. Ich kann dieses Gerede nicht mehr hören und habe bereits eine Armada an Gegenargumenten parat. die wichtigsten in aller Kürze:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Argentinien ist gebildeter, weit weniger xenophob und teilweise liberaler als Europa (in zwei Provinzen gibt es z.B. die Homoehe). Es gibt eine kostenlose, unkomplizierte und hochwertige Krankenversorgung für alle, in den USA wird Obama als Hitler beschimpft wenn er nur an eine kleine öffentliche Versicherung denkt. Es gibt eine bürokratische, aber gute, kostenlose und frei zugängliche Uni, während in Europa die ausgehungerten Unis immer schwerer zugänglich werden. Es gibt U-Bahnen, Stadtbusse, Überlandbusse, Züge und perfekt erhaltene Straßen im ganzen Land, das EU-Land Rumänien, (dessen BIP gleich hoch ist wie jenes Argentiniens) kommt an diese Verkehrsinfrastruktur nicht heran. In allen Megametropolen der Welt gibt es brutalen Raubmord und Vergewaltigungen, auch in New York, London und Paris. In einer 13-Millionenstadt passiert das eben mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Die auf Angst und Schrecken ausgerichtete mediale Berichterstattung verzerrt aber die Wahrnehmung und die Relationen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ablehnung der Mittel- und Oberschichten gegenüber der eigenen Bevölkerung ist der alten Verachtung der Aristokratie für ihre Untertanen gar nicht unähnlich. Es die gefühlte Zugehörigkeit zum westlichen Bürgertum bei gleichzeitigem Hass auf das eigene Volk, vor allem auf die Unterschichten. Diese werden in Argentinien als „Negros“ (Schwarze) bezeichnet. Da Argentinien seine schwarze Bevölkerung im 19. Jh. an den Kriegsfronten aufreiben ließ, ist Negros eher ein soziales denn ein rassisches Schimpfwort. Auch die in der Regel weißen, aber sozial wenig angesehenen Busfahrer werden als „Negros de la mierda“ (Scheiss-Schwarze) beschimpft, wenn sie eine Haltestelle ignorieren. Allerdings sorgt die permanente Migration aus Peru/Bolivien/Paraguay in die Armutsviertel Argentiniens dafür, dass der Anteil indigener Bevölkerung an der Gesamtheit der Armen steigt und Negro eine zunehmend sozialrassistische Note bekommt, die dem österreichischen „Tschusch“ ähnelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0CPezZ93I/AAAAAAAAAnw/mPPgPuJnUZU/s1600-h/maradona.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 275px; height: 247px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0CPezZ93I/AAAAAAAAAnw/mPPgPuJnUZU/s320/maradona.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5421491991413913458" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Diego Maradona, wie ihn die Mittel- und Oberschichten leidenschaftlich hassen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Übersetzung für gute Gesellschaft ist „gente bien“, also gute Leute. Damit grenzt man sich vom Negro-Pöbel ab. Man kann auch sagen, „gente como uno“, also Leute wie einer (selbst), um die Grenze zwischen guter Gesellschaft und Pöbel zu ziehen. Besonders grotesk wird es, wenn Leute aus der Mittel- und Oberschicht sagen: „Los Argentinos no son gente como uno“, also die Argentinier sind nicht Leute wie einer (selbst). Damit grenzt man sich sozial und ethnisch/national ab, weil man mit Argentinier/innen den Pöbel, aber nicht sich selbst meint. Diego Maradona ist ein beliebtes Feindbild der „gente bien“. Vor allem als er nach der haarscharf erzielten WM-Qualifikation im Live-Fernsehen all jenen die nicht mehr an die Mannschaft glaubten ausrichten ließ, „die Damen mögen verzeihen, aber man könne ihm einen blasen“, wurde der Hass auf die „bestia“ und den „negro“ Maradona neu angeheizt. Maradona ist zweifellos nicht der galanteste Stern am Firmament der wohlerzogenen Caballeros, trotzdem repräsentiert er als Herkömmling aus einem Armutsviertel in der Südzone von Gran Buenos Aires wie kaum ein Anderer die enormen sozialen Konflikte Argentiniens.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Sozialpopulistischer Patriotismus &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0CPQiLEMI/AAAAAAAAAn4/6QOToTW7BUU/s1600-h/peron.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 294px; height: 294px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0CPQiLEMI/AAAAAAAAAn4/6QOToTW7BUU/s320/peron.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5421491987583537346" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der autoritäre Sozialpopulist Peron stellte sich gegen die jahrhundertealten Eliten und auf die Seiten des gemeinen Volkes. Gattin Evita – die Ikone des Industrieproletariats – war laut eigener Aussage auf zwei Dinge stolz. Auf die Liebe der Armen und den Hass der Oberschicht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Peronismus und die sich daraus bis heute ableitenden populären, gewerkschaftlichen und politischen Strömungen haben einen starken nationalen Einschlag. Es handelt sich beim Peronismus meinem Urteil nach um eine Verbindung von sozialdemokratischen und nationalen Ideen, wobei der demokratische Rechtsstaat oft als unnötiges Hindernis betrachtet wird. Dem Mussolini-Faschismus wird ebenso wie dem Nationalsozialismus eine gewisse Bewunderung entgegengebracht, obwohl der Peronismus – vor allem im Gegensatz zu seinem italienischen Vorbild – radikal mit den Eliten der Großgrundbesitzer brach. Letztere waren wesentliche Träger des italienischen Faschismus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Faktum ist, die Gewerkschaften und die Regierung Kirchner stehen in einer patriotischen Tradition, die durch Nationalflaggen und entsprechende auf Volks und Nation bezogene Diskurse immer wieder zum Ausdruck gebracht wird. Der diskursive Schwerpunkt liegt aber eindeutig eher beim Begriff „pueblo“ (Volk), denn beim Begriff „patria“ (Vaterland). Damit wird ausgedrückt, dass man bewusst zum Volk und seinen unteren Schichten steht und sich von den Mittel- und Oberschichten abgrenzt, die Argentinien für ein Affenland halten und immer nur nach Europa und in die USA lugen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nationalstolz an der Peripherie &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So bestialisch der Nationalismus sich bei uns auch historisch ausgewirkt hat und so sehr mich die nationale Kleinstaaterei im Europa der 2000er-Jahre nervt, man kann zu diesem Thema keine Pauschalaussagen machen. In Ländern der Peripherie, die ständig darunter leider, dass regionale Eliten die Ressourcen und Arbeitskräfte ihres Landes an westliche Konzerne verscherbeln, ist ein Bekenntnis zum Volk und eine nationale Orientierung bei der Handels- Industrie und Sozialpolitik wahrscheinlich ein großer Fortschritt. Das Brasilien Lulas dürfte dafür ein Positivbeispiel sein und auch das bei uns so blutrünstig dargestellte Regime eines Hugo Chavez in Venezuela hat durchaus beachtliche Fortschritte erzielt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Argentinien hatte in den letzten zehn Jahren nicht so viel Schwung wie andere Staaten Südamerikas. Allerdings stelle ich fest, dass meine Generation ein wesentlich solideres Nationalbewusstsein hat als die antipatriotische Elterngeneration. Ich habe von meinen Alterkolleg/innen unverblümte Kritik, aber noch kaum eine verächtliche Bemerkung über ihr Land gehört. Sie hassen die Korruption, sie wollen sich von unfähigen Unternehmen und Behörden nicht mehr verarschen lassen, sie entrüsten sich über die Armut und sie gehen Leute offensiv an, die Mist auf die Straße werfen. Sie glauben an Argentinien und wollen ihr Land vorwärts bringen. So unterschiedliche ihre politischen und persönlichen Motive sein mögen, die Schnittmenge ihrer Ziele ist groß. Um Argentinien punkto Sozialstaat, Wirtschaftskraft, Menschenrechte, Umweltschutz, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, dort hinzubringen wo sie es haben wollen, wird letztlich ein gemeinsames Nationalbewusstsein und ein gemeinsamer Glaube an das eigene Land notwendig sein. Im Gegensatz zu den chronisch skeptischen Argentinier/innen bin ich überzeugt, dass die Leute meiner Generation erhebliche Erfolge erzielen werden. Das ist es auch, was ich ihnen für die Zehnerjahre wünsche.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-5157569432365982277?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/5157569432365982277/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/12/blog-post.html#comment-form' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5157569432365982277'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5157569432365982277'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/12/blog-post.html' title='Sind Patrioten Idioten?'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sz0COhOzRVI/AAAAAAAAAnY/-OdyPzhNTWk/s72-c/bananen.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-718491741139521547</id><published>2009-12-10T18:41:00.000-08:00</published><updated>2009-12-10T19:17:25.249-08:00</updated><title type='text'>Kulinarisches</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyG0BgZHSxI/AAAAAAAAAnQ/cBnzKq7E8x4/s1600-h/pizza.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 297px; height: 199px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyG0BgZHSxI/AAAAAAAAAnQ/cBnzKq7E8x4/s320/pizza.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413806165044185874" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um den wahren Stellenwert den Essen für mich hat möglichst lange hinter politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Pseudoanalysen zu verbergen, habe ich diesen Eintrag viele Monate aufgeschoben. Spätestens mit diesem Text wird aber klar, dass ich den Sozialismus im Zweifelsfall für ein saftiges Steak verkaufen würde. Vielleicht hat der österreichische Ökonom Joseph Alois Schumpeter deshalb von „Beefsteak-Sozialismus“ gesprochen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzfoWe7II/AAAAAAAAAm4/lhM-cuqc9mk/s1600-h/schumpeter.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 105px; height: 129px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzfoWe7II/AAAAAAAAAm4/lhM-cuqc9mk/s320/schumpeter.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805583065083010" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Joseph Alois Schumpeter war kein Mann von Bescheidenheit. Er wollte „der größte Liebhaber Wiens, der beste Reiter in Europa und der bedeutendste Ökonom der Welt“ werden. Als Beefsteaksozialisten bezeichnete er Leute, die im Sozialismus ausschließlich die Ausweitung der jährlichen Kaufkraft der Arbeiter/innen sahen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir schon beim Thema Beef sind, möchte ich den unglaublichen Rindfleischverzehr der Argentinier/innen einmal kurz historisch erläutern. Der Grund dafür ist nämlich, dass europäischen Konquistadoren im 16. Jh. Rinder ausgesetzt haben, bevor sie von den Indianer/innen besiegt und verjagt wurden. Als man die Ureinwohner/innen 40 Jahre später unterwarf, fand man ein Riesenland mit einer gewaltigen Anzahl an Rindern vor, die sich ohne natürliche Feinde exponentiell vermehrt hatten. Der Gaucho (Cowboy), seines Zeichens der europäischstämmige Urargentinier, lebte in den Folgejahren als Nomade, der mit dem Gewehr Rinder schoss wenn er Hunger hatte und unter freiem Himmel schlief. Sein Essverhalten ist jenem der heutigen Argentinier/innen nicht unähnlich. Der Rindfleischkonsum betrug in Argentinien in den 1970er-Jahren unfassbare 90 kg pro Kopf (250 Gramm täglich!), heute ist er auf 70 kg gesunken. Das ist immer noch Platz 1 der Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Wahnsinn, hat meinen Geschmackssinn verändert. Seit Jänner habe ich kein Schweinefleisch mehr gegessen. Im CAINA (meinem Straßenkinderheim), gibt es jeden (!) Tag Fleisch. Sprich Rind und alle zwei Wochen Huhn. Ein einziges Mal, am Tag des Kindes, haben wir aus besonderem Anlass Pizza gemacht, in zehn Monaten der einzige fleischfreie Tag. Selbst ganz kleinen Kindern wird bereits Fleisch verfüttert und im Gegensatz zu den Erinnerungen aus meiner Kindheit, lieben alle Kids im CAINA Rindfleisch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfangs wurde mir gleich klar, dass die Qualität des Fleisches nicht schlecht ist. Ich fand das Essen passabel, aber den Geruch in der Küche ein bisschen abstoßend. Leicht blutiges Rindfleisch das für 50 Personen in Riesenöfen zubereitet wird riecht ein bisschen derb. Nach einigen Monaten, begann sich meine Wahrnehmung des Rindfleisches in kurzer Zeit stark zu verändern und ich entdeckte mich dabei die Speisen immer mehr zu genießen und den Geruch zu mögen. Mittlerweile bin ich süchtig nach Rindfleisch und gratuliere den Köchinnen euphorisch, wenn sie wieder einmal ein besonders gutes Schnitzel, Gulasch, Fleischlaberl oder Ofenfleisch zubereitet haben. Mein Geschmack hat sich zweifelsfrei argentinisiert.  &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Was ist toll? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzSyK74jI/AAAAAAAAAmQ/iTszUj8zEIk/s1600-h/empanadas.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzSyK74jI/AAAAAAAAAmQ/iTszUj8zEIk/s320/empanadas.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805362362704434" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Empanadas&lt;/span&gt;: Gefüllte Teigtaschen, klassisch mit Faschiertem, mit Schinken und Käse oder mit Zwiebel und Käse. Abwechslungsreich wie ich bin esse ich stets zwei mit Zwiebel-Käse und zwei mit Schinken-Käse. Diese Mahlzeit kostet mich bei Pizza Peppe ums Eck 1,85 Euro. Gut, simpel, preiswert und – im Vergleich zu Hamburgern – einfach zu verzehren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJw4B7pI/AAAAAAAAAlw/08Z3-Q7O3Eg/s1600-h/choripan.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 215px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJw4B7pI/AAAAAAAAAlw/08Z3-Q7O3Eg/s320/choripan.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805207396150930" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Choripan&lt;/span&gt;: Neben dem Empanada gibt es noch eine außerordentlich erfreuliche Speise der Kategorie Fastfood. Der Hot Dog Argentiniens ist das Choripan. Also ein aufgeschnittenes Brot mit Chorizo, einer verdammt guten Paprikawurst, die vorher gegrillt wird. Das Choripan passt ganz hervorragend zu Bier. Man sollte vermeiden Choripan ohne Bier zu konsumieren und wenn möglich sollte man jedes Biertrinken auch gleich als Gelegenheit für ein Choripan betrachten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJXhEV-I/AAAAAAAAAlg/9lUtzFYv-0Y/s1600-h/bife.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 280px; height: 229px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJXhEV-I/AAAAAAAAAlg/9lUtzFYv-0Y/s320/bife.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805200588953570" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Bife&lt;/span&gt;: Auch in Österreich gibt es tolle Steaks, aber hier bekommt man für 4,5 Euro ein köstliches Riesenstück. Ein Freund der mich in Argentinien besucht hat und dessen Namen ich nicht nennen möchte (Hinweis für Insider: er ist laut, hat fast keine Haare mehr und lebt in Preußen) hat vor lauter Begeisterung jeden Tag Mittags und Abends ein solches Steak verdrückt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzTcj76kI/AAAAAAAAAmg/ht9EhEMnveY/s1600-h/milanesa+napolitana.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzTcj76kI/AAAAAAAAAmg/ht9EhEMnveY/s320/milanesa+napolitana.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805373741853250" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Milanesa Napolitana&lt;/span&gt;: Die Wörterkombination ist ein Widerspruch, der Italiener/innen in erstauntes Entsetzen versetzt. Ein „naopletanischer Mailänder“ ist so unmöglich wie der Himmel in der Hölle. In Argentinien interessieren die Attitüden der Großeltern nicht mehr. Man isst das sehr dünne Schnitzel (vom Rind versteht sich) mit geschmolzenem Käse und Paradreissauce darüber. Es schmeckt wirklich köstlich.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzSqcAYsI/AAAAAAAAAmI/99bXy5_YHUk/s1600-h/dulce-de-leche.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 297px; height: 236px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzSqcAYsI/AAAAAAAAAmI/99bXy5_YHUk/s320/dulce-de-leche.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805360286819010" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Dulce de Leche&lt;/span&gt;: Diese streichfähige Karamellcreme ist in Argentinien unfassbar dominant. In Mehlspeisen, Torten, Creps, im Eisladen oder beim Frühstücksaufstrich, überall schlägt Dulce de Leche die Wichtigkeit von Schokolade um Längen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJGvv7EI/AAAAAAAAAlY/d_d6uvnXeUE/s1600-h/alfajor.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 258px; height: 202px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJGvv7EI/AAAAAAAAAlY/d_d6uvnXeUE/s320/alfajor.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805196087127106" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Alfajor&lt;/span&gt;: Das wichtigste Biscuit in Argentinien. Es handelt sich um eine Art trockenes Törtchen (ca. 80g) in Schokolade getaucht und selbstverständlich mit Dulce de Leche gefüllt. Ziemlich süß aber wirklich gut. Der Alfajor findet Einsatz beim Frühstück, bei der Nachmittagsjause und ersetzt oft Kekse oder Mehlspeisen. Bei mir findet er überdies als Nachspeise nach jeder Mahlzeit, sowie als willkürliche Zwischenspeise lebhafte Verwendung. Dies dürfte meinen Mitbewohner/innen nicht entgangnen sein, woraufhin man mir zum Geburtstag 90 (!)Alfajores geschenkt hat. Mehr als sechs Wochen hat es leider trotzdem nicht gereicht… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzKc1Q2dI/AAAAAAAAAl4/LIX7Q8GXIio/s1600-h/danetta.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 200px; height: 150px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzKc1Q2dI/AAAAAAAAAl4/LIX7Q8GXIio/s320/danetta.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805219195705810" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Dany Sahne&lt;/span&gt;: Es heißt natürlich nicht so, aber die Produkte vom Typus Dany Sahne sind ausgesprochen köstlich und die Auswahl an verschiedenen Sorten und Anbietern ist erstaunlich groß. Das optimale Zwischendessert, falls man den Alfajor wegen Überfüllung des Magens mit Empanadas ausnahmsweise eine Stunde aufschiebt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzf40OYBI/AAAAAAAAAnA/ioTz_W-YyPk/s1600-h/torta+de+manzana.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 280px; height: 195px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzf40OYBI/AAAAAAAAAnA/ioTz_W-YyPk/s320/torta+de+manzana.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805587484794898" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Apfeltorte&lt;/span&gt;: Später werden wir noch feststellen, dass die Mehlspeisen die Stärke der Argentinier/innen nicht sind. Eine klare Ausnahme bildet da die argentinische Apfeltorte. Ganz anders als der Apfelstrudel, aber zweifelsfrei eine Delikatesse.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzfZX-YxI/AAAAAAAAAmw/MKTBegWM0Is/s1600-h/Picada.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 209px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzfZX-YxI/AAAAAAAAAmw/MKTBegWM0Is/s320/Picada.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805579044807442" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Picada&lt;/span&gt;: Die Vorspeisenplatte ist auch etwas Feines. In der bescheidensten Form mit Schinken, Käse und Oliven eine immer wieder gern gesehene Rettung, um bis 23:30 durchzuhalten. Da wird dann endlich warm zu Abend gegessen. Bei Festen und gemeinsamen Abendessen findet man mich pünktlich zu Beginn schon in der Nähe der Picada, der ich bis zum drei Stunden später stattfindenden eigentlichen Abendessen auch stets treu die Wache halte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJmea5jI/AAAAAAAAAlo/E9tc4Q_JAKE/s1600-h/cerveza-patagonia.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 200px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzJmea5jI/AAAAAAAAAlo/E9tc4Q_JAKE/s320/cerveza-patagonia.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805204604380722" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Cerveza Artesanal&lt;/span&gt;: Spezialbiersorten aus kleinen Brauereien sind wirklich fantastisch. Vor allem wenn es sich um Bier aus Patagonien handelt. Eine Region im Süden, wo irgendwelche versprengten Gruppen von Schotten und Deutschen ihre wohl konservierten kulturellen Fertigkeiten unter Beweis stellen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Was ist weniger toll? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abgesehen vom Spezialbier das ziemlich teuer ist, gibt es einige wenige argentinische Standardbiersorten, sie sehr wässrig und wenig voll im Geschmack sind (z.b. Quilmes). Das immer noch recht günstige belgische „Stella Artois“ hat sich daher zu meinem Standardbier entwickelt, was sich auf Grund meines äußerst regelmäßigen Konsums positiv in der Geschäftsbilanz der Brauerei – wenn nicht sogar in der belgischen Ausfuhrstatistik – niederschlagen dürfte.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt etliche Produkte die anders schmecken, ich habe keine Ahnung wieso. Vor allem Brot, Eier und Gemüse sind bei weitem nicht so geschmackvoll wie bei uns. Das glückliche Freiland-Hendl das aus der österreichischen Fernsehwerbung lugt, ist also möglicherweise mehr als ein Marketingschmäh.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzgOm9BlI/AAAAAAAAAnI/sgr-_wX_tbc/s1600-h/tortas.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 215px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzgOm9BlI/AAAAAAAAAnI/sgr-_wX_tbc/s320/tortas.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805593334711890" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Höchste Vorsicht ist bei Torten geboten. Optisch sind diese üppig bis kitschig, aber geschmacklich enttäuschen sie die Zunge jedes Menschen, der eine Wiener Konditorei schon von innen gesehen hat. Gemäß dem Motto Klotzen nicht Kleckern sind die Torten so mit Zucker und Fett aufmunitioniert, dass sie oft die Genießbarkeitsgrenze überschreiten. Dulce de Leche und fast nicht mehr legale Cremen quellen überall aus dem prachtvollen Monstrum. Statt des Schlagobers gibt es obendrein einen verhärteten Zuckerschaum, der den gefühlten Bombeneinschlag noch einmal potenziert. Dezent ist was anderes &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzfWhHmbI/AAAAAAAAAmo/FROz_5DWpBA/s1600-h/parilla.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 215px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzfWhHmbI/AAAAAAAAAmo/FROz_5DWpBA/s320/parilla.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805578277853618" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Die legendäre Parilla, also der argentinische Grill, ist meiner Auffassung nach ziemlich überschätzt. Es besteht eigentlich nur darin Rindfleischtrümmer auf einen Holkohlegrill zu legen und abzuwarten. Sämtliche Raffinessen die bei uns selbstverständlich sind, begonnen bei der Marinade, gibt es nicht. Außerdem wird das Fleisch anders geschnitten, ist meiner Meinung nach zu flachsig und kommt geschmacklich letztlich nicht an heimische Barbequeues heran. Zum Glück gibt es aber bei jedem Parilla auch ein Chorcio am Grill, also die zu Beginn erwähnte köstliche Paprikawurst. Und noch etwas schmeckt gegrillt wirklich gut: die argentinische Blutwurst, genannt Morcilla.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzSUisbcI/AAAAAAAAAmA/8bFRER5DCLE/s1600-h/Dulce+de+Batata.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 286px; height: 183px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzSUisbcI/AAAAAAAAAmA/8bFRER5DCLE/s320/Dulce+de+Batata.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805354409291202" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Ein völliges Rätsel bleibt mir die Liebe der Argentinier/innen zu einer Süßspeise namens Dulce de Batata, einer Art Süßkartoffelgelee. Sie essen es übrigens mit einem geschmacklosen Weichkäse, was dann endgültig verstört. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Was fehlt?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was einem als leidenschaftlicher Jausner am meisten fehlt sind Käse und Wurst. Vor allem für Leute wie mich, die trotz Jamie Oliver, neuem Rollenbild und Kochhype noch immer nicht kochen, ist das ein fundamentales Problem. Kauft man nämlich kein Essen auswärts, landet man automatisch bei der Jause. Wie ich in Wien erprobte, kann man sich von der Jause Wochen lang ernähren, Mittags sowie Abends. Man braucht dazu nur ca. alle drei Tage einen Sprung zum Hofer gehen, hat man einen Toaster genügt sogar einmal pro Woche. Bei der argentinischen Auswahl wird es allerdings ein bissl eintönig mit der Jause. Es gibt in Argentinien de facto zwei Käsesorten, eine weiche und eine harte. Beide kommen an den günstigsten Käse vom Hofer geschmacklich nicht heran. Auch die Wurst ist nicht so toll. Die Käse- und Wurstabteilung vom Billa kommt mir mittlerweile vor wie ein unglaubliches Delikatessenparadies und de facto ist sie das auch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzTNCDwBI/AAAAAAAAAmY/uvndIVYaERk/s1600-h/hofer.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 223px; height: 191px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyGzTNCDwBI/AAAAAAAAAmY/uvndIVYaERk/s320/hofer.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5413805369573228562" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Hofer in der Brunnengasse war mein Stammgeschäft und ich fand die Kette immer schon viel besser als ihren Ruf. Hier wird mir klar, was für einen hohen Standard Hofer eigentlich hatte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz 5700 km Küste gibt es praktisch keinen Fisch. Die Ursache liegt im Eingangs skizzierten Essverhalten punkto Rindfleisch. Es bleibt für Fisch schlicht und ergreifend kein Platz mehr im Bäuchlein.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sonst noch fehlt: Es werden deutlich weniger Gewürze verwendet (in Restaurants steht Salz am Tisch aber kein Pfeffer, der hier sehr abgeht) Es gibt weder Feta noch Mozarella. Beim Eis fehlen die Nussorten, die ja eigentlich die besten sind. Ebenso fehlen Kekse, die bis auf einige wüstentrockenen Varianten nicht existieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein fundamentaler Bestandteil der Küche ist Pizza. Diese halte ich für okay. Sie ist zwar so von Käse und Fett überhäuft, dass man schon während des Essens und spätestens danach schwere Magenprobleme bekommt, aber geschmacklich gibt es immer wieder sehr gute Pizzen. Nicht-argentinische Latinos die in Buenos Aires leben belächeln die argentinische Küche und halten diese für nicht besonders. Böse Zungen unter ihnen meinen, außer Parilla, Pizza und Empanada hätte sie nicht viel zu bieten. Das ist vielleicht übertrieben, aber zu den großen Küchen der Welt zählt die argentinische – diplomatisch ausgedrückt – wohl nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-718491741139521547?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/718491741139521547/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/12/kulinarisches.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/718491741139521547'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/718491741139521547'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/12/kulinarisches.html' title='Kulinarisches'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SyG0BgZHSxI/AAAAAAAAAnQ/cBnzKq7E8x4/s72-c/pizza.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-4831563112444996971</id><published>2009-11-30T09:32:00.000-08:00</published><updated>2009-11-30T09:38:02.828-08:00</updated><title type='text'>Die Zeit ist eine Tochter der...?</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SxQCK1PwY4I/AAAAAAAAAlQ/VZnbk7aQtCI/s1600/sommerzeit.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 116px; height: 116px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SxQCK1PwY4I/AAAAAAAAAlQ/VZnbk7aQtCI/s320/sommerzeit.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5409951437493920642" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine „Erstaunlichkeit“ (dieses Neologismus braucht man für Argentinien) die ich vergessen hatte zu berichten möchte ich jetzt nachholen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich im Jänner ankam war Sommerzeit. Dann wurde im März auf Winterzeit umgestellt. Im September brach – wie jedes Jahr – eine Diskussion aus, ob wieder auf Sommerzeit zurückgestellt wird. Argentinien hat sich dieses Jahr darauf nicht einigen können und bleibt bei der Winterzeit!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-4831563112444996971?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/4831563112444996971/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/die-zeit-ist-eine-tochter-der.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4831563112444996971'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4831563112444996971'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/die-zeit-ist-eine-tochter-der.html' title='Die Zeit ist eine Tochter der...?'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SxQCK1PwY4I/AAAAAAAAAlQ/VZnbk7aQtCI/s72-c/sommerzeit.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-7716433553945290471</id><published>2009-11-21T08:41:00.000-08:00</published><updated>2009-11-21T08:59:59.594-08:00</updated><title type='text'>Aufruf zur Fußgängerrevolte</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYexuKAAI/AAAAAAAAAkw/RyS7rwJI1rA/s1600/pare.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 135px; height: 135px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYexuKAAI/AAAAAAAAAkw/RyS7rwJI1rA/s320/pare.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5406598269680353282" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;PARE, so heißt STOP in der argentinischen Höflichkeitsform. Das Schild dient an den Kreuzungen übrigens nur zur Zirde&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der aggressive Unterton im heutigen Eintrag versucht gar nicht erst sich zu verstecken. Dies ist nicht verwunderlich, weil es diesmal um den Verkehr in einer lateinamerikanischen 13-Millionen-Metroploe geht. Das geht zwar ohne Regeln, aber nicht ohne Emotionen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYmLQrteI/AAAAAAAAAlI/EpNvHyU2nuU/s1600/transito+buenosaires.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 210px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYmLQrteI/AAAAAAAAAlI/EpNvHyU2nuU/s320/transito+buenosaires.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5406598396795139554" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Verkehr in Buenos Aires ist vor allem durch zwei Phänomene geprägt: Unfassbare Rücksichtslosigkeit und unfassbare Hektik. Wer sich brutaler verhält, setzt sich durch. Da Bluffen eine wichtige Rolle spielt, bremsen die Autos nie ab, auch nicht wenn man als Fußgänger/in irgendwo die Straße überquert. Damit signalisieren die Autos dass du divh verdammt noch einmal beim überqueren zu beeilen hast. Wie in allen Staaten denen man als eurozentristischer Chauvinist punktuelle Zivilisationsdefizite attestieren würde (eine überhebliche Herblassung, die mir in Momenten des Zorns manchmal einschießt), haben Fußgänger/innen in Buenos Aires keine Rechte. Zebrastreifen bedeutet nichts, wer selbige glaubt verwenden zu können wird vorher niedergehubt und nachher beschimpft. Weder Autos noch Busse haben Skrupel vor einer roten Ampel mitten am Zebrastreifen stehen zu bleiben. Motorräder rasen zwischen überquerenden Fußgänger/innen wie Irre hindurch. Auch Fußgängerampeln sind keine Garantie auf Sicherheit, vor allem abbiegende Fahrzeuge sind oft der Meinung in diesem Fall Vorrang zu haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYfILGbSI/AAAAAAAAAk4/N9qsYAjiwI0/s1600/Taxis2.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYfILGbSI/AAAAAAAAAk4/N9qsYAjiwI0/s320/Taxis2.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5406598275707333922" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es gibt einen Haufen Taxis in Buenos Aires, sie sind hier schwarz-gelb. Taxis sind auch deshalb verhasst, weil sie – wenn leer – vor Kreuzungen immer auf 10 km/h abbremsen um keine Kunden zu verpassen. Das erregt den Zorn der anderen Autofahrer/innen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Generell fahren die Portenos (so heißen die Einwohner/innen von Buenos Aires) mit Vollgas und Vollbremsung. Sie beschleunigen prinzipiell wie die Irren, fahren mit hoher Geschwindigkeit in die rote Kreuzung und bremsen dann wie verrück an der Ampel ab. Was das für Spritverbrauch und Fahrzeugabnutzung bedeutet kann man sich ausmalen. Für jeden Milimeter Vorsprung wird ein völlig überflüssiger Spurwechsel riskiert. Dabei schneidet man seinen Nachbarn natürlich bei hohem Tempo. Staut es sich hinter der nächsten Ampel schon, fährt man bei Orange selbstverständlich in die Kreuzung. Dass es gleich rot wird und die Querstraße damit total blockiert ist wird ohne Fingerzucken in Kauf genommen.  Die Autobusse verhalten sich nicht anders als die PKW oder Motorräder. Besonders schlimm sind die Taxis. Sämtliche Gefährte machen einen Höllenlärm, wobei die alten Lastwagen und Autobusse nur noch von den auffrisierten Mopeden übertroffen werden, die – vorzugsweise nachts – mit ihrem ohrenbetäubenden Gedröhne die Luft zerreißen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYeiTVtCI/AAAAAAAAAko/oHy-iO2_YQQ/s1600/Cole.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYeiTVtCI/AAAAAAAAAko/oHy-iO2_YQQ/s320/Cole.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5406598265541342242" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Colective Nr. 4 von meinem Balkönchen aus, mit Sicht auf die Kreuzung wo ich wohne, Urquiza und Garay. Mit diesem fahre ich jeden Tag in die Arbeit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am gefährlichsten sind aber zweifellos die Colectivos, die Autobusse in Buenos Aires. Sie wurden in den 90er-Jahren privatisiert, jetzt ist jede der 180 Buslinien eine Privatfirma. Was ein profitmaximierender städtischer Personenverkehr bedeutet, wird im Folgenden ersichtlich: Die Busse sind zumeist mindestens 20 Jahre alt und hinterlassen immer eine Abgaswolke die jeden VÖST-Schlot staunen lässt. Sie sind vollgestopft mit Menschen, rattern ruckartig mit Höllenlärm durch die Stadt und bewegen sich wie pubertierende Autodromfahrer. Sie rasen bei Rot über die Ampel, überholen sich in engen zweispurigen Einbahnen gegenseitig, schneiden sich untereinander sowie andere Verkehrsteilnehmer/innen. Sie fahren schnell durch enge Gassen und verletzen bei ihren Manövern mit ihren Rückspiegel immer wieder einmal Fußgänger/innen die am einfach am Gehsteig gehen. Die Colectivos kommen in willkürlichen Rhythmen. Typisch ist, dass 15 Minuten keiner kommt und dann zwei auf einmal. Das Steilste was ich erlebt habe waren vier unmittelbar hintereinander. Kommen sie lange nicht, sind sie natürlich besonders überfüllt. Manchmal sind sie so voll, dass sie gar nicht stehen bleiben, was dann weitere 15 Minuten Wartezeit bedeutet. Die Busse bleiben – wie die U-Bahn – nur extrem kurz stehen, ein und aussteigen passiert halb im Fahren, manchmal wird man beim Einsteigen fast hinausgeschleudert, weil der Bus schon mit vollem Karacho losfährt, während man mit einem Bein noch am Asphalt steht. Wie alte Leute damit leben ist mir völlig unklar, man sieht wohl deswegen nur sehr wenige in den Öffis. Bei uns würden Charlie Blecher und Andreas Kohl ob solcher Zustände Volksbegehren, wenn nicht Volksaufstände initiieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Anzahl an Verkehrstoten ist extrem hoch, aber was soll ein Staat machen dessen Regeln prinzipiell ignoriert werden? Die an jeder Ecke stets gemütlich herumstehenden Polizisten von Buenos Aires kosten diese Zustände nicht einmal ein Achselzucken. Außerdem ist die Exekution von Strafen schwierig. Die Vernetzung zwischen den Behörden der einzelnen Provinzen ist schlecht. Es wird als Innovation gesehen wird, dass auch Nicht-Portenos die Verkehrssünden begehen demnächst abgestraft werden. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass mindestens die Hälfte der Verkehrsteilnehmer/innen aus der Provinz Buenos Aires (14 Mio. Einwohner/innen) und nicht aus Buenos Aires Capital Federal (3 Mio. Einwohner/innen) kommen, macht diesen Umstand besonders delikat.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYfCZWufI/AAAAAAAAAlA/3PX0hLbcPTY/s1600/Taxis.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYfCZWufI/AAAAAAAAAlA/3PX0hLbcPTY/s320/Taxis.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5406598274156509682" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ein paar Taxis an meiner Kreuzung. Heute ist ein verregneter Samstag Nachmittag, daher ist relativ wenig los. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da vom Staat nichts zu erwarten ist, setze ich auf Selbstorganisation und rufe zum zivilen Widerstand zwecks Disziplinierung motorisierter Verkehrsteilnehmer/innen in Buenos Aires auf. Meine Tipps:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der konsequente Übersteiger&lt;/span&gt;: Ein Auto steht mitten am Zebrastreifen vor der roten Ampel, du hast grün. Geh nicht um das Auto herum, sondern steig über die Kühlerhaube &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Temporegulierungs-Blockade&lt;/span&gt;: Ein Auto reduziert nicht das Tempo während man einen Zebrastreifen überquert, weil es kalkuliert, dass es sich ausgeht wenn man selbst einen Zahn zulegt. In diesem Falle empfehle ich breitbeinig und frontal zum Auto stehen zu bleiben um ein Abbremsen zu erzwingen  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der Reflextest&lt;/span&gt;: Ein Auto fährt zu schnell in eine Kreuzung mit Zebrastreifen, an dessen Rand man steht um zu queren. Mein Tipp: Das Auto durch einen ruckartigen angedeuteten Schritt schrecken und eine Bremsung provozieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der Disziplinierungs-Kick&lt;/span&gt;:Weiters empfehle ich aufbindbare Stahlkappen für Front und Ferse zu kaufen. Alle Gefährte die einen am Zebrastreifen aus der Querstraße kommend schneiden oder hinten zu knapp auffahren, bekommen einen Tritt ins Blech (Motorräder nicht!). Vor allem Taxis. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Andeutung der Brandmarkung&lt;/span&gt;: Taxis die bereits mehrere Tritte im Blech haben sollte man zum Schein aufhalten, als wollte man ihre Transportdienstleistung in Anspruch nehmen. Beim öffnen der Tür empfiehlt sich ein Spruch wie „Marcardo“ (markiert), ehe man die Tür zuknallt und weitergeht. Das wird die ungeduldigen Taxler von Buenos Aires zur absoluten Weißglut treiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die geduldige Verzögerung&lt;/span&gt;: Busse die es besonders eilig haben, kann man durch besonders langsames Ein- und Aussteigen eventuell ein bisschen Geduld beibringen. Vielleicht verliert man eine Zeitschrift in der Türe und muss sie umständlich aufheben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der beharrliche Free Ride&lt;/span&gt;: Sollte ein Bus wieder einmal willkürlich an einer Haltestelle nicht stehen bleiben empfehle ich – fall es sich ausgeht – bis zur nächsten roten Ampel zu laufen, dort auf die Einstiegsplattform (die 10 cm. Breite sind Platz genug zum Stehen) zu springen und sich an den äußeren Halterungen festzuhalten. Der Busfahrer kann wählen ob er die Tür gleich öffnet, oder du eben ein bisschen draußen mitfährst und bei der nächsten Haltestelle einsteigst.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Das Soli-Drücken&lt;/span&gt;: Auch von Innen kann man dieser Anhalte-Willkür des entgegenwirken, indem man – sobald sich abzeichnet dass er nicht stehen bleibt – solidarisch mit den draußen wartenden den Ausstiegsknopf drückt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYeoF9w3I/AAAAAAAAAkg/iqINxx_Q5Yo/s1600/Cole2.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYeoF9w3I/AAAAAAAAAkg/iqINxx_Q5Yo/s320/Cole2.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5406598267095860082" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der 32er hinterlässt immer eine feine Rauchwolke die durch mein offenes Fenster dringt um meinen Raum vollständig auszufüllen. Punkto Lärmpegel können Kreissägen bei ihm Nachhilfe nehmen. Er kommt alle zehn Minuten, manchmal beglücken mich gleich drei hintereinander.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kürzlich habe ich mich über einen Autobus unfassbar geärgert, der mir während des Überquerens einer breiten Straße den Zebrastreifen blockiert hat um sich vor der roten Ampel ordentlich einzubremsen. Im Affektzorn habe ich ihm dem Fahrer und die Scheibe gehaut und siehe da er hat ein paar Meter zurückgeschoben und ich konnte gerade weitergehen. Es zahlt sich also aus sich zu wehren. Diese Kampfschrift an alle Fußgänger/innen von Buenos Aires werde ich irgendwann noch auf Spanisch übersetzen und auf roten Flugzettel in der Avenida Corrientes verteilen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-7716433553945290471?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/7716433553945290471/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/blog-post_21.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/7716433553945290471'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/7716433553945290471'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/blog-post_21.html' title='Aufruf zur Fußgängerrevolte'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SwgYexuKAAI/AAAAAAAAAkw/RyS7rwJI1rA/s72-c/pare.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-6633314831271060208</id><published>2009-11-11T19:40:00.000-08:00</published><updated>2009-11-12T13:02:55.728-08:00</updated><title type='text'>Alle reden übers Wetter. Ich auch.</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLh0shJ8I/AAAAAAAAAkI/wyeEIxnPL6M/s1600-h/Vista+decho+jardin+2.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLh0shJ8I/AAAAAAAAAkI/wyeEIxnPL6M/s320/Vista+decho+jardin+2.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065591158351810" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Zu diesem Eintrag zeige ich eine Fotoserie von einem Wochenendausflug auf eine Insel im Delta des Rio de la Plata. Die zahlreichen Inseln grenzen unmittelbar an Tigre, den nördlichsten Ausläufer von Gran Buenos Aires an und sind bewohnt.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Auslands-Österreicher/innen gibt es online umfassende Möglichkeiten sich über Vorgänge in der Heimat zu informieren. Neben den Onlineausgaben der Tageszeitungen sind es vor allem die ZIB 2 und das Mittagsjournal, die einen via Internet auf dem Laufenden halten. Bei mir so wie bei anderen linksliberalen Exilanten-Kolleng/innen sehr beliebt ist auch das Publizistische Werken des Robert Misik in seiner Internet-&lt;a href="http://www.misik.at/"&gt;Videosendung&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhu_xsUI/AAAAAAAAAj4/C6Rb1DrDqMc/s1600-h/Puerto+Tigra.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhu_xsUI/AAAAAAAAAj4/C6Rb1DrDqMc/s320/Puerto+Tigra.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065589628514626" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Hafen von Tigre. Sämtliche Personen- und Frachtboote zu Versorgung der Inselbewohner/innen legen hier an und ab. Die Personenboote gehen regelmäßig und sind quasi der Autobus für die Menschen auf den Inseln.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhc98KMI/AAAAAAAAAjw/7byi_PgaUzY/s1600-h/Puerto+Isla.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhc98KMI/AAAAAAAAAjw/7byi_PgaUzY/s320/Puerto+Isla.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065584788973762" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Anlegestelle an der Insel&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sinnhaftigkeit im Rahmen einer heimischen Nachrichtensendung über das österreichische Wetter informiert zu werden ist hingegen enden wollend. Einen praktischen Zweck gibt es nicht und der emotionale Wert der Information speist sich eher aus der untersten Schulblade der tiefen Gefühlskiste. Schadenfreude wenn das Wetter in Österreich schlechter ist als hier, Genugtuung wenn es hüben und drüben regnet, Neid wenn es drüben besser ist als hier und Missgunst wenn in Wien und Buenos Aires die Sonne scheint. Außerdem wird man paranoid:  Der diesjährige (österreichische) Sommer ist in meiner subjektiven Auffassung wesentlich besser ausgefallen, als die meisten Jahre zuvor. Trotz Unwetter. Der argentinische Winter hat sich ziemlich in die Länge gezogen (das bestätigen auch die weniger parteiischen Einheimischen). Nach vielen leidvollen Wintermonaten, die wesentlich kühler waren als ich erwartet hatte, kann ich jetzt endlich über einen – für argentinische Verhältnisse relativ späten – Frühsommerbeginn berichten. Während es in Wien schon so kalt ist, dass man bei Demonstrationen Hauben tragen muss haben wir 17 Grad. In der Früh, tagsüber 31. Hier ist nämlich gerade Mai. Es zeigt sich schon, diesem Blog-Eintrag wohnt ein gewisser boshafter Genuss inne….&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTZOcjcI/AAAAAAAAAjQ/H9pGY6NOYr4/s1600-h/Castillo.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTZOcjcI/AAAAAAAAAjQ/H9pGY6NOYr4/s320/Castillo.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065343266295234" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ein Schlösschen, das nun ein Museum ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTbJX9nI/AAAAAAAAAjI/mQoLHwbaB84/s1600-h/Casitas+Rio.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 207px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTbJX9nI/AAAAAAAAAjI/mQoLHwbaB84/s320/Casitas+Rio.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065343781893746" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;In Häuschen wie diesen leben die Insulaner/innen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor einigen Monaten nannte ich den langen Sommer als einen von zehn Gründen um nach Buenos Aires auszuwandern. Dies möchte ich vollständig zurücknehmen. Sollte das kühle österreichische Klima ein Grund sein die Alpenrepublik für immer zu verlassen, kann ich Buenos Aires keinen Falls als Fluchtdestination empfehlen. Ein Onlineblick auf die hiesigen Wetteraufzeichnungen der letzten Monate wird sicher stark von dem abweichen was ich hier erzähle, das ist mir aber egal. Mir war so oft kalt, dass ich mich um keine ausgewogene Gewichtung meiner Erzählungen kümmere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhru9yfI/AAAAAAAAAkA/AuTlCmzrS7s/s1600-h/rio+isla.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhru9yfI/AAAAAAAAAkA/AuTlCmzrS7s/s320/rio+isla.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065588752697842" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTCtw8bI/AAAAAAAAAjA/bazV0c56ndc/s1600-h/Casa.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 231px; height: 308px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTCtw8bI/AAAAAAAAAjA/bazV0c56ndc/s320/Casa.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065337223639474" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Das Häuschen ist das letzte von ca. zehn seiner Art und liegt ganz hinten auf der Insel&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Buenos Aires bedeutet zu Deutsch ja quasi die Stadt der guten Lüfte. Tatsächlich unterscheidet sich die argentinische Metropole von Mexiko-Stadt etwa dadurch, dass die Luft nicht steht sondern alle paar Tage – wie von einem riesigen Ventilator – immer verblasen wird. Sprich, es gibt viel Wind. Das ist meistens sehr unangenehm, weil der Wind die gefühlte Temperatur deutlich kühler erscheinen lässt als sie ist. Das weiteren sorgt der Rio de la Plata dafür, dass es auch sehr oft feucht ist. Das zu einer Kombination von Wind und Feuchtigkeit, die einem die Kälte unter die Haut kriechen lassen. Besonders hervorheben möchte ich den 26. Oktober, ein Datum das ich mir als eingefleischter Patriot leicht merken konnte. An diesem Tag hatte es 20 Grad und der Himmel war wolkenfrei. Also fast schon das Maximum, was ein österreichischer Sommer zu bieten hat. Trotzdem war es, vor allem im Schatten, richtig kühl und niemand war ohne Jacke unterwegs. Der Wind und die Feuchtigkeit haben die Temperatur und die Sonne ausgestochen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhI2T2II/AAAAAAAAAjo/FQeFRPEB2-E/s1600-h/Lenius.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 231px; height: 308px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLhI2T2II/AAAAAAAAAjo/FQeFRPEB2-E/s320/Lenius.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065579388262530" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Mein Bekannter Lenius aus Kolumbien ist der Bewohner dieses Inselhäuschens, das er mit einem Pärchen teilt. Für sein Zimmerchen, Küche, WC und Riesengarten zahlt er nur 300 Peso (60 Euro) Monatsmiete.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLpkGRHzI/AAAAAAAAAkQ/9Zubd6AAI9o/s1600-h/Vista+decho+Jardin.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLpkGRHzI/AAAAAAAAAkQ/9Zubd6AAI9o/s320/Vista+decho+Jardin.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065724141903666" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rückblickend muss ich sagen, dass die beiden richtigen Wintermonate (Juli und August) wesentlich angenehmer waren als die Übergangsmonate Mai, Juni, September und Oktober. In Juli/August gab es meiner Wahrnehmung nach wenig Regen, wenig Wind, viel Sonne und viele stabile Hochdrucktage. Die Temperatur erreichte meistens am Nachmittag 10 bis 15 Grad. Die Übergangsmonate waren nass, windig und kalt. Einmal gab es eine Kombination aus kühlen Temperaturen (sprich null Grad), Regen und Wind die als gefühlte Kälte an das schlimmste herankam was ich je in Österreich gefühlt habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuMZ_j_xKI/AAAAAAAAAkY/DxqhA1ZW6Gs/s1600-h/klima+buenos+aires.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 223px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuMZ_j_xKI/AAAAAAAAAkY/DxqhA1ZW6Gs/s320/klima+buenos+aires.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403066556148073634" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Tatsächlich ist der Winter deutlich trockener als die Übergangsmonate. Achtung, dieses Klimadiagramm beginnt mit Juli. Zum Vergrößern anklicken.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Buenos Aires liegt einfach schon zu weit südlich, zu nahe an der Antarktis. Sieben Monate lang ist hier einfach definitiv nicht Sommer. Noch bedrückender ist, dass es an der ganzen 5000 km. langen argentinischen Atlantikküste nicht einen Ort gibt, der es im Sommer mit der Stabilität des Mittelmeerklimas aufnehmen kann. Es setzt sich – auch in den großen Sommerurlaubszentren wie Mar del Plata immer wieder ein kühler Polarwind durch, der sogar bis an die Küste der Provinz Buenos Aires Pinguine anschwemmen kann! Wer wettermäßig auf Nummer Sicher gehen will muss sich nach Nord-Brasilien, Kolumbien oder in die Karibik absetzen. Dort ist s wirklich immer warm. Angeblich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTz0vfTI/AAAAAAAAAjg/QvU0nr1CbUk/s1600-h/Jardin+Eden.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLTz0vfTI/AAAAAAAAAjg/QvU0nr1CbUk/s320/Jardin+Eden.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5403065350406241586" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Garten Eden. Er ist riesig und es gibt nicht nur sämtliche Früchte, sondern sogar Nussbäume.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-6633314831271060208?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/6633314831271060208/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/blog-post.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/6633314831271060208'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/6633314831271060208'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/blog-post.html' title='Alle reden übers Wetter. Ich auch.'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvuLh0shJ8I/AAAAAAAAAkI/wyeEIxnPL6M/s72-c/Vista+decho+jardin+2.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-4165408944490284156</id><published>2009-11-09T09:23:00.001-08:00</published><updated>2009-11-09T11:36:24.934-08:00</updated><title type='text'>Gebildetes Argentinien</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWwS5_QYI/AAAAAAAAAig/NU5RoHa2lgA/s1600-h/Pallas_Athene.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 180px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWwS5_QYI/AAAAAAAAAig/NU5RoHa2lgA/s320/Pallas_Athene.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5402163140739678594" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Athene (römisch Minerva), die Göttin der Weisheit. Ob der Standort der auf dem Foto abgebildeten Statue wirklich optimal gewählt wurde darf bezweifelt werden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anlässlich der Unistreiks in Österreich werde ich heute ein paar Worte zum Bildungsniveau in Argentinien verlieren. Als Ausgangspunkt möchte ich auf einen meiner Blogeinträge aus dem März eingehen, indem ich geschildert hatte, ich würde bei Taxi- und Kioskkonversationen als Notlüge manchmal behaupten aus „Alemania“ (Deutschland) zu sein um nicht umständlich erklären zu müssen, was Austria im Gegensatz zu Australia sei. Nun, das habe ich mir aus einem einfachen Grund abgewöhnt. Fast alle Argentinier/innen – auch jene die im Kiosk arbeiten – können irgendwas mit Österreich anfangen. Sie wissen zumindest wie die Hauptstadt heißt, können Österreich mit klassischer Musik assoziieren (so zuletzt ein Obdachloser (!) dem ich zwei Peso geschnorrt habe), waren gar vor zehn Jahren im Zuge einer Europareise selbst in Innsbruck oder haben sogar Vorfahren aus der Monarchie. Mein anfänglicher Eindruck war vor allem auch noch gefärbt von hier lebenden Ausländer/innen, die keine Ahnung hatten. Leute aus Australien, Kanada den USA, aber vor allem auch aus Westeuropa die mich gefragt haben, welche Sprache man in Österreich spreche. Überdies hatte ich die Erwartungshaltung, dass die Argentinier/innen vom Ausland so viel Ahnung haben wie die Amis. Das trifft überhaupt nicht zu. Gerade punkto in- und ausländischer geographischer Belange ist das Niveau der Allgemeinbildung erstaunlich hoch. Da man glaubt im Ausland sei alles besser als zu Hause, kennt man sich dort auch aus. Dieses Land, das sich so danach sehnen würde zur westlichen Gemeinschaft zu gehören, hat seine Idole genau studiert.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWwCRlPwI/AAAAAAAAAiY/rl_NXpBmLbA/s1600-h/jorge-luis-borges.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 199px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWwCRlPwI/AAAAAAAAAiY/rl_NXpBmLbA/s320/jorge-luis-borges.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5402163136275234562" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Jorge Luis Borges (1899 – 1986) gilt neben Julio Cortázar (1914 – 1984) als der wichtigste argentinische Dichter. Die surreale Atmosphäre seiner Kurzgeschichten erinnert mich am ehesten noch an Kafka.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Beispiel Sozialarbeiter/innen&lt;/span&gt;: In Phasen wo sehr wenig Kinder ins CAINA kommen (25 abwärts), stehe ich manchmal minutenlang in Wartehaltung bei meinem Essenausgabefenster. Diese Zwischenpausen vertreibe ich mir gelegentlich mit einem Buch, was die Neugier der angestellten (universitär ausgebildeten) Sozialarbeiter/innen weckt die sich dann unauffällig anpirschen. Lese ich Borges (auf Deutsch versteht sich, das ist schon anstrengend genug), erzählen sie mir im Detail seine Biographie, seine politische Einstellung, seine soziale Herkunft, welche Bücher er in welcher Lebensphase verfasst hat und wie er sich dabei jeweils von Cortazar (der zweite Nationaldichter) unterscheidet. Lese ich etwas über Bernstein (deutscher reformistischer Sozialdemokrat der Jahrhundertwende), entsteht eine Diskussion in der X Kautsky und Lenin vergleicht, Y mir erzählt sie sei neun Jahre lang politisch aktiv gewesen und kenne Bernstein aus diversen Diskussionen und Z über das Genie Marx und sein Werk „Das Kapital“ schwärmt, welches er sich gerade in einem Lesekreis mit Studienkollegen aneignet. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt; Beispiel Reinigungskräfte&lt;/span&gt;: Nicht nur die Akademiker/innen im CAINA verfügen über eine profunde Allgemeinbildung, auch ein Mitglied des Putzpersonals erstaunt mit umfassenden Kenntnissen über Mozart Klavierstücke, die er zu Hause auch gerne selbst spielt. Er kennt auch sämtliche andere Komponisten, deren Werke und deren Lebensgeschichte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhgERKmMjI/AAAAAAAAAi4/43s9H3_ZO8o/s1600-h/contemp.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 193px; height: 189px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhgERKmMjI/AAAAAAAAAi4/43s9H3_ZO8o/s320/contemp.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5402173379474502194" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Im zeitgenössischen Tanz werden oft gesellschaftspolitische Themen verarbeitet. Viele Leute die Ballett tanzen, tanzen auch zeitgenössisch und viele Leute die zeitgenössisch tanzen, interessieren sich auch für gesellschaftliche Fragen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Beispiel Tanz&lt;/span&gt;: Es mag ein Zufall sein, aber mehrere Tanzkolleginnen zwischen 20 und 25, deren Traum es ist bei irgendeiner wichtigen Tanzkompanie im Bereich Ballett oder Zeitgenössischem Tanz unterzukommen (oder das sogar schon geschafft haben), sind gegen jedes Vorurteil nebenbei Studentinnen der Politikwissenschaft, umfassend informiert und an gesellschaftlichen Fragen sehr interessiert. Diskussionen darüber wieso der Nationalsozialismus im protestantischen Teil Deutschlands besser Fuß fassen konnte als im katholischen ergeben sich genauso wie Debatten über das Menschenbild bei Nietzsche (denen ich mangels eigener Kenntnis als erstaunter Zuhörer beiwohne). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Beispiel Haus&lt;/span&gt;: In meinem Haus wohnen derzeit drei Argentinier/innen und drei Europäer/innen. Außerdem gibt es noch einige Freunde des Hauses, die Argentinier/innen sind ausnahmslos alle sind politisch interessiert, wenn nicht gar selbst engagiert sowie  auffallend informiert und gebildet. Teilweise im klassischen Sinne, weil sie sich mit Philosophie oder politischer Theorie beschäftigt haben. Teilweise aber auch einfach reich an spezifischem Allgemeinwissen. Etwa die Akzente und Dialekte in Argentinien und Lateinamerika betreffend. So werden die Zusammenhänge zwischen dem Napoletanischen (das sich vom italienischen sehr unterscheidet) und dem Lunfardo (dem Dialekt von Buenos Aires) genau geschildert. Sie kennen aktuelle Details der städtischen Kommunalpolitik, die Geschichte der Kolonialisierung Argentiniens und der verschiedenen Migrationswellen haben sie ebenso auf Punkt und Beistrich intus wie die politische Geschichte des Landes seit der Epoche Perons zur Mitte des 20. Jh. Ihr Interesse und ihr Wissen verunmöglichen es, dass der Gesprächsstoff jemals ausgehen könnte.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWvzSR9YI/AAAAAAAAAiQ/jBHARfKWxig/s1600-h/galeano.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 122px; height: 139px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWvzSR9YI/AAAAAAAAAiQ/jBHARfKWxig/s320/galeano.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5402163132251633026" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der aus Uruguay stammende Eduardo Galeano, einer der großen Intellektuellen Lateinamerikas hat 1971 die in zahlreiche Sprachen übersetzte Ausbeutungs- und Kolonialgeschichte „Die offenen Adern Lateinamerikas“ verfasst.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Beispiel Diskussionszirkel&lt;/span&gt;: Großen Eindruck hat auf mich auch ein Diskussionszirkel eines befreundeten Philosophiestudenten gemacht. Es handelt sich dabei um besonders interessierte Leute, die sich alle zwei Wochen treffen um soziologische oder politische Texte zu diskutieren. So etwas mag es in Wien auch geben, was mich dann aber doch sehr erstaunt hat war wie unfassbar profund und unglaublich breit das Bildungsniveau dieser Gruppe aus fertigen oder fast fertigen Soziologen, Historikern, Juristen und Philosophen (alle Gruppenmitgliede waren männlich) war. Detaillierteste Kenntnisse der europäischen und amerikanischen Geschichte, sämtlicher politischer, soziologischer und ökonomischer Theorie, der Philosophie, der Literatur etlicher Sprachen (Proust, Kafka, Orwell etc.) und der Geographie im globalen, sowie im kleinsten Detail (Welche Straßen begrenzen die 48 Bezirke von Buenos Aires!) hatte ich in dieser Intensität vorher noch nie gesehen. Obwohl weder Ökonomen noch Sozialdemokrat/innen dabei waren (die Gruppe bestand aus Linksperonisten und Liberalen), hatten die Anwesenden exakte Vorstellungen über Keynes und Hayek genauso wie über Bebel oder Hilferding. Was man noch bedenken muss: Die Gruppe kannte nicht nur sämtliche Gedanken der europäischen Geistesgeschichte. Alle diese Leute haben detaillierte Kenntnisse über die sozialwissenschaftlichen Diskurse Lateinamerikas. Die politische Situation und Geschichte aller lateinamerikanischen Staaten, die ideologische Welt des Peronismus, die Theologie der Befreiung, der Pädagogik der Unterdrückten, die Dependenztheorie eines Galenos („Die offenen Adern Lateinamerikas“), all das kennen die Leute aus dem Effeff. Es bedeutet letztlich, dass sie doppelt gebildet sind, europäisch und lateinamerikanisch. Meine Kenntnisse der europäischen Geistesgeschichte kommen an jene dieser Gruppenmitglieder nicht heran. Die lateinamerikanische kenne ich überhaupt nur fragmentarisch. Obwohl viele dieser Leute aus ökonomischen Gründen Argentinien noch nie verlassen haben, sind sie echte Weltenbürger.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWwual-tI/AAAAAAAAAio/b450dECxWD0/s1600-h/UBA+Logo.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 149px; height: 149px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWwual-tI/AAAAAAAAAio/b450dECxWD0/s320/UBA+Logo.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5402163148124191442" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt habe ich von Anfang an festgestellt, dass die Studierenden in Buenos Aires nicht nur gesellschaftspolitisch deutlich interessierter sind als die unsrigen (Unibesetzungen gibt’s hier monatlich, oft auch in Solidarität mit Arbeitskämpfen die mit der Uni nichts zu tun haben), sondern vor allem auch deutlich gebildeter. Das geht natürlich Hand in Hand. Wie stark politisches Interesse und Allgemeinbildung korrelieren, wird mir erst hier richtig bewusst. (Mein sehr subjektiver Begriff von Allgemeinbildung schließt alle Bereiche die mich wenig interessieren – naturwissenschaftliche, medizinische, technische Kenntnisse etc. – nicht ein.)  Ideologie kann zwar – v.a. wenn der Wunsch Vater des Gedanken wird – Erkenntnis  stark vernebeln, sie ist aber auf der anderen Seite oft ein intensiver Antrieb, wenn nicht der Schlüssel um sich Erkenntnisse anzueignen. Das gilt für Vollblutideologen aller Couleurs. Hochgebildete ideologische Überzeugungstäter aus dem Bereich der Ökonomie sind beispielsweise Karl Marx oder Josef Alois Schumpeter. Über die deutlich stärkere Politisierung der Gesellschaft und der Studentenschaft in Argentinien werde ich noch einmal einen eigenen Eintrag verfassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhW1AJYauI/AAAAAAAAAiw/VH_8byLFAcM/s1600-h/Wiwi+Fakult%C3%A4t+UBA.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 275px; height: 206px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhW1AJYauI/AAAAAAAAAiw/VH_8byLFAcM/s320/Wiwi+Fakult%C3%A4t+UBA.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5402163221603314402" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Universidad de Buenos Aires, Facultad de Ciencias Económicas&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieso die Studierenden (der Sozial- und Geistswissenschaften) meiner Auffassung nach deutlich besser ausgebildet sind als in Wien, habe ich in einem BLOG-Eintrag meiner SPÖ-Sektion kürzlich zum Besten gegeben: &lt;a href="http://blog.sektionacht.at/2009/11/augenmerk-auf-die-lehre/"&gt;Augenmerk auf die Lehre&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-4165408944490284156?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/4165408944490284156/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/gebildetes-argentinien-anlasslich-der.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4165408944490284156'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4165408944490284156'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/11/gebildetes-argentinien-anlasslich-der.html' title='Gebildetes Argentinien'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SvhWwS5_QYI/AAAAAAAAAig/NU5RoHa2lgA/s72-c/Pallas_Athene.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-5578116112647071835</id><published>2009-10-28T18:53:00.001-07:00</published><updated>2009-10-29T09:58:58.941-07:00</updated><title type='text'>Die Arbeit im CAINA (Teil 3)</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SunHrpTYMyI/AAAAAAAAAhw/qCXDvlSxVgM/s1600-h/Kids+CAINA.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SunHrpTYMyI/AAAAAAAAAhw/qCXDvlSxVgM/s320/Kids+CAINA.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5398065181015683874" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hier ein paar der entzückenden, handzahmen, höflichen und in jeder Hinsicht zuvorkommenden Besucher/innen des CAINA.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen Eintrag über das CAINA (mein Straßenkinderheim) möchte ich mit einer kleinen Anekdote beginnen. Ein Bursche von 17 Jahren saß kürzlich beim Mittagessen im CAINA neben mir. Als ich ihm auf Nachfrage erklärte, dass ich aus „Austria“ sei, kam nicht die Standardantwort „Ahhh, Australiano?“, sondern zu meiner großen Überraschung die Frage ob ich aus „Viena“ käme. Ich bejahte dies, worauf mir der junge Herr auf Deutsch einen „Guten Tag“ wünschte. Es gibt viele Menschen in Argentinien die Hallo, Dankeschön, Guten Tag oder Tschüss sagen können, aber für gewöhnlich sind das keine Straßenkinder. Ob meiner sichtlichen Erstauntheit erklärte mir der Bursche, dass seine Nachbarin Wienerin gewesen sei. Ich stelle ihn sofort auf die Probe, er konnte ohne Probleme Servus, Bitte und Danke auf Spanisch übersetzen. Es stellte sich heraus, dass die Frau – eine alte Dame – bereits vor einigen Jahren verstorben war. Sie hatte mehrere Jahre neben der Wohnung der Familie des Burschen gelebt und ausschließlich Deutsch mit ihren Nachbarskindern gesprochen. Diese waren jung, aufnahmefähig und hatten offensichtlich passiv einiges verstanden. Wir identifizierten noch ein paar Wörter, bis er mir sagte, sie habe stets einen Satz laut ausgesprochen, wenn es schlecht roch. Ich bat ihn gespannt mir selbigen wiederzugeben und hörte mit vorerst ungläubiger Fassungslosigkeit folgende Laute: „Pfui Deife“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj15l-_4AI/AAAAAAAAAgo/DPtV3Ll6d_g/s1600-h/nik+louis.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj15l-_4AI/AAAAAAAAAgo/DPtV3Ll6d_g/s320/nik+louis.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5397834523201232898" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Luis ist sozusagen mein bester Freund unter den Kids, leider wurde er 19 und darf jetzt nur noch einmal pro Monat zu Besuch kommen. Er ist zweifacher Vater mit zwei verschiedenen Mädchen. Mit der 17-jährigen Maria die im September ein Töchterchen von ihm bekommen hat, lebt er jetzt auch mehr oder weniger zusammen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es hat mich vor Lachen fast vom Sessel geworfen. Auf die Bitte mehrer anwesender Sozialarbeiter/innen zu erklären was mich so belustige konnte ich nur auf die Unerklärbarkeit dieser Komik verweisen. Wie soll man einer Person die nicht aus Österreich kommt, geschweige den Deutsch spricht das Kuriosum erläutern, von einem 17-jährigen argentinischen Straßenkind in einem Tageskinderheim in Buenos Aires einen dermaßen ur-österreichischen Ausspruch entgegengeschleudert zu bekommen? Wie originell „Pfui Deife“ sowohl im Klang, als auch mit seiner typisch österreichischen Verniedlichung – die in diesem Falle sogar vor dem Satan nicht Halt macht – eigentlich ist wurde mir erst durch dieses Erlebnis klar. Da der Ausspruch heute in Österreich nicht gerade zum Standardrepertoir des Jugendslang der späten 2000er-Jahre gehört, habe ich für mich beschlossen ihn ob seines spezifischen Witzes bewusst in meinen aktiven Wortschatz zu integrieren. Die alte störrische Wienerin, die sich – wie viele Menschen aus ganz Europa (vor allem die Italienerinnen) – bis zum Schluss geweigert hat ihre Muttersprache abzulegen, hat es sich verdient ihren antiquierten aber großartigen Ausdruck nicht aussterben zu lassen.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj6INQLWsI/AAAAAAAAAho/txpomaVbLLk/s1600-h/landkarten.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj6INQLWsI/AAAAAAAAAho/txpomaVbLLk/s320/landkarten.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5397839172306950850" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Kenntnisse der Geographie finde ich - wie dem aufmerksamen Teil meiner Leser/innen EVENTEULL schon aufgefallen ist - besonders wichtig. Daher habe ich dem CAINA zwei Landkarten mit zwei Erdteilen geschenkt, die zufällig mit jenen übereinstimmen die mich besonders interessieren. Dafür kann man jetzt Geographie-Ratequiz machen. &lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der heitere Einstieg ist in Wirklichkeit nur ein Köder für diesen recht stark statistisch unterminierten Artikel. Vielen Volkswirt/innen sind Statistiken ja lieber als jeder Erklärungstext, für den weniger auf Zahlen fokussierten Teil der Leserschaft habe ich den Grafiken jedoch einige kompakte Erklärungen hinzugefügt, die wie saftige Bratenhäppchen ganz sanft auf der Zunge zergehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst einmal möchte ich zwei Herren vorstellen, die für eine Privatfirma im städtischen Dienst jeden Tag ins CAINA kommen und Lebensmittel bringen. Der eine älter, der andere jünger, aber beide kräftig, bärtig und etwas verschwitzt, was mich und die Köchinnen nicht davon abhält sie jeden Tag mit dem obligatorischen Wangenküsschen und einem „hola amigo“ – wir kennen uns ja nicht beim Namen – zu begrüßen. Die beiden Herren haben eine Liste, mit 14 „Comedores“ (öffentliche Küche) der Zone Südost, die sie jeden Tag beliefern. Ihr nicht zu verachtender Körperumfang lässt darauf schließen, dass sie auch in den anderen 13 Comedores – so wie bei uns – ein kleines Imbisshäppchen verschlingen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj2EqNTQVI/AAAAAAAAAhQ/pih4ZwBpttA/s1600-h/Nik+Rosa+lavando.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 231px; height: 308px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj2EqNTQVI/AAAAAAAAAhQ/pih4ZwBpttA/s320/Nik+Rosa+lavando.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5397834713313526098" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Rosa und ich beim Abwaschen. Rosa kommt aus Lanus im südlichen Vorortegürtel. Nach der Arbeit im CAINA schuftet sie im Pizzalieferladen ihres Mannes. Ebenso an den Wochenenden. Einen freien Tag hat Rosa nie.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden haben mir mitgeteilt, dass es in ihrer Firma insgesamt acht „Camiones“ (Lastautos) gibt, sowie vier weitere Firmen die Lebensmittel für öffentliche Einrichtungen ausliefern. Angenommen die anderen Firmen haben auch acht Camiones und beliefern 14 Comdores, ergibt eine grobe Überschlagsrechnung, dass die Stadtregierung an rund 560 Orten öffentlich warmes Essen ausgibt, inklusive Spitäler, Horte etc. Einen städtischen Beamten der kürzlich zur Kontrolle der Lebensmittellieferung kam habe ich gefragt, wie viele dieser Orte dezidiert der Armenausspeisung dienen. Er sagte alles zusammen (Kinder, Kleinkinder, Alleinerzieherinnen sowie normale Comedores für jedermann) seien es mindestens 300. Das ist auf den ersten Blick für die Bundeshauptstadt ohne Vororte (ca. 3 Millionen Einwohner/innen) gar nicht so wenig, allerdings stehen dem alle Menschen gegenüber die in Buenos Aires im Elend leben. Das sind nach meinen bisherigen Informationen, Einschätzungen und Erfahrungen nicht mehr als fünf Prozent der Bevölkerung. Das stimmt auch mit der für 2008 geschätzten Zahl von 167.000 Menschen die in „Villas“ (Elendsviertel) leben recht genau überein. Natürlich sind nicht alle Menschen in Villas auf die öffentliche Ausspeisung angewiesen, trotzdem kämen gemäß dieser Zahlen auf jeden Comedor rund 550 Menschen. Ausgehend vom CAINA rechne ich dass pro Comdedor durchschnittlich weniger als 50 Menschen täglich essen (2008 waren es im Schnitt 40). Diese Zahl ist weit entfernt von 550, allerdings kommen nicht immer die gleichen Leute. In den letzten Jahren suchten jährlich rund 1000 verschiedene Kinder das CAINA auf. Wenn wir diese Zahl als Richtwert auf alle angenommenen 300 Comedores hochrechnen, stehen den 167.000 Bewohner/innen von Elendsviertel rund 300.000 Menschen gegenüber, die zumindest einmal jährlich an einer öffentlichen Ausspeisung teilnehmen. Ich betone nochmals, dass es sich hier um Einschätzungen und Daumen mal π-Rechnungen handelt, aber zumindest die Größenordnungen scheinen mir recht plausibel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SunHrnyEobI/AAAAAAAAAh4/5gGOvVvn-Nc/s1600-h/Girls.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SunHrnyEobI/AAAAAAAAAh4/5gGOvVvn-Nc/s320/Girls.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5398065180607553970" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Anzahl von Mädchen auf der Straße und im CAINA steigt. Das ist nicht nur ein schlechtes Zeichen, es heißt auch, dass sich weniger Mädchen Gewalt und sexuellen Missbrauch, vor allem von ihren Vätern, gefallen lassen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Folgenden sichten wir einiges an statistischem Material, das sich unmittelbar auf das CAINA bezieht. Im Jahr 2008 besuchten durchschnittlich 40 Kinder pro Tag das CAINA, insgesamt kamen von Jänner bis September 779 verschiedene Kinder. Die Daten für 2008 gehen aus mir unerklärlichen Gründen nur bis September, insgesamt werden es im Vorjahr wohl rund 1000 Kids gewesen sein. Aus Tabelle 1 geht hervor, dass das Aufsuchen des CAINA (das seit 1992 existiert) sehr stark konjunkturabhängig ist. Die soziale Situation spitzte sich schon vor der Krise zu und führte zwischen 1997 und 2001 zu einer Verdoppelung der Kinder die das CAINA aufsuchten. Nach der Zusammenbruch 2001 stieg die Anzahl nochmals um 50% auf den bisherigen Rekordwert von 1438 Besucher/innen im Jahr 2003. In den wirtschaftlich prosperierenden Folgejahren nimmt der Zustrom wieder deutlich ab. Unabhängig von der Konjunktur zeigt sich, dass die Besucher/innen des CAINA deutlich weiblicher wurden und ihren Anteil von 1997 bis 2008 um fast zehn Prozentpunkte von 15,3 auf 24,5 Prozent steigerten. 2006 lag ihr Anteil sogar bei 28,5 Prozent. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj16VNWMXI/AAAAAAAAAhI/wjphuJGRVos/s1600-h/sexo+chicos.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 234px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj16VNWMXI/AAAAAAAAAhI/wjphuJGRVos/s320/sexo+chicos.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5397834535877882226" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Tabelle 1: Gesamtzahl der versorgten Kinder pro Jahr sowie Geschlechtsstruktur&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Alterstruktur der Kinder ist in Tabelle 2 aufgeschlüsselt, auch hier zeigt sich ein konjunkturunabhängiger Trend. Das Durchschnittsalter der Kids die das CAINA besuchten stieg von 1997 bis 2008 von 14,4 Jahre auf 15,4 Jahre um exakt ein Lebensjahr an. Das ist ein massiver Anstieg, in der Tabelle ist auch aufgeschlüsselt dass es vor allem die 16 bis 18-jährigen sind, die zugenommen haben, während die 12 bis 15-jährigen deutlich weniger wurden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj16CDaASI/AAAAAAAAAg4/03_nO80jo7Y/s1600-h/Edad+chicos.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 235px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj16CDaASI/AAAAAAAAAg4/03_nO80jo7Y/s320/Edad+chicos.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5397834530735915298" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Tabelle 2: Altersstruktur der Kinder&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant ist auch wo die Kinder ihren letzten Wohnort angeben, dies ist in Tabelle 3 aufgeschlüsselt. So gut wie alle Kinder wohnen in Buenos Aires Capital Federal (ohne Vorstädte). Den größten Brocken (13%) macht der ursprünglich arme, aber touristisch und künstlerisch immer mehr durchsetzte Schick-Bezirk San Telmo aus, an dessen Grenze sich auch das CAINA befindet. Gefolgt von Retiro (12%),  einem ganz zentral gelegenen Bezirk der neben besonders noblen Wohngegenden auch die Villa 31 beherbergt, das größte Elendsviertel des Zentrums. Danach folgt der als besonders gefährlich geltende Bezirk Constitución (9%), der im Westen unmittelbar an San Telmo angrenzt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj151lEOvI/AAAAAAAAAgw/4ycJOCp1AK0/s1600-h/Lugar+chicos.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 189px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Suj151lEOvI/AAAAAAAAAgw/4ycJOCp1AK0/s320/Lugar+chicos.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5397834527387433714" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Tabelle 3: Letzter von den Kindern angegebener Wohnort &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein völlig anderes Bild ergibt sich, wenn man schaut wo die Kinder ursprünglich herkommen. Sie leben zwar de facto alle in Capital Federal (ohne Vororte, 3 Millionen Einwohner/innen), kommen aber vorwiegend aus dem 10-Millionen Einwohner/innen starken Vorortegürtel (Gran Buenos Aires). 2008 kamen nur 7,7 Prozent der Kids ursprünglich aus Capital Federal, aber 81,7 aus dem Vorortegürtel. Dabei führen interessanterweise die sehr weit außen liegenden Randbezirke des buenosairschen Agglomerationsmonsters, nämlich Quilmes (Süden) und Moreno (Westen). 7,7 Prozent kamen aus weiter entfernt liegenden Teilen der Provinz Buenos Aires, 2,8 Prozent aus dem „Interior“, also aus Provinzen außerhalb der Provinz Buenos Aires. Nur 0,1 Prozent, sprich nur eine einzige Person aus außerhalb Argentinien. Obwohl es geschlossene bolivianische und peruanische Stadtviertel gibt, habe ich noch kein einziges völlig indigenes Kind im CAINA angetroffen (die Mehrzahl der Kids hat allerdings irgendeinen nicht-europäischen Einschlag). Wo die Kids der meist auch im oder am Rande des Elend lebenden Migrant/innen hingehen weiß ich nicht, ins CAINA jedenfalls nicht.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch eine Gegebenheit scheint mir interessant. Meine Lieblingsköchin Maria lebt in La Boca, jenem Stadtteil der neben dem vielleicht berühmtesten Fußballklubs Argentiniens auch etliche soziale Probleme beheimatet. La Boca liegt ganz am Südostrand der Hauptstadt und gilt als besonders gefährlich, obwohl es oder keine Villa (Slum) gibt. Maria ist 39 und wurde kürzlich Großmutter. Ihr 17-jähriges Töchterchen hat ein Baby bekommen. Das ist nichts außergewöhnliches für das soziale Umfeld in La Boca, an dessen unmittelbarer Grenze das CAINA liegt. Auch die Kinder im CAINA kann das nicht verwundern, sind doch etliche 17-jährige Mädchen Stammgäste die bereits doppelte Mütter sind. Auch Celia aus der „Roperia“ (Gewandabteilung) lebt in La Boca, ebenso wie Nora. Letztere arbeitet erst seit ein paar Jahren im CAINA, ihr 22-jähriger Sohn der jetzt als Pizzalieferant beschäftigt ist kennt den Laden schon wesentlich länger. Er war selbst sechs Jahre lang Straßenkind. Worauf ich hinaus will ist der Umstand, dass die Straßenkinder offenbar nicht ausschließlich aus den Villas (Slums) kommen, sondern ihre Gewohnheiten und Lebenswesen mit fließenden Grenzen bis tief in die Arbeiterschicht verankert sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SunHr_TdPFI/AAAAAAAAAiA/qOrgpSTUas8/s1600-h/Kids+nik.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 303px; height: 299px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SunHr_TdPFI/AAAAAAAAAiA/qOrgpSTUas8/s320/Kids+nik.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5398065186921593938" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Damit man mich von den Kindern unterscheiden kann trage ich Bart und Hemd. Täte ich das nicht, man hielte mich in CAINA ob meines jugendlichen Aussehens für ein „chico de la calle“ und ich dürfte die Küche – meinen Arbeitsplatz – gar nicht betreten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Abschluss noch eines der Lieder, die quasi täglich im Caina gespielt werden: &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=G-9R35pzfGc "&gt;Quiero ser tu amigo nada más&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-5578116112647071835?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/5578116112647071835/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/10/die-arbeit-im-caina-teil-3.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5578116112647071835'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5578116112647071835'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/10/die-arbeit-im-caina-teil-3.html' title='Die Arbeit im CAINA (Teil 3)'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SunHrpTYMyI/AAAAAAAAAhw/qCXDvlSxVgM/s72-c/Kids+CAINA.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-554395754866906010</id><published>2009-10-19T12:00:00.000-07:00</published><updated>2009-10-19T12:29:20.199-07:00</updated><title type='text'>Was ist amerikanisch an Argentinien?</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3zIQ4lgI/AAAAAAAAAgY/c0B8dt-A3Z8/s1600-h/stars+and+stripes.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 150px; height: 114px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3zIQ4lgI/AAAAAAAAAgY/c0B8dt-A3Z8/s320/stars+and+stripes.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388542702523906" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amerikanisch ist ein schwieriger Begriff. Die Menschen in Argentinien sind zu Recht angefressen, wenn man von Amerikaner/innen spricht, und die USA meint. Immerhin leben 2/3 der 900 Millionen Amerikaner/innen nicht in den Vereinigten Staaten. Das sollten US-Bürger/innen und Europäer/innen eigentlich bei ihrem Sprachgebrauch berücksichtigen. In Argentinien gibt es neben dem tendenziell abwertenden „Yankees“ (argentinisch: „Schankies“) zwei wichtige Begriffe für die US-Bürger/innen. Das sehr treffende „estadounidense“ und das aus der Sicht Mexikos und Kanadas auch nicht ganz gerechtfertigte „norte americano“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Fragestellung „Was ist amerikanisch“ an Argentinien meine ich auf den ersten Blick „US-amerikanisch.“ Es gibt aber durchaus Parallelen, die wohl für mehrere Staaten Amerikas zutreffen und daher so etwas wie „amerikanische Gemeinsamkeiten“ konstituieren. Dazu aber noch später. In Folge vergleiche ich die einzigen beiden amerikanischen Staaten, die ich persönlich kenne. An anderer Stelle habe ich bereits über die bewusste kulturelle Abwehrhaltung Argentiniens gegenüber den USA berichtet. Trotzdem teilen die beiden Nationen einige Gemeinsamkeiten. Welche aus europäischen Augen gesehen „amerikanischen“ Charakteristika finden sich also auch in Argentinien: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Distanzen:&lt;/span&gt; Eine dreistündige Autofahrt von Wien nach Salzburg ist für unsereins eine Reise. Anders in den USA und Argentinien, hier sind achtstündige Autofahrten um am Wochenende die Oma zu besuchen keine Besonderheit. Wenn ich erzähle, dass die nächstgelegene Hauptstadt von Wien nur 50 km. entfernt liegt, sind die Menschen einigermaßen fassungslos. Überhaupt ist von Wien aus gesehen vieles für amerikanische Verhältnisse extrem nahe:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bratislava: 50 km&lt;br /&gt;Budapest: 200 km&lt;br /&gt;Prag: 250 km&lt;br /&gt;München: 350 km&lt;br /&gt;Venedig: 450 km&lt;br /&gt;Berlin: 500 km&lt;br /&gt;Mailand: 600 km&lt;br /&gt;Paris: 1.000 km &lt;br /&gt;Kiew: 1050 km&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.000 km entspricht der Strecke Buenos Aires – Mendoza. Damit hat man nicht einmal noch das Land von Ost nach West durchquert. Von den USA ganz zu schweigen, 1.000 km von New York erreiche ich nicht einmal Chicago. Keine Sorge, die Distanzen sind das einzige Element meiner Aufzählung, das von Google earth unterminiert wurde, die weiteren Beispiele kommen ohne geographische Details aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3yMgu_BI/AAAAAAAAAgA/MfFY7tPC_0Q/s1600-h/endlose+stra%C3%9Fe.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3yMgu_BI/AAAAAAAAAgA/MfFY7tPC_0Q/s320/endlose+stra%C3%9Fe.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388526662876178" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der Platz:&lt;/span&gt; Direkt mit den Distanzen geht der Umstand einher, dass unfassbar viel Platz besteht, der trotz exzessiv großzügiger Nutzung bei weitem nicht verwendet werden kann. Was die typischen Postkartenansichten von Buenos Aires verschleiern ist die Tatsache, dass der Großteil von Capital Federal (Hauptstadt ohne Vorstädte) aus ein- bis zweigeschossigen Häusern besteht. An der Ostseite und bis hinein in die geometrische Stadtmitte gibt es viele mehrstöckige Bauten und Hochhäuser. Der gesamte Rest sieht aus wie eine Kleinstadt die kein Ende nimmt. Wenn in der Hauptstadt schon so mit Platz geurasst wird, kann man sich vorstellen, wie es in kleineren Städten und in Dörfern aussieht. Dort ist alles sehr großzügig angelegt, im Dorf steht nicht Haus neben Haus sondern Garten neben Garten. Es ist erstaunlich, dass das Hochhaus vor über 100 Jahren in (Nord)amerika seine Erfolgsgeschichte begann. Eigentlich wäre diese Bauweise im dicht besiedelten Europa viel zweckmäßiger.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3y3605fI/AAAAAAAAAgQ/UVUnMFUzBpo/s1600-h/H%C3%A4userl.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3y3605fI/AAAAAAAAAgQ/UVUnMFUzBpo/s320/H%C3%A4userl.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388538315040242" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Abgesehen vom Osten und der Mitte sieht Buenos Aires über Quadratkilometer so aus. Wie ein Derfel.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Freiheit:&lt;/span&gt; Die Distanzen und der Platz bedeuten natürlich ein Freiheitsgefühl und auch eine real existierende Freiheit, die es in Europa de facto nicht gibt. Die hohe Bevölkerungsdichte bei uns erfordert auch in ländlichen Gebieten ein komplexes Regelwerk, dass das Zusammenleben von vielen Menschen auf wenig Raum ordnet. In Österreich gibt es z.B. nur ein paar Hektar bewusst erhaltenen Urwald. 99% der Flächen sind Kulturlandschaft, also vom Menschen kontrolliert und verwendet. Bei uns ist jedem Quadratmeter Land ein behördlich kontrollierter Nutzen zugeordnet. Wo man Gehen, Reiten oder Mountainbike fahren darf ist exakt reguliert. Wie die Dachneigung aussehen muss um das Ortsbild nicht zu verschandeln ist ebenso vorgeschrieben wie die exakte Mülltrennung (zumindest in NÖ). Was die Landwirte anbauen wird von der EU per Satellit kontrolliert. Anders in Argentinien (und in den nonurbanen USA): So wie man sich die Route 66 vorstellt, so sieht auch der Großteil Argentiniens aus. Es ist die einsame Freiheit, die man in US-Roadmovies erahnt, ein Gefühl, das sich wahrscheinlich am besten auf Trucks oder Motorrädern erleben lässt. Dort wo fast nichts ist, gibt es auch fast keine Regeln. Weit weg von staatlichen Autoritäten sind Verkehrsregel, Bauordnung oder Waffengesetz überflüssig. Ob ich dort draußen reite, schieße, segelfliege, paragleite, mit 180 km/h rase, eine Blechhütte aufstelle, meinen Giftmüll vergrabe, einen Joint rauche oder nackt über meinen Acker laufe, ist einfach egal. Die Kehrseite dieser Freiheit ist natürlich der Umstand, dass das Faustrecht in solchen Gegenden eine größere Rolle spielt als in urbanen Gebieten. Ich kann diese Mentalität nur versuchen zu erahnen, aber die Cowboy-Redneck-Republikaner-Waffenlobby-Identität dürfte eng mit dieser Auffassung von Freiheit zusammenhängen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3yiNxZoI/AAAAAAAAAgI/c4SsgCfWbh0/s1600-h/gaucho.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 210px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3yiNxZoI/AAAAAAAAAgI/c4SsgCfWbh0/s320/gaucho.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388532488922754" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Gaucho (argentinischer Cowboy) als Symbol für Freiheit und Wildheit weitab der Zentren der Zivilisation.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Rinder:&lt;/span&gt; Argentinien führt im Rindfleischkonsum mit Abstand vor Australien und den USA. Ich weiß nicht ob es mit der unendlichen Weidefläche zu tun hat, dass Rinder und vor allem das Rindfleisch in den USA und in Argentinien eine wesentlich größere Rolle spielen als bei uns. Jedenfalls ist der Fleischkonsum in beiden Staaten höher als in Europa und Rind das mit Abstand wichtigste Fleisch. Der Rindfleischkonsum betrug in Argentinien in den 1970er-Jahren unfassbare 90 kg pro Kopf (250 Gramm täglich!), heute ist er auf 70 kg gesunken. In Argentinien ist „Carne“ (Fleisch) gleichbedeutend mit Rindfleisch, Schweinefleisch spielt eine total untergeordnete Rolle.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Schachbrettstädte:&lt;/span&gt; Was Wiener Neustadt schon im Mittelalter vorexerzierte, haben die Städte Amerikas in der jüngeren Neuzeit exakt durchgezogen. Die Städte Argentiniens – allen voran Buenos Aires – sind schachbrettartig angelegt. Das ist ein triftiger Grund nicht in Amerika zu leben. Es gibt keine Plätze, keine Gasserln, kaum Diagonalstraßen und somit wenig Dreieckshäuser im spitzen Winkel zweier Straßen. Überdies ist der Autoverkehr unerträglich dominant, als wäre das Verkehrskonzept ausschließlich aufs Auto ausgerichtet. Jede vierte Straße ist eine fünf- der mehrspurige Riesen-Avenida Natürlich gibt es keine Straßenbahn sondern nur dröhnende Autobusse. Sämtliche Dörfer und Städte Argentiniens sind schachbrettförmig angeordnet. Schachbrettstädte mögen – so wie New York oder Buenos Aires – großartig und beeindruckend sein. Ihnen fehlt aber das lieblich-verspielte. Wer sich in Städten vom Typus Florenz, Salzburg oder Brügge so richtig wohl fühlt, wird es in Amerika schwer haben mit dem Stadtbild warm zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3mjyRmFI/AAAAAAAAAf4/D6TlwUM5iRA/s1600-h/Dreieckshaus.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3mjyRmFI/AAAAAAAAAf4/D6TlwUM5iRA/s320/Dreieckshaus.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388326752032850" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Ausnahme von der Regel: Die Lieblingsstraße in meinem Viertel heißt Calle Oruro. Ich mag sie weil sie klein ist, gepflastert, weil keine (5000 Dezibil) Autobusse durchfahren, aber vor allem weil es eine Diagonalstraße ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3l3KRNrI/AAAAAAAAAfo/5hCkwMwn74k/s1600-h/Caf%C3%A9.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3l3KRNrI/AAAAAAAAAfo/5hCkwMwn74k/s320/Caf%C3%A9.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388314773075634" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;&lt;br /&gt;Das ist mein Stammcafé. Obwohl die „Media Lunas“ (Kipferl) immer alt schmecken komme ich hier her. Vor allem weil es am Eingang der Calle Oruro liegt und in einem von mir geliebten Dreiecksgebäude untergebracht ist. Links in der Ecke der Kiosk, wo ich immer mein Argentinisches Tageblatt kaufe&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der Individualverkehr:&lt;/span&gt; Genauso wie die Stadt Buenos Aires eine Autostadt ist, kann man ganz Argentinien als Autoland bezeichnen. Auch wenn es noch nicht überall Autobahnen gibt, die Überlandstraßen sind perfekt asphaltiert und es gibt keine Schlaglöcher. Die gewaltigen Trucks sehen aus wie in den USA und die Spritpreise sind – auch wegen eigener Off shore Erdölförderung – sehr niedrig. Überdies ist das Eisenbahnnetz ähnlich wie in den USA nur mehr rudimentär vorhanden. Hat man kein Auto, reist man im Mikro (Überlandbus). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Wertigkeit alter Bausubstanz:&lt;/span&gt; Altbauten (alt bedeutet in Argentinien Gebäude aus der Jahrhundertwende 1900) haben keinen besonders hohen Stellenwert in Buenos Aires. In Wien lebt man hingegen am liebsten in einem sanierten Altbau, modernere Hochhausanlagen befinden sich meist in Randlagen und haben einen geringeren sozialen Statuts. So etwa Gemeindebauten, vor allem jene die nach 1945 erbaut wurden, in jenen Jahrzehnten als Funktionalität das einzig relevante Kriterium war und so hässlich gebaut wurde wie nie zuvor. In Buenos Aires sind die modernen Hochhäuser zentraler gelegen und optisch ansprechender als jene in europäischen Vorstädten. Sie gelten als sehr schick. Die zwei oder sogar nur eingeschossigen Altbauten sind oft heruntergekommen und nicht sonderlich beliebt. Der bautechnisch alte Süden der Stadt ist tendenziell arm bis prekär, während der bautechnisch modernere Norden wohlhabend bis elegant ist. Noch immer werden alte ein bis zweigeschossige Häuser abgerissen um ein modernes Hochhaus zu errichten. Natürlich ist es unfassbar viel profitabler auf der gleichen Grundfläche ein Hochhaus anstatt eines 2-Familienhauses stehen zu haben. Die Margen öffnen der Korruption Tür und Tor. Das Denkmalamt mag die mächtigste Behörde Roms sein, in Argentinien hat es wenig zu melden. Auch in den USA hat sich die Liebe zur „alten“ Bausubstanz seit je her in Grenzen gehalten. Amerika ist im Bezug auf seine architektonische Geschichte sehr pragmatisch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3lTVhLsI/AAAAAAAAAfg/8h7TTdc4f2k/s1600-h/Altbauten.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3lTVhLsI/AAAAAAAAAfg/8h7TTdc4f2k/s320/Altbauten.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388305156583106" /&gt;&lt;/a&gt;  &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Hier ein paar eingeschossige Altbauen in meiner Straße (Urquiza), wie gewöhnlich ziemlich heruntergekommen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die bewachten Wohngegenden:&lt;/span&gt; Wie in den USA gibt es in Argentinien Wohngegenden die mit Stacheldraht umzäunt sind, die von bewaffneten Sicherheitsleuten bewacht werden und deren Zufahrt nur durch eine mit Schranken gesicherte Straße möglich ist. Einen Nachmittag habe ich in einem solchen Reichenghetto verbracht. Der Charme dieses "Country" bewegte sich zwischen Disney-Kitsch und meinen Erinnerungen an den Eisernen Vorhang in Ungarn. In unmittelbarerer Nähe zu diesem Country befand sich eine gewaltige „Villa“, also ein slumähnliches Elendsviertel. Die unfassbare soziale Schieflage rächt sich an den Wohlhabenden indem in den besten Wohngegenden die Kriminalität besonders hoch ist. Obwohl Buenos Aires voll von Kiwera ist, hat die Stadtregierung dieser Tage eine zusätzliche Stadtpolizei ins Leben gerufen. Die Rechten werden immer glauben, dass Kriminalität am besten mit einem noch gewaltigeren Sicherheitsapparat bekämpft werden kann. Dieser Irrglaube kostet – wie zahlreiche Raubmorde zeigen – auch immer wieder Mitgliedern ihrer exklusiven Gemeinschaft das Leben.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3mAkMQdI/AAAAAAAAAfw/0dCx1JxOGt4/s1600-h/country.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 291px; height: 190px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3mAkMQdI/AAAAAAAAAfw/0dCx1JxOGt4/s320/country.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388317297721810" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ein Haus in einem Country. Vorne Swimmingpool, hinten Stacheldraht.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Das bombige Essen:&lt;/span&gt; Eine Parallele zwischen den USA und Argentinien drückt sich in der Esskultur aus. Über den Rindfleischkonsum wurde bereits gesprochen, wesentlich verblüffender sind jedoch die Ähnlichkeiten in der Zubereitung von Essen. Beide Küchen haben ein Faible für das Undezente und Unraffinierte. Riesige Fleischstücke, aber keine Marinade, massenhaft Käse auf der Pizza, jedoch kaum Gewürze bei der Essenszubereitung, stark gesalzene Speisen aber kein Pfeffer am Tisch, inflationäre Verwendung von Zucker der etwa Torten de facto ungenießbar macht, bei gleichzeitiger völliger Absenz von Esprit. Dass der Mangel an Feingeschmack durch bombige Rezepte ersetzt wird, habe ich auch in den USA so empfunden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3z6wjrnI/AAAAAAAAAgg/WJe6X8NWdpo/s1600-h/torta.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 192px; height: 128px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3z6wjrnI/AAAAAAAAAgg/WJe6X8NWdpo/s320/torta.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5394388556257144434" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Achtung, der Schein trügt. Nicht hinein beißen! Die Massen an Zuckerschaum sind selbst für große Freunde des Süßen zu geil.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von einigen der genannten Charakteristika weiß ich aus Erzählungen, dass sie in anderen amerikanischen Staaten ebenso anzutreffen sind. Vor allem die Distanzen und der Platz. Auch die abgeschotteten Reichenviertel in unmittelbarer Nähe zum Elend sind in etlichen amerikanischen Staaten Realität, wobei ich intuitiv annehme dass etwa Kanada oder Kuba aus der Reihe fallen. Was die Küche betrifft muss man noch vorsichtiger sein. Von mehreren Seiten habe ich gehört, dass in Kolumbien, aber vor allem in Peru mit wesentlich mehr Raffinesse und Liebe zum Detail gekocht wird. Ein Abendessen in einem peruanischen Gasthaus lässt mich annahmen, dass diese Einschätzung von einem beträchtlichen Wahrheitsgehalt ist.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-554395754866906010?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/554395754866906010/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/10/was-ist-amerikanisch-argentinien.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/554395754866906010'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/554395754866906010'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/10/was-ist-amerikanisch-argentinien.html' title='Was ist amerikanisch an Argentinien?'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sty3zIQ4lgI/AAAAAAAAAgY/c0B8dt-A3Z8/s72-c/stars+and+stripes.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-2886038834227970708</id><published>2009-09-23T20:48:00.000-07:00</published><updated>2009-09-23T21:10:40.944-07:00</updated><title type='text'>Die Nachtstadt</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsEE05jKI/AAAAAAAAAe4/pQ_3DkLdpTY/s1600-h/buenos+aires+night.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsEE05jKI/AAAAAAAAAe4/pQ_3DkLdpTY/s320/buenos+aires+night.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5384875859234098338" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;New York, die Stadt die niemals schläft! Über diesen Titel kann Buenos Aires nur laut lachen. Das sage ich nicht, weil ich New York so gut kenne, sondern weil es mir zwei New Yorkerinnen unabhängig voneinander bestätigt haben. Buenos Aires ist keine Stadt mit Nachtleben, sondern eine Stadt die in der Nacht lebt. Man kann die Beschreibung der Nachtaktivität der Portenos (Bewohner/innen von Bs.As.) gar nicht übertreiben. Wie das möglich das physiologisch möglich was hier abgeht wird jedem europäischen Beobachter, so auch mir, wohl für immer ein Rätsel bleiben. Hier einige Beispiele um zu verstehen was ich meine:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsE71WUiI/AAAAAAAAAfI/TrMNQGXiyX8/s1600-h/nightlife.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 225px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsE71WUiI/AAAAAAAAAfI/TrMNQGXiyX8/s320/nightlife.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5384875873999933986" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;- Das Abendessen ist frühestens 22:30, auch Mitternacht oder später ist nicht außergewöhnlich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Restaurants sind – auch unter der Woche – um 20:00 so leer wie in Wien um 17:00. Gegen 22:00 kommen langsam die Gäste. Kommt man um 1:00 um ein Bier zu trinken wird man bei der Tischsuche wie selbstverständlich gefragt: „Para cenar?“ (Zum Essen?)  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Meine argentinische Mitbewohnerin Stephi brät unter der Woche um 00:30 seelenruhig ihre Fleischlaberl in der Pfanne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Dass auch nach 1:00 das Haustelefon manchmal scheppert, wundert mich seit Monaten nicht mehr &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Um 2:00 Früh gehen Familien mit Kindern auf der Straße spazieren. Mit Bekannten fahre ich Freitags gegen 21:30 zu deren Freunden zum Abendessen. Die Bekannten sind über 40 und haben siebenjährige Zwillinge. Das Abendessen beginnt um 22:00 mit dem Aperatif, die Kinder machen die ganze Tortour selbstverständlich mit.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Auf den großen Avenidas ist um 2:00 nachts mehr los als um 2:00 Nachmittags. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Partys an Samstagen werden für 0:00 angekündigt, bis 1:00 kommen nur Ausländer/innen. Zwischen 2:00 und 3:00 kommen die Portenos oder jene die deren Lebensstil bereits übernommen haben. Um 4:30 kommen 25 Leute auf einmal. Einige von ihnen haben Trommeln und sonstige Instrumente mit und geben dann ab 5:00 ein kleines Konzert auf der Terrasse unseres Hauses.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- In Discos ist bis 3:00 gar nichts los. Bis 4:00 füllen sie sich, wobei die Schlange an Leuten die auf Eintritt warten gegen 4:00 am längsten ist. Wie bei uns ist es aber gegen 6:30 oder 7:00 vorbei. Die Portenos gewinnen also kein Nachtleben auf Kosten des Vormittags dazu, sondern verbringen einfach deutlich weniger Zeit in der Disco als die Leute bei uns. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsEs21dRI/AAAAAAAAAfA/0H3iI9Ke_2I/s1600-h/Discoteca.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 272px; height: 180px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsEs21dRI/AAAAAAAAAfA/0H3iI9Ke_2I/s320/Discoteca.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5384875869979637010" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;- Zum Glück gibt’s Afterwork-Partys in manchen Discos. Dies ist das einzige Szenario, wo Discos schon um 3:00 schließen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- In einer bekannten Milonga gibt es eines Dienstags eine Liveband. Diese begann um 2:00 Früh zu spielen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Tangokurse die unter der Woche um 22:30 beginnen sind nichts Außergewöhnliches. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Die Theaterproben meiner französischen Mitbewohnerin Anna mussten wegen Raummangel einmal schnell in die Nacht verlegt werden. Von 23:30 bis 04:30, unter der Woche versteht sich.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Eine zeitgenössische Tanzperformance ist für Beginn 23:00 angekündigt, beginnt aber um 23:45. Zum Glück ist Freitag und zum Glück dauert sie nur rund eine Stunde. Um 1:00 verlässt man das Theater und beginnt die Nacht.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer wenn ich von „unter der Woche“ schreibe bedeutet dies selbstverständlich, dass die Leute am Folgetag arbeiten. Ihre Produktivität dürfte in diesem Zustand nicht die großartigste sein. In der Früh schauen die Leute im Bus auch immer aus wie Zombies, von jenen die einen Sitzplatz haben schläft oft die Hälfte oder mehr. Tatsächlich belegt eine Studie, dass die Portenos weltweit am wenigsten schlafen. 70% der Bevölkerung leiden bereits unter Schlafstörungen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsFDyu84I/AAAAAAAAAfQ/5fppjxIhrmw/s1600-h/schlafstoerungen.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 247px; height: 212px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsFDyu84I/AAAAAAAAAfQ/5fppjxIhrmw/s320/schlafstoerungen.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5384875876136448898" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wie halte ich das aus? Nun, gelegentlich halte ich am späten Nachmittag eine Siesta, oder schlafe zwischen 20:00 und 23:00 um nachher auszugehen. Ich habe mich schon einigermaßen daran gewöhnt nicht einmal lange durchzuschlafen, sondern meinen Schlaf auf z.B. fünf Stunden und später zwei Stunden aufzuteilen. Ich habe noch nie so wenig geschlafen wie hier, aber habe den Eindruck immer noch mehr abzubekommen als die wahnsinnigen Portenos. Mit Sicherheit kostet mich Buenos Aires aber einige Monate Lebenszeit und einige Jahre jugendlichen Aussehens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl es auch relativ viel internationale Charts spielt, dominieren die beiden derzeit großen lateinamerikanischen Musikrichtungen &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cumbia"&gt;Cumbia&lt;/a&gt; und &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reggaeton"&gt;Reggaeton&lt;/a&gt; oft das Nacht und Partyleben. Da beide nicht das meine sind bin ich dann doch immer wieder (heimlich, still und leise) froh über die Dominanz des angelsächsischen Kulturimperialismus. Hier ein Mega-Discohit des Reggaeton aus Puerto Rico: &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=Thw0WQSn7_8"&gt;lo que paso paso&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-2886038834227970708?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/2886038834227970708/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/09/die-nachtstadt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/2886038834227970708'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/2886038834227970708'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/09/die-nachtstadt.html' title='Die Nachtstadt'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SrrsEE05jKI/AAAAAAAAAe4/pQ_3DkLdpTY/s72-c/buenos+aires+night.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-6533763658867363690</id><published>2009-09-08T14:27:00.000-07:00</published><updated>2009-09-08T14:39:19.133-07:00</updated><title type='text'>„Wenn man sich entfaltet, findet man seine eigene Vielfältigkeit"</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SqbOmoqMpjI/AAAAAAAAAew/tJeBQI1nEUo/s1600-h/emilie+schindler.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 157px; height: 253px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SqbOmoqMpjI/AAAAAAAAAew/tJeBQI1nEUo/s320/emilie+schindler.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5379213968085394994" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Mit der deutsch-jüdisch-argentinischen Journalisten und Buchautorin Erika Rosenberg (Biographin von Emilie und Oskar Schindler), habe ich für die Webseite meines Auslandsdienst-Vereins ein &lt;a href=" http://start.auslandsdienst.at/news/schindler-biographin-erika-rosenberg-im-interview"&gt;Interview&lt;/a&gt; geführt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-6533763658867363690?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/6533763658867363690/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/09/wenn-man-sich-entfaltet-findet-man.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/6533763658867363690'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/6533763658867363690'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/09/wenn-man-sich-entfaltet-findet-man.html' title='„Wenn man sich entfaltet, findet man seine eigene Vielfältigkeit&quot;'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SqbOmoqMpjI/AAAAAAAAAew/tJeBQI1nEUo/s72-c/emilie+schindler.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-3625809362542386510</id><published>2009-08-22T11:13:00.000-07:00</published><updated>2009-08-22T11:34:05.121-07:00</updated><title type='text'>Geographische Überraschungen</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA12AuZLaI/AAAAAAAAAeo/SXPsnQuDtx4/s1600-h/google+earth+gross.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 264px; height: 168px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA12AuZLaI/AAAAAAAAAeo/SXPsnQuDtx4/s320/google+earth+gross.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5372853557476797858" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der folgende Blog-Eintrag ist eher etwas für eingefleischtere Geographie-Nerds. Für diese überschaubare Lesergruppe ist er aber besonders interessant. Drei Dinge sind mir in Buenos Aires klar geworden:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt; 1. Südamerika liegt verdammt weit im Osten&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man an den amerikanischen Doppelkontinent denkt, hat man den Eindruck dieser erstreckt sich auf der anderen Seite des Altantiks ziemlich gerade von Norden nach Süden. Nun, dem ist nicht so. Tatsächlich liegt Südamerika viel weiter im Osten als Nordamerika.  Lima, die Hauptstadt Perus und Metropole an der südamerikanischen Westküste, liegt auf dem selben 77. Längengrad wie die US-Bundeshauptstadt Washington, die bekanntlich an der US Ostküste liegt!!! Irlands Westküste, also der westlichste Punkt Europas, reicht bis an den 10. Längengrad. Brasiliens östlichster Punkt „Ponta do Seixas“ reicht  bis an den 34., was eine Differenz von nur 24 Längengraden ergibt. Schon alleine die Distanz von Ponta do Seixas bis an den östlichsten Festlandpunkt der USA beträgt deutlich mehr, nämlich 32 Längengrade. Bis nach San Francisco beträgt die Distanz sogar 87 Längengrade. Selbst in km ist der Unterschied ersichtlich. Von der Südwestspitze Portugals bis zum Ponta do Seixas sind es 5.400 km. Vom Ponta do Seixas bis zur Südspitze Floridas sind es 5.900 km. Von diesem Extrempunkt aus gemessen liegt Europa näher bei Südamerika als die USA.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1aV_UbNI/AAAAAAAAAeI/kD8hDwBuDE8/s1600-h/Amerikas.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 247px; height: 300px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1aV_UbNI/AAAAAAAAAeI/kD8hDwBuDE8/s320/Amerikas.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5372853082148596946" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Erst auf den zweiten Blick fällt auf, wie viel weiter östlich Südamerika liegt als Nordamerika.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;2. Der Pazifik reicht verdammt weit nach Osten&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Südamerika so weit östlich liegt bedeutet das natürlich auch, dass der Pazifik sehr weit nach Osten reicht. Boston ist die östlichste Großstadt der USA, liegt auf dem 71. Längengrad und ist deutlich über 4.000 km von San Francisco und somit von der US-Pazifikküste entfernt. In Arica an der chilenisch-peruanischen Grenze, also dort wo Südamerika an seiner Westküste ein Cut nach Osten reißt, kommt der Pazifik bis an den 70. Längengrad heran uns liegt damit weiter östlich als Boston!  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1bMfHozI/AAAAAAAAAeY/5axWbMR7ObY/s1600-h/Pazifik-Karte.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 264px; height: 264px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1bMfHozI/AAAAAAAAAeY/5axWbMR7ObY/s320/Pazifik-Karte.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5372853096777491250" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Fläche des Pazifischen Ozeans beträgt 181,34 Mio. km², was rund 35 Prozent der gesamten Erdoberfläche oder die Hälfte der Meeresfläche der Erde und damit mehr als die Fläche aller Kontinente zusammen ausmacht&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;3. Der amerikanische Kontinent erstreckt sich verdammt weit von Osten nach Westen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gewaltige Nord-Süd Erstreckung Amerikas kennt man vom Blick auf den Globus, sie beträgt 124 Breitengrade. Aber die Ost-Westerstreckung geht über unfassbare 134 Längengrade. Natürlich ist es für Alaska leicht möglich einen sehr weit westlichen Längengrad zu erreichen, weil auf Grund der Neigung der Erde die Längengrade im äßersten Norden und Süden sehr nah zusammen liegen. An den Polen ist die Distanz zwischen ihnen logischerweise Null. Doch auch in km. ist die Entfernung enorm. Mit Google earth lässt sich berechnen, dass die Nord-Süderstreckung von Festlandamerika rund 14.000 km beträgt. Die Ost-West Distanz (Ostküste Brasiliens bis zur Westküste Alaskas)  immerhin noch 10.700. Das entspricht etwa der Entfernung Wien – Jakarta (Indonesien).   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1bvq6BII/AAAAAAAAAeg/KyjsQsBLrg8/s1600-h/indonesien.gif"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 260px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1bvq6BII/AAAAAAAAAeg/KyjsQsBLrg8/s320/indonesien.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5372853106222171266" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt; Die enorme Ost-Westerstreckung des amerikanischen Doppelkontinents entspricht der Distanz von Wien nach Jakarta, Indonesien.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;4. Buenos Aires ist verdammt weit weg&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt entsteht der Eindruck, das westlich gelegene Nordamerika befindet sich weiter weg von Europa als das östliche gelegene Südamerika. Die abschließende faszinierende Erkenntnis ist, dass dies nicht zutrifft, vor allem nicht für Argentinien. Südamerika liegt soweit südlich, dass die Distanzen letztlich doch deutlich weiter sind. Von New York ist es näher nach Wien als nach Buenos Aires. Vor allem die verhältnismäßig enorme Entfernung von Europa nach Buenos Aires war mir bisher nicht bewusst. Ein paar Beispiele: Die Flugdistanz von Wien nach New York beträgt 6.800 km. Nach Los Angeles 9.800 km. Die Distanz von Wien nach Buenos Aires kommt jedoch auf unfassbare 11.800 km. Tokio liegt mit 9.100 km näher bei Wien, ebenso wie Jakarta mit 10.500 km. Man muss die 16.000 km bis Sydney fliegen, um die 11.800 km zu übertreffen. Es ist gar nicht so leicht von Wien noch weiter entfernt zu sein als in Buenos Aires. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier noch ein Überblick über ein paar interessante Distanzen in km: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Buenos Aires – Los Angeles: 9.800 (gleich wie Wien – LA) &lt;br /&gt;Buenos Aires – Wien: 11.800&lt;br /&gt;Buenos Aires – Lissabon : 9.600 &lt;br /&gt;Buenos Aires – New York : 8.500 (weiter als Wien – NY) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wien – New York: 6.800&lt;br /&gt;Wien – Peking: 7.500 &lt;br /&gt;Wien – Kapstadt: 9.100 &lt;br /&gt;Wien – Tokio: 9.200 &lt;br /&gt;Wien – Singapur: 9.700&lt;br /&gt;Wien – Los Angeles: 9.800&lt;br /&gt;Wien – Jakarta: 10.500&lt;br /&gt;Wien – Lima: 11.200 &lt;br /&gt;Wien – Buenos Aires: 11.800&lt;br /&gt;Wien – Sydney: 16.000&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1a_W9eNI/AAAAAAAAAeQ/lvbtT30O2ZM/s1600-h/buenos-aires-3.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 256px; height: 192px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA1a_W9eNI/AAAAAAAAAeQ/lvbtT30O2ZM/s320/buenos-aires-3.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5372853093253609682" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Kulturell gilt Buenos Aires als die europäischste Stadt am amerikanischen Doppelkontinent. Geographisch gesehen ist es die von Europa mit Abstand am weitesten entfernte amerikanische Metropole. Selbst Lima oder Los Angeles liegen näher.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abschließend sei noch gesagt, dass Google Earth und Goolge Map für geographisch interessierte Menschen wirklich traumhafte Spielzeuge sind. Man kann diese Programme gar nicht genug loben. Geographie erleben bekommt durch sie eine Dimension, von der alle vorangegangenen Geographengenerationen nicht einmal träumen konnten. Hier kann man google earth &lt;a href="http://pack.google.com/intl/de/integrated_eula.html?hl=de&amp;ciint=ci_earth&amp;ci_earth=on&amp;utm_source=de-cdr-earth4&amp;utm_medium=cdr&amp;utm_campaign=de"&gt;downloaden&lt;/a&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-3625809362542386510?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/3625809362542386510/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/08/geographische-uberraschungen.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/3625809362542386510'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/3625809362542386510'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/08/geographische-uberraschungen.html' title='Geographische Überraschungen'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SpA12AuZLaI/AAAAAAAAAeo/SXPsnQuDtx4/s72-c/google+earth+gross.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-456385310078922436</id><published>2009-08-18T18:04:00.000-07:00</published><updated>2009-08-21T09:47:19.959-07:00</updated><title type='text'>Cordoba</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQaAx1TQI/AAAAAAAAAd4/3ib-EPckTPA/s1600-h/sierra+de+cordoba.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQaAx1TQI/AAAAAAAAAd4/3ib-EPckTPA/s320/sierra+de+cordoba.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475388385283330" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Sierra de Cordoba im "Winter". Im Sommer ist es hier ganz feucht und grün.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Österreich kennt man Cordoba vor allem wegen des legendären Fußballspiels von 1978, als man Deutschland mit 3:2 bezwang. Was viele jüngere Menschen nicht wissen, Österreich hatte damals keine Chancen mehr auf einen weiteren Aufstieg, das Match gegen Deutschland war ein reines letzte Pflichtspiel. Deutschland hatte aber noch Chancen auf das Spiel um Platz 3 gehabt, diese waren nach dem 2:3 jedoch zunichte. Im Sinne von „geteiltes Leid ist halbes Leid“ hat man den großen Bruder mit in den Abgrund gerissen. Österreich wurde narrisch vor Freude über einen Erfolg, der einem selbst nichts brachte sondern nur einem anderen schadete. Wenn man es selbst schon nicht schafft, dann soll der Nachbar auch schlecht haben. Diese Heimtücke gibt Einblicke in die Abgründe der österreichischen Seele und ihrem komplexbehafteten Verhältnis zu den Preußen. Der bedeutungslose Sieg von Cordoba sagt eigentlich alles über Österreich.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotP52bUtEI/AAAAAAAAAdA/wUdFJWYn4KA/s1600-h/papa-wastl-pferd.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 244px; height: 320px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotP52bUtEI/AAAAAAAAAdA/wUdFJWYn4KA/s320/papa-wastl-pferd.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371474835850703938" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Papa und Wastl nützten meinen Aufenthalt in Argentinien um ihren Besuch zu einer Reise zu machen, ein verlängertes Wochende verbrachten wir gemeinsam in der Provinz Cordoba. Hier reiten sie gerade zufrieden durch die Sierra de Cordoba. &lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der argentinischen Provinz Cordoba leben insgesamt auf der doppelten Fläche von Österreich 3,2 Millionen Menschen. Das ist für argentinische Verhältnisse jedoch eine überdurchschnittliche Bevölkerungsdichte. Cordoba, Santa Fe und die Hauptstadt Buenos Aires bilden mit jeweils rund 3 Millionen Einwohner/innen die mittelgroßen Provinzen. In der Provinz Buenos Aires leben 14 Millionen, ein Drittel der Gesatmbevölkerung. Die übrigen 20 Provinzen sind allesamt viel kleiner und politisch sowie wirtschaftlich relativ bedeutungslos. Cordoba Capital ist die zweitgrößte Stadt Argentiniens, Hauptstadt der zentral gelegenen Provinz Cordoba und mit 1,3 Millionen Einwohner/innen wesentlich größer als das andalusische Cordoba mit seiner Bevölkerung von 300.000. Cordoba Stadt liegt verglichen mit der Nordhalbkugel ca. auf der Höhe von Jerusalem (31. Breitengrad).   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQQzXyY0I/AAAAAAAAAdY/Fol3OErPxiI/s1600-h/schl%C3%B6sschen.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQQzXyY0I/AAAAAAAAAdY/Fol3OErPxiI/s320/schl%C3%B6sschen.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475230167556930" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der verblasste Glanz unseres Quartiers in La Cumbre steht irgendwie für den wirtschaftlichen Aufstieg und Niedergangs Argentiniens. Erbaut wurde das Schlösschen 1923, also in den fetten Zeiten. Ein nicht mehr verwendeter Swimmingpool im Garten lässt darauf schließen, dass man in den 1950er-Jahren erweiterte. Den heutigen spezifischen Charme der Bude macht ihre heruntergekommene Eleganz aus.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Provinz Cordoba ist trockener als Mitteleuropa, aber grüner als der andine Nordwesten. In den Tourismusprospekten bezeichnet sich die Region selbst als „mediteranes Erlebnis“, wobei es kein Meer gibt und die Sommer sehr feucht sind. Was Cordoba aber aufbieten kann ist eine Sierra, also ein nicht zu den Anden gehöriges sehr schönes Gebirge, sowie einige (Stau)seen an denen ein bisschen Riveria-Feeling aufkommt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQZ1jS00I/AAAAAAAAAdw/1UhmXTUhfgA/s1600-h/sierra+de+cordoba2-JPG.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 231px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQZ1jS00I/AAAAAAAAAdw/1UhmXTUhfgA/s320/sierra+de+cordoba2-JPG.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475385371513666" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQRmoHIvI/AAAAAAAAAdo/qj7UlAp4NjA/s1600-h/sierra4.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQRmoHIvI/AAAAAAAAAdo/qj7UlAp4NjA/s320/sierra4.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475243926233842" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQRPiSLTI/AAAAAAAAAdg/ftJkuw5dTX4/s1600-h/sierra3.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQRPiSLTI/AAAAAAAAAdg/ftJkuw5dTX4/s320/sierra3.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475237727776050" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Provinz Cordoba ist so, wie man sich Argentinien vorstellt. Es gibt unfassbar viel Platz, die Häuser sind etwas heruntergekommen, haben aber einen weiten Garten in dem ein großer Pick up herumsteht. Die zehntausenden Kühe bekommt man aufgrund der unendlichen Größe der Weideflächen nur unregelmäßig zu Gesicht. Regeln scheinen eher individuell auslegbare Richtlinien zu sein und die Menschen sind besonders freundlich. Die Provinz Cordoba ist im Gegensatz zur Hauptstadt Buenos Aires eben eindeutig amerikanisch und nicht europäisch. Wie in den USA gibt es vor allem Platz. Außerdem Prärien, ewig lange gerade Straßen, Riesenfarmen, Dörfer im Nirgendwo, Pick ups, Gauchos (Cowboy) und das Gefühl von Freiheit, weil Politik, Behörden und Hauptstadt schon geographisch so weit weg sind.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQQgSEIkI/AAAAAAAAAdQ/drpS5mROGhQ/s1600-h/para-wastl.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQQgSEIkI/AAAAAAAAAdQ/drpS5mROGhQ/s320/para-wastl.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475225043280450" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Ort La Cumbre eignet sich hervorragend zum Paragleiten, was ich und Wastl dann auch gleich ausprobieren mussten. 700 Meter über dem Startpunkt sieht man das Flussbett, die Berge, die Seen und den Condor, der in die schon etwas glühende Spätnachmittagssonne fliegt. Hier fliegt Wastl.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQQRaOTQI/AAAAAAAAAdI/frc-JnPwOx8/s1600-h/para-nik.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 310px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQQRaOTQI/AAAAAAAAAdI/frc-JnPwOx8/s320/para-nik.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475221050969346" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Auf dem Foto sieht man eindeutig, mit welchem Geschick ich das Paragleiten beherrschte. Die Anweisungen meines Tandemfliegers habe ich auch penibel eingehalten (die Aufgabe bestand darin sich nach Aufforderung nach links oder rechts zu lehnen). &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hauptstadt Cordoba liegt vom Flair irgendwo zwischen Buenos Aires und der Provinz Cordoba, zwischen einer südeuropäischen Metropole und den Weiten Arizonas. Ihr Zentrum ist recht urban im europäischen Sinne (alte Bausubstanz, Plätze, Kirchen etc.), die Leute bewegen sich aber wesentlich langsamer als in der Bundeshauptstadt. Nicht weit vom Zentrum beginnen auch schon die weiten Siedlungsflächen einstöckiger Wohnhäuser mit staubigen Gärten voller Gerümpel. In Argentinien hat man Platz, auch in den Provinzhauptstädten. Da kommt „American feeling“ auf. Cordoba Stadt  ist mit sieben Universitäten und 150.000 Studierenden die Bildungsmetropole in Argentinien und wird dementsprechend auch „La Docta“ (die Gelehrte) genannt. Wirtschaftlich war Cordoba in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Industriezentrum. In den 1950er-Jahren wurde eine bedeutende Autoindustrie angesiedelt, der Automobilproduzent Industrias Kaiser Argentina stellte vorerst eigene argentinische Autos her, wurde aber in den 1970ern von Renault aufgekauft. Obwohl Cordoba heute primär eine Dienstleistungsmetropole ist, haben Renault, Fiat und VW noch Werke in der Stadt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQaQ3xVHI/AAAAAAAAAeA/paz4L67YP90/s1600-h/student.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQaQ3xVHI/AAAAAAAAAeA/paz4L67YP90/s320/student.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371475392705156210" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Wäre ich Student in Cordoba würde das so aussehen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Cordoba Stadt befinden sich mehrere wirklich schöne Gebäude aus der Kolonialzeit. Die Stadt ist voll von Klosteranlagen die den Orden als Stützpunkten dienten. Vor allem entlang der zentral gelegenen Universitätsmeile befinden sich einige alte Gebäude, in denen heute diverse Fakultäten untergebracht sind. So etwa die wunderschöne „Manzana de los Jesuitas“ aus dem 17. Jahrhundert. Die großartigen Arkadeninnenhöfe bieten die optimalen Voraussetzung für einen Campus. Die neueren Glas-Stahlkonstruktionen in der Universitätsmeile wurden geschickt und unaufdringlich in die alte Bausubstanz eingewoben. Studieren in Cordoba ist architektonisch mit Sicherheit zumindest ein ästhetisches Erlebnis. Auch die älteste erhaltene Kirche Argentiniens befindet sich in Cordoba. Die Iglesia de la Compañía de Jesús ist ein schönes und schlichtes Gebäude aus dem 17. Jh., das stilistisch schwer einzuordnen ist. Obwohl dies zeitlich unmöglich ist, beschreibt die Bezeichnung romanisch-kolonial vielleicht noch am ehesten den Baustil. Innen wurde die Kirche barockisiert (oder gleich von Beginn an so ausgestattet), aber bei weitem nicht so plump-aufdringlich wie österreichische Kirchen. Trotz prunkvoller Stilmittel bleibt ein demütig-spiritueller Eindruck erhalten, wobei der Umstand dass die vergoldeten Elemente schon lange nicht mehr poliert wurden, dieser Schlichtheit zugute kommt. Es ist erstaunlich wie viel Spielraum Architekten innerhalb einer Stilrichtung hatten. Der Barockarchitekt der Iglesia de la Compañía de Jesús (ein Flame namens Philippe Lemaire) hatte jedenfalls Stil.       &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotP44VDc_I/AAAAAAAAAco/A2s-DZVSHlc/s1600-h/Kirche.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotP44VDc_I/AAAAAAAAAco/A2s-DZVSHlc/s320/Kirche.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371474819181409266" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Iglesia de la Compañía de Jesús&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Politisch besondere Bedeutung hatte Cordoba 1969 im Rahmen des Cordobazo. Dieser Aufstand von Arbeiter/innen und Studierenden wird von manchen Beobachter/innen als Mai 68 Argentiniens betrachtet. Während der Militärdiktatur unter dem De facto-Präsidenten Juan Carlos Onganía (1966-1970) kam es zu Verschlechterungen in den Arbeitsbedingungen, denen die bürokratische peronistische Staatsgewerkschaft nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Im Mai 1969 schaffte die Regierung den „englischen Samstag“ ab (halbe Schicht für volle Bezahlung). Daraufhin organisierten sich in der Automobilmetropole Cordoba die Arbeiter/innen. In Folge von Massendemonstrationen besetzten sie gemeinsam mit Studierenden die gesamte Stadt. Die Polizei konnte den Aufstand nicht stoppen. Erst durch den Militäreinsatz konnte nach zwei Tagen die Kontrolle über Cordoba wieder hergestellt werden. 13 Tote und hunderte Verletzte waren die blutige Bilanz des Cordobazo. Der Rücktritt Onganías ein Jahr später wird als Spätfolge dieses Aufstands betrachtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotP4ZhxyOI/AAAAAAAAAcg/87vn4xHPemw/s1600-h/cordobazo.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotP4ZhxyOI/AAAAAAAAAcg/87vn4xHPemw/s320/cordobazo.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5371474810913278178" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Im Mai 2009 wurde 40 Jahre nach dem Cordobazo diese Gedenktafel angebracht. Die zwei Revolutionäre im Vordergrund solidarisieren sich ex post mit den Aufständischen.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-456385310078922436?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/456385310078922436/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/08/32.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/456385310078922436'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/456385310078922436'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/08/32.html' title='Cordoba'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SotQaAx1TQI/AAAAAAAAAd4/3ib-EPckTPA/s72-c/sierra+de+cordoba.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-1063523558145772023</id><published>2009-07-28T08:29:00.000-07:00</published><updated>2009-07-28T08:43:06.884-07:00</updated><title type='text'>Praktische Halbzeitbilanz</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8ZtefCOfI/AAAAAAAAAb4/nJIWvZjKxEo/s1600-h/Morgan+Colonia.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 287px; height: 216px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8ZtefCOfI/AAAAAAAAAb4/nJIWvZjKxEo/s320/Morgan+Colonia.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5363533950289590770" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Um mein Visum für weitere 90 Tage zu verlängern musste ich neu einreisen. Diesmal wurde es ein Tagesausflug, den ich gemeinsam mit meiner französischen Mitbewohnerin Morgan unternahm. In der Früh mit der Fähre nach Colonia (Uruguay) und am Abend zurück. Eine entzückende Stadt im Kolonialstiel, wie dieses Foto zeigt.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem 31. Juli ist die Hälfte meiner Dienstzeit als Auslandsdiener um. Bis 31. Jänner bleiben mir noch sechs weitere Monate. Diese Halbzeit möchte ich nützen, um festzustellen, wo Argentinien von Österreich und wo Österreich von Argentinien lernen kann. Allerdings nicht in einem abstrakt-philosophischen Sinne, sondern bezüglich der kleinen praktischen Dinge des Alltags. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8Ztc7jDXI/AAAAAAAAAcA/R1kMkm1j14k/s1600-h/Morgan+Eis+klein.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 287px; height: 216px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8Ztc7jDXI/AAAAAAAAAcA/R1kMkm1j14k/s320/Morgan+Eis+klein.JPG" border="0"alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5363533949872311666" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Colonia ist eine Touristendestination und dementsprechend halsabschneiderisch. Da Foto zeigt wie großzügig die Nachspeise im Menü war. Das Preis-Leistungsverhältnis war so schlecht, dass ich sogar den im Menü inkludierten Café in Anspruch nahm, obwohl ich keinen trinke. Das hat sich mit meiner Reise nach Uruguay jetzt geändert.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Praktische Dinge aus Österreich, die in Argentinien fehlen&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Heizungen:&lt;/span&gt; Ja, es ist ein halbes Jahr Sommer. Ja, im Winter scheint fast jeden Tag die Sonne. Trotzdem kann es hier kalt werden, so wie dieser Tage -1 Grad. Mit 70 Prozent Luftfeuchtigkeit und Wind wird das ganze ungemütlicher als -10 Grad in Wien. Sprich: Heizungen wären durchaus angebracht. Der putzige Elektroheizstrahler in meinem Zimmer schafft es nur bis ca. 5 Grad Außentemperatur eine angenehme Raumtemperatur zu Stande zu bringen. Überdies ist Argentinien ist einfach nicht isoliert. Offene Gasöfen (Zentralheizungen kennt man nur aus dem Fernsehen) blasen die Hälfte ihrer Wärme gleich direkt durch die 1-cm Fenster und Türspalten. In Privathäusern ebenso wie in Tangobars. Für europäische Energieeffizienz-Umweltschutz-Leute ein absoluter Schock. Wieso die Leute im Theater, in Tangobars, in kleinen Supermärkten (die dort arbeitenden sind in Winterjacken eingehüllt), in manchen Restaurants oder im Autobus frieren müssen ist mir ein Rätsel. Das hat glaube ich nicht nur ökonomische, sondern auch kulturelle Gründe. Man empfindet sich einfach als subtropisch und basta. Winter hin oder her. Liebe Argentinier/innen! Ich versichere euch, mit Heizung ist das Leben viel komfortabler!    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Schutz vor Zugluft:&lt;/span&gt; Wieso ich das Kälteempfinden für eine kulturelle Frage halte, sollen folgende Beispiele belegen: Ausnahmslos alle Taxler haben selbst bei 0 bis 5 Grad Außentemperatur das Fenster offen und sitzen in der Jacke im Taxi. Kürzlich habe ich einen Taxler in einer kalten Nacht freundlich darauf hingewiesen, zumindest zwei der drei ganz offenen Fenster zu schließen. Supermärkte und Cafés haben auch bei unter 10 Grad einfach die Eingangstür permanent offen. Im Sommer bläst in jedem Überlandbus, Kino oder Restaurant die eiskalte Zugluft einer Klimaanlage und kühlt alles auf 15 Grad ab. Ich glaube fast, die Klimaanlagen haben das Temperaturempfinden so reduziert, dass die Menschen im Winter auch ihre kalte Zugluft brauchen. Dass ich in Buenos Aires in Winter und Sommer mehr frieren muss als in Wien ist doch erstaunlich    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ist mein mit Abstand wichtigstes Anliegen beschrieben. Alles andere ist gegen das Kälteproblem eine Kleinigkeiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8Ztgv0m-I/AAAAAAAAAcI/TvHummvhWpg/s1600-h/Morgan+Hexe.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 287px; height: 216px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8Ztgv0m-I/AAAAAAAAAcI/TvHummvhWpg/s320/Morgan+Hexe.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5363533950896872418" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Morgan, die übrigens aus Le Havre (Normandie) kommt, hier als Hexe die gerade ihr Knusperhäuschen verlässt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;WC:&lt;/span&gt; Es ist sehr angenehm, wenn man WC’s (und Badezimmer) zusperren kann. Vor allem wenn es sich um öffentliche Toiletten handelt. Das klopfen, fragen und antworten stört irgendwie die für das WC-Geschäft nötige Ruhe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kleingeld:&lt;/span&gt; Der Tipp für alle Geschäftstreibenden (v.a. Kleinhandel, Taxis etc.): Kleingeld und Wechselgeld sind unfassbar praktisch, weil sie die Transaktionen erleichtern. Damit wird nicht jeder Einkauf zu einer aufwendigen Komplikation bei der Waren zurückgegeben oder dazu genommen werden müssen, um – falls überhaupt – auf eine Summer zu kommen die der Einkäufer Cash hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Bettüberzüge:&lt;/span&gt; Ein richtiger Überzug der die ganze Decke einhüllte, ist wesentlich angenehmer als ein weiteres Leintuch, das ohnehin verrutscht und wo man erst täglich die Tuchend anschwitzt.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Fußgängerrechte:&lt;/span&gt; Klare Regeln sind gut. In Argentinien ist de facto klar, dass Fahrzeuge am Zebrastreifen immer Vorrang gegenüber zu Fuß gehenden haben. Das Gegenteil wäre aus zwei Gründen wünschenswert: Es würde das Leben der Fußgänger/innen erleichtern und sicherer machen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8ZtxbY9YI/AAAAAAAAAcQ/PvFNuR5N5Vs/s1600-h/Morgan+Meer.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 216px; height: 287px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8ZtxbY9YI/AAAAAAAAAcQ/PvFNuR5N5Vs/s320/Morgan+Meer.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5363533955374577026" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Morgan und das Meer (eignetlich der Rio de la Plata). Ein Vorlage für William Turner.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Praktische Dinge aus Argentinien, die in Österreich fehlen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Flexible Tanzkurse:&lt;/span&gt; Wieso muss ein Tanzkurs etc. immer im Vorhinein bezahlt werden, unabhängig davon, wie oft man eigentlich Zeit hat. In Argentinien zahlt man wenn man da war und fertig. Hat man einmal Dienstag keine Zeit, dann schaut man halt am Mittwoch in einem anderen Kurs vorbei. Es gibt auch keine lästigen Blöcke von 10 Einheiten, die man absolviert. Man kommt so lange und so oft man will. Zwei Wochen oder zwei Jahre. Selber Ort, selbe Uhrzeit.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kleine Einheiten:&lt;/span&gt; Wieso muss man in Österreich immer gleich ganze Packungen von Medikamenten kaufen? Die Hälfte schmeißt man ohnehin weg. Das ist zwar lukrativ für die Pharmaindustire, aber teuer für die Kund/innen. In Argentinien werden die Schachtel geöffnet und man kauft so viel wie man braucht. Auch Zigaretten kann man einzeln kaufen, wenn man möchte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Ramschläden:&lt;/span&gt; Egal was man braucht, in den Ramschläden von Buenos Aires bekommt man es. Mitten in der Stadt kann man alles kaufen, wofür man in Österreich verschiedene Geschäfte – oder sogar Ungetüme wie Baumärkte abklappern muss. In jenen Wiener Gegenden, wo der Anteil an migrantischer Bevölkerung entsprechend hoch ist, übernehmen deren Mischmasch-Läden erfreulicherweise diese Funktion. Mehr Ramschläden wären auch in Wien super.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Feuerzeuge bei Kiosk:&lt;/span&gt; Hat man Lust auf eine Zigarette aber kein Feuer, gibt es eine äußerst praktische Einrichtungen. Sämtliche Kioske haben ein „Feuerzeug an der Schnur“. Man braucht gar nicht fragen sondern geht zum Kiosk, zündet sich seine Zigarette an und fertig.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Liter-Bierflasche:&lt;/span&gt; Wenn man seine individuelle 0,5er-Bierflasche gewohnt ist, mag man Anfangs etwas verschreckt ob der kollektivistischen 1-Liter Bierflaschen sein. Vor allem der Umstand, dass man aus einem Glas trinkt, irritiert. Es stellt sich allerdings heraus, dass diese großen Bierflaschen drei gewaltige Vorteile haben: Erstens wird das Biertrinken dadurch irgendwie geselliger, weil man das Bier eben wie eine Falsche Wein gemeinsam teilt. Zweitens weiß man nie, wie viele Bier man schon getrunken hat und braucht kein schlechtes Gewissen haben. Drittens schmeckt das Bier nie abgestanden und wird nicht warm, weil eine Gruppe die Flasche rasch leert und danach die nächste aus dem Eiskasten fischt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Umbaudiscos:&lt;/span&gt; Restaurants die sich im Laufe der Nacht Stück für Stück in eine Disco verwandeln, sind praktisch und angenehm. Man isst zuerst in aller Ruhe, irgendwann wird die Musik lauter und erste Tische verschwinden, so dass die Atmosphäre einer Bar entsteht. Wenn sich dann ab 1:30 kaum noch Leute an den Tischen halten, verschwindet der Rest und aus dem Raum wird ein großer Tanzschuppen. Alles verläuft fließend, wie bei einer Privatparty die vielleicht auch etwas gediegen mit Essen beginnt und später rockiger wird.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8ZufuJWzI/AAAAAAAAAcY/lJbldSwxUo0/s1600-h/Nik+Meer.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 287px; height: 216px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8ZufuJWzI/AAAAAAAAAcY/lJbldSwxUo0/s320/Nik+Meer.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5363533967801277234" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Kein Kommentar  &lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-1063523558145772023?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/1063523558145772023/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/07/halbzeit.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/1063523558145772023'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/1063523558145772023'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/07/halbzeit.html' title='Praktische Halbzeitbilanz'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sm8ZtefCOfI/AAAAAAAAAb4/nJIWvZjKxEo/s72-c/Morgan+Colonia.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-4613613945546638937</id><published>2009-07-12T14:05:00.000-07:00</published><updated>2009-07-12T14:27:50.955-07:00</updated><title type='text'>Ausdrücke, Floskeln, Kuriositäten</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAzxR38I/AAAAAAAAAbw/mYb4Nd9hoZM/s1600-h/sprechblase.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 114px; height: 114px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAzxR38I/AAAAAAAAAbw/mYb4Nd9hoZM/s320/sprechblase.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5357683781049376706" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl mein Spanisch nur minimale Fortschritte macht, bekomm ich langsam einen Überblick über die wichtigsten Redewendungen. Vieles von dem was ich anführe ist aber nur typisch für den Lunfardo (Umgangssprache) der Portenos (Bewohner/innen von BsAs). Im spanischsprachigen Ausland wird Argentinisch meist mit dem Dialekt der Portenos gleichgesetzt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Floskeln &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Floskeln sind in Argentinien von ungeheurer Wichtigkeit. Sie sind schon deshalb völlig überflüssig, weil man ohnedies leicht ins Gespräch kommt und minutenlange Monologe von Gesprächspartner/innen, Fernsehmoderator/innen oder Politiker/innen hier selbstverständlich akzeptiert sind. Trotzdem existieren sie und treiben immer recht seltsame Blüten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Qué tal“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Qué tal“ bedeutet „Wie geht’s“ und wird regelmäßig einfach zur Begrüßung eingesetzt. Dabei ist es fast so häufig wie „hola“. Beliebt ist die Kombination: „hola, que tal?“. Vor allem wenn man die Personen nicht kennt (Supermarktkassier/in etc.), wäre es völlig verfehlt hierauf zu antworten. Es ist in diesem Kontext nicht mehr als ein „Guten Tag.“ Absolute Äquivalente sind „Como te va“, Como estás?“, „Como andas?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wie geht’s“ ist aber auch die am häufigsten gestellte Frage für einen Gesprächseinstieg. Obwohl die Tonlage immer in frappierender Weise Interesse vortäuscht, es ist eine absolut leere Floskel. Standardantworten sind: Bien (gut); Bien y vos? (gut und dir?); y vos? (und dir?). Darauf antwortet man wiederum nur noch mit Bien. Ein in jeder Hinsicht sinnentleertes Ritual. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A: Qué tal?&lt;br /&gt;B: Bien, y vos?&lt;br /&gt;A : Bien &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Argentinier/innen haben Wege gefunden diesen Dialog zu verkürzen und noch skurriler zu machen. A fragt gleich nur „Bien?“, der Rest des Dialoges bleibt gleich. In meiner Arbeit wo sich jeden Tag in der Früh 30 Leute mit diesen Floskeln begrüßen, ist das durchaus effizient. Kürzlich hat ein Argentinier ein Gespräch überhaupt gleich mit den Worten „y vos?“, (und du?) begonnen. Das fand ich besonders originell. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Würde man die Frage ernsthaft beantworten, die Irritation wäre groß. Mein Zivildienstkollege Paul hat sich eine zeitlang als Kommunikationsanarchist geübt und immer mit „muy mal“ (sehr schlecht) geantwortet. Dies führte zu peinlicher Verlegenheit, weil ein eventuelles Nachfragen in der Erstfrage ja gar nicht vorgesehen war. Daher ist es gut einfach nur „bien“ zu sagen. Meine Strategie ist gar nicht zu antworten und die Frage in ihrer ganzen Unnützlichkeit in der Leere der Folgesekunden absaufen zu lassen. Tatsächlich habe ich „qué tal“ fast noch nie beantwortet und in sechs Monaten noch nie ohne klaren Kontext (Krankheit etc.) gestellt. Man kann hier trotzdem überleben.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Hace tiempo“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hat man sich ein paar Wochen nicht gesehen, muss man mit erstaunter Miene betonen, wie lange das schon her ist. Daher sagt man unmittelbar nach der Begrüßung oder gleich statt der Begrüßung: „Hace tiempo“, oder „que tiempo“. Beides heißt sinngemäß: Es ist lange her.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Anrede, Spitznamen&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Ruso“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Argentinien sind die Höflichkeitsgrenzen sehr viel flexibler. Es ist durchaus nicht beleidigend, eine Person gemäß äußerer Merkmale anzusprechen. Besonders hellhäutige Menschen, speziell aus dem Ausland, werden dann als „Ruso“ (Russe) bezeichnet und so direkt angesprochen. Dünklere Typen als „Moreno“ (Dunkler). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAtTgPYI/AAAAAAAAAbo/GUEvBLQgR-8/s1600-h/Ruso.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 169px; height: 202px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAtTgPYI/AAAAAAAAAbo/GUEvBLQgR-8/s320/Ruso.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5357683779313876354" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Dieser Fußballspieler ist ein echter Russe. Es genügt aber nur halb so blass zu sein wie er, um schon als „Ruso“ bezeichnet zu werden. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Christina und Nestor“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle in Argentinien haben alle einen oder mehrere Spitznamen. Jemanden beim vollen Vornamen anzusprechen wirkt beinahe autoritär, als wäre man ein Elternteil. Die Spitznamen sind oft gar nur einsilbig und selten von sehr schönem Klang. Beispiele sind „Pin“, „Gi“ oder „Fer“. Viele Politiker/innen werden, auch in den Medien, mit den Vornamen bezeichnet. Dies war schon bei Evita der Fall, es gilt aber auch für Nestor (Kirchner) oder Christina (Kirchner). Die Schlagzeile lautet dann: „Cristina bei Obama“. Ex-Präsident Menem wurde wegen der syrischen Herkunft seiner Familie als „turco“ bezeichnet.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Ollas Wearnerisch? &lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einem halben Jahr in Buenos Aires komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass das Wienerische über Schleichwege Eingang in die hiesige Umgangssprache gefunden hat. Einige verblüffende Beispiele: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Gordo“ („Blaader“)&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter nicht formalem Bedingungen und wenn ein Grundvertrauen herrscht, wenn Alkohol im Spiel ist oder wenn man jemanden beleidigen will. Das sind Bedingungen unter denen man in Wien eine korpulente Person als „Blaader“ bezeichnen kann. Wie bereits erwähnt, kann man in Argentinien Leute durchaus gemäß ihrer Körpermerkmale ansprechen. Zu dickeren Menschen sagt man wirklich einfach „Gordo“, oder im Falle einer Frau „Gorda“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAZVN01I/AAAAAAAAAbY/HWb81Grljyw/s1600-h/Gordo.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 187px; height: 269px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAZVN01I/AAAAAAAAAbY/HWb81Grljyw/s320/Gordo.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5357683773952349010" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Dicke Menschen darf man als „Dicker“ anreden. So etwa die Kinder in meinem Straßenkinderheim gegenüber den etwas korpulenteren Köchinnen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Flaco“ („Dirrer“, Havara)&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gegenteil von „Gordo“ ist „Flaco“. Es bedeutet der Dünne, oder auf Wienerisch der „Dirre.“ Es ist nicht nur üblich Leute mit Flaco/a anzusprechen, der Ausdruck wurde sogar im Sprachgebraucht umfunktioniert um ganz allgemein von „Typ“ zu sprechen. Im Sinne von „Havara“. Zum Beispiel:  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Este Flaco no tiene nigún idea: Der Havara hat keine Ahnung &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Que sé yo“: („Wos was i?“)&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedeutet wortwörtlich „Was weiß ich“ und wird ununterbrochen verwendet. Es ist zweifellos der Zwilling des Wienerischen „Wos was i?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Mira vos“ („Do schau her“)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wortwörtlich übersetzt „Schau an dich“ ist offenbar das wienerische „Schau (dich) an“, bzw. gleichbedeutend mit „Do schau her“. „Mira vos“ ist absolut typisch für den Slang der Portenos und wird äußerst häufig verwendet. Es hat sich zu meinem Lieblingsausdruck gemausert, den ich genussvoll bei jeder sich bietenden Gelegenheit mehr oder weniger elegant einflechte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Ché!“ („Heast“)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein absoluter argentinischer Klassiker ist der Ausdruck „Ché“, der nichts anderes bedeutet als „He!“. Die Verwendung in Argentinien entspricht 1:1 dem wienerischen „Heast“, das von „Hörst“ kommt. Zum Beispiel: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ché, pasa me leche: Heast, gib mir die Milch &lt;br /&gt;Ché, voy al cine, venis? Heast, I geh ins Kino, gehst mit? &lt;br /&gt;Ché, sos loco vos? Heast, bist narrisch?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der junge argentinische Arzt Ernesto Guevara verwendete den Ausdruck so regelmäßig, dass seine lateinamerikanischen Revolutionskollegen ihm irgendwann diesen Ruf zur Ergatterung von Aufmerksamkeit als Spitznamen verpassten. Ché Guevara, die Popikone der Revolution, wäre – hätte er seine Revolution im Wiener Stadtdschungel durchgeführt – schlicht und ergreifend der Heast. Ernesto „Heast“ Guevara.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAXLpReI/AAAAAAAAAbg/OwQoLzc9oZ8/s1600-h/che+unterhose.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 140px; height: 200px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAXLpReI/AAAAAAAAAbg/OwQoLzc9oZ8/s320/che+unterhose.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5357683773375333858" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Der Kapitalismus integriert alle, denn er hat ein großes Herz“ (Funny van Dannen). Selbst für die Revolution findet sich eine Marktnische, Ché Guevara kann man schon lange konsumieren. Revolutionäre Accessoires sind ein richtiger Industriesektor. Mit „Heast“ wäre das Geschäft wohl nur halb so lukrativ. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„es asi“! („so is“)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedeutet wortwörtlich: „ist so“, im wienerischen: „is so“, „so is“ oder „so ist des“. Es wird sehr gerne verwendet um den Wahrheitsgehalt der eigenen Erzählung aufzupeppen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Boludo“ („Deppata, Oida“)&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr gebräuchlich ist das Wort „Boludo“. Eigentlich ein Schimpfwort, das so viel bedeutet wie „Depperter“, oder auch „Oida“ (von Alter). Man kann aber jede Person, auch Fremde, mit Boludo ansprechen, ohne dass es eine Beleidigung ist. Als Adjektiv bedeutet boludo deppert, blöd. Es gibt Leute die keinen Satz ohne Boludo bilden können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„dale“ (okay, oida)&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dale bedeutet prinzipiell okay, wird aber nicht so extrem häufig verwendet wie das Äquivalent „vale“ in Spanien. Dale bedeutet aber auch „oida“, allerdings nicht im klar auf eine Person bezogenen Sinn wie „Boludo“, sondern so wie z.b. im österreichischen „geh oida…“. Von den Kindern höre ich regelmäßig dale (die starke Betonung des A ist dabei etwas gejault bzw. geraunzt), z.B. „Dale, da me manteca!“ Das heißt so viel wie „Oida, gib mir Butter“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus all dem ergeben sich natürlich wundervolle Kombinationen, die oft verblüffend an Wien erinnern: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ché Boludo... Heast Deppata...   &lt;br /&gt;Ché Gordo… Heast Blaader…&lt;br /&gt;Qué sé yo boludo: Wos was I Deppata&lt;br /&gt;Boludo, es asi: So is des Deppata&lt;br /&gt;Este Flaco es un Boludo: Der Havara is deppert &lt;br /&gt;Dale, boludo…: Oida, Deppata… &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob es im nicht-österreichischen Deutsch für all diese Ausdrücke so treffende Äquivalente gibt kann ich nicht beurteilen. Faktum ist, dass es richtigen Wiener/innen nicht so schwer fallen würde, in Bs.As. wesentliche Bausteine ihrer sehr charakteristischen Sprache beizubehalten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-4613613945546638937?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/4613613945546638937/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/07/ausdrucke-floskeln-kuriositaten.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4613613945546638937'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4613613945546638937'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/07/ausdrucke-floskeln-kuriositaten.html' title='Ausdrücke, Floskeln, Kuriositäten'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SlpRAzxR38I/AAAAAAAAAbw/mYb4Nd9hoZM/s72-c/sprechblase.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-7077567997025965505</id><published>2009-06-29T13:58:00.000-07:00</published><updated>2009-07-05T10:42:29.159-07:00</updated><title type='text'>Zu den Wahlen</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku5oOkbMI/AAAAAAAAAaA/bOsc1nO62aI/s1600-h/congreso071.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku5oOkbMI/AAAAAAAAAaA/bOsc1nO62aI/s320/congreso071.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352861199692491970" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der nicht ganz unbedrohliche „Kongress der argentinischen Nation“, wie dieser Bau aus dem Jahr 1906 so schön heißt. Nicht nur verfassungsrechtlich, auch architektonisch besteht der Verdacht, dass Argentinien ein bissl von den USA abgekupfert hat.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht ganz leicht in Argentinien politisch durchzublicken, aber ich versuche mein Bestes, um zu erklären wie Wahlen hier funktionieren und was bei diesen Parlamentswahlen vor sich gegangen ist. Alle die das US-System kennen, werden recht einfach nachvollziehen können wie die argentinische Demokratie aufgebaut ist. Es gibt alle vier Jahr eine Direktwahl des/r Präsident/in, die Person kann noch einmal wiedergewählt werden. Argentinien ist eine präsidiale Demokratie, in der das Kabinett auch in der Gesetzgebung mitreden kann. Überdies besteht seit 2001 die Möglichkeit in vielen Bereichen (Steuerfragen ausgenommen) prinzipiell per Dekret zu regieren. Die Position der Exekutive ist also extrem stark. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überdies besteht wie in den USA ein Kongress, der sich aus einem Senat und einem Abgeordnetenhaus zusammensetzt. Das Abgeordnetenhaus ist die nationale Kammer und umfasst 257 „Diputados“, die von den Provinzen je nach Bevölkerungszahl entsendet werden. Der Senat ist die Kammer der Provinzen, jede der 24 Provinzen entsendet drei Senatoren was insgesamt 72 ergibt. Ein Gesetz braucht die Mehrheit in beiden Kammern. Alle vier Jahre werden die Hälfte der Abgeordneten aller Provinzen, sowie alle Senatoren eines Drittels der Provinzen gewählt. Das bedeutet, als „Diputado“ stehst du alle vier Jahre, als Senator alle sechs Jahre zur Wahl. Alle vier Jahre werden diese Wahlen mit den Präsidentschaftswahlen zusammengelegt, dazwischen gibt es sozusagen „Midterm-Wahlen“, wie es am Sonntag der Fall war. Die Ähnlichkeiten zum US-System sind verblüffend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der große Unterschied zu Österreich ist also nicht nur die de jure besonders starke Exekutive, sondern auch der für uns ungewohnte Wechsel der legislativen Mehrheiten mitten in einer Regierungsperiode. Ein solches System würde unsere Abgeordneten, deren einzige Aufgabe letztlich darin besteht ganz genau zu lugen wann der eigene Klubchef das Pfoterl hebt, schwerstens verwirren. Unklarheit im Parlament? So ein potentiell demokratisches Chaos muss um der Krone und des Bundespräsidenten Willen unbedingt verhindert werden, es braucht eine stabile Regierungsform! Am besten…. na oisdonn, eine fesche große Koalition. Allerdings faszinieren die Unterschiede nur de jure, die geringe Politisierung der argentinischen Abgeordneten führt de facto nicht zu mehr demokratischem Diskurs, sondern zu mehr Junktim. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SkksikFVcoI/AAAAAAAAAZw/pLpa9kxvQkU/s1600-h/nationalrat.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 302px; height: 156px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SkksikFVcoI/AAAAAAAAAZw/pLpa9kxvQkU/s320/nationalrat.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352858604419773058" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt; In den letzten Jahren wurde es bei uns nur einmal spannend bezüglich neuer Mehrheiten, nämlich als die ÖVP die Neuwahlen ausrief. Für eine lebendige Demokratie gibt’s bei und zuviel Stabilität (=Parteidisziplin). &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um zu verstehen was letzten Sonntag passiert ist, bedarf es eines kurzen Rückblicks. Vor allem ist wichtig zu begreifen, dass der Peronismus unter Peron in den 1950er-Jahren zwar ein quasi autoritär-sozialdemokratisches Regime war, sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte jedoch in viele Gruppen aufsplitterte. Die Partei des Peronismus heißt „Justizialistische Partei“ (PJ). Ihr Parteiapparat (noch heute 4 Millionen Mitglieder!) ist dabei von größerer Bedeutung als die Ideologie und der Peronismus scheint noch biegsamer als die deutsche Sozialdemokratie. Auch die große Gewerkschaft „CGT“ ist ideologisch flexibel und machte alle neoliberalen und sonstigen Sprünge der Justizialistischen Partei mit. Beginnen wir den Rückblick mit der Regierungsperiode eines ultraliberalen Peronisten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der Rechtsperonismus unter Menem&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von 1989 bis 1999 regierte Carlos Menem (wegen seiner syrischen Abstammung „el turco“ genannt) Argentinien. Bis damals gab es nur sechsjährige Einzelperioden von Präsidentschaften. Menem ließ die Verfassung auf zwei vierjährige Perioden ändern und hängte an seine erste Sechsjahresperiode eine zweite vierjährige an. Er wird wohl der einzige Präsident mit einer zehnjährigen Amtszeit bleiben. „El turco“ war der Liebling des IWF sowie der US-Administration und der neoliberale Musterschüler unter den Schwellenländern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SkksiWhls5I/AAAAAAAAAZg/lXdp3N_A-bg/s1600-h/menem.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 245px; height: 245px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SkksiWhls5I/AAAAAAAAAZg/lXdp3N_A-bg/s320/menem.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352858600780182418" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Menems Vorfahren kommen aus Syrien. Dass sie damit natürlich Araber sind, stört die Argentinier/innen nicht. Für sie ist er ein „turco“ und immerhin gehörte Syrien ja bis 1918 zum osmanischen Reich.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Menem privatisierte das Schienennetz (worauf die meisten Stecken eingestellt wurden), sowie die Elektrizitätswirtschaft, die Telefonie, die Häfen, den öffentlichen Verkehr in Bs.As. (Busse und U-Bahn!), die Überlandstraßen, die Öl und Gasindustrie (inklusive des größten Unternehmens des Landes), staatliche Stahlunternehmen die Argentinische Fluggesellschaft, Fernsehsender und Rundfunkanstalten, die Flughäfen sowie die Zufahrtstraßen nach Buenos Aires. Rückblickend wird dies vom Mainstream als Totalausverkauf des Landes betrachtet. Ob der Staat in der Lage gewesen wäre die Unternehmen selbst zu sanieren ist allerdings fraglich. Es ist schon in Österreich schwierig Staatsunternehmen effizient zu führen. In Argentinien, wo Korruption, Freunderlwirtschaft und Überbürokratisierung noch viel größere Gefahren sind, scheint ein solches Unterfangen beinahe aussichtslos. Das staatliche Erdölunternehmen YPF hatte 1990 eine Belegschaft von 52.000 Personen. Nach der Privatisierung wurde diese auf 6.000 Mitarbeiter/innen reduziert, bei gleichzeitiger Steigerung der Produktion. Selbst das zweifelhafte Input-Output Verhältnis der VÖST während der 1980er-Jahre scheint im Vergleich zur alten YPF vernünftig. Faktum ist, dass bei den Privatisierungen viele Freunde und Verwandte Menems zum Zug gekommen sind und zu sehr günstigen Preisen einkaufen konnten. Dafür sparte sich der Staat in Folge die enormen öffentlichen Zuschüsse, musste im Gegenzug jedoch 200.000 Arbeitslose versorgen. Allgemein dürfte die Qualität der zuvor mangelhaften Versorgung (Telefonausfälle etc.) gestiegen sein. Allerdings wurden gewisse Dienstleistungen für die Unterschicht nicht mehr so einfach leistbar. Die Privatisierungen sind sehr umstritten und ich kenn mich zu wenig aus, um mir ein endgültiges Urteil zuzutrauen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zweite wesentliche wirtschaftspolitische Weichenstellung war womöglich noch wichtiger. Menem koppelte den Peso im Verhältnis von 1:1 an den US-Dollar. Damit war die Inflation, das Problem der 1980er-Jahre zwar im Griff, die Industrie verlor jedoch auf Grund der künstlich starken Währung sehr an Wettbewerbsfähigkeit. Die Arbeitslosigkeit lag in seiner Periode dementsprechend stets zwischen 10 und 18 Prozent. Auf Grund permanenter Handelsbilanzdefizite wuchs unter Menem die Außenschuld um 120% auf rund 55% des BIP. Als nach der Mexikokrise 1998 die beiden lateinamerikanischen Wirtschaftsgiganten Brasilien und Mexiko ihre Währungen abwerteten, bleib Argentinien immer noch bei der 1:1 Koppelung an den Dollar, was der Exportwirtschaft im Vergleich zur unmittelbaren Konkurrenz schwer schadete. Das Vertrauen in die argentinische Wirtschaft nahm rapide ab, Wohlhabende, ausländische Investoren (Nutznießer der Privatisierungen) sowie Spekulant/innen legten ihr Geld immer stärker in Dollar an. Der Peso kam enorm unter Druck. Als der IWF sich Ende 2001 weigerte, wegen säumiger Rückzahlungen seitens Argentiniens, eine weitere Kredittranche zu überweisen, verschwand das Vertrauen fluchtartig. Das Finanzsystem kollabierte, der Peso wurde freigegeben und sank gegenüber dem Dollar von 1 zu 1 auf 1 zu 3,5, der Mittelstand war um seine Ersparnisse gebracht. In den Folgewochen kam es zu Unruhen mit etlichen Toten und mehreren Präsidentenwechsel. Mitte 2002 begann sich die Lage zu stabilisieren und ab Mai 2003 wurde das Land von dem linken Peronisten Nestor Kirchner geführt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku6b5cxII/AAAAAAAAAag/ZueUgHvgdKM/s1600-h/Krisendemo+2001.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 297px; height: 237px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku6b5cxII/AAAAAAAAAag/ZueUgHvgdKM/s320/Krisendemo+2001.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352861213562553474" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Bei den Unruhen 2001 brach die gesamte Wirtschaft zusammen und es gab 28 Tote. Dieser Schock war ein weiterer gewaltiger Rückschlag im argentinischen Selbstbewusstsein. Man lebe in Wirklichkeit in einer Dauerkrise, so die nicht ganz unrichtige Eigenwahrnehmung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der Linksperonismus unter den Kirchners&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit 2007 ist Christina Kirchner Staatspräsidentin und ihr Ehe-Mann und Expräsident Nestor Chef der Justizialistischen Partei. Das was derzeit als „Kirchnerismus“ bezeichnet wird, ist eine klassische, tendenziell sozialdemokratische Auslegung des Peronismus. Man muss da aber sehr vorsichtig sein, soviel Staatsdirigismus wie in der Kirchnerregierung würde man z.B. in einer europäischen Sozialdemokratie kaum finden. Beispielsweise gab es in der Regierung Kirchner nicht nur Rückverstaatlichungen (Wasserversorgung), sondern auch eine Einverleibung des privaten Pensionsfonds im Budget und dafür staatliche Pensionsgarantien. Jedenfalls können die Kirchners auf sechs Jahre starken Wachstums, steigenden Wohlstands und regelmäßiger Budgetüberschüsse verweisen. Dabei hat ihnen der Exportaufschwung als Folge der Pesoabwertung sehr viel geholfen. Wichtig war der Regierung die unter Menem unterlassene Verfolgung der Täter der Militärdiktatur. Die IWF Kredite wurden vorzeitig zurückgezaht um sich des Einflusses des Währungsfonds vollständig zu entziehen. Außenpolitisch kam es zu einer Abwendung von den USA und zu einer Hinwendung zu Venezuela, von dem man (statt vom IWF) Kredite nahm. Die Kirchners forcieren tendenziell einen starken Mercosur. Im Vorjahr kam es zu einem heftigen Konflikt zwischen den Großgrundbesitzern und der Regierung, weil letztere wegen gestiegener Weltmarktpreise (v.a. für Soja) die Ausfuhrzölle anheben wollte. Kleinbauern und Landarbeiter/innen solidarisierten sich mit den Großgrundbesitzern, es kam zu Streiks und letztlich wurde der Gesetzesentwurf im Senat haarscharf abgelehnt. In diesem Konflikt haben die Kirchners viel Kredit verspielt.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku6Ag52rI/AAAAAAAAAaY/xgdCrdpu2Zs/s1600-h/kirchners.png"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 265px; height: 218px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku6Ag52rI/AAAAAAAAAaY/xgdCrdpu2Zs/s320/kirchners.png" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352861206211844786" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Kirchners (ein Herz und eine Seele) begründeten den „Kirchnerismus“. Da es kaum konstante und ideologisch klar zuordenbare Ideologien in Argentinien gibt, wird das vorherrschende Modell kurzerhand nach den aktuellen Machthabern benannt. Das trifft auch die sehr individuelle und von Parteilinien ungebundene Regierungsausübung der jeweiligen Exekutive.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Regierung nimmt es in bester peronistischer Tradition mit dem Rechtsstaat nicht so genau. Die Justiz wurde so besetzt, dass von dort kein Widerstand mehr kommt, auf Medien wird gezielt Druck ausgeübt und das Statistikamt türkt die Zahlen auf politischen Wunsch. Nestor Kirchner wurde Spitzenkandidat in der extrem bevölkerungsstarken Provinz Buenos Aires (37% der Wahlberechtigten), obwohl dies verfassungsrechtlich unmöglich ist weil sein Hauptwohnsitz in Patagonien liegt. Weiteres hat die Regierung begonnen bei ihren Listen mit Namen zu tricksen, was die Opposition rasch übernahm. So kandidieren Bürgermeister/innen und Gouverneure wegen ihrer Bekanntheit als regionale Spitzenkandidat/innen für die Kongresswahlen, um ihr Mandat dann nicht anzunehmen und Unbekannte von den hinteren Listenplätzen in das Abgeordnetenhaus zu entsenden. Weiteres werden willkürlich Verwandte und Eheleute von populären Politiker/innen aufgestellt, um aus der Namensgleichheit Nutzen zu ziehen. Überdies wird Nestor Kirchner immer noch als Schattenpräsident gesehen, dem noch dazu ein extrem autoritärer Führungsstil vorgeworfen wird. In seiner Periode überstieg die Anzahl der Dekrete jene der regulären Gesetze. Letztlich demonstrieren regelmäßig von der Regierung bezahlte Stoßtrupps und sprühen lächerliche Pro-Kirchner Parolen an Mauern. &lt;br /&gt;    &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wer stand am 28. Juni 2009 zur Wahl? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Prinzipiell sind ideologische Grenzen in Argentinien nicht so entscheidend, die unübersichtlichen Bündnisse konstituieren sich eher regional und überdies nach tagespolitischen und taktischen Gesichtspunkten. Die zur Wahl stehenden Bündnisse haben auch nicht überall den gleichen Namen, was für noch mehr Verwirrung sorgt, überdies betrachten sich die meisten Grppierungen als Mitte links.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kirchnerismus&lt;/span&gt;: Das Kirchnerbündnis heißt „Gerechtigkeitsfront für den Sieg“ und ist in vielen Regionen unter diesem Namen wählbar. Diese Front ist derzeit die dominierende Kraft in der Justizialistischen Partei (PJ). Im Kongress gibt es noch unabhängig davon gewählte Gruppen, die mit den Kirchners verbündet sind. Seit 2005 hatten die Kirchners die Mehrheit in beiden Kammern (137 Sitze im Abgeordnetenhaus, ab 129 hat man eine Mehrheit). Sie konnten vier Jahr mit stabilen Mehrheiten regieren. Einige rechtsperonistische Dissident/innen im Senat sind jedoch der Grund dafür, weshalb die Kirchners 2008 die Erhöhung der Einfuhrzölle nicht durchbrachten. Diese haben sich mittlerweile mit der Partei PRO (siehe unten) verbündet. Zusätzlich gibt es innerhalb der Justizialistischen Partei (PJ) eine Gruppe von Kirchnerkritikern die bei den Wahlen gegen die „Gerechtigkeitsfront für den Sieg“ als eigene Liste antritt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skksiv5el-I/AAAAAAAAAZ4/_novV0IHz9g/s1600-h/nestor.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 224px; height: 150px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skksiv5el-I/AAAAAAAAAZ4/_novV0IHz9g/s320/nestor.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352858607591266274" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der schon etwas abgekämpfte Nestor Kirchner warf sich in die Schlacht um die wichtigste Provinz, konnte sie aber nicht halten. Obwohl der de Gouverneur der Provinz auf Listenplatz 2 stehen hatte. Dieser wird sein Mandat natürlich nicht annehmen und Provinzfürst der mächtigsten Provinz des Landes bleiben. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Radikale&lt;/span&gt;: Die wichtigste Oppositionsgruppe betrachtet sich tendenziell als Mitte links, irgendwo zwischen sozialdemokratisch und sozialliberal, ist aber eher ein heterogenes Bündnis und denkt an keine Kooperation mit dem ebenfalls eher Mitte Links stehenden Kirchnerismus. Den Kern bildet die traditionelle „Radikale Partei“, mit an Bord sind aber ebenso die Sozialistische Partei, sowie Regionalparteien. Gemeinsam verfügten sie bisher über 61 Sitze im Abgeordnetenhaus.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skk2JweCTCI/AAAAAAAAAaw/8euGYNi_xD0/s1600-h/Elisa+Carri%C3%B3.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 219px; height: 150px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skk2JweCTCI/AAAAAAAAAaw/8euGYNi_xD0/s320/Elisa+Carri%C3%B3.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352869173364149282" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Elisa Carrió ist die Zentralfigur des heterogenen Bündnisses rund um die Radikalen. Bundesweit wurde ihr Bündnis ganz klar zur zweitgrößten oppositionellen Kraft. In Santa Fe sogar fast Nummer 1. In Buenos Aires Stadt und Provinz liegt das Bündnis jeweils auf Platz 3.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;PRO&lt;/span&gt;: Diese Mitte-Rechts Partei ist die dominante Kraft in der stimmenmäßig nicht so wichtigen Hauptstadt Buenos Aires, Bürgermeister Mauricio Macri ist der Chef von PRO. Bundesweit ist ein Bündnis aus PRO und den rechtsperonistischen Dissident/innen die zweitwichtigste Oppositionsgruppe. Die Dissident/innen kommen ursprünglich aus der „Justizialistischen Partei“, und stehen ideologisch eher in der Tradition von Menem. Das Bündnis bildet sozusagen die bürgerliche Opposition, das vor allem in der bevölkerungsreichen Provinz Buenos Aires. PRO und Rechtsperonisten kamen bisher zusammen auf 14 Sitze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku519kMlI/AAAAAAAAAaI/XNc1cE0_9vg/s1600-h/de-narvaez.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 144px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku519kMlI/AAAAAAAAAaI/XNc1cE0_9vg/s320/de-narvaez.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352861203379270226" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Unternehmer Francisco De Narváez finanzierte seinen Wahlkampf gleich selbst. Der Rechtsperonisten machte mit der konservativen Partei PRO gemeinsame Sache, tanzte publikumswirksam im Fernsehen und schlug Nestor Kirchner mit 34% zu 32% in der Schlacht um die Provinz Buenos Aires.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses unfassbare Chaos übertrifft die Unübersichtlichkeit Italiens. Bedenkt man, dass die Mehrheiten im Kongress alle zwei Jahre wechseln, kann man sich vorstellen wie instabil die politische Lage in Argentinien prinzipiell ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wie ging es aus?&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die aktuelle Wahl betraf nur die Hälfte aller Abgeordnetensitze, sonst wäre der Verlust für die „Gerechtigkeitsfront für den Sieg“ schlimmer ausgefallen. Das Kirchnerlager blieb zwar landesweit knapp stärkste Kraft:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Kirchnerlager: 31,2%&lt;br /&gt;- Radikale und Verbündete: 30,7%&lt;br /&gt;- PRO + Rechtsperonisten: 18,7&lt;br /&gt;- Kirchner Kritiker innerhalb der PJ: 8,0%  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kirchners und ihre Verbündeten verloren insgesamt 23 Sitze, das Bündnis rund um die Radikale Partei gewann 15, jenes rund um PRO und Rechtsperonisten 12. Die Mehrheit hat das Kirchnerlager in der Abgeordnetenkammer verloren, im Senat ergab sich ein Patt. Mit der starken Stellung der Exekutive kann es aber noch bis 2011 weiterregieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Kirchnerlager: 97 (-19)&lt;br /&gt;- Kirchner-Verbündete: 17 Sitze (-4)&lt;br /&gt;- Radikale und Verbündete: 76 (+15)&lt;br /&gt;- PRO + Rechtsperonisten: 26 (+12)&lt;br /&gt;- Kirchner Kritiker innerhalb der PJ: 17 (+1)&lt;br /&gt;- Sonstige: 24 (-5)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku6J0xF0I/AAAAAAAAAaQ/5SM6jLEMxfg/s1600-h/gran+buenos+aires.gif"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 259px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku6J0xF0I/AAAAAAAAAaQ/5SM6jLEMxfg/s320/gran+buenos+aires.gif" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5352861208711075650" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Im Monstrum „Gran Buenos Aires“ (ohne Bundeshauptstadt) wählte man im Westen und Süden mehrheitlich Kirchner, im Norden mehrheitlich das Bündnis PRO. In dieser proletarischen Hochburg ist der urbane Peronismus bis heute zu Hause.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der bürgerlichen Hauptstadt (3 Millionen Einwohner/innen) war der Peronismus nie stark. Hier siegte die bürgerliche Partei PRO vor dem „Proyecto Sur“ des Filmregisseurs Pino Solanas. Dieses linksliberale Zivilgesellschaftsprojekt unterstützt tendenziell die Kirchners. Auf Platz 3 folgte das heterogene Bündnis rund um die Radikalen. Viel wichtiger ist jedoch das Resultat in der Provinz Buenos Aires, wo 14 Millionen Menschen bzw. 37% aller Wahlberechtigten leben. Insgesamt kam es hier zum Showdown zwischen dem Kirchnerlager (Linksperonismus) und dem Bündnis aus PRO und Rechtsperonisten. Dieses symbolträchtige Match gewann das Bündnis PRO mit 34% zu 32%. Im 10-Millionen-Vorstadtgürtel rund um die Hauptstadt ist die Hochburg des Peronismus. In diesem „Gran Buenos Aires“ konnte sich das Kirchnerlager noch knapp durchsetzen, auch wenn die Provinz insgesamt verloren ging und die „Gerechtigkeitsfront für den Sieg“ fast 15 Prozentpunkte verlor.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun fiebert alles den entscheidenden Wahlen 2011 entgegen, wo nicht nur die halbe Legislative, sondern auch die Präsidentschaft neu gewählt wird. Abschlißend noch ein Marsch des Peronismus aus den 1950er-Jahren. Wer sich jetzt aller auf diesen berufen kann ist aber letztlich auch für mich unklar... &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=vONQ37iSldk"&gt;Marcha de Peron&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-7077567997025965505?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/7077567997025965505/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/zu-den-wahlen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/7077567997025965505'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/7077567997025965505'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/zu-den-wahlen.html' title='Zu den Wahlen'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Skku5oOkbMI/AAAAAAAAAaA/bOsc1nO62aI/s72-c/congreso071.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-451053863342555996</id><published>2009-06-21T14:29:00.000-07:00</published><updated>2009-06-21T14:38:00.252-07:00</updated><title type='text'>Auswandern?</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sj6mYNzJQrI/AAAAAAAAAXg/mEsv5B5mNAI/s1600-h/Auswanderung.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 308px; height: 227px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sj6mYNzJQrI/AAAAAAAAAXg/mEsv5B5mNAI/s320/Auswanderung.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5349896342313976498" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;10 Gründe von Wien nach Argentinien auszuwandern&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Im Sommer ist wirklich Sommer. Er dauert von November bis April. &lt;br /&gt;2. Die Menschen sind tendenziell freundlich und nur vereinzelt grantig, und nicht wie in Wien prinzipiell grantig und nur in Ausnahmefällen freundlich (Das gilt umso mehr für Europäer/innen, die hier sehr beliebt sind. Indigene Migrant/innen aus Peru werden das etwas anders sehen).  &lt;br /&gt;3. In jeder Bar, selbst in besseren Restaurants läuft eine Fernsehkiste. Was sich im ersten Eindruck als Unkultur darstellt, entpuppt sich rasch als dessen Gegenteil. Abgesehen davon, dass die Leute – außer bei Fußball – nicht hinschauen, ist ein Apparat deshalb notwendig weil die Bar das Wohnzimmer ist. In Buenos Aires kann man jeden Tag an fast jeder Ecke bis in die Früh Essen, Ausgehen oder Tanzen. Die Menschen in Argentinien führen ein wesentlich weniger individualisiertes Dasein und die gesamte Existenz ist in erster Linie auf Geselligkeit und Sozialleben ausgerichtet. Auf den zahlreichen Terrassen und in den Gärten sind ebenso Parillas (Griller) angebracht, wie in einigen Küchen. Die Menschen laden sich regelmäßig zum Grillen ein und die Familien treffen sich mindestens wöchentlich. Erst dachte ich, dies sei eine rein kulturelle Frage, sowie zwischen Süd- und Nordeuropa. Ein Italiener aus Ligurien hat mich diesbezüglich verunsichert. Er sagt seine Landsleute verbringen wesentlich mehr Zeit zu Hause und vor der Glotze und ein Sozialleben wie in Argentinien habe er noch nie gesehen. Seiner Auffassung nach ist der Wohlstand für die europäische Isolierung verantwortlich. Die argentinische Geselligkeit und die entsprechende gastronomische Infrastruktur ist eines der stärksten Argumente fürs Auswandern.   &lt;br /&gt;4. Kinder sind im öffentlichen Raum erwünscht und beliebt wie in Wien nur Hunde. &lt;br /&gt;5. Unkomplizierte Geselligkeit, Neugier auf Neues, Spontanität und minimale Etikette stellen die österreichische Gemütlichkeit (gibt’s die???) in den Schatten  &lt;br /&gt;6. Die besten Zeiten sind zwar schon lange vorbei, aber der alte Glanz strahlt noch manchmal&lt;br /&gt;7. Auf einer Geburtsparty eines in Argentinien lebenden Brasilianers gibt es eine Showeinlage in der meine italienische Tangolehrerin mit ihrem französischen Kollegen das Publikum im Innenhof des Mietshauses begeistert. &lt;br /&gt;8. Du suchst etwas. Lebensmittel, eine Glühbirne, Nägel, eine Antiquität (alte Postkarte z.b.), einen Tanzkurs, eine Pizza oder einen Schneider. Kein Problem, stell dich vor deine Haustüre und gehe der Nase nach. Alle die aufgezählten finde ich in meinem stinknormalen Mittelklassebezirk „San Christobal“ im Umkreis von drei (!) Gehminuten. Die meisten Dinge bekomme ich direkt in meinem Block. Wo man in Wien schon nervös wird weil man überlegt wie man zu den großen Baumärkten am Stadtrand überhaupt mit Öffis hinkommt, braucht man in Buenos Aires nur umfallen und irgendein kurioser Mischwarenhandel hat alles was du brauchst. Die Dichte an Kleinhändlern ist natürlich unfassbar ineffizient, aber praktisch und romantisch.&lt;br /&gt;9. Argentinien ist politisch in Ordnung. Im Gegensatz zu den chilenischen Nachbarn wissen 95% der Argentinier was für ein Verbrecherregime ihre Militärdiktatur war. Auch wenn die Politik ein Chaos ist, der wirtschaftsliberale Mainstream wie er in Europa vorherrscht existiert hier nicht. Die Mittelschicht betrachtet die ultraliberale Ausverkaufsphase während der 1990er-Jahre als gescheitert. Sämtliche junge gebildete Argentinier/innen denken Mitte Links oder Links. Das spiegelt sich auch in der Gesellschaft wieder, die sehr liberal ist. Homosexualität meiner Einschätzung nach besser akzeptiert als in Österreich und in zwei Bundesstaaten (darunter Buenos Aires Stadt) gibt es auch eingetragene Partnerschaften.  &lt;br /&gt;10. Argentinien ist im Gegensatz zu vielen nördlicheren lateinamerikanischen Staaten (Mexiko, Kolumbien) ein politisches und vor allem kulturelles Bollwerk gegen die US-Dominanz. Fastfoodketten und Blockbuster nehmen schon im öffentlichen Raum wesentlich weniger Platz ein als in Wien oder gar in Madrid. Diese kulturelle Abgrenzung wird mit Stolz gepflegt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sj6mYE3qmCI/AAAAAAAAAXY/cs1J2gFsqGg/s1600-h/Asado.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 190px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sj6mYE3qmCI/AAAAAAAAAXY/cs1J2gFsqGg/s320/Asado.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5349896339917019170" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;In Argentinien ist das (gesellige) Sozialleben das wichtigste. Dazu gehört in der Regel ein Asado (Grill)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;10 Gründe um in Wien zu bleiben&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Staatsbürger/innen haben Rechte und müssen sich nicht um 1:00 in der Früh auf einer Überlandstraße 45 Minuten lang von der schwer bewaffneter Militärpolizei filzen lassen, die den gesamten Reisebus inklusive Gepäck mit Hunden auf Drogen untersucht, während man im Straßengraben auf das Ende des demütigenden Herrschaftsschauspiels wartet.&lt;br /&gt;2. Staatsbürger/innen haben Rechte und müssen sich nicht um 1:00 in der Früh auf einer Überlandstraße 45 Minuten lang von der schwer bewaffneter Militärpolizei filzen lassen, die den gesamten Bus inklusive Gepäck mit Hunden auf Drogen untersucht, während man im Straßengraben auf das Ende des demütigenden Herrschaftsschauspiels wartet.    &lt;br /&gt;3. Die Qualität des Essens ist in Wien wahrscheinlich so hoch wie kaum wo auf der Welt und mit Buenos Aires (Fleisch, Fleisch, Pizza, Fleisch) schlicht nicht vergleichbar. &lt;br /&gt;4. Die Preise sind halb so hoch wie in Wien, die Löhne aber nur ein Viertel. Die verhältnismäßig minimale absolute Armut in Wien macht kein schlechtes Gewissen für ein unbeschwertes Studentendasein. &lt;br /&gt;5. Es gibt schöne ruhige Cafés die nicht unmittelbar an einer Megaavenida liegen &lt;br /&gt;6. Die besten Zeiten sind zwar schon lange vorbei, aber der alte Glanz strahlt noch manchmal &lt;br /&gt;7. Es gibt richtige Stadtplätze, Fußgängerzonen, Diagonalstraßen und entsprechende Dreieckshäuser, all das ist Bs As - Straßenbild (Typus Schachbrett) nicht vorhanden   &lt;br /&gt;8. Man darf im Gegensatz zu Bs.As. in vielen Lokalen, Cafés und Restaurants noch Rauchen. &lt;br /&gt;9. Die Unternehmen und staatlichen Dienstleistungen funktionieren in der Regel   &lt;br /&gt;10. Partys in Wien krachen, weil die Leute (auch „Dank“ Alkohol) einen Kontrollverlust zulassen um ihr formales Verhalten im Alltag zu kompensieren. In Argentinien ist man im Alltag weniger stark kontrolliert, dafür sind viele Partys Kaffeekränzchen wo nicht einmal ein Glas kaputt geht. Außerdem kann es passieren dass darauf angestoßen wird, dass alle anwesenden bald unter die Haube kommen (Schluck).   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sj6mYd56AwI/AAAAAAAAAXo/K8FvnvploVc/s1600-h/spittelberg.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 281px; height: 190px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sj6mYd56AwI/AAAAAAAAAXo/K8FvnvploVc/s320/spittelberg.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5349896346637304578" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Eine Spittelbergidylle wird man in der Straßenstadt Buenos Aires vergeblich suchen&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-451053863342555996?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/451053863342555996/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/auswandern.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/451053863342555996'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/451053863342555996'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/auswandern.html' title='Auswandern?'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sj6mYNzJQrI/AAAAAAAAAXg/mEsv5B5mNAI/s72-c/Auswanderung.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-7331937521015933104</id><published>2009-06-07T19:23:00.000-07:00</published><updated>2009-06-08T17:36:00.023-07:00</updated><title type='text'>Das argentinische Europadorf</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2XMrQq0I/AAAAAAAAAW4/8UcE1rMkues/s1600-h/europaflagge.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 143px; height: 106px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2XMrQq0I/AAAAAAAAAW4/8UcE1rMkues/s320/europaflagge.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5344776998693677890" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Anlässlich der heutigen EU-Wahlen ein paar Worte zu Europa, von dem ich einmal weit weg sein wollte. Es ist mir definitiv nicht gelungen. Darüber dass Buenos Aires eigentlich eine südeuropäische Stadt ist habe ich bereits geschrieben. Mehr dazu etwa  im Eintrag vom 18. Mai. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun, der viel wichtiger Grund für meine sehr europäische Existenz hier sind allerdings die Europäer/innen selbst, die fast die Hälfte meines sozialen Umfeldes ausmachen. Die andere Hälfte sind Lateinamerikaner/innen. Die sozialen Konstellationen sind natürlich nicht separiert sondern meist bunt gemischt und es gibt etliche interkontinentale Pärchen. Auf einer Party die wir kürzlich in unserer „Casa“ veranstaltet haben waren 80 Leute aus 20 Nationen. Obwohl wir hier im Haus alle viel Kontakt mit Leuten aus Argentinien, Kolumbien, Peru und Brasilien haben, ist mein Leben in Buenos Aires europäischer als in Europa, wo ich ja zum allergrößten Teil nur mit Österreicher/innen zu tun habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Von wo kommen die touristischen Exilant/innen?&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2WyP0DUI/AAAAAAAAAWo/t54wNXw9xI8/s1600-h/berlin.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 162px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2WyP0DUI/AAAAAAAAAWo/t54wNXw9xI8/s320/berlin.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5344776991599234370" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Genug von Berlin? von Antwerpen? Oder von Lunz am See? Warum nicht einige Zeit ganz woanders leben und ganz anderes erleben? Denkt sich das Europäerlein, und fährt in die europäischste Stadt außerhalb des alten Kontinents um hauptsächlich andere Leute aus Europa kennen zu lernen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sich die hier lebende Ausländerschaft zusammensetzt ist statistisch mit Sicherheit nicht erfasst. Mit den wirklich großen Gruppen von Arbeitmigrant/innen aus Bolivien oder Peru habe ich natürlich keinen Kontakt. Ich lebe hier in einer jungen und studentischen Tourismus- und Abenteuerwelt, die wenig mit der sozialen Realität der lateinamerikanischen Menschen zu tun hat und die sich freut, dass der Euro gegenüber dem Peso tendenziell steigt (seit ich hier bin von 4,3 auf 5,3). In den Zeiten wo unsere argentinischen Freund/innen nicht gerade 40 Wochenstunden arbeiten müssen um ihr Abendstudium zu finanzieren, verbringen wir auch gerne unsere verhältnismäßig reichliche Freizeit mit ihnen. Diese wiederum können sich nur wundern, dass drei Monate Gelegenheitsjobs in Hamburg genug sind um sechs Wochen durch Lateinamerika zu reisen, dass man sein Auslandsjahr im Rahmen des Studiums an der Uni Utrecht in Buenos Aires verbringt, dass es möglich ist sich einfach einmal ein halbes Jahr Auszeit vom Stress in London zu nehmen um in einem Sozialprojekt mitzuarbeiten oder dass man sein Studium in Barcelona spontan für einige Monate unterbricht um in Buenos Aires einen Theaterworkshop zu besuchen und Abends Tango tanzen lernt. Diese kleine Gesellschaft westlicher Wohlstandskinder auf Abenteuerurlaub setzt sich meiner Auffassung nach folgendermaßen zusammen:    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2Whd9o5I/AAAAAAAAAWg/gXS00ZXm-NI/s1600-h/arbeitsmigranten.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 210px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2Whd9o5I/AAAAAAAAAWg/gXS00ZXm-NI/s320/arbeitsmigranten.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5344776987095180178" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Arbeitsmigrant/innen kommen z.B. aus Peru, Bolivien oder Paraguay. Sie haben es nicht ganz so lustig in Bunoes Aires wie die Kinder aus dem Westen. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Die mit Abstand größte Gruppe kommt aus (West-)Europa. Dabei führt definitiv Frankreich vor Deutschland und dem UK. Der schicke kleine Tangobezirk San Telmo ist meiner Meinung nach eine Pariser Enklave in Lateinamerika. Südeuropa ist tendenziell schwächer vertreten als Nordeuropa. Aus Osteuropa habe ich in den vier Monaten die ich hier bin nur drei Menschen getroffen, zwei Pol/innen und einen Slowenen. Die Europäer/innen hier sind 20-35 Jahre alt, gebildet, weltoffen, sprachgewandt, linksliberal, alternativ, künstlerisch und/oder sozial engagiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Die zweitgrößte Gruppe sind junge Lateinamerikaner/innen die in Buenos Aires studieren. Vor allem Kolumbien, aber auch Brasilien und Mexiko sind in meiner Wahrnehmung stark vertreten. Diese Leute kommen meist aus wohlhabenderen Familien und sind etwas konservativer und deutlich eleganter als die Europäer/innen. Mit uns teilen sie eine gewisse ökonomische Sorglosigkeit, da ihre Eltern den Aufenthalt finanzieren oder sie auf Grund ihres kulturellen Kapitals schon vernünftige Jobs haben.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Die kleinste Gruppe ist der restliche angelsächsische Okzident, vor allem US-Amerikaner/innen - die in meiner Wahrnehmung viel geringer vertreten sind als z.b. Frankreich alleine - Menschen aus Kanada, Australien und Neuseeland. Diese Gruppe unterscheidet sich soziokulturell nicht stark von den hier lebenden Europäer/innen, die Anzahl der Sprachlehrer/innen ist aber meiner Einschätzung nach relativ größer, jene von Abenteurern, Schauspieler/innen und Tänzer/innen geringer.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Menschen aus Japan und den anderen ostasiatischen Industriestaaten habe ich hier noch überhaupt keine getroffen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2dok2Z9I/AAAAAAAAAXQ/eH8Caz6G6Vs/s1600-h/westeuropa.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 102px; height: 118px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2dok2Z9I/AAAAAAAAAXQ/eH8Caz6G6Vs/s320/westeuropa.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5344777109262198738" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die erweiterte EU existiert nur am Papier, aber nicht was den Wohlstand betrifft. Einen längeren Ausflug nach Buenos Aires können sich nur Menschen aus Westeuropa gönnen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Zeitungsbericht vom 11. Mai bestätigt meine Prognose tendenziell. Allerdings sind darin nur die ausländischen Studierenden und die Teilnehmer/innen an Sprachkursen berücksichtigt. Interessant ist der Umstand, dass sich die Zahl ausländischer Studierender 2009 in Buenos Aires im Vergleich zur Krise 2001 verdreifacht hat. Das liegt schlicht und ergreifend daran dass Argentinien seit damals ein recht preiswerter Boden geworden ist. Noch Ende der 1990er-Jahre war Preisniveau vergleichbar mit Österreich. Deutlich über 50% der rund 23.000 Bildungstouristen sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Aus Europa kommen 40% der Studierenden, aus den USA 25% und aus Brasilien 16%. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung freut sich, dass Buenos Aires in Mode ist. Die Zahl der Latinos dürfte sich wahrscheinlich gegen 30% bewegen (ich gehe fix davon aus, der Großteil der im Artikel nicht aufgeschlüsselten Studierenden kommt aus LA). Damit stimmt die Reihenfolge meiner Schätzung zumindest mit den Daten für die Studierenden recht gut überein. &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Das europäische Babylon&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verständigung klappt sehr gut. Alle die hier leben verstehen und sprechen das recht simple Exilantenspanisch. Selbst die in Buenos Aires lebenden Menschen aus Frankreich und Italien sprechen zwei bis drei Sprachen, Leute aus dem deutschsprachigen Raum, aus Benelux oder Skandinavien sprechen vier oder fünf. Nur die englischen Natives können meist außer ein paar Brocken schlechten Spanisch nicht viel. Schuld hat aber nur zum Teil der offenbar katastrophale Sprachunterricht in den USA und im UK. Ein wichtiger Grund ist, dass die englischen Natives selten gefordert bzw. gezwungen sind eine andere Sprache anzuwenden weil sie sich mit der ihren fast überall durchschlagen können. Es ist außerdem erstaunlich wie viele Leute in der Schule Deutsch gelernt haben. Noch erstaunlicher ist der Umstand, dass einige sogar ein paar Brocken sprechen und manche wenige sogar sehr gut. Nach Englisch ist sie in vielen europäischen Staaten die zweite Fremdsprache in der Schule (wie bei uns kann man meist wählen), in den USA und dem UK teilweise sogar die erste.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2W5HhxrI/AAAAAAAAAWw/ZxWsHq5efWw/s1600-h/deutschsprachiger+Raum.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 202px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2W5HhxrI/AAAAAAAAAWw/ZxWsHq5efWw/s320/deutschsprachiger+Raum.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5344776993443530418" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der deutschsprachige Raum erfasst in Europa fast 100 Millionen Menschen und Deutsch ist nach Russisch die zweitgrößte Sprache des Kontinents. Wahrscheinlich nicht zuletzt aus historisch bedingter Vorsicht unterschätzt man oft die Bedeutung der deutschen Sprache. Leider haben die Nazis es geschafft, dass sie im Ausland bis heute im ersten Gedanken mit dem Geschrei Hitlers assoziiert wird.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die vier Klassiker die hier von Europäer/innen in unterschiedlichem Ausmaß beherrscht werden sind Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch. Das sind zum Glück auch jene in denen ich mich mehr oder weniger gut zurechtfinde. Aus einer haarsträubenden Mischung dieser vier Sprachen, die auf Kosten jeder einzelnen zu einem fürchterlichen Kauderwelsch zusammenwachsen, unterhalte ich mich mit Leuten aus dem gesamten Okzident.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst hier wird mir klar, dass Deutsch für Menschen mit Interesse an Sprachen von diesen vier die optimale Muttersprache ist. Es ist die am schwierigsten zu erlernende, die man einfach mit seiner Kindheit aufsaugt. Für Menschen mit slawischer Muttersprache ist es meiner Beobachtung nach besonders einfach sich Fremdsprachen anzueignen. Aber es bestätigt sich für mich seit Jahren auch immer wieder, dass es den Menschen mit germanischen Muttersprachen (Deutsch, Niederländisch, Dänisch etc.) offenbar unfassbar viel leichter fällt Fremdsprachen zu erlernen als Menschen mit romanischen Muttersprachen (französisch, spanisch, italienisch) und englischen Natives. Unter den germanischen Sprachen ist der große Vorteil des Deutschen gegenüber Norwegisch oder Schwedisch allerdings, dass man Zugang zum größten Sprachraum der Europäischen Union hat. Englisch zu lernen fällt uns recht leicht, Englisch als Muttersprache zu haben bedeutet aber wenig Gelegenheit andere Sprachen erlernen zu können. Mit Deutsch kommt man außerhalb des deutschsprachigen Europas nicht weit, da heißt es dann „Lern oder Stirb,“ Hat man zum Ziel Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch zu beherrschen ist Deutsch meiner Einschätzung nach die Ausgangsbasis mit den wenigsten Widerständen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die Exil-Europäer/innen&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2dVMPlAI/AAAAAAAAAXI/6jxuJIp0API/s1600-h/Trommler.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 150px; height: 113px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2dVMPlAI/AAAAAAAAAXI/6jxuJIp0API/s320/Trommler.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5344777104058717186" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es sind Trommelevents wie dieser sonntägliche Marsch durch die Calle „Defensa“, bei dem man mit Sicherheit zahlreiche Europäer/innen trifft. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Europäer/innen die hier leben haben oft schon eine interkulturelle Vergangenheit. Die Französinnen in meinem Haus haben ein Auslandsjahr in England verbracht bzw. in Neuseeland gearbeitet, meine Tangokollegin aus Sizilien hat 12 Jahre in Berlin gelebt, eine Pariser Grafikdesignerin hat zuvor ein paar Jahre in Los Angeles gewohnt. Die meisten haben zumindest mehrwöchige Auslandsaufenthalte oder mehrmonatige Weltreisen hinter sich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es handelt sich fast durch die Bank um interessante Persönlichkeiten, die mir sämtliche Fragen zum dänischen Sozialsystem, zur britischen Identitätskonstruktion, zur belgischen Innenpolitik, zu den schwedischen Trinkgewohnheiten oder zur historischen Bedeutung von Toulouse im Mittelalter beantworten (es gibt folglich fast so viele europäische Fragen wie lateinamerikanische, mit denen ich mich hier auseinandersetze, wobei sich zweitere eher auf dem „Was ist eigentlich Ecuador?-Niveau“ abspielen) Die Europäer/innen in Buenos Aires sind Studierende, Künstler/innen, Filmproduzent/innen, Intellektuelle, Theaterleute, Tänzer/innen, Abenteurer/innen und Sozialarbeiter/innen. Ihr geographisches Zentrum ist das eigentlich eher abgelegene San Telmo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht gerade die schlechteste Auswahl an Persönlichkeiten aus dem alten Kontinent, die sich hier findet. Dies veranlasst die Argentinier/innen regelmäßig überzogene Rückschlüsse auf Bildung und Benehmen der Europäer/innen generell zu ziehen. Tatsächlich handelt es sich durchwegs um kosmopolitische Menschen mit Interesse an der Welt, die das internationale Flair unserer hiesigen Exil-Gesellschaft sehr genießen. Unisono stellen sie fest, dass sie so etwas wie eine europäische Identität erst hier entdeckt haben, oder wenn selbige schon vorhanden war diese durch den Aufenthalt in der Ferne vertieft wurde. Ein Partyveranstalter aus Florenz brachte das diffuse Zusammengehörigkeitsgefühl folgendermaßen auf den Punkt: "As an European you are just part of the club." Es ist unbestreitbar, dass ich mich in meinem lateinamerikanischen Europadorf recht wohl fühle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2XEqyuRI/AAAAAAAAAXA/FRqgRoWVKtg/s1600-h/San+Telmo.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2XEqyuRI/AAAAAAAAAXA/FRqgRoWVKtg/s320/San+Telmo.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5344776996544231698" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;San Telmo ist schon fast ein Arrondissment von Paris. Hier leben etliche junge Menschen aus ganz Europa, vor allem aus Frankreich und darunter wieder mehrheitlich Menschen die zuletzt in Paris gewohnt haben. Es ist schön, ein bisschen verfallen und preiswerter als die schicken Stadtteile Recoleta und Palermo.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier eine Liste von europäischen Staaten aus denen mir bisher Menschen in Buenos Aires über den Weg gelaufen sind: Frankreich, Frankreich, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen, Niederlande, Belgien, Irland, Schweden, Dänemark, Slowenien, Island Schweiz, und natürlich Österreich. Darüber hinaus habe ich in Argentinien Leute aus den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Kolumbien, Brasilien, Mexiko, Bolivien, Peru, Paraguay, Kuba, Chile, Israel, Ägypten und Südafrika getroffen.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus gegebenen Anlass für meine europäische Existenz die ich nicht los werde und wahrscheinlich gar nicht los werden will, hier eine fesche Version der Europahymne: &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=NgqaQraoxAQ&amp;feature=related"&gt;Ode to Joy&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-7331937521015933104?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/7331937521015933104/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/das-argentinische-europadorf.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/7331937521015933104'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/7331937521015933104'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/das-argentinische-europadorf.html' title='Das argentinische Europadorf'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Six2XMrQq0I/AAAAAAAAAW4/8UcE1rMkues/s72-c/europaflagge.jpeg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-406718119807576424</id><published>2009-06-01T11:19:00.000-07:00</published><updated>2009-06-04T11:44:16.881-07:00</updated><title type='text'>Hightech-Investitionen statt Billigexporte</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Für alle ökonomisch interessierten Leser/innen, hier einmal ein recht seriöses und grundsätzliches Artikelchen zur argentinischen Wirtschaftspolitik.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQep8z444I/AAAAAAAAAWQ/TFKbOOxIVz0/s1600-h/Tagblatt.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQep8z444I/AAAAAAAAAWQ/TFKbOOxIVz0/s320/Tagblatt.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5342428764015485826" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Folgende Reaktion auf die wirtschaftspolitische Linie des auf Deutsch herausgegebenen „Argentinischen Tageblattes“ ist eine Analyse durch europäische Augen, wodurch sich folgende normative Grundannahme durch den Text zieht: Ich unterstelle das Ziel der argentinischen Gesellschaft sei es, den Pfad einer hoch entwickelten Wohlstandsdemokratie zu beschreiten. Der Leserin und dem Leser soll bewusst sein, dass ich den europäischen Wohlfahrtsstaat und dessen historische Genese zum Bezugspunkt meiner Gedankenwelt mache.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ökonomische Berichterstattung im wirtschaftsliberalen argentinischen Tageblatt ist detailliert, mit viel statistischem Material untermauert und trägt die Handschrift einer volkswirtschaftlich interessierten Redaktion. Auf der letzten Seite findet sich stets ein langer Kommentar zu wirtschaftspolitischen Fragen. Wenn auch nicht namentlich gekennzeichnet ist zu vermuten, dass es sich um die Worte des Herausgebers, Wirtschaftswissenschafters und ehemaligen Wirtschaftsministers Roberto Alemann handelt. Zu meiner großen Verwunderung wird in diesen Kommentaren zur Ankurbelung der Gesamtwirtschaft vor allem auf die Forcierung der Landwirtschaft gesetzt. So heißt es z.B. im Tageblatt vom 28. März: „Die unmittelbare Erhöhung der Produktion von landwirtschaftlichen Exportprodukten sollte bei der Wirtschaftspolitik absolute Priorität haben.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb47p8yEI/AAAAAAAAAVo/XCxaxluz-Ew/s1600-h/agricultura.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 288px; height: 216px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb47p8yEI/AAAAAAAAAVo/XCxaxluz-Ew/s320/agricultura.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5342425722868516930" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Landwirtschaft ist in Argentinien ein innenpolitischer Dauerbrenner. Genau konträr zu Europa gibt es hier relativ hohe Exportzölle, die eine wichtige Einnahmequelle des Staates darstellen. Ein Versuch der Regierung Kirchner selbige im Vorjahr zu erhöhen, scheiterte jedoch am erbitterten Widerstand der politisch gut organisierten Großgrundbesitzer.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Rohstoffreichtum ist nicht gleich Reichtum &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich beträgt der Anteil der Landwirtschaft am BIP (Bruttoinlandsprodukt) in westlichen Industriestaaten nur einen Bruchteil jener zehn Prozent, die er gemäß Weltbank in Argentinien ausmacht. Laut Tageblatt wächst der Beitrag zur Wertschöpfung gemeinsam mit den landwirtschaftsnahen Industrien und Dienstleistungen auf über 50 Prozent. In Staaten wie Deutschland oder Großbritannien sind es keine zwei, im flächenreichen Frankreich nur knapp über zwei Prozent, die die Landwirtschaft zum BIP beiträgt. Die relative Abnahme des landwirtschaftlichen Sektors an der gesamten Wertschöpfung war im Europa des 20. Jh. ein Zeichen des kontinuierlichen Anwachsens des Wohlstands. Im landwirtschaftlichen Export das Heil für die wirtschaftliche Zukunft zu suchen scheint mir im Widerspruch zu all meinen bisherigen volkswirtschaftlichen Erfahrungen und Auffassungen zu stehen.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von vielen Argentinier/innen hört man, dass ein an Boden und Rohstoffen so reiches Land ein viel höheres Wohlstandsniveau erreichen müsste als es derzeit der Fall ist. Dem kann stets entgegnet werden, dass Nigeria an Rohstoffen noch viel reicher, an Wohlstand aber noch viel ärmer sei. Rohstoffreichtum ist oft mehr Fluch als Segen. Die autoritären Regime und diktatorischen Monarchien im Nahen und Mittleren Osten stützen sich großteils auf den Reichtum an Rohstoffen. Die Erträge werden nicht im Land investiert, geschweige den in den Aufbau einer sozialen Infrastruktur gesteckt, sondern für repräsentative und militärische Zwecke verwendet oder im Kasino der internationalen Finanzmärkte veranlagt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt (Japan), sowie die drittgrößte (Deutschland) verfügen über keinerlei bedeutenden Bodenschätze oder sonstige natürliche Ressourcen. Trotzdem wurden Japan und Deutschland im 20. Jh. mit ihren wettbewerbsfähigen Industrien zu wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten. Nicht Rohstoffe machen reich, sondern der Kapitalstock an Industrie- und Humankapital, sowie die jeweilige Arbeitskultur einer Gesellschaft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5ffBt-I/AAAAAAAAAV4/lKF76Li1CL4/s1600-h/Saudi-K%C3%B6nig.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 135px; height: 169px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5ffBt-I/AAAAAAAAAV4/lKF76Li1CL4/s320/Saudi-K%C3%B6nig.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5342425732486379490" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Saudi Arabien ist der ölreichste Staat der Erde, König Abdullah ibn Abd al-Aziz der alleinige Herrscher in einer der letzten absoluten Monarchien der Welt. So lange der Ölhahn offen bleibt, wird sich dies wohl nicht ändern. Neben arbeitsamen Migrant/innen aus Pakistan, kann man sich auch den gesamten Unterdrückungsapparat zur Unterdrückung der Opposition und Durchsetzung der Scharia spielend leisten.&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Die „Holländische Krankheit“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Exportstruktur Argentiniens wurde im Tageblatt vom 2. Mai genau aufgeschlüsselt. Demnach entfielen 40 Prozent der Exporte auf Industrieprodukte auf landwirtschaftlicher Basis (MOA), 32 Prozent auf Rohstoffe, Brennstoffe sowie Energie und nur 28 Prozent auf reine Industrieprodukte (MOI). In Deutschland machten Exporte aus den Bereichen Landwirtschaft, Fortwirtschaft, Fischerei und Nahrungsmittelindustrie (vergleichbar mit MOA) im Jahr 2008 gemäß dem deutschen Statistikamt keine fünf Prozent des gesamten Export- und sechs Prozent des Importvolumens aus. Nur 0,9 Prozent der Exporte entfielen auf Rohstoffe und Energie, während diese Produkte beim Import knapp zehn Prozent ausmachen. Über 94 Prozent der deutschen Exporte entfallen auf weiterverarbeitete Industrieprodukte (MOI). Alleine die drei großen Brocken Kraftwagen, Maschinen und Chemieerzeugnisse machen im Export 46 Prozent des deutschen Außenhandels aus.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die so genannte „Holländische Krankheit“ ist ein Phänomen, das die Gefahren einer stark auf Grund- und Rohstoffen basierenden Exportwirtschaft beschreibt. Dadurch entstehen Außenhandelsüberschüsse, durch die es zu einer Aufwertung der Währung des Landes kommt. Gleichzeitig werden hochwertige Produkte nicht selbst hergestellt sondern importiert. Die „Terms of Trade“,  also das Verhältnis von Exportpreisen zu Importpreisen, verschlechtern sich, die Volkswirtschaft verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Dies bringt Absatzprobleme von Gütern der übrigen exportierenden Industrien mit sich und führt dann zum Rückgang oder Verschwinden der betroffenen Industrien. Mehrere ökonomisch gebildete Leute – unter anderem ein Wirtschaftswissenschafter an der österreichischen Botschaft – sind  der Auffassung, dass Argentinien in den letzten Jahrzehnten regelmäßig Symptome der holländischen Krankheit aufgewiesen hätte. &lt;br /&gt;  &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zentrum oder Peripherie? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5un5-8I/AAAAAAAAAWA/n2y38WOQWMc/s1600-h/singapur.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 298px; height: 197px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5un5-8I/AAAAAAAAAWA/n2y38WOQWMc/s320/singapur.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5342425736550153154" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Singapur gehört zu jenen Tigerstaaten, die in der zweiten Hälfte des 20. Jh. ein westliches Wohlstandsniveau erreicht haben. In diesem Stadtstaat wird man allerdings eingesperrt, wenn man einen Tschikstummel auf die Straße schmeißt. Das TV ist bei solch einem Event live dabei!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich nimmt Argentinien mit seiner landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft eine periphere Zulieferfunktion in der Weltwirtschaft ein, die den großen Wirtschaftszentren USA und EU sehr willkommen ist. Produkte deren Verarbeitung einen geringen technologischen Standard erfordert werden zu günstigen Weltmarktpreisen aus Argentinien angekauft, dafür werden teure Hochtechnologieprodukte nach Argentinien exportiert. Selbiges Ungleichgewicht herrscht gegenüber den meisten Staaten der Erde, nur einige wenige wie Japan haben sich aus dieser Schieflage erfolgreich befreit, oder sind – wie China – eben dabei sich aus der westlichen Rollenzuordnung zu lösen. Wie haben die asiatischen Tigerstaaten (Südkorea, Hongkong, Singapur und Taiwan) in den letzten Jahrzehnten geschafft unter diesen globalen Bedingungen von peripheren Entwicklungsstaaten zu Industriestaaten aufzusteigen? Grundvoraussetzung war eine Rückendeckung durch den Westen aus politischen Motiven. Ökonomisch haben die Tiger zuerst durch eine importsubstituierende Industrialisierung im Bereich der Leichtindustrie eine gewisse Binnennachfrage geschaffen. Später kam es zu Investitionen in die kapital- und humankapital-intensive Produktion bei gleichzeitigem dezenten Schutz der eigenen Industrie durch Zölle. Schließlich konnte durch die Intensivierung der High-Tech-Branchen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Industriestaaten erreicht werden. Jetzt produziert man auf Augenhöhe, nun macht Freihandel für alle Beteiligten Sinn. Eine Gesellschaft kann sich nur reich investieren, aber sich nicht reich exportieren. Zumindest nicht mit dem Export von Grund- und Rohstoffen.        &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5i_H8OI/AAAAAAAAAWI/jgVdHnn7YEc/s1600-h/world-wealth-map.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 158px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5i_H8OI/AAAAAAAAAWI/jgVdHnn7YEc/s320/world-wealth-map.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5342425733426311394" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Welt-Wohlstandskarte illustriert recht eindrucksvoll, wo auf der Welt ökonomisch die Zentren sind, und wo die Peripherie.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der große Freihandelstheoretiker David Ricardo sah den ökonomischen Fortschritt durch Landwirtschaft und Großgrundbesitz sogar behindert. Er kämpfte leidenschaftlich gegen die britischen Getreidezölle und wollte den besitzenden Grundadel zu Gunsten des liberalen unternehmerischen Bürgertums schwächen. Die kontinuierliche politische Verdrängung der Aristokratie durch die Bourgeoisie im Europa des 19. Jh. war zugleich Voraussetzung als auch Folge des ökonomischen Wandel. Die wirtschaftliche Industrialisierung und die politische Beseitigung der feudalen Strukturen haben sich in wechselseitiger Wirkung zum Durchbruch verholfen. Die Konzentration auf die Landwirtschaft ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der genau falsche Weg um Argentinien ökonomisch zu emanzipieren und langfristig mit den westlichen Industriestaaten gleichzuziehen. Die Interessen des Grundbesitzes sind Interessen des 19. Jh. und stehen dem ökonomischen und sozialen Fortschritt im Wege. Erst eine bürgerliche Industriegesellschaft macht es ökonomisch überhaupt möglich die soziale Frage zu stellen und einen umverteilenden Wohlfahrtsstaat zu installieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5CdX-zI/AAAAAAAAAVw/4-c8eS9k4D8/s1600-h/Ricardo.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 97px; height: 122px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQb5CdX-zI/AAAAAAAAAVw/4-c8eS9k4D8/s320/Ricardo.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5342425724694821682" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der klassische Ökonom David Ricardo (1772 – 1823) gilt als wichtigster historischer Impulsgeber für den Freihandel. Seine unterstellten Handelsvorteile für beide Partnerstaaten haben jedoch nur eingeschränkt Geltung. Handelt die USA mit Angola, dann stehen sich im Boxring der Schwergewichtsweltmeister und ein zartes Kind gegenüber. Wer ungleiches gleich behandelt, behandelt bekanntlich ungleich.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das politökonomische Programm das mir für Argentinien sinnvoll erschiene, sieht völlig anders aus als die vom Herausgeber des argentinischen Tageblatts geforderte Konzentration auf die Landwirtschaft: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. Kompromissloser Kampf der Korruption und der Misswirtschaft auf allen Ebenen. Vor allem im Staat und seinen Institutionen, um politisch, juristisch und fiskalisch überhaupt handlungsfähig zu werden. &lt;br /&gt;2. Umfassende staatliche Investitionen in das Humankapital der argentinischen Bevölkerung, sprich deutliche Qualitätssteigerungen in Schulen und Universitäten bei Beibehaltung des freien Bildungszugangs.    &lt;br /&gt;3. Massive staatliche Anreize für private Forschung und Entwicklung, umfangreiche öffentliche Direktinvestitionen in diesem Sektor sowie staatsnahe „Start-up“ Projekte in modernen Industrien. &lt;br /&gt;4. Staatliche Investitionsanreize damit die erwirtschafteten Profite nicht in ausländischen Finanzanlagen, sondern in den argentinischen Wirtschaftsstandort investiert werden.  &lt;br /&gt;5. Massive Investitionen in die öffentliche Infrastruktur um der wirtschaftlichen Entwicklung ein solides Gerüst zu bieten.  &lt;br /&gt;6. Schaffung eines modernen Wettbewerbsrechts sowie umfassender Konsumentenschutzmaßnahmen um die Effizienz und Qualität der heimischen (Oligopol-)Unternehmen zu verbessern.  &lt;br /&gt;7. Schaffung einer lateinamerikanischen Freihandelszone ohne Ausnahmen (Super-Mercosur) mit vorübergehenden moderaten Schutzmaßnahmen gegenüber dem Rest der Welt zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen lateinamerikanischen Binnenindustrie.&lt;br /&gt;8. Schaffung einer einheitlichen lateinamerikanischen Währung in die die Menschen Vertrauen haben.&lt;br /&gt;9. Kontinuierliche tarifliche und fiskalische Umverteilung der Einkommen auf ein europäisches Gleichheitsniveau. Einerseits aus Gesichtspunkten der sozialen Gerechtigkeit, andererseits zur Schaffung einer stabilen Binnenkonsumnachfrage. &lt;br /&gt;10. Noch eine kulturelle Anmerkung: Geistige Lösung von Europa. Der Westen wird dieses Land niemals retten. Argentinien und Lateinamerika können sich nur selbst helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweifellos ist Argentinien kein Entwicklungsland und liegt ökonomisch im internationalen Vergleich im guten Mittelfeld. Der IWF platziert den Staat am Rio de la Plata für 2008 in einer Liste nach BIP pro Kopf gemäß Kaufkraftparität auf Platz 59 von 181 Staaten. Mit rund 14.000 US-Dollar pro Kopf ist es aber immer noch relativ weit entfernt von den westeuropäischen Staaten die zwischen 35.000 und 40.000 Dollar liegen, sowie noch weiter von den USA deren Kaufkraft pro Kopf mit 47.000 Dollar angegeben wird. Punkto Infrastruktur und Industrie ist vieles vorhanden, das Land muss nicht bei Null beginnen. Wenn Argentinien mittelfristig den Anschluss an die westlichen Industriestaaten schaffen will, dann wird das – bei aller Wichtigkeit des interkontinentalen Außenhandels – nur über die Schaffung einer lateinamerikanischen Binnennachfrage funktionieren. Der Welthandel kann den Wohlstand befördern, geschaffen werden kann er aber nur durch den Aufbau einer schlagkräftigen ökonomischen Infrastruktur. Diese darf in der Entstehungsphase auch durch dezente Zölle geschätzt werden. Argentinien und Lateinamerika müssen ihre eigene, hoch entwickelte Industrie schaffen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-406718119807576424?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/406718119807576424/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/blog-post.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/406718119807576424'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/406718119807576424'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/06/blog-post.html' title='Hightech-Investitionen statt Billigexporte'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQep8z444I/AAAAAAAAAWQ/TFKbOOxIVz0/s72-c/Tagblatt.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-4907590822188158488</id><published>2009-05-27T16:16:00.000-07:00</published><updated>2009-06-01T12:01:13.541-07:00</updated><title type='text'>Auf die Inhaftierten, die Toten und das Vaterland!</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;Kürzlich, am 25. Mai (Tag der Mairevolution 1810), hatte ich eine interessante Erfahrung die mir ein weiteres Stück Argentinien eröffnet hat. Ich wurde von einem argentinischen Paar mit dem ich ein freundschaftliches Verhältnis pflege anlässlich des Feiertages zum Essen eingeladen. Auch zwei Freunde von ihnen waren dabei, insgesamt vier argentinische Erwachsene aus der oberen Mittelschicht mit Kindern. Sabina, Edu, Sebi und Dolores sind zwischen Mitte 40 und Ende 50. Es sind Menschen die im zwischenmenschlichen Umgang sehr liebenswert sind, denen aber nichts heilig ist. Eine sehr angenehme Mischung, bei der für mein Empfinden die Freiheit nicht zu kurz kommt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQkFDHYUEI/AAAAAAAAAWY/MGxTgIgSf7U/s1600-h/25+de+mayo2.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 250px; height: 192px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQkFDHYUEI/AAAAAAAAAWY/MGxTgIgSf7U/s320/25+de+mayo2.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5342434727122456642" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Erklärung der Unabhängigkeit am 25. Mai 1810 als Geburt der argentinischen Nation in einer ihrer berühmtesten Darstellungen von Pedro Subercaseaux.&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wusste dass wir auf einem Pologelände essen, weil Sabinas erwachsener Sohn, der in Europa lebt, dort viel geritten ist und die Familie Mitglied in diesem Poloklub ist. Das Gelände ist sehr schön und für Großstädter/innen eine grüne Oase. Auf dem Hinweg wurde mir gesagt, dass der Poloklub im Besitz des Militärs sei. Wir nahmen in einem großen Raum Platz, wo ungefähr noch zehn Tische mit größeren Familiengruppen saßen. Es waren auffallend viele alte Leute dort und die älteren Herren sahen alle aus wie man sich Mitglieder einer Militärjunta vorstellt. Eine Mischung aus SS und Mafiosi, streng, autoritär und elegant. Typen vor denen man Angst hätte, wenn sie 30 Jahre jünger wären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J_VqQ4CI/AAAAAAAAAVY/UmmIrlkvIR8/s1600-h/Polo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 230px; height: 188px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J_VqQ4CI/AAAAAAAAAVY/UmmIrlkvIR8/s320/Polo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5340646823114629154" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Polo, der Sport der Wohlhabenderen und richtig Reichen. Einer von vielen englischen Einflüssen in der argentinischen Gesellschaft.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Sabina: "Das alles hier sind ehemalige Offiziere" &lt;br /&gt;- Ich: "Und das gesamte Gelände gehört dem Militär?"&lt;br /&gt;- Sebi: "Das alles müssen wir mit unseren Steuern zahlen!" &lt;br /&gt;- Edu: "Ich hoffe wir müssen nicht die Nationalhymne singen um das Essen zu bekommen"&lt;br /&gt;- Alle: Gelächter &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Essen kommt, dazu werden kleine Schleifen (Typus Aidsschleife) ausgeteilt und auf jedem Tisch ein Fähnchen platziert. Alles natürlich in den Nationalfarben Blau-Weiß. In der nächsten dreiviertel Stunde machen Edu und Sebi das, was Argentinier/innen am Liebsten machen. Sie reden ihr Land und ihren Staat in Grund und Boden und erklären dass Argentinien ein einziges, unorganisiertes Desaster ist. Sie erklären mir welche Politiker ihre 21-jährigen Söhne auf welche öffentlichen Spitzenpositionen gesetzt haben, wo die Verwaltung überall illegal mitschneidet und wie die Wahllisten zustande kommen. (Es kandidieren für die nationalen Wahlen alle Bürgermeister und Gouverneure wegen ihrer Bekanntheit, um dann ihr Mandat für den Senat nicht anzunehmen und völlig Unbekannte Leute ins Parlament einziehen. Überdies kandidieren auf vielen Listen auch Verwandte von Regionalpromis, nur weil der Name schon bekannt ist. Das ist in der Tat dreist.) Edu und Sebi fragen mich, ob ich glaube, dass dies in einem anderen Land der Welt möglich ist und noch bevor ich antworten kann, kommen sie zum üblichen Conclusio: Argentinien sei ein Land der Diebe und Räuber. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J6iP-DHI/AAAAAAAAAVA/AiGRTodHwhU/s1600-h/f%C3%A4hnchen.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 99px; height: 122px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J6iP-DHI/AAAAAAAAAVA/AiGRTodHwhU/s320/f%C3%A4hnchen.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5340646740594658418" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;So fesche Fähnchen wie diese wurden in Blumenvasen den Militärs und uns mit dem Essen mitserviert. Eine skurrile Szene.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dem Augenblick erheben sich alle ehrfurchtsvoll zur &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=1BJPW8YmP_U"&gt;Nationalhymne&lt;/a&gt;. Es beginnt eine typische Hymne aus dem Radio zu dröhnen, ich bin zunächst etwas erleichtert dass nicht gesungen, sondern nur zugehört wird. Nach einer Minute setzen allerdings alle beim exakt gleichen Takt ein um lauthals – wie man es sich in Österreich überhaupt nicht vorstellen kann – die  Nationalhymne hinauszutrompeten. Es gibt noch eine Instrumentalphase, dann setzen wieder alle im Raum exakt ein und bringen das recht lange Stück zu Ende. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Dolores: „Mir rinnt es immer kalt runter bei der Nationalhymne (In dem Moment rinnt es mir kalt herunter). Obwohl ich so was von überhaupt keiner Patriotin bin (In dem Moment wird mir wieder wärmer). Aber das Lied ist schön." (Da ich auch Hymnen mag ohne Staatspatriot zu sein, wird mir richtig warm). &lt;br /&gt;- Edu: "Ich hoffe wir müssen nicht die Nationalhymne singen, um die Nachspeise zu bekommen" &lt;br /&gt;- Alle Gelächter &lt;br /&gt;- Ich: „Es gibt so schöne Hymnen, z.b. die Russische (ehem. Hymne der Sowjetunion), die französische oder die Englische.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gruppe kennt die Englische Hymne nicht. Ich beginne so gut ich kann „God save the Queen“ vorzusummen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Sebi: „Möchtest du nach Österreich zurückkehren?“&lt;br /&gt;- Ich: „Ja“&lt;br /&gt;- Sebi: „Falls du das nicht in einem Sarg tun willst, dann hör auf hier die britische Hymne zu singen“ &lt;br /&gt;- Alle: Gelächter&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich vergaß in diesem Moment, dass die britische Hymne bei den Militärs nicht sooooooooo beliebt sein dürfte. Den Falklandkrieg gegen England hatte ihre Militärregierung verloren, die dann noch ob dieses Umstandes abgesetzt wurden. Heute sind die „Malvinas“, wie die Falklandinseln in Argentinien heißen, ein Steckenpferd rückwärtsgewandter Supernationalisten. Diese versuchen den Falklandkrieg als Heldenkrieg gegen die englische Kontrolle der völlig uninteressanten „Malvinas“ darzustellen.  Der 4. April ist ein anderer Staatsfeiertag, an dem jährlich der Toten des Falklandkrieges gedacht wird. Dass dieser Krieg nichts anderes war als ein gescheitertes Ablenkungsmanöver einer auf Staatsterror basierenden Militärdiktatur die wirtschaftlich bankrott war, wird meiner Meinung nach zu wenig betont. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J6x1p0RI/AAAAAAAAAVQ/142c0CtessM/s1600-h/malvinas.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 239px; height: 224px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J6x1p0RI/AAAAAAAAAVQ/142c0CtessM/s320/malvinas.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5340646744779247890" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Die Falklandinseln sind argentinisch.“ Die Realitätsverweigerung setzt sich auch auf Landkarten fort, wo die Malvinas stets als argentinisch gekennzeichnet sind.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;- Edu: Schau, mit dem Falklandkrieg war es so. Bei Kriegsausbrauch standen die Massen am Plaza de Mayo um nationalistische Parolen zu schwingen (Typus: Herzblut fürs Vaterland) und Staatschef Leopoldo Galtieri ihre patriotische Unterstützung zuzusichern. Ein paar Wochen später, der Krieg war verloren, gingen die Leute durch die Straße und bezeichneten Galtieri als „Hijo de Puta“. So ist Argentinien.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(„Hijo de Puta“ möchte ich nicht übersetzen, weil Deutsch für so harte Schimpfwörter zu sensibel ist. In Argentinien ist man weniger heikel. Sabina bezeichnete bei anderer Gelegenheit den im Fernsehen sprechenden Präsident Kirchner, ohne mit der Wimper zu zucken als„Hijo de Puta“. Im Beisein ihrer siebenjährigen Zwillinge! Diese gehen übrigens auf eine katholische Privatschule.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach der Nachspeise wurde Sekt ausgegeben. Der ranghöchste pensionierte Militär, immerhin ein Oberst, erhob das Glas und sprach einen Toast, in dem er vor allem über die seiner Meinung nach ungerechte Verfolgung ehemaliger Militärs durch die Justiz sprach. (Die Regierung Kirchner setzt sich intensiv für eine strafrechtliche Verfolgung der Staatsverbrecher ein.) Es schloss mit den Worten: „Auf die Inhaftierten, die Toten und das Vaterland!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Die Militärdiktatur&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Skurrilität meines Erlebnisses soll den klaren Blick auf die Brutalität der argentinischen Militärdiktatur nicht bagatellisieren. Das Militärregime, das von 1976 bis 1983 an der Macht war zählt zu den grausamsten seiner Art in Lateinamerika. Mit aktiver Unterstützung der USA wurden in sämtlichen lateinamerikanischen Staaten Militärregimes errichtet, um die wirtschaftlichen Interessen des Westens zu wahren und einen Schwenk Lateinamerikas Richtung Sozialismus und Sowjetunion zu verhindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J_Q_dEpI/AAAAAAAAAVg/S-_NoCQaJzk/s1600-h/Videla.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 180px; height: 270px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J_Q_dEpI/AAAAAAAAAVg/S-_NoCQaJzk/s320/Videla.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5340646821861331602" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Jorge Rafael Videla, der erste von mehreren Staatschefs der Militärdiktatur, verschleppte, folterte und mordete von 1976 bis 1981.&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Zwei Jahrzehnte – von 1965 bis 1985 – dominierten Militärdiktaturen das politische Gesicht Lateinamerikas. Im Jahre 1976 wurden nur noch (das quasi-autoritär regierte) Mexiko, Venezuela, Kolumbien und Costa Rica nicht von einer Diktatur oder Militärdiktatur regiert.“, schreibt die Webseite über Lateinamerikastudien. Konkret bedeutet dies, dass in folgenden Staaten die Militärs geherrscht haben:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Argentinien&lt;br /&gt;Bolivien&lt;br /&gt;Brasilien&lt;br /&gt;Chile&lt;br /&gt;DomRep&lt;br /&gt;Ecuador&lt;br /&gt;El Salvador&lt;br /&gt;Guatemala &lt;br /&gt;Haiti&lt;br /&gt;Honduras&lt;br /&gt;Nicaragua&lt;br /&gt;Panama&lt;br /&gt;Paraguay&lt;br /&gt;Peru &lt;br /&gt;Uruguay&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das argentinische Militär übernahm 1976 nach einer chaotischen innenpolitischen Phase mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen die Macht. Von Anfang an wurde ein physischer Vernichtungskrieg gegen linke Oppositionelle, Mitglieder von Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen geführt. Aber auch jene die Verfolgten Unterschlupf gewährten waren in höchster Gefahr, sowie alle die verdächtigt wurden die „Subversion“ zu unterstützen. Verdächtig war man beispielsweise allein schon dadurch, dass man jung war oder als Mann einen Vollbart trug. Die Verschleppten wurden in geheime Gefängnisse gebracht, brutal gefoltert und anschließend ermordet. Oft wurden sie unter Drogen gesetzt und von Schiffen oder aus Flugzeugen ins Meer geworfen. Schwangere Frauen, ließ man noch ihre Kinder gebären und tötete sie anschließend. Die Babys wurden angehörigen der Rechten in Argentinien und Uruguay zur Adoption übergeben. Viele Erwachsene haben erst in den letzten Jahren in Erfahrung gebracht, wer ihre Eltern waren. Mittlerweile gibt es eine NGO für in diesem Zeitraum adoptierte Kinder, die Verdacht schöpfen ihre Eltern könnten zu den Verschleppten gehören. Insgesamt wurden 30.000 Menschen von den Militärs ermordet, während dessen Führer in Europa hofiert wurden und mit ihrer ultraliberalen Wirtschaftspolitik zu Liebkindern des Internationalen Währungsfonds avancierten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J6eaD3KI/AAAAAAAAAU4/cySDCGefQgQ/s1600-h/belgrano.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 300px; height: 196px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J6eaD3KI/AAAAAAAAAU4/cySDCGefQgQ/s320/belgrano.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5340646739563240610" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der argentinische Kreuzer Belgrano säuft ab, nachdem er von einem britischen U-Boot versenkt wird. Alleine dabei starben über 300 Menschen. &lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1982 war die von den Militärs verursachte wirtschaftliche Lage so desaströs, dass es immer häufiger zu öffentlichen Protesten und Streiks kam. Um sich an der Regierung zu halten griffen die Militärs auf ein altbewährtes Mittel zurück, sie konstruierten einen Außenfeind und führten gegen selbigen Krieg. Die südatlantischen Falklandinseln, auf denen nur rund 2000 Menschen leben, sollten zu diesem Zwecke den Briten militärisch entrissen werden. Der Krieg wurde von der Militärjunta mit zuvor in Deutschland und England gefertigtem Kriegsgerät geführt! Wenn Margret Thatcher Argentinien jemals einen Gefallen getan hat dann war es jener, nicht wie die Militärs gehofft hatten auf den bedeutungslosen Felsen zu verzichten, sondern mit einem militärischen Gegenschlag zu reagieren. Dieser kostete zwar 650 Soldaten das Leben, führte aber zum Ende der Militärdiktatur. Leider auch zur Wiederwahl Thatchers im Vereinigten Königreich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J61ZG9dI/AAAAAAAAAVI/um3jzMoVM2A/s1600-h/madres-de-la-plaza-de-mayo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 214px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/Sh3J61ZG9dI/AAAAAAAAAVI/um3jzMoVM2A/s320/madres-de-la-plaza-de-mayo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5340646745733264850" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Mütter der Plaza de Mayo marschieren nach wie vor jeden Donnerstag am Hauptplatz von Buenos Aires auf um ihre Forderungen kundzutun. Ex-Präsident Kirchner schenkte ihnen auch politisch sein Gehör.  &lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Das Ende der Militärdiktatur in Argentinien ist erst 26 Jahre alt. Heute werden erbitterte Auseinandersetzungen über die strafrechtliche Verfolgung von Angehörigen dieses Terrorregimes geführt. Der ehemalige Staatschef Videla, der für einen Großteil des Grauens verantwortlich war operierte nach dem Prinzip: „Es müssen so viele Menschen wie nötig in Argentinien sterben, damit das Land wieder sicher ist.“ Videla saß nach dem Ende der Diktatur immer wieder im Gefängnis und kam zwischenzeitlich wieder frei, derzeit ist er inhaftiert. Der Kongress hat vor einigen Jahren mehrere Amnestiegesetze aufgehoben und die Regierung Kirchner macht Druck auch die Verfahren gegen niedrigrangige Militärs zu beschleunigen, aber die Richterschaft beklagt sich, dass sie nicht genug Personal hätte um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Seit 1977 und bis heute demonstrieren die „Madres de la Plaza de Mayo“, also die Mütter der "Desaparecidos" (Verschwundenen), jeden Donnerstag dafür, dass die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden. Die Madres waren damals 1983 am Sturz der Militärregierung maßgeblich beteiligt und sind bis heute ein politischer Faktor in Argentinien.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-4907590822188158488?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/4907590822188158488/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/05/auf-die-inhaftierten-die-toten-und-das.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4907590822188158488'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/4907590822188158488'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/05/auf-die-inhaftierten-die-toten-und-das.html' title='Auf die Inhaftierten, die Toten und das Vaterland!'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SiQkFDHYUEI/AAAAAAAAAWY/MGxTgIgSf7U/s72-c/25+de+mayo2.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-5695535140720583911</id><published>2009-05-18T21:43:00.001-07:00</published><updated>2009-05-24T08:55:48.626-07:00</updated><title type='text'>Der Tango, die Alte Welt und die argentinische Seele…</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5UU55mRI/AAAAAAAAATw/ecNUdvB_yms/s1600-h/san-telmo.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5UU55mRI/AAAAAAAAATw/ecNUdvB_yms/s320/san-telmo.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337391529759185170" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In meinem folgenden Eintrag greife ich neben eigenen Erfahrungen auf drei Quellen zurück. Die wichtigste und kompetenteste Quelle ist das Buch „Kulturschock Argentinien“ von Carl D. Goerdeler, das ich jeder Person die sich mit Argentinien beschäftigt empfehlen würde. Der Korrespondent mehrer deutschsprachiger Zeitungen geht mit dem Land hart ins Gericht und wird teilweise zynisch und herablassend, nur selten blitzt ein bisschen Sympathie für die Argentinier/innen und ihre Gesellschaft durch. Trotz des etwas preußisch-arroganten und eurozentristischen Blickwinkelns ist es das informativste Buch über Argentinien. Als weitere Quelle dient Maike Christens „Tango tanzen in Buenos Aires,“ das nahe liegender Weise vor allem den Bereich Tango dieses Eintrags abdeckt. Wichtig für diesen Text ist auch noch der „Lonely Planet Argentinien“, das Standardwerk für Reisende mit viel Interesse und wenig Geld. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Die Psyche einer Gesellschaft&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ein Argentinier ist ein Italiener der Spanisch spricht und glaubt er sei ein Engländer.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Argentinien ist das europäischste Land Lateinamerikas weil seine Bewohner von den lateinischsten Regionen Europas stammen.“ &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Der Argentinier ist ein Europäer, dem keiner mehr schreibt.“  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Goerdeler ist der Auffassung es gäbe kein anderes Land auf der Welt, dass sich so mit sich selbst und seiner eigenen Identität beschäftigt. „Wer sind wir?“ ist die Frage zu der es in Argentinien massenhaft Literatur gibt. „Sind die Argentinier nun Lateinamerikaner oder Europäer, die durch Zufall in diesen entlegenen Teil der Welt gelangt sind? (…) Die Unsicherheit darüber wer sie nun eigentlich selber sind ist vielleicht der archimedische Punkt, um den sich in Argentinien alles dreht,“ so Goerdeler. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während sich die Bevölkerung Mexikos teilweise mit Stolz auf ihre aztekischen Wurzeln besinnt, wollen die Argentinier/innen mit denen von ihnen fast vollständig ausgerotteten indigenen Kulturen nichts zu tun haben. Manchmal erzähle ich meinen argentinischen Bekannten, dass die meisten Menschen in Europa keine klare Vorstellung davon haben, wie sich das Lateinamerika zwischen Rio Grande und Feuerland unterschiedet. Für die meisten seien das eben alles irgendwie Latinos. Darauf reagiert mein jeweiliges Gegenüber stets sehr enttäuscht und es wird etwas resignierend und abfällig angemerkt, dass man die Argentinier/innen im Ausland für Indiander und Wilde halte. Man möchte aber in der Welt so gerne als westlicher Industriestaat mit europäischer Kultur wahrgenommen werden. &lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der Staatsphilosoph Alberdi machte im 19. Jh. unmissverständlich klar: „In Amerika ist alles, was nicht europäisch ist, barbarisch. Man müsse „Europa nach Amerika bringen“. In der Mitte und im Süden des Landes, wo die Einheimischen als Nomaden lebten, rottete man in mehreren Feldzügen alles aus was man vorfand (Dabei wurden vorwiegend schwarze Soldaten eingesetzt, womit man beträchtliche Teile der Nachfahren der afrikanischen Sklaven auch gleich eliminierte). Im Norden wurden die sesshaften indigenen Kulturen assimiliert. Diese „Zivilisierung“ im europäischen Sinne gelte aber nicht nur bezüglich der Indigenen, auch „aus einem Gaucho (argentinische Cowboy Anmk.) macht man in 100 Jahren keinen englischen Arbeiter“, beschwert sich Alberdi.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5UG2yr1I/AAAAAAAAATo/NPb_n1V2U1Y/s1600-h/gaucho.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 129px; height: 129px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5UG2yr1I/AAAAAAAAATo/NPb_n1V2U1Y/s320/gaucho.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337391525988052818" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Cowboys Argentiniens. „Die Gauchos verachten den Tango, sie spucken auf Buenos Aires und das gelackte Gesindel der Großstadt.“ Man weiß nicht ob Goerdeler hier die Gauchos für sich sprechen lässt, aber er bringt’s so schön auf den Punkt, dass wir einmal annehmen wollen es sei was Wahres dran.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Europa ist das Zentrum der Zivilisation und steht für den Fortschritt der Menschheit. Wir haben keine andere Wahl, uns nach Europa zu orientieren (…)“ so Präsident Sarmiento im 19. Jh. Allerdings meinte Sarmiento damit vorwiegend nicht die armen Migrant/innen aus Italien für die er stets Verachtung überhatte, sondern Menschen aus den seiner Ansicht nach arbeitsamen Regionen Nordeuropas (v.a. Deutschland und Großbritannien). Er ging sogar so weit die europäische Kultur als Gegenmodell zu den spanischen Sitten darzustellen. In den argentinischen Pampas ließen sich bereits die Unterschiede feststellen zwischen „[…] der deutschen oder der schottischen Kolonie südlich von Buenos Aires und dem Dorf, das sich im Hinterland bildet: bei der ersten sind die Häuser gestrichen, die Fassaden immer gepflegt […] und die Einwohner sind in andauernder Bewegung und Aktivität. Sie melken Kühe, produzieren Butter und Käse, und einige Familien haben es sogar geschafft, ein Vermögen zu verdienen und in die Stadt umzuziehen, um ihren Wohlstand zu genießen. Das Dorf der Eingeborenen (bereits seit längerem ansässige Menschen mit südeuropäischen Wurzeln &lt;br /&gt;Anmk.) ist die niederträchtige Rückseite dieser Medaille.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5b630H2I/AAAAAAAAAT4/8WyW1G0bzPs/s1600-h/sarmiento.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 150px; height: 131px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5b630H2I/AAAAAAAAAT4/8WyW1G0bzPs/s320/sarmiento.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337391660210069346" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Dieser "freundliche" Herr Namens Sarmiento war Mitte des. 19. Jh. Präsident Argentiniens und gilt wegen seiner Förderung der Bildung als Pädagoge des Landes. Bildung hieß europäische Bildung wie sein Werk „Civilización y barbarie“ unmissverständlich klar macht. Sein Nachfolger rottete in diesem Sinne gleich alle verbliebenen Indigenen in Patagonien aus.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Identitätskonflikt hat sich tief in die Seele der Menschen in Argentinien eingebrannt und hinterlässt bis heute seine Spuren. Schon nach wenigen Minuten erzählen die Argentinier/innen von ihren Vorfahren aus Italien, Spanien oder Deutschland. Sie sind stolz wenn sie „Weichand“ heißen, oder sogar noch Kontakt mit europäischen Verwandten haben.  &lt;br /&gt;Argentinien schaut nach Europa und will von Europa anerkannt werden. Erst wenn in Europa argentinische Künstler Anerkennung finden, sind sie auch in der Heimat geachtet. Dies gilt beispielsweise für Fußballstars, einen der prominentsten Exportartikel Argentiniens. Aber es traf auch auf den Tango und seinen berühmtesten Vertreter Carlos Gardel zu und selbst der Hype um Che Guevara wäre wohl in dessen Herkunftsland nicht so ausgeprägt, wenn er nicht in den 1960er-Jahren auf den Straßen Paris’ und Berlins zum Superstar gekürt worden wäre. Goerdelers Conclusio: „Argentinien wollte also niemals die Nabenschnur zu Europa abschneiden. Und das bedeutet, um im Bild zu bleiben, dass die Nation niemals erwachsen wurde, sich emanzipierte, ihren eigenen Weg suchte, sich in Amerika einrichtete. (…) Die mentale Verankerung in die alte Welt ist die Paranoia Argentiniens.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Der Tango&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5cOcJz6I/AAAAAAAAAUA/LGIR9hlj8qM/s1600-h/tango.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 122px; height: 132px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5cOcJz6I/AAAAAAAAAUA/LGIR9hlj8qM/s320/tango.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337391665462759330" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was hat das argentinische Identitätsdrama mit dem Tango zu tun? Nun, auf den zweiten Blick mehr als man meinen möchte. Laut Maike Christen sind die Portenos (Bewohner/innen von BsAs) der Meinung, dass Buneos Aires die wahre Hauptstadt Europas sei weil die 14-Millionen Metropole ein Schmelztiegel der Alten Welt ist. Aus diesem Durcheinander europäischer Sprachen, Musiken und Kulturen sei der Tango geboren, „aus der Fusion von Alter Welt und Neuer Welt, aus Armut und Heimatlosigkeit, Sehnsucht und der Suche nach Geborgenheit in der Umarmung eines Tanzes.“ wie Maike Christen ausführt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meist männlichen proletarischen Zuwanderer aus Europa ließen sich in den Vorstädten von Buenos Aires nieder und vermissten ihre zurückgelassenen Frauen sowie ihre Heimatländer. In Cafés und Bordellen versuchten sie ihre Einsamkeit beim Tanz mit Kellnerinnen und Prostituierten zu vergessen. In diesem Milieu wurde aus spanischen, italienischen und afrikanischen Einflüssen (Trommeln) der Tango geboren. „Es war eine kraftvolle Mischung aus Machismo, Leidenschaft und Verlangen. Verzweifelt und aggressiv. (…) Der Tango spiegelte die neuen Erfahrungen der Einwanderer in der Großstadt wieder und erinnerte voller Wehmut an ein aufgegebenes Leben.“ heißt es im Lonely Planet. „Ein Schuss Andalusien, ein wenig Normandie, die Gaucho-Tradition, die Milongas, die man auf dem Lande tanzte, das Schifferklavier (Bandoneon – die Ziehharmonika: der deutsche Beitrag zum Tango!) und natürlich kiloweise Sentimentalität, Tristezza, Heimweh.“ so bringt Goerleder auf den Punkt was seiner Auffassung nach Tango ist.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5UM3uf2I/AAAAAAAAATg/r8F-w7ee5Mo/s1600-h/emigranten.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 283px; height: 203px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5UM3uf2I/AAAAAAAAATg/r8F-w7ee5Mo/s320/emigranten.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337391527602585442" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Migrant/innen aus Südeuropa hoffen im frühen 20. Jh. auf ein besseres Leben in Amerika. Aus Buenos Aires sind auch viele wieder enttäuscht heimgekehrt.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst als der Tango in den 10er-Jahren des 20. Jh. seines Siegeszug in Europa (v.a. Paris) und den USA antrat, wurde er auch von der argentinischen Oberschicht akzeptiert. Als die Tangowelle nach Europa Anfang überschwappte, sah sich Papst Pius X. genötigt vor der Immoralität dieses Tanzes zu warnen, die offenbar etwas prüden Heeresleitungen in Berlin und Wien verboten ihren Soldaten Tango zu tanzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5T_y8mnI/AAAAAAAAATQ/7wDf97kNyq4/s1600-h/carlos+gardel.jpeg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 121px; height: 131px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5T_y8mnI/AAAAAAAAATQ/7wDf97kNyq4/s320/carlos+gardel.jpeg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337391524092877426" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt; Carlos Gardel ist eine essentielle argentinische Symbolfigur. Die Popularität des Tangostars war grenzenlos. Als er 1935 bei einem Flugzeugabsturz verunglückte, kam es in den Straßen von Buenos Aires zu enthusiastischen Trauerszenen.&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Tango hatte seine Blüte in der ersten Hälfte des 20. Jh. Ab den 1950er-Jahren begann er an Bedeutung zu verlieren, der Rock n’ Roll setzt sich auch am Rio de la Plata durch. Unter der Militärdiktatur der 1970er-Jahre wurde der Tanz von den herrschenden Eliten sogar als anrüchig abgelehnt. Der Tango war bis weit in die 1990er-Jahre faktisch tot und hat sein Dasein nur noch in Touristenlokalen gefristet. Die heute 30-60-jährigen haben den Tanz als Junge gar nie gelernt. Gleichzeitig wurde der Tango als Exportprodukt in den Westen allerdings wieder populär und ist vor ca. zehn Jahren in sein Ursprungsland zurückgekehrt, von wo aus er wieder neue Impulse rund um den Globus schickt wie Christen das beschreibt. Goerleder sieht in der jüngsten Renaissance hingegen nur einen touristischen Abklatsch einer längst vergangenen Epoche, die mit dem heutigen Argentinien nichts mehr zu tun hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Conclusio des bisher Geschriebenen ist, dass der Tango der offensichtlichste Ausdruck einer chronischen Identitätskrise der Argentinier/innen im Allgemeinen und der Portenos im Speziellen ist. Es heißt, der Tango sei ein trauriger Gedanke den man tanzt. Diese Trauer ist die sentimentale Beziehung der Tagelöhner aus Neapel oder Galizien zur Alten Welt. Ein Kernelement argentinischer Kultur ist aus dem Heimweh geboren und diese pathologische Beziehung zu Europa ist bis heute nicht abgerissen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Meine Tangowelt in Buenos Aires &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Tangotanzbar nennt sich Milonga und ist eine konzeptuell simple, aber für einen im Wien der 2000er-Jahre lebenden Menschen trotzdem außergewöhnliche Einrichtung. Architektonisch sind Milongas meist in älteren Gebäuden untergebracht, die ihre besten Zeiten schon längst hinter sich gelassen haben. Man muss dazu sagen, dass Argentinier/innen diesbezüglich insofern eher amerikanisch als europäisch sind, als die alte Bausubstanz verfallen lassen oder wegreißen, während sie es todschick finden in einem modernen Wolkenkratzer zu leben. Daher haben die Milongas durchwegs etwas Schäbiges und die alten Bilder und Fotos aus den besseren Zeiten sorgen für ein sentimentales bis verstaubtes Ambiente. Zweifellos haben die Milongas Charme, und der Umstand dass selbiger offensichtlich abbröckelt macht die Angelegenheit fast romantisch. Als „arm aber sexy“, würde der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit diese Atmosphäre wohl bezeichnen.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI8nfshD7I/AAAAAAAAAUQ/5tEvuLDy65M/s1600-h/san+telmo2.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 240px; height: 320px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI8nfshD7I/AAAAAAAAAUQ/5tEvuLDy65M/s320/san+telmo2.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337395157608239026" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Verkehrte Welt: Die schönen alten Häuser werden von den Portenos tendenziell vernachlässigt. Lieber lebt man in den für europäische Geschmäcker nicht gerade ästhetischen Hochhäusern.&lt;/span&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da Portenos absolute Nachtmenschen sind beginnt die Milonga frühestens um 23:00, wobei man vor Ort Getränke und einfache Speisen bekommt. Jetzt im Mai beginne ich auch darunter zu leiden, dass es keine Heizungen gibt. Das Motto lautet „Tanze oder Friere“. Je nach Programm gibt es entweder Musik aus der Dose oder es spielt eine Band. Die Tische sind in U-Form um die Tanzfläche aufgestellt, man sitzt aber immer mit Blick zur Tanzfläche. Kommt man zu zweit sitzt man sich also nicht gegenüber sondern quasi in Reihen nebeneinander. Vor allem jetzt wo die Tourismussaison vorbei ist, hat man angenehm viel Platz. Wenn die Musik beginnt braucht man nicht lange auf Eisbrecher/innen warten, in kürzester Zeit sind die ersten Paare af der Tanzfläche. Einmal aufgefordert tanzt man eigentlich vier Tänze, aber mindestens zwei. Tatsächlich haben nach spätestens zwei Stunden fast alle mit fast allen getanzt, zumindest innerhalb jener Leute deren tänzerisches Niveau dies zulässt. Also jene Leute zu denen ich nicht gehöre. Mit mir tanzen entweder meine mitleidserfüllte Tangolehrerin oder mutige Anfängerinnen die ich aus der Tangostunde kenne. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI7D1Qf3oI/AAAAAAAAAUI/NRSsWmS1BsY/s1600-h/milonga.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 150px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI7D1Qf3oI/AAAAAAAAAUI/NRSsWmS1BsY/s320/milonga.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337393445409382018" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;So sieht eine klassische Milonga aus. Eine der Hauptaufgaben des Mannes ist es dafür zu sorgen nicht zu kollidieren. Echte Profis machen tolle Schrittfolgen auf kleinstem Raum&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während es früher eine richtige Zeichensprache fürs Auffordern gab, fragen die Menschen jetzt einfach ganz locker. Da Tango ein Tanz ist, der aus einer extrem machistischen Tradition stammt, fordern bis heute immer die Männer auf. Es gibt keine Damenwahl. Zwischendurch werden jeweils ein paar Folklorenummern getanzt, die beim Publikum wegen ihrer Einfachheit mindestens so beliebt sind wie der saukomplizierte Tango selbst. Argentinien ist so elegant wie Italien nur mit weniger Geld, insofern ist es angenehm, dass die Tourist/innen einen recht legeren Kleidungsstil in den Milongas durchgesetzt haben. Die Milonga dauert bis vier in der Früh.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShltDKPSQhI/AAAAAAAAAUg/TAuHF2KyXgI/s1600-h/Independiencia.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 299px; height: 249px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShltDKPSQhI/AAAAAAAAAUg/TAuHF2KyXgI/s320/Independiencia.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5339418734279934482" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Konst und Sarah hatten das Vergnügen in sechs Tagen Buenos Aires zwei Tangostunden zu nehmen und eine Milonga zu besuchen. Hier ihre ersten selbstständigen Schritte in der ungeheizten, dafür aber nicht isolierten Independencia 572. Der Beginn einer großen Showkarriere?&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich tanze am Dienstag in einer Riesen-WG die aus lauter Lateinamerikaner/innen besteht. Die beiden Tanzlehrer/innen sind allerdings eine Italienern und ein Franzose. Am Freitag tanze ich bei einem argentinischen Lehrer, das Publikum besteht hauptsächlich aus Argentinier/innen und ein paar Franzosen. Wir tanzen gleich unmittelbar vor Ort, dort wo ein paar Minuten nach Ende der Stunde die Milonga beginnt. Die absolut freundliche und unkomplizierte Lockerheit der Portenos überträgt sich in der Klasse immer auch auf die europäischen Tangoneulinge. Da alles super-flexibel ist und man pro Stunde zahlt, gibt es immer nur einen Kern an Leuten die regelmäßig kommen. Das stört aber nicht, im Gegenteil, ich habe die Flexibilität schon genützt um auch einmal Samba, Salsa, argentinische Folklore und Milonga (in seiner Zweitbezeichnung steht das Wort für eine schnelle Version des Tango) zu tanzen. Außerdem habe ich mehrere Tango-Lehrer/innen ausprobieren können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI9rfKVPsI/AAAAAAAAAUY/_ZabD_Jj16o/s1600-h/cochabamba.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 207px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI9rfKVPsI/AAAAAAAAAUY/_ZabD_Jj16o/s320/cochabamba.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5337396325695962818" /&gt;&lt;/a&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Die Cochabamba 444 ist derzeit meine Lieblings-Milonga. Der Laden ist eher kleiner, die Atmosphäre sehr familiär und jede/r kennt jede/n.&lt;/span&gt;     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jene Tangowelt die ich in Buenos Aires antreffe kommt mir keinesfalls künstlich oder aufgesetzt vor. Es ist definitiv eine Szene die stark expandiert und die in Buenos Aires lebenden Europäer/innen sind dabei eine wichtige Stütze. Vor allem in San Telmo, wo ich mich punkto Tango in erster Linie bewege, ist die Anzahl von französischen Tänzer/innen enorm. Viele junge Argentinier/innen versuchen sich den Tango anzueignen und die europäisch-argentinische Tangomischung die in Buenos Aires in der Luft liegt belebt einerseits einen Supertanz aufs Neue, andererseits experimentiert sie und kreiert etwa im Bereich des Elektrotango neue Genres.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Abschluss dieses Eintrags darf natürlich eine musikalische Untermauerung nicht fehlen. Selbst Carlos Gardel, der größten Tangostar aller Zeiten, verkörpert das argentinische Identitätsproblem. Geboren 1890 in Toulouse geboren, wächst er ab seinem dritten Lebensjahr in Buenos Aires auf und wird sowohl von Frankreich als auch von Argentinien als Teil des jeweiligen kulturellen Erbes betrachtet. Aber er liebt Buenos Aires. &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=Aa_N71VXQnM"&gt;Mi Buenos Aires querido&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/4102283655656114375-5695535140720583911?l=exilnik.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://exilnik.blogspot.com/feeds/5695535140720583911/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/05/der-tango-die-alte-welt-und-die.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5695535140720583911'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/4102283655656114375/posts/default/5695535140720583911'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://exilnik.blogspot.com/2009/05/der-tango-die-alte-welt-und-die.html' title='Der Tango, die Alte Welt und die argentinische Seele…'/><author><name>exilnik</name><uri>http://www.blogger.com/profile/13156404373457931145</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='25' height='32' src='http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SYn_Q8elwUI/AAAAAAAAAH4/E17B9DwzkYs/S220/exilnik.JPG'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/ShI5UU55mRI/AAAAAAAAATw/ecNUdvB_yms/s72-c/san-telmo.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-4102283655656114375.post-200086696070837552</id><published>2009-05-07T19:37:00.000-07:00</published><updated>2009-05-10T14:11:23.632-07:00</updated><title type='text'>1. Mai in Buenos Aires</title><content type='html'>.&lt;br /&gt;.&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SgObT38L0SI/AAAAAAAAASg/_cr-amgczaI/s1600-h/fahnenmeer.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SgObT38L0SI/AAAAAAAAASg/_cr-amgczaI/s320/fahnenmeer.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5333277149473001762" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Den ersten Mai hätte ich beinahe vollständig verpasst. Das liegt daran, dass die Argentinier/innen am 1. Mai einen schönen freien Feiertag im Privaten zelebrieren möchten und daher zumindest heuer die Aufmärsche auf den 30. April vorverlegt hatten! Dies wurde mir spätestens klar als am 30. April ab ca. bereits 10:30 Vormittags im CAINA (meinem Straßenkindertagesheim) aus allen Richtungen Böller zu hören waren. Ich habe die Aufmärsche nach der Arbeit spontan besucht und daher auch keine eigenen Fotos sondern nur solche, die ich von den Internetseiten der hiesigen Tageszeitungen zusammengefladert habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Demonstration die ich beobachtete wurde von der größten und wichtigsten Gewerkschaft organisiert, der Confederación General del Trabajo de la República Argentina (CGT). Dabei handelt es sich um eine ideologisch nicht ganz klar zuordenbare, große bürokratische und staatstragende Organisation die sich auf den Peronismus beruft, in den 1990er-Jahren jedoch teilweise mit dem neoliberalen Regime von Präsident Menem zusammengearbeitet hat. Das wesentliche Gegenstück zur CGT ist die Central de los Trabajadores Argentinos (CTA). Diese ist stärker von linksperonistischen Strömungen dominiert, stand in Opposition zu Menem und stützt sich vor allem auf die Beschäftigen des öffentlichen Dienstes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SgObUdO8hFI/AAAAAAAAASo/30TCjAu1svQ/s1600-h/Massen.jpg"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 240px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_eY39juSuAVU/SgObUdO8hFI/AAAAAAAAASo/30TCjAu1svQ/s320/Massen.jpg" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5333277159483802706" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war nicht uninteressant, aber leider etwas enttäuschend, was die CGT auf er Avenida 9. Julio (der breitesten Straße der Welt) aufbot. Die Organisation war nicht schlecht. Busse voller Menschen wurden nicht nur aus Buenos Aires Stadt und Provinz, sondern sogar aus weit entfernt liegenden Provinzen wie „La Pampa“ angekarrt, wie die zahlreichen Transparente verrieten. Je nach Subgewerkschaft waren sämtliche Demonstrant/innen in den entsprechend gefärbten Overalls eingekleidet, die Transparente waren farblich darauf abgestimmt. Die Gewerkschaft sprach von 150.000 Teilnehmer/innen, andere Schätzungen gehen von unter 100.000 aus. So oder so, für ein Einzugsgebiet von 20 Millionen Menschen war es eigentlich keine eindrucksvolle Angelegenheit. Selbst wenn die SPÖ Wien und ihre Polizei mit der Zahl von 100.000 Teilnehmer/innen am Rathausplatz vielleicht etwas übertreiben, 50.000 werden es schon sein. Im Verhältnis dazu müsste in Buenos Aires mindestens eine halbe Million mitmarschieren.  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Des weiteren waren die Demonstrant/innen zum absolut überwiegenden Teil Männer. Frauen waren die totale Ausnahme und wenn sich eine Passantin auf die Avenida 9. Julio verirrte, begleitete sie ein 2-minütiges Pfeifkonzert (so lange dauert es bis man dieses Monstrum überquert hat). Das in rauen Mengen aus abgemischten Plastikflaschen getrunkene Cola-Rot trug das seine zu den feurigen Nachpfeiforgien bei. Da lobt man sich das brave Wien mit seinen disziplinierten 1-Mai Pensionist/innen, die sich strikt an das Alkoholverbot halten. Dafür war die Stimmung natürlich deutlich spritziger als am Rathausplatz. Riesige Trommelgruppen sorgten für eine Mischung aus Samba und Marschmusik, die Leute
